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Fabio Geda

Vielleicht wird morgen alles besser

Roman − Vom Autor des Bestsellers "Im Meer schwimmen Krokodile"

(7)
Taschenbuch
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Die Suche nach dem richtigen Platz in dieser Welt – ein berührender Roman vom Autor des Bestsellers »Im Meer schwimmen Krokodile«

Der 15-jährige Ercole hat es nicht leicht: Er muss früh lernen, für sich und seine Schwester Asia Verantwortung zu übernehmen. Seine Mutter ist schon vor vielen Jahren ausgezogen, sein Vater ein Alkoholiker, der sich mit dubiosen Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Zusammen mit seiner Schwester bewahrt Ercole mühsam die Familienfassade, damit das Jugendamt nichts merkt. Trotz allem ist er ein zufriedener, unbeschwerter Junge. Besonders als er Viola kennen lernt, die in Ercoles Bauch Schmetterlinge zum Tanzen bringt ...

Bestsellerautor Fabio Geda erweist sich erneut als Meister im Porträtieren von Kindern und Jugendlichen. Ihre kleinen und großen Nöte inspirieren ihn immer wieder zu ganz besonderen Geschichten – emotional, authentisch, unvergesslich.

»Wunderbar leicht erzählt Fabio Geda von den Mühen und dem Staunen eines Teenagers, der die herzzerreißende Suche unternimmt, seinen Platz in der Welt zu finden.« La Stampa


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt
Originaltitel: Anime Scalze
Originalverlag: Einaudi, Turin 2017
Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10636-4
Erschienen am  13. December 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Ein sehr einfühlsames Portrait eines Teenagers aus zerrütteten Verhältnissen

Von: MarcoL

17.03.2022

Ercole hat es nicht leicht in seinem jungen Leben. Als er sechs Jahre alt war, ging seine Mutter einfach weg. Ohne Worte, ohne Abschied. Zurück blieben er mit seiner damals elfjährigen Schwester Asia und seinem Vater. Der bringt außer Gelegenheitsjobs und Alkoholismus nichts auf die Reihe. Asia übernimmt das Ruder, kümmert sich um Ercole und den Haushalt, so dass nach außen ja nichts auffällt und das Jugendamt Wind von der Sache bekommt. Denn sie haben sich geschworen, dass sie „immer zusammen“ bleiben werden. Ercole erzählt aus seiner Sicht sein Leben in Turin bis zu einem schicksalhaften Tag als 15-jähriger Teenager. In diesen Jahren passiert so einiges, Schlechtes wie Gutes. Vor allem eines war gut: Er lernt Viola kennen und lieben. Und dies lässt ihn so manchmal Dinge tun, welche er vielleicht ohne diesen Gefühlen nicht unbedingt getan hätte; zumal er sehr bestrebt ist, nichts von seinen erbärmlichen Lebensumständen nach außen dringen zu lassen. Auch nicht seiner großen Liebe gegenüber. Fabio Geda zeichnet mit diesem Roman ein wunderbares Portrait eines Jugendlichen, dem das Schicksal so manche Prügel vor die Füße wirft. Und dennoch bleibt Ercole optimistisch und ein im Grunde fröhlicher Teenager. Das Buch kann als #comingofage Roman betitelt werden, ist es aber nicht zwangsläufig. Es ist (für mich) viel mehr eine Skizze des Alltags in einer italienischen Großstadt, abseits von gut situierten Familien und behüteten Kindern. Schicksale, wie sie es wohl zu tausenden gibt. Es ist ein kurzes Aufzeigen des Bestreben eines Kindes, sich einen Platz in der Gesellschaft (mühsam) zu suchen. Und dies geschieht den vielen Widrigkeiten zum Trotz mit einer gewissen (vielleicht auch naiven) Unbeschwertheit, welche Kindern wohl innewohnt. Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung für diesen einfühlsamen Roman.

