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Rezensionen zu
Crash

Susanne Saygin

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Crash

Von: Bücherspiegel

05.04.2022

Das Gebaren von unseriösen Immobilienkonzernen thematisiert die Autorin Susanne Saygins in „Crash“. Dafür hatte sie lange recherchiert. Der Nolden-Konzern und die Ermittlerin Isa tauchen wieder auf, bekannt aus dem Vorgängerroman „Feinde“. Christof Nolden, ein eiskalter Geschäftemacher, stirbt durch Herzinfarkt. Kein Mord. Seine Witwe soll die Geschäfte mit Unterstützung des Wirtschaftsanwalts Torsten Wolf weiterführen. Wolf, hat kein gutes Gefühl bei seiner neuen Aufgabe, aber das Geld reizt ihn. Er findet Unregelmäßigkeiten in den Firmenbüchern, aber das viele Geld lässt ihn darüber hinweg sehen. Außerdem findet er auch keine klaren Beweise. Wolfs Mitarbeiterin verschwindet und die private Ermittlerin Isa bewirbt sich auf die vakante Stelle. Sie unterstützt ihn bei der genauen Überprüfung verschiedener Zahlungsvorgänge. Isa und Wolf kommen einer geschickten Finanzmanipulation auf die Spur. Geld bedeutet Macht und mit viel Geld kann man viel machen. Die Witwe des Verstorbenen hat ganz eigne Pläne . . . Die Geschichte ist sehr realitätsnah beschrieben. Die Spannung entsteht durch die Verquickung von Geld, Politik und die Charakterlosigkeit einiger Personen. Die genaue Schilderung der einzelnen Begebenheiten sind die Würze des Ganzen.

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Der Wolf

Von: wal.li

18.09.2021

Seit Jahren schon versucht Isa Kurzeck die Machenschaften in der Nolden-Gruppe aufzudecken. Sie war ganz dicht dran, doch der Firmenchef Christof Nolden saß am längeren Hebel. Isa und ihre Mitstreiter leben seitdem undercover. Als die Nachricht, dass Nolden an einem Herzinfarkt verstorben ist, Isa erreicht, sieht sie eine zweite Chance. Isa Kurzeck kehrt nach Deutschland zurück, zum einen, um ihre verschwundene Freundin Mira zu suchen und zum anderen, um ihre Recherche wieder aufzunehmen. War es ein Zufall, dass Mira vor ihrem Verschwinden in der Anwaltskanzlei tätig war, die auch das Nolden Mandat betreut? Isa schleust sich dort ein und triff auf den findigen, aber gehetzten Torsten Wolf, der sich um die Nolden-Gruppe kümmert. Isa Kurzeck wirkt wie besessen von den Machenschaften im Immobilienkonzern Nolden, während Torsten Wolf durch seine sich in Auflösung befindliche Ehe abgelenkt, sich manchmal kaum konzentrieren kann. Sein eigenes Unvermögen kaschiert er, in dem er seine Assistentin runtermacht. Wieder einmal hat er eine in die Flucht geschlagen. Die offene Stelle ist die Chance für Isa in die Nähe von Nolden zu kommen. Die Entdeckungen, die die ungleichen Partner machen, sind haarsträubend, aber reicht das, um einen Konzern bzw. die Erbin von Christof Nolden anzugreifen? Dieser spannende Thriller spielt noch vor der Pandemie. Die allgemeine Stimmung, die der Roman widerspiegelt wird jedoch sehr präzise getroffen. Die Gesellschaft ist zerrissen, kaum einer hilft dem anderen, aufdringliche Werbung ist allgegenwärtig, der Ton ist hart und häufig gnadenlos. Da wundert es nicht, wenn so ein Konzern eine erste Krise, trotz mutmaßlichen Betrug, Schwarzarbeit und gar Mord, übersteht und scheinbar wie Phönix aus der Asche aufsteigt. Man möchte Isa zustimmen, da kann auch bei dem neuen Unternehmen etwas nicht stimmen, so einfach ändert sich ein Firmenchef schließlich nicht. Zwar gewinnt man den Eindruck, dass die Autorin sich zu Beginn etwas zu lange mit dem mit seinen Lebensumständen hadernden Torsten Wolf aufhält, punktet sie im weiteren Verlauf mit der treffenden Beschreibung der schnelllebigen und an Mitmenschen desinteressierten Umwelt. Wenn Isa Kurzeck und Torsten Wolf weitere Fakten auftun und man erfährt welch perfides Ziel verfolgt wird, kann man den Roman nicht mehr aus der Hand legen. In dem Roman wird ein düsteres, aber leider wohl realistisches Bild gezeichnet. Wie das Buch auf die Krimibestenliste gelangt ist, kann man gut nachvollziehen.

