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Die Nickel Boys

Roman

(5)
Taschenbuch
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Florida, Anfang der sechziger Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im Schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Erneut bringt Whitehead den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage. Sein neuer Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit.

Colson Whitehead wurde bereits mit dem National Book Award und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.


Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens
Originaltitel: Die Nickel Boys
Originalverlag: Hanser
Taschenbuch, Klappenbroschur, 240 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77042-7
Erschienen am  14. Dezember 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Tallahassee, Vereinigte Staaten von Amerika

Rezensionen

Ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte

Von: Lesereien

27.04.2021

Die Nickel Boys versetzt den Leser ins Florida der 1960er Jahre, also in die Zeit der Jim-Crow-Gesetze, der Rassentrennung und der Bürgerrechtsbewegung. Elwood Curtis wächst bei seiner Großmutter auf, hört sich Reden von Martin Luther King an und liest so ziemlich alles, was ihm unter die Finger kommt. Er hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der über Hautfarbe und Rassenzugehörigkeit hinausgeht und träumt von einer Welt ohne Rassentrennung. Die Chance, an einem College Kurse belegen zu können, lässt ihn voll Tatendrang in die Zukunft blicken. Doch noch bevor er den ersten Kurs überhaupt besuchen kann, wird er für ein Verbrechen bestraft, das er nicht begangen hat und wird zu einem Aufenthalt in der Nickel Academy verurteilt. Die Nickel Academy, auch Florida Industrial School for Boys genannt, steht im Roman stellvertretend für die Ungerechtigkeit und die Verbrechen an der Menschlichkeit, unter denen die schwarze Bevölkerung Amerikas über Jahrhunderte hinweg zu leiden hatte und immer noch zu leiden hat. Von den Jungen wird Unterwürfigkeit und Fügsamkeit verlangt, sie werden für schwere Arbeiten ausgenutzt, erfahren extreme körperliche Gewalt und werden im schlimmsten Fall ihres Lebens beraubt. Tatsächlich ist die Gefahr durch die Brutalität der Aufseher zu sterben allgegenwärtig. Verstorbene Jungen werden auf einem inoffiziellen Friedhof begraben und ihren Familien wird erklärt, sie seien ausgerissen. Colson Whitehead erzählt von Chancenlosigkeit, von versperrten Wegen, von extremer Fremdbestimmung und Fremdeinwirkung, von “vergeudeten Genies” und von geraubten Leben. Gleichzeitig entblößt der Roman die Lächerlichkeit der “irrsinnig hohen und breiten Barrikade der Rassentrennung”. Eine Szene bleibt in diesem Zusammenhang besonders im Gedächtnis, denn einer der Nickel Jungs ist Halb-Mexikaner und die Aufseher können sich nicht entscheiden, ob sie ihn den weißen oder den schwarzen Jungs zuordnen sollen. Deshalb muss er alle paar Wochen von einem Wohnheim ins andere wechseln. Dieser Roman ist eine absolut gelungene und starke Auseinandersetzung mit dem tief in der Gesellschaft verankerten Rassismus und daher eine große Leseempfehlung von mir!

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Das geht unter die Haut...

Von: Seitensüchtig

23.03.2021

In dem, auf wahren Begebenheiten beruhenden, Roman “die Nickel Boys” von Colson Whitehead begleiten wir den sechzehnjährigen Elwood, der mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee wohnt. Er ist ein kluger Junge und als er einen Platz am College ergattert, scheint sein größter Traum in Erfüllung zu gehen. Jedoch setzt er sich unwissentlich, als er zum College trampen möchte, in ein gestohlenes Auto und wird verhaftet. Kurz darauf muss er in die Besserungsanstalt Nickel Academy, bei der Entmenschlichung auf der Tagesordnung steht. Das Buch beginnt damit, dass während eines Archäologie-Projekts die Skelette einiger gequälter Jungen auf einem ehemaligen Gelände einer Erziehungsanstalt gefunden wurden - dies beruht auf einer wahren Begebenheit und geschah wirklich im Jahr 2014. Whitehead hat sich ausführlich mit den Ereignissen der Erziehungsanstalt auseinandergesetzt und daraus eine fiktive Geschichte konstruiert, die sich sehr nah auf die Geschehnisse bezieht. Die Nickel Academy ist ein grausamer Ort, an dem strickte Rassentrennung herrscht. Die schwarzen Jungs werden in der Academy von den weißen Insassen und Wärtern als „zweite Klasse” und Tiere angesehen. Misshandlung steht auf der Tagesordnung. Ein allgegenwärtiges Thema im Buch ist Rassismus. Es geht aber auch um Diskriminierung, Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Machtstrukturen. Zudem spielen die Hoffnung und die Freundschaft ein großes Thema in der Geschichte, was mich sehr berührt hat. Der Fokus liegt dabei auf Elwoods Gedankengängen und neben diesen, erfährt man auch immer wieder etwas über weitere Insassen und Wärter. Dies jedoch nicht so ausführlich, was mich persönlich nicht gestört und auch nicht der Geschichte geschadet hat. Colson Whitehead beschreibt alles sehr nüchtern und bedacht und hat dabei nichts beschönigt, was das ganze noch schwerer zu ertragen macht. Ich musste das Buch während des Lesens öfter zur Seite legen, um das Gelesene zu verarbeiten und am Ende kam nochmal eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte. „Die Nickel Boys” ist keine leichte Geschichte, die sich mit einem leider immer noch hochaktuellen Thema auseinandersetzt, über das sich jeder informieren sollte. Daher möchte ich euch allen dieses unglaublich wichtige und ehrliche Buch ans Herz legen! Absolute Leseempfehlung

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Vita

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) sowie den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat des MacArthur »Genius« Fellowship. Für seinen Roman »Underground Railroad« wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Für »Die Nickel Boys« erhielt er 2020 erneut den Pulitzer Preis sowie den Orwell Prize für Political Fiction. Der Autor lebt in Brooklyn.

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Henning Ahrens

Henning Ahrens, geb. 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in der niedersächsischen Provinz. Für seinen Lyrikband "Lieblied was kommt" (1998) erhielt er einen der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise beim Literarischen März 1999 sowie den Pro Litteris-Preis 1999 der Märkischen Kulturkonferenz und den Hebbel-Preis (2001). Er übersetzte u.a. J. C. Powys, Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton. Zuletzt erschien sein Lyrikband "Kein Schlaf in Sicht" und der Roman "Tiertage".

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