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Rezensionen zu
GOTT

Ferdinand von Schirach

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Ferdinand von Schirach ist meiner Meinung nach einer der stärksten Autoren dieser Zeit. Sein nüchterner, sachlicher Stil zeichnet ihn aus. Er beleuchtet ernste Thematiken, ohne dem Leser dabei eine Meinung aufdrücken zu wollen. Auch das Buch "Gott", welches als Theaterstück geschrieben ist, legt ganz nüchtern Fakten über das Thema Sterbehilfe offen. Ich als Leserin habe ganz viele Eindrücke und neue Denkimpulse bekommen. Es gab eine Vielzahl von Argumenten, alle wahnsinnig schlüssig und verständlich argumentiert, gut recherchiert und ausgezeichnet präsentiert. Vor dem Buch hatte ich natürlich schon ein paar Gedanken zu dem Thema. Nach dem Buch wurde mein Horizont aber nochmal enorm erweitert. Es wurden Aspekte angesprochen, an die man gar nicht sofort denkt. 2020 hat das Bundesverfassungsgericht einen neuen Gesetzesentwurf bezüglich Sterbehilfe verfasst. Unabhängig davon wird der Leser durch das Thema mit der Frage konfrontiert, ob man ärztlich begleiteten Suizid verantworten kann, auch wenn der Mensch kerngesund ist. Darüber hinaus wurde die Thematik auch in Anbetracht des Glaubens diskutiert. Im Anhang des Buches findet man noch 3 Essays, die das Thema aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten. Die Vielperspektivität der Argumente in diesem Buch habe ich sehr geschätzt. Es regt zum Nachdenken und Philosophieren über ein moralisch und ethisch vielfältig diskutiertes Thema an. Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich mit Sterbehilfe in Deutschland beschäftigen wollen und offen für verschiedenste Positionen sind.

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Revolutionär

Von: Barbara Mazurkiewicz aus Lörrach

20.02.2022

Dieses Buch ist genial. Egal wie alt man ist, man versteht den Sinn. Es ist sehr gut geschrieben und es lässt einen wirklich nachdenken.

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Ferdinand von Schirach hat mich bereits mit seinem Werk „Terror“ enorm überzeugt - in Schrift, sowie als Film. Er versteht sich darauf, wichtige, aktuelle und diskussionswürdige Themen aufzugreifen und als moralische Dilemmata aufzuzeigen. ~~~ Das Thema der aktiven Sterbehilfe wurde zuletzt 2020 medial präsentiert, nachdem das Bundesverfassungsgericht den Paragraphen 217 für verfassungswidrig und somit nichtig erklärte. ~~~ Schirach greift in „Gott“ maßgebliche gesetzliche Regelungen, aber auch ethische Einstellungen der Komission, sowie die der Kirche auf. ~~~ Es wird in einem spannenden Schlagabtausch die Seite des (nennen wir ihn) Antragsteller beleuchtet und gegenüber die der oben genannten Instanzen gesetzt. Ich muss gestehen, dass ich diese Sichtweise nie bedacht habe und vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt meines Lebens auch einfach nicht gänzlich nachvollziehen kann. ~~~ Mir hat das Buch eine Menge mitgegeben; von Gedankenanstößen über die Reflexion der eigenen Sichtweise bis hin zu Regelungen oder Ansichten anderer, die mir bisher unbekannt waren. ~~~ FAZIT: Ich finde es schwierig, ein so kurzes, aber höchst interessantes Buch in Sternen zu bewerten und hätte mir tatsächlich auch eine etwas längere Fassung gewünscht. Bei „Terror“ haben mir die zwei Alternativen Enden sehr gut gefallen; so etwas gab es hier leider nicht. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich mit gesellschaftskritischen Thematiken, Ethik, Moral und Dilemmata beschäftigen möchte. ☺️🙏🏻

