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Naja Marie Aidt

Carls Buch

"Ein herzzerreißendes Meisterwerk über einen unvorstellbaren Verlust." Linn Ullmann

(7)
eBook epub
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Im März 2015 kommt Naja Marie Aidts 25-jähriger Sohn Carl bei einem tragischen Unfall ums Leben. »Carls Buch« hält jene Monate nach dem verheerenden Anruf aus dem Krankenhaus fest. Sehr persönlich, aber gleichzeitig von erstaunlicher Allgemeingültigkeit schreibt die preisgekrönte dänische Schriftstellerin über den Versuch, das Unbegreifliche zu verstehen. Wie wir mit der Tatsache fertig werden, dass das Leben einfach so aufhört. Wie der Tod eines geliebten Menschen uns an die Grenze von Sprache führt. Wie wir Trost finden - bei Freunden und Familie, in unseren Erinnerungen und in der Literatur. Ergreifend, sprachlich brillant, mutig und unvergesslich.

»„Carls Buch“ ist ein verstörend gutes Buch.«

Sophie Wennerscheid / Süddeutsche Zeitung (19. October 2021)

Aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
Originaltitel: Har døden taget noget fra dig så giv det tilbage - Carls bog
Originalverlag: Gyldendal
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22695-4
Erschienen am  30. August 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

ein Kunstwerk über rohe Trauer

Von: floskel

11.02.2022

In „Carls Buch. Hat der Tod dir etwas genommen, dann gib es zurück“ verarbeitet die dänische Schriftstellerin und Dichterin Naja Marie Aidt den Verlust ihres 25-jährigen Sohnes. Carl starb einen tragischen, bestürzenden Unfalltod. Aidt beschreibt, wie sie nach der Nachricht über diesen Unfall in einen Schockzustand verfällt. Sie ist voller Verzweiflung und findet keine Worte für ihre Trauer. Später, nachdem der Schrecken sich etwas gelegt hat, schreibt sie dazu: „Die Wörter baumeln unzulänglich und jämmerlich in den Zeilen, die Zeilen brechen abrupt ab. Die Sprache die mich immer begleitet hat und mein Leben war, vermag nichts. Sie keucht, fällt zu Boden, flach und unbrauchbar. Das Trauergewand der Sprache ist hässlich und übelriechend. Das Unbegreifliche zu begreifen, ist kein sprachlicher Vorgang.“ Sie bringt zuerst einzelne Gedankenfetzen und Gedichte zu Papier, später vermischen sich diese nicht nur mit Erinnerungen an ihren Sohn und an ihr frühes Muttersein, sondern auch mit etymologischen Exkursen oder Zitaten von anderen Autor*innen, die Ähnliches erlebt haben. Auch typografisch sind die unterschiedlichen Elemente voneinander abgesetzt. Gerade durch diesen kaleidoskopischen Zugang wird die rohe Trauer (nach-)fühlbar. „Man hat mich gekrönt / Königin der Trauer / Trauermutter / Meine Krone ist der / Tiefe Trichter der Trauer // Keiner wagt es mir zu folgen / In diese dunklen Säle.“ Auch darüber, wie man weiterleben kann, wie sie so etwas wie Trost findet, schreibt sie – ohne dabei Lösungen anzubieten oder sich mit dem Tod zu versöhnen. „Er ist in mir. / Er ist in meinem Körper. / Ich trage ihn wieder in meinem Körper. / Wie, als er in meiner Gebärmutter lag. / Aber jetzt trage ich sein ganzes Leben. / Ich trage dein ganzes Leben.“ „Carls Buch“ ist ein wunderschönes, eindringliches Kunstwerk.

