Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Carls Buch

"Ein herzzerreißendes Meisterwerk über einen unvorstellbaren Verlust." Linn Ullmann

(1)
HardcoverNEU
20,00 [D] inkl. MwSt.
20,60 [A] | CHF 28,90 * (* empf. VK-Preis)
Benachrichtigungen aktiviert

In der Buchhandlung oder hier bestellen

Im März 2015 kommt Naja Marie Aidts 25-jähriger Sohn Carl bei einem tragischen Unfall ums Leben. »Carls Buch« hält jene Monate nach dem verheerenden Anruf aus dem Krankenhaus fest. Sehr persönlich, aber gleichzeitig von erstaunlicher Allgemeingültigkeit schreibt die preisgekrönte dänische Schriftstellerin über den Versuch, das Unbegreifliche zu verstehen. Wie wir mit der Tatsache fertig werden, dass das Leben einfach so aufhört. Wie der Tod eines geliebten Menschen uns an die Grenze von Sprache führt. Wie wir Trost finden - bei Freunden und Familie, in unseren Erinnerungen und in der Literatur. Ergreifend, sprachlich brillant, mutig und unvergesslich.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
Originaltitel: Har døden taget noget fra dig så giv det tilbage - Carls bog
Originalverlag: Gyldendal
Hardcover mit Schutzumschlag, 176 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-630-87590-3
Erschienen am  30. August 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Das schlimmste Schicksal

Von: Fraedherike

30.08.2021

„Ich spüre dich noch immer. Mein Körper versteht gar nicht, dass du nicht da bist.“ (S. 17) [TW: Tod, Trauer] Ein Anruf, drei Worte, die alles verändern, das Leben verändern, indem sie eine feste Konstante einfach auslöschen, für null und nichtig erklären und jeglicher Gedanken die Wärme, die Sinnhaftigkeit entziehen. Es ist im März 2015, als Naja Marie Aidts Sohn Carl mit 25 Jahren bei einem Unfall ums Leben kommt. Der Tod des eigenen Kindes, das wohl schlimmste, das einer Mutter passieren kann. Fassungslosigkeit trifft auf Unglauben, Verdrängung, ein brennender Schmerz, „wie Messerstiche im Fleisch“ (S. 34), die die Realität vor Augen führt. „Ich küsste deine Hand, und dein Hand war so kalt, dass die Kälte hinaufkroch in mein Gesicht, meinen Kopf, meinen Schädel; (...) kein Kummer [ist] so kalt wie deine Hand.“ (S. 16) In „Carls Buch“ (OT: Har døden taget noget fra dig så giv det tilbage - Carls bog, aus dem Dänischen übertragen von Ursel Allenstein) beschreibt Naja Marie Aidt unglaublich berührend und persönlich von dem tragischsten Moment ihres Lebens, wie sie im Kreise der Familie die letzten Stunden bis zur Feststellung des Hirntods ihres Sohnes verbrachte, wie sie seine Beisetzung erlebte. Dabei fokussiert sie sich allerdings nicht nur auf ihr persönliches Empfinden und Erleben, sondern setzt den Tod Carls in einen allgemeingültigen, weltlichen Kontext, zeigt auf, wie die Sprachlosigkeit des Geschehenen nicht nur sie, sondern auch andere Lyriker*innen und Autor*innen, gegenwärtig wie aus der Antike, an die Grenzen der Sprache führt, die Sprache verändert, vorsichtig und vage werden lässt, die Stille Raum zwischen den Worten sucht. Zusammenhalt, ein stabiles Umfeld, die Trost bringen, einem Halt geben, sind ebenso wichtig wie die Zuversicht und der Glaube daran, dass der von uns gegangene Mensch in unseren Gedanken und Erinnerungen weiterlebt – bis zu unserem Tod. Das Buch hat mich auf vielerlei Ebenen zutiefst bewegt und begeistert, es hat mich tief durchatmen, innehalten lassen, zum Weinen gebracht. Aidt schreibt fein, empathisch und findet an den richtigen Stellen Gedanken zum Reflektieren, indem sie weiterführende Denkanstöße gibt, die Tonalität und den Rhythmus durch sprachliche Wechsel zwischen Prosa, Lyrik und Epik moduliert und so ein ganz besonderes Erleben und Lesen schafft. Ein faszinierendes Buch! Herzlichen Dank an den @luchterhand_verlag und das @bloggerportal für das Rezensionsexemplar, sowie @gabegorsky für die wunderschöne Übersetzung!

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Die dänische Schriftstellerin und Dichterin Naja Marie Aidt, Jahrgang 1963, zählt zu den wichtigsten Stimmen Skandinaviens, ausgezeichnet u.a. mit dem renommierten Nordischen Literaturpreis und dem Großen Preis der Dänischen Akademie. Aidt wurde auf Grönland geboren und lebt heute in Brooklyn. Sie ist Mutter von vier Söhnen. »Carls Buch« gilt als eines der 10 besten Memoirs des letzten Jahrzehnts (Lithub). Bei Luchterhand ist zuletzt von Naja Marie Aidt der Roman »Schere, Stein, Papier« erschienen.

Zur Autor*innenseite

Weitere Bücher der Autorin