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Das Thema des Buches ist Sterbehilfe, das mir als schweres literarisches Thema erscheint. Als ich dann auch noch sah, dass es ein Theaterstück ist, war ich etwas skeptisch. Aber genau das war perfekt. Die Argumente beider Seiten wurden ausgiebig erläutert. Man hatte nie das Gefühl, dass der Autor den Leser/Zuschauer auf eine bestimmte Seite bringen will. Eher andersrum. Jedes mal wenn ich das Gefühl hatte mir eine Meinung gebildet zu haben, kam ein neues Argument und ich musste wieder von vorne grübeln. Auch die Form der Gerichtsverhandlung fand ich sehr passend. Alles war sehr analytisch mit ein paar emotionalen Ausbrüchen, die sehr passend gewählt waren um das Verfahren nicht ganz trocken zu lassen. Dadurch dass man nur wörtliche Rede hatte, wurde man auch nicht von den Gedanken der Protagonisten abgelenkt. Ich konnte mich also ganz auf meine eigenen Gedanken und Meinungsbildungsprozess konzentrieren. Zwar kann ich nach diesem Buch immer noch nicht genau sagen, was ich über Sterbehilfe denke, dennoch hat es mich dazu gebracht mich stark mit dem Thema zu befassen. Der Anhang war sehr hilfreich dafür!

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Richard Gärtner ist 78 Jahre alt, körperlich wie mental völlig gesund, und dennoch: Seit dem Tod seiner geliebten Ehefrau will er nicht mehr leben. Durch das Urteil vom deutschen Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 hätte er jedes Recht dazu, sich eine tödliche Dosis Natrium-Pentobarbital verabreichen zu lassen. Rechtlich gesehen wird das Vorhaben von Richard durch das allgemeine Persönlichkeitsrecht unterstützt, welches auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst. Doch dieses Medikament muss ihm von einer Ärztin oder einem Arzt verabreicht werden und diese oder dieser darf selbstverständlich selbst entscheiden, ob man zur Verabreichung des Medikaments bereit ist. Herr Gärtner müsste sich also nicht vor den Zug werfen, sich nicht erhängen, in der Badewanne einschlafen oder ähnlich schlimme Szenarien durchmachen. Was ist aber mit den Ärzt:innen, die das Mittel verabreichen müssten? Das als Theaterstück verfasste Buch eröffnet die Bühne für die Tagung des Ethikrats, der sich mit dieser Frage beschäftigt: Soll eine Ärztin oder ein Arzt einem Menschen dabei helfen zu sterben? Es beginnt eine hitzige Debatte, bei der u.a. der Rechtsanwalt von Hr. Gärtner, die Augenärztin des Protagonisten, ein medizinischer und theologischer Sachverständiger zu Wort kommen. Ohne das Theaterstück selber zu lesen, muss wohl allen Leser:innen klar sein, dass die Sterbehilfe ein höchst kontroverses und brisantes Thema darstellt, welches sämtliche Meinungen spaltet. Viele Perspektiven und Argumentationsweisen sollen die Leserschaft vom jeweils auftretenden Standpunkt überzeugen. Was bereits von Anfang eigentlich klar sein sollte: Schlussendlich bleibt die alles entscheidende Frage offen. Doch was ich besonders gut an dem Theaterstück fand, war die Nachvollziehbarkeit der gegensätzlichen Argumentationen. Selbst wenn man eine vorgefestigte Meinung zum Thema Sterbehilfe hat, kommt man nicht umher, die Argumente und Einwände der „gegnerischen“ Seite verstehen zu können und das ganze Thema aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Wobei ich an einigen Stellen empfand, dass eine Seite gegenüber der anderen überwiegt (vielleicht liegt es aber auch an meiner eigenen subjektiven Perspektive?). Ein Buch, welches einen hilfreichen Einblick in das Thema Sterbehilfe liefert und eine Übersicht über alle wichtigen und relevanten Argumente darbietet. Meiner Meinung nach ein Buch, was zum Nachdenken anregt und gleichzeitig hilft, sich in die Position anderer Personen zu begeben.

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Ein grandioses Buch

Von: Booklover_annka

24.09.2021

Dieses Buch hat mich absolut umgehauen, da ich mich mit dieser Thematik schon seit meiner Schulzeit befasse. Ich fand die Schreibweise super und die Argumente sehr interessant. Es war nicht mein letztes Buch von diesem Autor!