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Teil der Ewigkeit

Von: Thomas Lawall

23.12.2021

Ein Buch wie dieses kann man nicht erfinden, sich ausdenken oder gar planen. Niemand ist in der Lage, etwas über eine Haltestelle, die im Lebensplan nicht eingezeichnet und vorgesehen war, zu erzählen. Als Mutter und Vater hat man eher panische Angst davor und versteckt sich vor solchen Gedanken. Für die dänische Schriftstellerin Naja Marie Aidt gibt es ein solches Versteck nicht mehr. Anfang 2015 stand sie mit Carl, dem zweitältesten ihrer vier Söhne, in der Küche, und sie erinnerten sich an seinen mit 94 Jahren verstorbenen Urgroßvater. Carl sagte, dass er keine Angst vor dem Tod hätte. Im Gegensatz zu seiner Mutter möchte er nicht verbrannt, sondern ganz normal begraben werden, um "in den großen Kreislauf einzugehen". Seine Mutter erwiderte, dass sie dies Gott sei Dank nicht erleben würde. Wie sie sich täuschen sollte. Drei Monate später starb ihr Sohn unter einer ganzen Verkettung tragischer Umstände und riss damit ein nicht zu stopfendes Loch in die gesamte Familienstruktur. Ohne jede Vorwarnung war nichts mehr so, wie es vorher war. Eine Welt brach zusammen. Nichts ging mehr. Selbst das Schreiben nicht. "Es gibt keine passende Form." Und doch schaffte es seine Mutter, ihm ein ganzes Buch zu widmen. Ein unfassbarer Kraftakt, entstanden aus der Liebe zu ihrem Sohn, die jetzt im schwerelosen Raum ohne greifbaren Bezugspunkt einerseits nicht mehr existieren, andererseits aber nicht einfach enden kann. Es gibt in diesem Werk keine "Ordnung", die man von einer Thematik wie dieser vielleicht erwarten würde. Keine Überschriften, keine Kapitel und kein durchstrukturiertes Erzählen. Vielmehr bestehen die Erinnerungen an Carl aus locker und scheinbar wahllos eingefügten Tagebucheinträgen und Kindheitserinnerungen, die sich mit sehr persönlichen Reaktionen nach dem Unfall, sowie zahlreichen Literaturverweisen, ständig abwechseln. Wie sollte man unendliche Trauer und manchmal auch unbändige Wut irgendwie sinnvoll sortieren!? "Die Wut ist stumpf und grenzenlos." Und doch bildet jener späte Anruf in der Nacht eine Art roten Faden, der immer wieder eingeflochten und stets ein Stück weiter erzählt wird, so als ob es der Autorin unmöglich erscheinen würde, diese fatale Nachricht und die unmittelbaren Folgen in einem Stück zu schildern. Sie lässt nichts aus. Selbst den genauen Polizeibericht nicht, der entsetzliche Details enthält und zum Erschütterndsten gehört, was der Rezensent jemals gelesen hat. Wie viel Kraft muss man aufbringen, dies alles auszuhalten und vielleicht gehört es zum viel zitierten "Loslassen" dazu. "Jetzt ist er Teil der Ewigkeit." Carls Buch bietet keine Patentrezepte zur Trauerbewältigung. Eine genaue Anleitung fehlt. Gebrauchsanweisungen für so einen Verlust gibt es nicht wirklich, und jedem, dem gleiches widerfährt, ist gezwungen, einen eigenen Weg zu finden. Und diesen gibt es immer. Carls Buch zum Beispiel. Ein Buch, wie keines zuvor.

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Vita

Die dänische Schriftstellerin und Dichterin Naja Marie Aidt, Jahrgang 1963, zählt zu den wichtigsten Stimmen Skandinaviens, ausgezeichnet u.a. mit dem renommierten Nordischen Literaturpreis und dem Großen Preis der Dänischen Akademie. Aidt wurde auf Grönland geboren und lebt heute in Brooklyn. Sie ist Mutter von vier Söhnen. »Carls Buch« gilt als eines der 10 besten Memoirs des letzten Jahrzehnts (Lithub). Bei Luchterhand ist zuletzt von Naja Marie Aidt der Roman »Schere, Stein, Papier« erschienen.

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Pressestimmen

»Ein grandioser poetischer Roman über Tod uund Leben.«

Elisabeth Böker / Nordis (22. October 2021)

»Naja Marie Aidt ist zweifelsfrei eine der besten Schriftsteller Skandinaviens. Immer interessant. Immer intelligent. Phantasievoll, präzise, poetisch. Eine der wenigen Autoren und Autorinnen, auf deren neue Bücher ich warte und die ich sofort lese. Und dann ist da Carls Buch: ein herzzerreißendes Meistwerk über einen unvorstellbaren Verlust, über die Kraft, den Tod eines Menschen durchzustehen, und über die Liebe. Ich wünschte von ganzem Herzen, Naja Marie Aidt hätte diese Buch nie schreiben müssen. Ein Memoir über ihre Trauer – und zugleich bin ich zutiefst dankbar, dass sie es geschrieben hat. Es ist erschütternd, es ist von bestechender Klarheit, es ist wunderschön.«

Linn Ullmann, Autorin von "Die Unruhigen" (13. February 2020)

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