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Fjodor M. Dostojewski

Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Roman

(4)
HardcoverNEU
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Die Abrechnung eines Zukurzgekommenen – Urbild aller Wutbürger, Menschen- und Weltverächter

Ein ehemaliger Beamter sitzt verbittert in seiner Kellerwohnung am Stadtrand von St. Petersburg und klagt die Welt an. Obwohl erst in den Vierzigern, hat er seinen Dienst quittiert und lebt von einer kleinen Erbschaft mehr schlecht als recht. Was seinen Furor erregt, ist der »moderne Mensch« und die von diesem geprägte Gesellschaft. Mit hemmungsloser Offenheit berichtet er auch über seine eigenen Erfahrungen des Scheiterns, von Entfremdungen und Missverständnissen. Je weiter er sich in seine Generalabrechnung hineinsteigert, desto unerbittlicher wird er gegen sich selbst.

Dostojewskis meisterliche psychologische Studie besticht durch die Suggestivkraft einer durch und durch radikalen Selbst- und Weltbeschreibung. Pünktlich zum 200. Geburtstag des Autors am 11.11.2021 erscheint dieses große kleine Werk in Neuübersetzung durch Ursula Keller.

»Eine Abrechnung, die sich gewaschen hat, flächendeckend, allzeit aktuell, obwohl sie im Original schon 1865 veröffentlicht wurde.«


ORIGINALAUSGABE
Aus dem Russischen von Ursula Keller
Originaltitel: Zapiski iz podpolʹja
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2536-3
Erschienen am  27. September 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

...keine leichte Kost aber sehr sehr interessant!

Von: Gedankenlabor

15.11.2021

>>Ich vermochte nicht nur nicht bösartig, sondern auch sonst nichts zu sein: nicht böse noch gut, nicht Mistkerl noch Ehrenmann, nicht Held noch Insekt. Und nun friste ich mein Leben in meinem einsamen Winkel und verhöhne mich selbst,...<< „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ von Fjodor M. Dostojewski ist anlässlich des 200. Geburtstags am 11.11.2021 eine Neuübersetzung durch Ursula Keller, erschienen im Manesse Verlag. Zuerst einmal muss man sagen, dass dieses neue Gewand wirklich gelungen ist und für mich einen Teil der Stimmung dieser besonderen 'Aufzeichnung' gut einfängt! Insgesamt finde ich, beweist der Manesse Verlag bei der Gestaltung der neu aufgelegten Klassiker ein sehr gutes und geschmackvolles Händchen, wie ich finde. Auch die Übersetzungen empfand ich bisher als wirklich gut und vor allem immer mit den nötigen Erklärungen und Nachweisen etc. zum Verständnis. Nun kommen wir aber zu Dostojewski's Werk... und hier maße ich mir nicht an eine Kritik, geschweige denn eine fachlich fundierte Analyse oder Dergleichen zu schreiben, da ich dafür gar nicht den nötigen fachlichen Backround habe. Viel mehr möchte ich auch hier auf mein Lesegefühl eingehen. Innerhalb eines Monologs lässt der Ich-Erzähler uns hier sehr an seinen Gedanken teilhaben, diese zeugen nach meinem Empfinden von größtem Groll gegen Menschen und nicht zuletzt auch gegen sich selbst. Gleich zu Beginn setzte sich für mich eine melancholische aber auch sehr aggressive, mitunter von Ironie behaftete freche und negative Grundstimmung ein, die sich beim lesen durch das ganze Werk zog und mich dieses Buch hat wirklich nur in Häppchen lesen lassen können. Denn diese Negativität schlug auf mich als Leser über und es viel mir mitunter auch ein bisschen schwer mich von den Gedanken, die damit einher gingen loszureißen. Letztlich übt der Ich-Erzähler hier nicht nur Kritik an sich selbst und anderen Menschen gegenüber, er benennt letztlich eben auch die Fehler im System und was daraus resultiert. Er greift alte Muster auf und zeigt, dass der Mensch aus seinen Fehlern letztlich nicht lernt, sondern diese wieder und wieder macht. Man schaut in den Spiegel und sitzt gleichzeitig in einem dunklen Loch, so hat es sich für mich beim Lesen mitunter angefühlt. Letztlich war „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ eine echte Herausforderung, die ich ganz sicher nicht in Gänze aufnehmen konnte, dafür braucht es nach meinem Empfinden noch ganz ganz viele Blickwinkel mehr auf die Erzählung und auch vom Verständnis wesentlich mehr Hintergrundwissen. Aber mich hat dieses Buch sehr neugierig gemacht, wer Dostojewski ist, wie er gelebt hat, was sein Leben geprägt hat, mit welchen Menschen er sich umgeben hat und vor allem was vielleicht Auslöser, Ereignisse waren, die ihn haben solch eine innere Dunkelheit schreiben lassen. Und nach ein bisschen mehr Hintergrund zum Autor selber, gelingt mir dann vielleicht auch ein weiterer etwas veränderter oder erweiterter Blick auf sein Werk.

