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Kazuo Ishiguro

Klara und die Sonne

Roman

Paperback DEMNÄCHST
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Der neue Roman des Nobelpreisträgers

Klara ist eine künstliche Intelligenz, entwickelt, um Jugendlichen eine Gefährtin zu sein auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Vom Schaufenster eines Spielzeuggeschäfts aus beobachtet sie, studiert das Verhalten der Leute und hofft, bald von einem jungen Menschen ausgewählt zu werden. Als ein Mädchen sie schließlich mit nach Hause nimmt, muss sie jedoch bald feststellen, dass sie auf die Versprechen von Menschen nicht allzu viel geben sollte.

Ein beeindruckendes, berührendes Buch um eine unvergessliche Erzählerin, deren Blick auf unsere Welt die fundamentale Frage aufwirft, was es heißt zu lieben.


Aus dem Englischen von Barbara Schaden
Originaltitel: Klara and the Sun
Originalverlag: Blessing HC
Paperback , Klappenbroschur, 352 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-89667-739-6
Erscheint am 10. August 2022
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Rezensionen

ein Gefühl, das bleibt

Von: CoolCatsCologne

22.10.2021

Ein neues Buch von Kazuo Ishiguro mit starken „Alles, was wir geben mussten“-Vibes? Ja, ich bitte, hier! Es ist wieder ein bisschen SciFi (keine Angst davor haben) und auch wieder sehr langsam und ruhig (auch davor nicht) und ich mochte alles daran. Wir betreten eine Welt, in der Kinder alleine zu Hause bleiben und aus der Ferne unterrichtet werden. Damit sie trotzdem einen sozialen Kontakt haben, gibt es KFs (Künstliche Freunde), die man sich nach Hause holt, mit denen gespielt und geredet wird, und die die Entwicklung unterstützen. Klara ist genau so eine KF und wir lernen die Welt mit ihren Augen kennen. Zuerst noch im Laden, später dann in ihrer neuen Familie zusammen mit Josi und ihrer Mutter. Klara lernt die Welt Stück für Stück kennen und versucht das Erlebte mit ihrem vorprogrammierten Wissen zusammen zu bringen. Brauchen wir die Sonne zum Überleben? Wie kann man am besten für eine Person sorgen? Wie ist der Umgang mit Krankheit und Trauer? Es passieren viele wirre Dinge im Buch, auf die man sich einlassen muss. Die Mechanismen dieser Welt bekommen wir dabei aber (leider) nie ganz zu fassen. Generell wird wenig erklärt, es ist mehr ein Gefühl, das bleibt.

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Ein Roboter studiert die Menschen und die Liebe

Von: Leselisel

02.10.2021

„Unsere Generation ist noch dem alten Fühlen verhaftet. Ein Teil von uns wehrt sich dagegen loszulassen. Der Teil, der nach wie vor glauben will, dass in jedem von uns etwas Ungreifbares ist. Etwas, das einzigartig ist und sich nicht übertragen lässt. Aber es gibt nichts dergleichen, und das wissen wir jetzt.“ Dieser Roman hat viel in mir ausgelöst und hallt noch immer nach… Ein bewegendes, aufwühlendes Buch, das ich sehr empfehlen kann! Ganz unschuldig und leise hat es mich in die Enge getrieben und Fragen aufgeworfen, mit denen ich mich noch immer beschäftige: Kann ein Roboter einen Menschen ersetzten? Oder gibt es in jedem Menschen dieses eine Etwas, das ihn einmalig und besonders macht? Und wenn ja, was ist dieses Etwas? Oder anders herum, was macht uns Menschen zu Menschen? Und wie weit in einen Fortschritt, den ich nicht befürworte, würde ich mitgehen, nur um dazuzugehören? Um meinen Kindern gute Zukunftchancen zu ermöglichen? Kazuo Ishiguro entwirft sein Zukunftsszenario ganz aus der Sicht Klaras. Klara ist eine KF, eine künstliche Freundin, die in einem Laden auf „ihren“ Teenager wartet, dem sie beistehen kann. Schliesslich wird sie von Josie und deren Mutter gekauft und darf mit ihnen nach hause. Josie ist kränklich und gehört zu den „gehobenen“ Teenagern, die zu hause über das Internet unterrichtet werden. Ihr Sozialverhalten muss sie in „Interaktionsmeetings“ üben. Klara dient ihr treu und ergeben, während ihre Mutter fast immer am Arbeiten ist. Aber nicht nur das: Klara trifft auch heimlich und eigenständig Entscheidungen und mischt sich in Josies Schicksal ein. Nach und nach lernt Klara Josies Umfeld kenne und es sickern Details aus Josies Leben durch. Auch die wahren Absichten der Mutter beim Kauf von Klara werden deutlicher, und die Geschichte wird immer beklemmender. Über den fast naiv wirkenden Schilderungen Klaras, die ruhig dahinplätschern, schwebt etwas Düsteres, Bedrohliches. Klaras Beobachtungen werfen viele Fragen auf und entwerfen eine Zukunft, in der jeder einzelne sich entscheiden muss, ober er Eingriffen wie der Genomeditierung und der Gleichstellung von Mensch und Maschine zustimmen und damit dazugehören oder sich aus der Gesellschaft verabschieden und auf Privilegien verzichten möchte. Interessant fand ich auch die Haltung der Menschen gegenüber Klara, diese Ambivalenz, die ich übrigens auch in mir als Leserin gespürt habe. Klara wird manchmal wie ein Mensch behandelt, man tut ihr Gutes, ist nett zu ihr. Dann wieder ist Klara nur ein Ding, eine Maschine. Und auch als Leserin hatte zuerst „Berührungsängste“, wollte mich nicht auf Klara einlassen, habe sie dann aber ins Herz geschlossen. Sie ist ganz klar das Zentrum dieses Buches, sie kommt einem nah, nicht die Menschen, mit denen sie zusammenlebt. Auch das wirft wieder viele Fragen auf und hat mich amüsiert und befremdet zugleich. Und last but not least sind es nicht die Menschen, die in diesem Roman dieses individuelle Etwas eines jeden Menschen beschreiben und definierten können, sondern Klara, die KF, die Maschine…. Irgendwie gruselig! Auf jeden Fall ein hochaktuelles, vielschichtiges und zum Nachdenken anregendes Buch, das viel Diskussionsstoff liefert, ohne aufdringlich oder gar belehrend zu sein.

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Vita

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt. Er erhielt 2017 den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt in London.

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Barbara Schaden

Barbara Schaden studierte Romanistik und Turkologie in Wien und München, arbeitete anschließend als Verlagslektorin und ist seit 1992 freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen. Sie übersetzt neben Kazuo Ishiguro unter anderem Patricia Duncker und Nadine Gordimer. Barbara Schaden lebt in München.

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