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„Crash“ ist nach dem beeindruckenden Debüt mit „Feinde“ der zweite Thriller der Autorin Susanne Saygin mit den Protagonisten Isa und Can. Nach dem sehr guten Erstling hängt die Latte natürlich sehr hoch und tatsächlich fällt „Crash“ etwas ab, ist aber immer noch ein Lese-Tipp. Der Thriller ist eine gnadenlose Anklage und die sehr anschauliche Karikatur einer Clique aus Politik und Wirtschaft, die gnaden- und skrupellos auf die eigene Bereicherung aus ist. Außerdem bekommt die ausufernde Esoterik-, Seminar- und Retreat-Szene ihr Fett weg, als reine Geldmacherei aus den zum Teil ernsten psychologischen Problemen anderer Menschen. Man kann das Buch auch als Fortsetzung von „Feinde“ betrachten, denn wieder geht es um die kriminellen Machenschaften des Bauunternehmers Christof Nolden und dessen Konzern. Wer das erste Buch, in dem es um dubiose Praktiken mit Leiharbeitern und deren Arbeitsbedingungen ging, nicht gelesen hat, kommt aber trotzdem sehr gut in die Geschichte rein: zum einen steht der prima konstruierte Fall in diesem Band auch für sich alleine gut da, zum anderen gibt es zahlreiche Rückblenden, die kurz, aber verständlich gestaltet sind. Die Story: Der Berliner Anwalt Torsten Wolf soll nach dem überraschenden Tod Christof Noldens dessen Geschäfte lenken. Aber Wolf stößt im deutschlandweit agierenden Konzern schon bald auf massive finanzielle Ungereimtheiten, die einen Betrug vermuten lassen. Dann verschwindet seine neue Assistentin spurlos. Gemeinsam mit Isa Kurzeck, die seit Jahren zu den kriminellen Machenschaften von Nolden-Bau recherchiert und immer wieder gescheitert ist, versucht Wolf Licht ins Dunkel zu bringen und kommt einem Komplott auf die Spur, dass bis in die höchste Politik reicht. Autorin Susanne Saygin hatte ihren Lebensmittelpunkt knapp zwanzig Jahre lang in Köln, seit 2010 lebt und arbeitet sie in Berlin. So ist es kein Wunder, dass ihre Beschreibungen von Vierteln, Straßen und Treffpunkten verschiedenster Szenen akkurat und sehr anschaulich sind. Saygin schreibt sehr geradeaus und handlungsbezogen, ein gut konstruiertes Storytelling mit einigen überraschenden Wendungen. So gelingt es ihr, glaubhafte handelnde Personen zu schaffen und die Spannung von der ersten Seite an hochzuhalten. Gekonnt balanciert sie auf der Grenze zwischen der naturalistischen Darstellung von Verkommenheit und einer satirischen Überzeichnung. Dabei zeigt sie auf, dass die unglückselige Verflechtung von Politik und Wirtschaft die Machtergreifungsfantasien eines neuen, populistischen Nationalismus befeuert, der gekonnt mit sozialen Medien und Hightech umgeht, damit bis ins Merchandising spielt und vor allem die Jugend verführt. Ein spannendes Buch, welches nicht nur Thriller, sondern auch aktuelles Gesellschaftsportrait ist. Macht Lust auf mehr und dies ist durch die Konstruktion des Buches durchaus drin: „Crash“ endet offen, so dass eine Fortsetzung in einem Nachfolge-Buch möglich ist.

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Die Machenschaften fragwürdiger Immobiliengesellschaften sind in jüngster Vergangenheit in diversen Thrillern thematisiert worden, z.B. in Eckerts „Stunde der Wut“ oder Schorlaus „Kreuzberg Blues“. Nun also Susanne Saygins „Crash“, in dem es ein Wiedersehen mit dem Nolden-Konzern gibt, den wir bereits aus dem Vorgänger „Feinde“ kennen. Christof Nolden, der skrupellose Baulöwe ist tot. Herzinfarkt, keine Fremdeinwirkung. Seine Witwe soll die Geschäfte mit Unterstützung eines Vertreters der Wirtschaftskanzlei weiterführen, die sich bereits seit längerem um die Belange des Unternehmens kümmert. Die Wahl fällt auf Torsten Wolf, der kein gutes Gefühl bei der Übertragung des Mandats hat, aber den finanziellen Verlockungen nicht widerstehen kann. Zwar tauchen beim Prüfen der Bücher Ungereimtheiten auf, aber Geld ist ein mächtiger Ratgeber, und so verdrängt er sein ungutes Gefühl, zumal er keine Beweise findet. Als seine Assistentin spurlos verschwindet, kommt Isa ins Spiel, die Privatermittlerin, die wir aus dem Vorgänger kennen. Sie verlässt ihr mehr oder weniger freiwilliges Exil auf den Äußeren Hebriden, um nach ihrer Freundin zu suchen. Es spielt ihr in die Karten, dass Wolf eine neue Mitarbeiterin benötigt, sie bewirbt sich, bekommt die Stelle und prüft mit dessen Unterstützung die Zahlen des Konzerns. Gemeinsam kommen sie einer raffinierten Manipulation auf die Spur und finden heraus, welche Pläne die Witwe mit 50 Millionen Euro hat. Was Saygin in diesem Berlin-Roman beschreibt, wirkt nicht weit hergeholt und kann/könnte so jederzeit geschehen. „Crash“ ist ein moderner Roman, verankert in der Realität, der keine Morde braucht, um Spannung zu erzeugen. Es reicht das genaue Hinsehen. Und das macht die Autorin, wenn sie die Verflechtungen von Kapital und Politik und deren schmutzigen Geschäfte beschreibt. Geld verschafft die Möglichkeiten, ist gleich Macht, auch wenn es darum geht, mit unkonventionellen Mitteln den Boden für populistische Bewegungen zu bereiten. Beängstigend realistisch.

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