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Russischer Klassiker der Weltliteratur

Von: leilanis_books

14.11.2021

Aufzeichnungen aus dem Untergrund – Fjodor M. Dostojewski (Rezensionsexemplar) (Manesse Bibliothek, Band 25) Buddyread mit Lisa @gedankenlabor „Die Abrechnung eines Zukurzgekommenen – Urbild aller Wutbürger, Menschen- und Weltverächter Ein ehemaliger Beamter sitzt verbittert in seiner Kellerwohnung am Stadtrand von St. Petersburg und klagt die Welt an.“ „Ich bin ein kranker Mensch..Ich bin ein zorniger Mensch. Ein hässlicher Mensch bin ich.“ (Seite 9) Gleich vorneweg, für mich und sicher auch für Lisa war dieses Buch eine echte Herausforderung. Da wir beide auch eine Biographie über Dostojewski im Regal stehen haben, wollen wir diese nun zeitnah lesen um dieses Buch besser verstehen zu können. Dies ist auch mein Rat an all jene die sich ohne Vorwissen an dieses Buch wagen wollen, ich glaube, ich habe mir noch nie so viele Notizen zu einem Buch gemacht wie hier. Von mir aber auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung. Ich denke dies ist eines jener Bücher die man einmal im Leben lesen sollte. Die wunderschöne Manesse - Ausgabe wird durch zahlreiche Anmerkungen und durch das hervorragende Nachwort der Übersetzerin Ursula Keller ergänzt, die schreibt, dass die „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ den Auftakt zu Dostojewskis Hauptwerk bilden. In ihrem Nachwort greift sie die Lebensgeschichte Dostojewskis auf und erläutert uns die Bedeutung von Aufzeichnungen aus dem Untergrund. Ein großes Danke an sie an dieser Stelle. 🙏🙏🙏 Dostoljewskis Leben war geprägt von vielen Hochs aber noch mehr von vielen Tiefs. Ursula Keller sagt : „Dostoljewski‘s Untergrundmensch streitet sich mit seinen imaginären Lesern oder Zuhörern, an die er sich wendet (..) >>Die menschliche Natur sei nicht rational, der freie Wille des Menschen nicht vernünftig, und das menschliche Handeln sei nicht notwendigerweise nutzbringend für Individuum und Gesellschaft, sondern beinhalte stets auch die Möglichkeit, sich selbst und anderen durch seine Taten zu schaden<< …“

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Vita

Fjodor M. Dostojewski

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821–1881) war das zweite von acht Kindern einer verarmten Adelsfamilie aus Moskau. Vier Jahre Zwangsarbeit wegen revolutionärer Umtriebe prägten sein Leben ebenso wie seine Spielleidenschaft und daraus resultierende Geldsorgen. Neben neun Romanen verfasste Dostojewski ab 1846 zahlreiche Erzählungen, Novellen und Essays.

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Pressestimmen

»Es ist auf jeden Fall dieses psychologische Feingefühl, diese logisch erscheinende Abkehr von der Welt, die der Autor so nachvollziehbar erschreibt.«

»Dieser gnadenlose Querdenker aus der Verwaltung führt uns weit auf die Gipfel seiner Verzweiflung, die eine weitestgehend selbstgemachte scheint, aber lesen sie selbst und erfreuen sie sich an der wohlfeilen Neuübersetzung und der buchgestalterischen Schönheit des Bandes.«

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