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Die Unsterblichen

Wie würdest du leben, wenn du wüsstest, an welchem Tag du stirbst?
Roman

TaschenbuchNEU
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Sommer 1969: Wie ein Lauffeuer spricht sich in der New Yorker Lower East Side herum, dass eine Wahrsagerin im Viertel eingetroffen ist, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. Neugierig machen sich die vier Geschwister Gold auf den Weg. Nichtsahnend, dass dieses Wissen für jeden von ihnen auf unterschiedliche Weise zum Verhängnis wird. Simon, den Jüngsten, zieht es Anfang der 1980-er Jahre nach San Francisco, wo er nach Liebe sucht und alle Vorsicht über Bord wirft. Klara, verwundbar und träumerisch, wird als Zauberkünstlerin zur Grenzgängerin zwischen Realität und Illusion. Daniel findet nach 9/11 Sicherheit als Arzt bei der Army. Varya wiederum widmet sich der Altersforschung und lotet die Grenzen des Lebens aus. Doch um welchen Preis?


Aus dem Amerikanischen von Norbert Möllemann, Charlotte Breuer
Originaltitel: The Immortalists
Originalverlag: btb HC
Taschenbuch, Broschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71985-3
Erschienen am  10. Mai 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: New York, Vereinigte Staaten von Amerika

Rezensionen

Schicksal oder freier Wille?

Von: Zeilen der Welt

09.05.2021

Wie würdest du dein Leben führen, wenn du wüsstest, wann du stirbst? Mit dieser Frage werden nicht nur die Protagonist*innen, sondern auch die Leser*innen von „Die Unsterblichen“ konfrontiert. In ihrem zweiten Roman erzählt Chloe Benjamin die Lebensgeschichten der Gold-Geschwister Simon, Klara, Daniel und Varya beginnend im Sommer 1969. Zu dieser Zeit erzählt man sich in der New Yorker Lower East Side hinter vorgehaltener Hand von einer Wahrsagerin, die jedem Menschen den genauen Todestag vorhersagen kann. Neugierig suchen die Geschwister die Wahrsagerin auf – dabei ahnen sie nicht, dass sie dieses Wissen nicht mehr loslassen und ihnen schließlich auch zum Verhängnis wird. Nacheinander werden die Schicksale der vier Geschwister erzählt, angefangen mit dem Jüngsten, Simon, bis hin zur Ältesten, Varya. Dabei drängt sich beim Lesen beständig die Frage nach dem Schicksal und dem freien Willen auf und inwieweit wir unser Leben wirklich selbst in der Hand haben. „Die Unsterblichen“ ist ein sehr nachdenklich stimmendes Buch darüber, inwiefern das Wissen um den eigenen Todestag unser Leben beeinflussen und unser Handeln in bestimmte Wege lenken kann. Mitreißend erzählt Benjamin hier eine ergreifende Familiengeschichte, in der insbesondere die Kinder der Familie Gold im Fokus stehen. Deren Charaktere werden den Leser*innen nur allzu menschlich mit allen Stärken und Schwächen offengelegt, nichts wird beschönigt oder ausgespart. So stürzt sich der lebenshungrige Simon auf der Suche nach Freiheit und Liebe mitten hinein ins Leben, und das zum Teil ohne Rücksicht auf Verluste. Die träumerische Künstlerin Klara begleitet ihn nach San Francisco und geht schließlich in der Welt der Varietés voll auf, wobei sie immer wieder den Bezug zur Realität verliert. Der sicherheitsliebende Daniel dagegen hat nach dem Tod des Vaters recht früh die Rolle des Vernünftigen angenommen, die er auch als Erwachsener – er geht zur Army und wird Arzt – noch voll auslebt. Die älteste Schwester Varya dagegen widmet ihr Leben der Forschung und der Suche nach einer Möglichkeit das Leben zu verlängern. Sie ist klug und vernünftig, gleichzeitig wirkt sie kühl und unnahbar, auch und insbesondere für ihre Geschwister. Benjamin nimmt zwischenmenschliche Beziehungen in all ihren Facetten unter die Lupe und bringt eindrückliche Charakterstudien der doch so unterschiedlichen Geschwister zutage, mit denen man als Leser*in mitfühlt – auch wenn dabei nicht alle Geschwister gleich sympathisch erscheinen. „Die Unsterblichen“ ist eines jener Bücher, das stark zum Nachdenken anregt und auch nach dem Lesen lange nicht loslässt. So wird man auch als Leser*in immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Habe ich mein Leben selbst in der Hand? Und wenn ja: wie möchte ich mein Leben führen?“

