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Klara und die Sonne

Roman

Bestseller Platz 25
Spiegel Hardcover Belletristik

HardcoverNEU
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Der neue Roman des Nobelpreisträgers

Klara ist eine künstliche Intelligenz, entwickelt, um Jugendlichen eine Gefährtin zu sein auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Vom Schaufenster eines Spielzeuggeschäfts aus beobachtet sie genau, was draußen vor sich geht, studiert das Verhalten der Kundinnen und Kunden und hofft, bald von einem jungen Menschen als neue Freundin ausgewählt zu werden. Als sich ihr Wunsch endlich erfüllt und ein Mädchen sie mit nach Hause nimmt, muss sie jedoch bald feststellen, dass sie auf die Versprechen von Menschen nicht allzu viel geben sollte.

KLARA UND DIE SONNE ist ein beeindruckendes, berührendes Buch und Klara eine unvergessliche Erzählerin, deren Blick auf unsere Welt die fundamentale Frage aufwirft, was es heißt zu lieben.

»Ishiguro beschert uns ein literarisches Wunder.«

NZZ am Sonntag, Markus Gasser (14. März 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Barbara Schaden
Originaltitel: Klara and the Sun
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-89667-693-1
Erschienen am  15. März 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Schön und erschreckend, poetisch und brutal zugleich

Von: artWORDising Diana Wieser

03.05.2021

Poetisch, magisch, tragisch, schön: Literatur-Nobelpreisträger Kazou Ishiguro ist ein Meister darin, tiefe Einblicke in die menschliche Seele zu wagen – und zwar aus Sicht menschenartiger Wesen. In seinem mit Keira Knightley und Andrew Garfield verfilmten Meisterwerk „Alles, was wir geben mussten“ waren es Klone, die dafür gezüchtet wurden, ihren Auftraggebern Organe zu spenden. In diesem Roman ist es eine KI, eine künstliche Intelligenz, deren Aufgabe darin besteht, sensible Jugendliche durch die problematische Zeit des Erwachsenwerdens zu begleiten. In der nahen Zukunft hat sich die Welt mir ihren sozialen Konstrukten verändert. Leider nicht zum Besseren. Der Roman entfaltet seine unglaubliche emotionale Wucht durch die außergewöhnliche Erzählperspektive. Wir erleben die Geschichte aus Sicht von Klara, der „künstlichen Freundin“. Unmittelbar wirft der Autor uns ins Geschehen. Erster Satz: „Als wir neu waren, standen Rosa und ich in der Ladenmitte, wo auch die Zeitschriften auslagen, und hatten den größeren Teil des Schaufensters im Blick.“ KIs oder vielmehr KFs haben keine Vorgeschichte, keine Kindheit. Ihr Leben beginnt in dem Laden, wo sie hoffen, bald von einem Jugendlichen als Begleiter ausgewählt zu werden. Durch das Schaufenster beobachtet Klara die Welt. Sie hat eine sehr genaue Wahrnehmung, die beim Lesen sofort in den Bann zieht. Denn Klara ist sowohl hochintelligent, als auch naiv. Als hätte man das Gehirn eines Genies in die begrenzte Lebenserfahrung eines Kindes verpflanzt. Heraus kommen entwaffnend ehrliche, tiefgründige Beobachtungen, die ins Mark der Menschen treffen. Sie sagen das eine und tun das andere. Sie sind innerlich zerrissen zwischen dem, was sie wollen und dem, was die Gesellschaft von ihnen verlangt. Sie ändern ihre Meinung, wollen rational handeln, werden aber emotional zurückgeworfen. In der Zukunft mehr denn je. Was sich genau in der nahen Zukunft verändert hat, erfahren wir langsam im Verlauf des Plots. Subtile, unheilschwangere Vorzeichen baut der Autor geschickt ein. Klara findet ein Zuhause bei der dreizehnjährigen Josie. Diese gehört zu den „Gehobenen“, der privilegierten Klasse. Sie lebt abgeschieden auf dem Land, die beruflich erfolgreiche Mutter ist meist den ganzen Tag unterwegs, während Josie via Online-Tutor unterrichtet wird. Kontakt zu Gleichaltrigen werden über so genannte „Interaktionsmeetings“ eingefädelt. Ihr einziger richtiger Freund ist der Nachbarsjunge Rick mit dem sie eine zarte Romanze verbindet. Doch eine gemeinsame Zukunft scheint unmöglich, da Rick zu den Nicht-Gehobenen gehört. Daher bleibt ihm der Zugang zu College, höherer Bildung und sozialem Aufstieg verwehrt. Doch der Preis, den Josie für ihre Privilegien bezahlen muss, ist hoch. Denn Josie ist krank, todkrank sogar. Ishiguros sprachliches Gespür trägt dazu bei, dass wir LeserInnen seltsam berührt werden. Denn ausgerechnet eine KI erzählt so poetisch, still und mitfühlend, dass die menschlichen Stimmen dagegen geradezu verstummen. Vieles lässt Ishiguro letztendlich in der Schwebe. Da ist zum Beispiel die Metapher der Sonne, die im Buch eine wesentliche Rolle spielt. Auch die Frage, wo die Grenzen zwischen Maschine und Mensch verlaufen, müssen LeserInnen nach der Lektüre des Buches für sich selbst entscheiden. Im Mittelpunkt steht das Thema, ob in jedem Menschen etwas Einzigartiges steckt, das ihn ausmacht. Etwas, dass sich nicht reproduzieren lässt. Nicht einmal durch eine KI. Manche bezeichnen dies schlicht als „Seele“. Der in Nagasaki geborene und in London aufgewachsene Autor erlangte vor allem durch sein Werk „Was vom Tage übrigblieb“ internationale Bekanntheit. Dieses wurde mit Anthony Hopkins und Emma Thompson verfilmt. Ob beim Blick in die Vergangenheit oder beim Blick in eine (mögliche) Zukunft – Ishiguro weiß mit seiner Prosa aufzurütteln. Dabei sind seine futuristisch anmutenden Werke „Klara und die Sonne“ oder „Alles, was wir geben mussten“ näher an der Realität, als viele denken. Mitte April 2021 veröffentlichte die University of Science and Technology im chinesischen Yunnan ihren neuesten Durchbruch in Sachen Chimären-Forschung. Es war den Wissenschaftlern gelungen, Embryonen aus Affen- und Menschenzellen zu erzeugen und mehrere Tage in Petrischalen am Leben zu erhalten. Chimären sollen später dazu dienen, Organe zu züchten oder Versuche an ihnen durchzuführen. An Stoff für seine mitreißende und gesellschaftskritische Prosa dürfte es dem Autor also nicht mangeln. Fazit: Schön und erschreckend, poetisch und brutal, futuristisch und realistisch zugleich: Diesen Spagat meistert der Nobelpreisträger für Literatur so gekonnt wie kein Zweiter. In Ishiguros Werken ist der Mensch sich selbst, anderen sowie dem Planeten entfremdet. Den eigenen Gefühlen sowieso. Wieder einmal ein großartiges Buch dieses Ausnahmeautors.

