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GOTT

Ein Theaterstück

Hardcover
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Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod?

Richard Gärtner, 78, ein körperlich und geistig gesunder Mann, will seit dem Tod seiner Frau nicht mehr weiterleben. Er verlangt nach einem Medikament, das ihn tötet. Mediziner, Juristen, Pfarrer, Ethiker, Politiker und Teile der Gesellschaft zweifeln, ob Ärzte ihm bei seinem Suizid helfen dürfen. Die Ethikkommission diskutiert den Fall.

Ferdinand von Schirach verhandelt in seinem neuen Theaterstück das Sterben des Menschen. Und wie schon in seinem ersten Drama »Terror« müssen wir am Ende selbst ein Urteil fällen. Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod? Wer sind wir? Und wer wollen wir sein?

Ergänzt wird der Band um Essays von drei namhaften Wissenschaftlern, die das Thema der ärztlichen Suizidbegleitung aus medizinethischer, juristischer und theologisch-philosophischer Perspektive beleuchten.

»Ferdinand von Schirach ist ein großartiger Erzähler, was er auch in diesem Theaterstück unter Beweis stellt.«

Simon Rilling / Stuttgarter Zeitung (07. November 2020)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 160 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87629-0
Erschienen am  14. September 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Selbstbestimmt leben - selbstbestimm sterben

Von: ulrike rabe

01.07.2021

Richard Gärtner ist 78 Jahre alt. Körperlich ist er bei bester Gesundheit. Doch seit dem Tod seiner Frau sieht er keinen Grund, mehr zu leben. Er will keine unsicher Variante eines Freitodes. Er verlangt nach einem Medikament, will unter ärztlicher Aufsicht sterben. Der Deutsche Ethikrat tagt: Juristen, medizinische und theologische Sachverständige sind zusammengekommen, um eine grundlegende Frage zu diskutieren: Wem gehört unser Leben? Der Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach ist ein Garant für hochwertige Diskussionen zu juristischen, moralischen, ethischen Grundsätzen. Auch hier in dem vorliegenden Werk: „GOTT“ ist ein Theaterstück, das Publikum die Leser*innen. Es geht um das selbstbestimmte Sterben, in Würde und unter ärztlicher Beihilfe. Schirach gibt Vertretern aus Recht, Medizin und Kirche das Wort. Es sind sehr unterschiedliche Standpunkte, die hier vertreten werden. Mit jeder Frage, jeder Antwort, jedem Argument verleitet Schirach die Leser*innen nachzudenken, die eigene Überzeugung auszuloten und zu hinterfragen. Das Stück heißt Gott, der theologische Sachverständige ist Mitglied der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Mir wäre es lieber gewesen, das Stück hieße „Mensch“. Denn um diesen geht es. Das menschliche Leben und Sterben möchte ich nicht von einer metaphysischen Instanz geregelt bekommen, die ich für mich nicht als verbindlich betrachten kann. Rechtsanwalt Biegler - mitunter ein alter ego des Autors – gibt überzeugend den Advocatus Diaboli. (Seit Biegler in einer Verfilmung von Klaus Maria Brandauer dargestellt wurde, hatte ich auch immer dessen Stimme im Ohr.) Die verfassungsrechtlichen und strafrechtlichen Bestimmungen haben lange Zeit restriktiv die sogenannte „Sterbehilfe“ verneint. Seit einem Urteil des Deutschen Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020 wurden die Bestimmungen in Deutschland hierzu liberalisiert. Bei Erscheinen des Buches war in Österreich die Beihilfe zum Suizid immer noch unter Strafe gestellt. Seit Dezember 2020 hat auch der Österreichische Verfassungsgerichtshof entschieden, dass sowohl das Recht auf die Gestaltung des Lebens als auch das Recht auf ein menschenwürdiges Sterben das Recht auf freie Selbstbestimmung umfasse. Das vorliegende Buch ist ein wertvoller Beitrag zu der komplexen Thematik, philosophisch und hintergründig, dabei aber trotzdem verständlich und leicht lesbar.

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Ein weiteres gelungenes Theaterstück von Ferdinand von Schirach

Von: BOOKS & BARISTA

18.06.2021

Auch in seinem zweiten Theaterstück trifft Ferdinand von Schirach den Nerv der Gesellschaft, indem er ein aktuelles und brisantes Thema anspricht – die Sterbehilfe. So lässt er Experten auf ihren jeweiligen Gebieten auftreten, die alle ihre Meinung authentisch und überzeugend vermitteln. Schlussendlich musst jedoch du entscheiden. Ziel dieses Buches ist es, einen Gesprächs- und Gedankensprozess anzustoßen, in welchem du dir deine eigene Meinung bildest. 

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Vita

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Die Erzählungsbände »Verbrechen«, »Schuld« und »Strafe« sowie die Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Sein Theaterstück »Terror« zählt zu den weltweit erfolgreichsten Dramen unserer Zeit. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm sein persönlichstes Buch »Kaffee und Zigaretten«, das Theaterstück »Gott«, der Band »Trotzdem« (mit Alexander Kluge) sowie »Jeder Mensch«, sein inspirierendes Plädoyer für neue Menschenrechte.

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Pressestimmen

»Von Schirach holt in seinen Büchern die Gesellschaft auf die Bühne, um sie mit Fragen zu konfrontieren, die sich ihr sonst nicht stellen.«

Christian Eger / Mitteldeutsche Zeitung (16. September 2020)

»Schirach führt überzeugende Plädoyers, auf jeder Seite. Mit großem Ernst, ohne ironische Brechung. Er ist als Dramatiker wie auch als Schriftsteller vor allem Menschenfreund.«

Stefanie Wirsching / Augsburger Allgemeine (09. September 2020)

»Es ist didaktisch von höchster Hubraumklasse, wie von Schirach die Frage, wem unser Leben gehört, diskutieren lässt.«

Peer Teuwsen / NZZ am Sonntag (13. September 2020)

»Eine sehr lohnenswerte Lektüre.«

Jürgen Kanold / Südwest Presse (12. September 2020)

»Ferdinand von Schirach stiftet zur Auseinandersetzung mit einem wahrlich fundamentalen ethischen Problem an. Und die ist so, so nötig.«

Hubertus Büker / Verlagsgruppe Bistumspresse (13. September 2020)

»Schirach hat ein Stück vorgelegt, dessen Thema wichtig ist. Die Weise, in der hier Diskurse in Stellung zueinander gebracht werden, ist bemerkenswert.«

Martin A. Hainz / literaturkritik.de (22. September 2020)