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In diesem Theaterstück setzt man sich als Leser intensiv mit dem Thema Suizid und Sterbehilfe auseinander. Dabei werden unterschiedliche Positionen dargestellt; unter den Figuren befinden sich ein Arzt, ein Rechtsanwalt, sowie ein Rechts-, ein medizinischer und ein theologischer Sachverständiger. Des Weiteren gibt es die Vorsitzende des Ethikrats und Richard Gärtner, der im Alter von 78 Jahren ärztliche Unterstützung bei seinem Suizid erhalten möchte. Mehrere Gutachten bestätigen seine körperliche wie psychische Gesundheit. Nichtsdestotrotz möchte er nach dem Tod seiner Ehefrau vor wenigen Jahren nicht mehr alleine leben, sondern in Würde und slbstbestimmt sterben. Bis auf die Figur des Bischofs können alle Rollen von Frauen gespielt werden. Zudem gliedert sich das Stück in zwei Akte; ab Seite 123 finden sich im Anhang mehrere Essays, die sich vertiefend mit den Themen auseinandersetzen. Behandelt werden gängige Argumente, geschichtliche Einordnungen, die gesetzliche Lage, ein internationaler Vergleich und so weiter. Das Theaterstück ist sehr packend geschrieben, weswegen man es auch gut in einem Rutsch durchlesen kann – trotz der starken Thematik. Sehr ansprechend finde ich, dass der Ausgang des Stückes offen bleibt, sodass ein jeder Leser sich auf Grundlage der Lektüre eine – neue? – fundierte Meinung bilden kann. Die Frage, wem das Leben und das Sterben gehört -, ist wesentlich schwieriger zu beantworten, als auf den ersten Blick anzunehmen wäre. Die oftmals als selbstverständlich eingenommene Haltung gerät während des Lesens jedoch immer weiter ins Wanken, da zahlreiche richtige und wichtige Argumente hervorgebracht werden. Sehr deutlich zeigt von Schirach auch in diesem Werk, wie wichtig und aktuell das Thema und wie schwierig und schwerwiegend eine Entscheidung ist. Außerdem gelingt es dem Autoren meisterhaft, das Thema in einen größeren Kontext zu setzen und Verbindungen zu unterschiedlichen Themen zu ziehen. Mich hat das Werk zum Nachdenken angeregt und ich kann es sehr weiterempfehlen. Außerdem habe ich mich sehr über die eingewobenen Statistiken gefreut, die mir zu einem guten Teil so nicht bekannt waren.

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Ich muss zugeben: nach dem Dialog zwischen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge in "Trotzdem" fiel es mir schwer, wieder zu einem von Schirach Buch zu greifen. 😕 Dennoch besann ich mich auf die Genialität des Autoren und ließ mich auf "Gott" ein. Nach "Terror" ist dies das zweite Theaterstück einer geplanten Dramen-Trilogie und soll darüber Aufschluss geben, wem unser Leben gehört und wer über unseren Tod entscheiden darf. Genauer genommen: es behandelt das Thema Suizid (auch: Selbstmord oder Freitod). Zusammen mit Mitgliedern des Ethikrats, einer Augenärztin, einem Rechtsanwalt, einem Betroffenen und verschiedenen Sachverständigen (medizinisch, theologisch, juristisch) gewährt das Buch verschiedene Blickwinkel auf das Thema, welches zuletzt durch eine Gesetzesergänzung im Jahr 2015 für Furore sorgte. Das "Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung" wurde vom Bundesverfassungsgericht inzwischen wieder gekippt, hinterlässt aber bei vielen Menschen eine Unklarheit in dieser moralischen Grundsatzfrage. 🤔 Darf man als Mensch entscheiden, wann es die beste Zeit ist zu gehen und das Leben hinter sich zu lassen? Unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe um den sicheren, schmerzfreien Tod zu erlangen? Erschreckend sind die im Buch aufgeführten Zahlen der missglückten Selbstmordversuche, nach denen Menschen ohne Gliedmaßen oder anderen dauerhaften körperlichen Schäden ihr Leben weiter fristen müssen. Oder sollte man dem Sterbewunsch mancher Menschen weit vorher entgegenwirken und eine Gesellschaft schaffen, die lebensmüde Mitmenschen auffängt und das Leben an sich so gestaltet, dass Sterben keine Option mehr darstellt? 🌻 Das Interessante bei von Schirachs Büchern: man beginnt die Lektüre mit einer Meinung zum Thema, die unerschütterlich zu sein scheint. 💪 Doch nach nur wenigen Seiten gerät diese Meinung unerwarteterweise ins Wanken und man beginnt, andere Ansichten zum Thema zumindest zu verstehen. 🤨 Ein großartiges Buch zu einem häufigen Tabu-Thema.

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