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Intensiv und Beeindruckend

Von: Claudia

01.05.2021

Als großer Fan von Kazuo Ishiguro habe ich so ziemlich alle Romane von ihm gelesen. Ich mag diese klare ruhige Sprache, die stillen Charaktere, die sich dennoch stark präsentieren. Klara ist eine KF, eine künstliche Freundin. KFs wurden als Gefährten für Jugendliche entwickelt und konstruiert. Sie sollen ihnen den Weg ins Erwachsenwerden erleichtern. Bis zu ihrem Verkauf steht Klara nun mit anderen KFs in einem Laden und wartet darauf ausgesucht zu werden. Durch das Schaufenster kann sie einen kleinen Ausblick auf die Welt erhaschen. Sie beobachtet sehr genau. Eines Tages wird Klara von der 13jährigen Josie ausgesucht und mit nach Hause genommen. Nun sieht Klara zum ersten Mal eine ganz andere neue Welt, und obwohl KFs ohne jegliche Emotionen ausgestattet sind, spürt sie, dass in dieser Welt etwas nicht stimmt. Ishiguro erzählt in seinem neuen Roman „ Klara und die Sonne“ aus der Sicht Klaras und schafft damit eine intensive klare Atmosphäre. Er zählt mit zu meinen absoluten Lieblingsschriftstellern und auch dieser Roman ist wieder sehr lesenswert!

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Vita

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt. Er erhielt 2017 den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt in London.

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Barbara Schaden

Barbara Schaden studierte Romanistik und Turkologie in Wien und München, arbeitete anschließend als Verlagslektorin und ist seit 1992 freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen. Sie übersetzt neben Kazuo Ishiguro unter anderem Patricia Duncker und Nadine Gordimer. Barbara Schaden lebt in München.

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Links

Pressestimmen

»'Klara und die Sonne‘ zeigt den Literaturnobelpreisträger auf der Höhe seiner Kunst.«

Berliner Morgenpost, Felix Müller (13. März 2021)

»Brillant und berührend.«

FOCUS (13. März 2021)

»Der in Japan geborene Brite verbindet Zugänglichkeit mit Anspruch zu etwas, das zu Recht Grenzen überschreitende Weltliteratur genannt werden kann.«

NZZ, Tobias Sedlmaier (16. März 2021)

»Kazuo Ishiguros Roman ist ein unaufdringliches Plädoyer für Glaube, Liebe und Hoffnung in einer durch und durch technologisierten Zeit.«

Nürnberger Nachrichten, Welf Grombacher (15. März 2021)