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Eine große Leseempfehlung

Von: Sophia's Bookplanet

07.01.2021

Als ich das Cover und den dazugehörigen Klappentext das erste Mal im Bloggerportal von Randomhouse entdeckt habe, war ich sofort verzaubert von der Idee hinter dieser Geschichte. Die Vorstellung, seinen eigenen Todeszeitpunkt zu kennen, hat vermutlich schon jeden einmal herumgetrieben, doch die Möglichkeit, diesem Gedankenspiel anhand von vier Geschwistern und den Auswirkungen dieses Wissens auf ihr Leben zu verfolgen, hat mich sogleich in seinen Bann geschlagen. Ähnlich ging es mir dann nach dem Prolog dieses Buches, der uns die Charaktere noch als Kinder näherbringt und uns langsam an den Schreibstil der Autorin heranführt. Bereits an diesem Punkt konnte ich merken, was mich wohl als Einziges davon abhält, das Buch in den Himmel zu loben: von Zeit zu Zeit war mir mein Verhältnis zu den Protagonisten etwas zu distanziert. Das ist vermutlich nur ein sehr subjektives Empfinden, basiert aber sehr wahrscheinlich auf der ansonsten sehr einladenden und einnehmenden Art des Schreibens von Chloe Benjamin. Nach diesem Prolog begleiten wir die Geschwister in vier voneinander abgegrenzten Teilen, wobei immer ein Charakter von ihnen im Mittelpunkt steht. Wir verfolgen gefühlt einen Großteil der jeweiligen Leben dieser Charaktere und nähern uns ihnen und schlussendlich auch ihrem Schicksal schleichend und doch eindringlich an. Dabei vermag es die Autorin sehr gut, die Charakterbilder der einzelnen Geschwister einzufangen und aussagekräftig zu nutzen – mit all ihren Stärken und Makeln. Obwohl die Geschichten der einzelnen Geschwister formal voneinander getrennt sind, interagieren sie doch miteinander wie das reale Leben. Auch überschneiden sich die Erzählungen mehrfach und schaffen somit ein umfassendes Bild einer Familie, deren Geschichte wohl jedem Leser nahe geht. Besonders die Momente, in denen die Leben der Geschwister Gold sich überkreuzen, wenn auch manchmal nur in Gedanken, bringen unheimlich viele Emotionen, aber auch Reflektionen mit sich. Insgesamt würde ich dieses Buch nicht nur als Unterhaltungslektüre bezeichnen, sondern gar als philosophisches Experiment, das einerseits in der Geschichte und in ihrer Entwicklung rund um eigensinnige und authentische Charaktere stattfindet, aber auch im Kopf des Lesers. Man fragt sich unweigerlich, ob das Geschehen, gar das Schicksal der einzelnen Geschwister hätte anders verlaufen können, ebenso reflektiert man diese Gedanken auf sein eigenes Leben und selbst getroffene Entscheidungen. Das ermöglicht es dem Leser noch mehr als zuvor, sich mit den Charakteren, ihren Ängsten und Sorgen zu identifizieren. Ich konnte das auf jeden Fall unheimlich gut, sodass mich das Ende dieses Buchs sehr emotional und auch ein wenig taub zurückgelassen hat. Auf 480 Seiten glaubt man ein ganzes Leben zu verbringen, Freunde zu gewinnen und Erfahrungen zu sammeln, die in Wirklichkeit niemals so schnell vonstatten gehen könnten, sich deswegen aber nicht minder realistisch anfühlen. Mein Fazit: Chloe Benjamin hat mit diesem Buch ein authentisches und berührendes Bildnis geschaffen, welches vier verschiedene und doch verbundene Charaktere in ihrem Willen präsentiert, ihr mit einem Ablaufdatum versehenes Leben bestmöglich zu leben. Die Komponente des möglicherweise festgelegten Endes dieses verlangt nicht nur von unseren Protagonisten, sondern auch von uns Lesern vielerlei geradezu philosophische Gedanken, vor allem aber Emotionen ab. Berührend und faszinierend zugleich – eine große Leseempfehlung.

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Vita

Chloe Benjamin gelangte mit »Die Unsterblichen« auf Anhieb in die Top Ten der Bestsellerliste der New York Times. Der Roman wurde mehrfach als »Best Book of the Year« ausgezeichnet und erscheint in mehr als 30 Ländern. Chloe Benjamin stammt aus San Francisco und lebt heute in Madison, Wisconsin.

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