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Schuld

Stories

(8)
Taschenbuch
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»Diese Geschichten sind überwältigend kalte Versuchsanordnungen.« (DIE ZEIT)

Ein Ehemann quält jahrelang seine junge Frau. Ein Internatsschüler wird fast zu Tode gefoltert. Ein Ehepaar verliert die Kontrolle über ihre sexuellen Spiele. Ein Mann wird wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. Leise, aber bestimmt stellt Ferdinand von Schirach die Frage nach der Schuld des Menschen.


Taschenbuch, Klappenbroschur, 208 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71497-1
Erschienen am  13. February 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Einen Tick zu viele Storys rund um Sex

Von: Leipziger Mama

11.06.2021

Ich muss gestehen, dass mich Schuld nicht so vom Hocker zog wie Strafe. Hier gehen aber auch die Meinungen bei den Schirnach-Fans ordentlich auseinander 😉 Letztendlich waren es wieder interessant geschriebene Kurzgeschichten. Doch leider drehten sich diese einfach zu sehr rund um das Thema Sex, Vergewaltigung und Missbrauch. Daher war es dann am Ende doch kein so rundes Lesevergnügen wie bei dem von mir zuvor gelesenen Schirnach-Buch. Dennoch gut und interessant. Insbesondere, da es losgelöst von anderen Büchern lesbar ist und durchaus ein paar Lesestunden mit sich bringen. Nicht wirklich ruhig. Eher aufwühlend. Aber dafür definitiv interessant.

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Verteidigung ist Kampf, Kampf um die Rechte der Beschuldigten.

Von: JD's Book of Life

09.11.2018

Ein Ehemann quält jahrelang seine junge Frau. Ein Internatsschüler wird fast zu Tode gefoltert. Ein Ehepaar verliert die Kontrolle über ihre sexuellen Spiele. Ein Mann wird wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. Leise, aber bestimmt stellt Ferdinand von Schirach die Frage nach der Schuld des Menschen. Normalerweise mag ich es gar nicht gerne, die Klappentexte vom Buch einfach zu übernehmen. Aber hier konnte ich es schlicht nicht besser zusammenfassen als auf dem Klappentext. Das ist mein zweites Buch von Ferdinand von Schirach. Das erste Buch, die Würde des Menschen ist antastbar, fand ich schon sehr sehr gut. >Die Rezension findest du hier< Aber Schuld hat das einfach noch übertroffen. Von Schirach erzählt 15 Kurzgeschichten von Fällen aus seinem Leben als Strafverteidiger. Und er erzählt sie ohne seine eigenen Emotionen mit einzubringen. Er schreibt einem nicht vor, was man über wen denken sollte. Er erzählt einfach. Und genau dort ist platz für eigene Gedanken. Gleich zu Beginn wird eine Geschichte erzählt, bei der mir direkt übel wurde, weil ich die Täter so widerlich fand. Nicht nur die Tat als solche, die für sich genommen schon schlimm genug war, war das was das ganze Szenario so schlimm machte. Nein, auch die Respektlosigkeit, mit der man dem Opfer zum Schluss der Tat auch noch begegnete, ließen mich einfach wütend werden. Und dementsprechend waren auch meine Gefühle für die Täter. Gerade wenn man das Opfer für unschuldig hält, fällt es schwer, einen Täter als normalen Menschen mit Rechten zu sehen. Aber was passiert, wenn das Opfer selbst kein unbeschriebenes Blatt ist? Was, wenn das Opfer vorbestraft ist wegen sexueller Nötigung und Verkehr mit Minderjährigen? Und wenn der Täter eigentlich gar kein so schlechter Mensch zu sein scheint. Die Tat ist immer noch schlimm und verachtenswert aber die Gefühle für Täter und Opfer sind ein bisschen verschoben. Moral und Recht stimmen nicht immer überein. Und genau das ist das Geniale an den Büchern von Ferdinand von Schirach. Er hat es wieder geschafft, dass ich mich selbst hinterfrage. Ich dache eigentlich auch in diesem Buch wieder, ich bin mir ganz sicher, wie ich etwas bewerte. Mord ist Mord, dafür gibt es keine Entschuldigung. Er ist immer heimtückisch und bösartig. Aber stimmt das wirklich? Ist es so einfach? Ich mache das wirklich selten, aber für dieses Buch möchte ich eine klare Leseempfehlung aussprechen. Ich fand es unfassbar gut und ich hatte es innerhalb von zwei Tagen gelesen. Nicht nur das es wirklich spannend ist, nein, es lässt einen auch über sich selbst und über andere Menschen nachdenken. Für mich sind seine Bücher bis jetzt eine absolute Bereicherung.

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Vita

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Die Erzählungsbände »Verbrechen«, »Schuld« und »Strafe« sowie die Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Sein Theaterstück »Terror« zählt zu den weltweit erfolgreichsten Dramen unserer Zeit. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm sein persönlichstes Buch »Kaffee und Zigaretten«, das Theaterstück »Gott«, der Band »Trotzdem« (mit Alexander Kluge) sowie »Jeder Mensch«, sein inspirierendes Plädoyer für neue Menschenrechte.

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