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Ein bewegendes Buch

Von: Annette Traks

16.07.2018

Ercole wohnt in Turin. Er ist 6, seine Schwester Asia 11 Jahre alt, als ihre Mutter die Familie verlässt. In der gleichen Woche erleidet die Großmutter einen tödlichen Unfall und der Großvater kehrt von einem Gesprächstermin nicht zurück - beide hatten sich immer um ihre Enkel gekümmert. Während der Vater mit zum Teil zwielichtigen Machenschaften halbwegs für den Lebensunterhalt sorgt, ansonsten aber allzu sehr dem Alkohol zuspricht und auch mal tagelang nicht nach Hause kommt, kümmert sich Asia fortan um Ercole und den gesamten Haushalt. Alle sind bemüht, nach außen die Fassade einer funktionierenden Familie aufrechtzuerhalten, damit nur das Jugendamt nicht auf den Plan gerufen wird. Kurz vor seinem 15. Geburtstag lernt Ercole die gleichaltrige Viola kennen, die aus guten Verhältnissen stammt. Sie kann nur darüber staunen, was er ihr über seine Familie erzählt, und ihm wird klar, dass man sich als Kind so schnell an Lebensumstände gewöhnt, dass man sie schließlich als normal empfindet. Doch wie labil diese vermeintliche Normalität, wie brüchig die Fassade auch nach vielen Jahren noch ist, muss er erfahren, als die mittlerweile 20-jährige Asia zu ihrem Freund zieht, ihr Vater verhaftet wird und Ercole nach kurzer Suche seine Mutter und den kleinen Stiefbruder findet. Es wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die sein Leben total durcheinanderbringt. Resümee: Der mittlerweile 19-jährige Ercole erzählt die Ereignisse rückblickend aus seiner Sicht. Seine Geschichte bewegt den Leser, was natürlich zum einen an der familiären Situation liegt: Im Alter von 6 Jahren verlässt die Mutter die Familie und meldet sich danach nicht wieder, obwohl sie gar nicht so weit entfernt wohnt, wie der Junge später herausfindet. Die Großeltern, die immer für die Enkel gesorgt haben, sind auch nicht mehr präsent, der Vater kümmert sich kaum um seine Kinder, und die erst 11-jährige Asia übernimmt die Rolle der Hausfrau und Mutter. Zum anderen berührt der Schreibstil: Es gelingt dem Autor meisterhaft, sich in die Lebens- und Gefühlswelt Ercoles hineinzuversetzen und ihn in dessen altersgemäßer Sprache erzählen zu lassen. So werden z.B. Freude und Verliebtsein, aber auch Unsicherheit, Ängste und Verzweiflung authentisch vermittelt. Wir sehen die Dinge aus seiner Sicht ... und die entspricht nicht immer dem Blickwinkel, der Denkweise oder Bewertung Erwachsener. Ercole stellt außerdem fest: "Denn eines hab ich in all den Jahren gelernt ... (...) Nämlich dass die Erwachsenen manchmal verwirrt sind. Wir bilden uns ein, dass sie immer wissen, was das Beste ist, aber das stimmt nicht. Manchmal muss man ihnen einen gehörigen Stoß versetzen (...)". (E-Reader Pos. 3503) Für den erwachsenen Leser ist es höchst interessant, Ercoles Geschichte aus dessen ganz eigener Perspektive zu erfahren. Und wenn man sich darauf einlässt, sind seine Überlegungen und Schlussfolgerungen durchaus logisch und vernünftig. Die Kinder und Jugendlichen stehen zwar im Mittelpunkt dieses Romans, aber natürlich kommt er nicht ohne die Erwachsenen aus. Es gelingt dem Autor jedoch, sie nur pointiert auftreten und die Beweggründe für ihr Handeln minimalistisch skizzieren zu lassen. Fazit: ein bewegendes Buch, in dem ein Teenager seine aus Erwachsenensicht desolate, für ihn aber normal gewordene familiäre Situation schildert.

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Vita

Fabio Geda, 1972 in Turin geboren, arbeitete viele Jahre mit Jugendlichen, bevor er sich dem Schreiben widmete. Sein Bestseller »Im Meer schwimmen Krokodile«, der auf der wahren Geschichte des afghanischen Flüchtlings Enaiatollah Akbari beruht, wurde in über 33 Sprachen übersetzt und machte ihn international bekannt. Auch die Fortsetzung »Im Winter Schnee, nachts Sterne« erhielt international großes Lob.

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Christiane Burkhardt

Christiane Burkhardt lebt und arbeitet in München. Sie übersetzt aus dem Italienischen, Niederländischen und Englischen und hat neben den Werken von Paolo Cognetti u. a. Romane von Fabio Geda, Domenico Starnone, Wytske Versteeg und Pieter Webeling ins Deutsche gebracht. Darüber hinaus unterrichtet sie literarisches Übersetzen.

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