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Hanns-Josef Ortheil

Der von den Löwen träumte

Roman

(7)
Taschenbuch
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Als Ernest Hemingway 1948 nach Venedig reist, ist er in einer schweren Krise. Starke Depressionen haben dazu geführt, dass er lange keinen Roman mehr veröffentlicht hat. In der Einsamkeit eines Landhauses in der Lagune versucht er, wieder zum Schreiben zu finden. Halt gibt ihm die Freundschaft zu einem jungen Fischer, der ihn auf der Entenjagd begleitet. Aber auch die Liebe zu einer achtzehnjährigen Venezianerin führt ihn ins Leben zurück. Langsam entsteht ein Venedig-Roman, während der junge Fischer die Atmosphären einer ganz anderen Geschichte wittert: Die von einem alten Mann und seiner Liebe zum Meer…


Originaltitel: Der von den Löwen träumte
Originalverlag: Luchterhand
Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77037-3
Erschienen am  09. November 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Venedig, Italien

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Rezensionen

Eine farbenfrohe Reise nach Venedig mit Ernest Hemingway

Von: Hemingways Welt aus München

04.04.2022

Vielleser des Ernest Hemingway werden den feinen Humor bemerken, mit dem sich der Kölner dem Mann aus Oak Park nähert. Dabei skizziert er den Menschen Hemingway überaus sympathisch und liebevoll. Nicht über die sattsam bekannten Klischees des Säufers, Weiberhelden oder des Raubeins, vielmehr porträtiert Ortheil ihn – zurecht – als empfindsamen, neugierigen und offenen Zeitgenossen, der wunderbar mit Menschen umgehen kann. Ortheil ist nicht nur ein uneitler und virtuoser Stilist, sondern überzeugt zudem als ein sehr genauer Beobachter. Ihm gelingt, Ernest Hemingway bildhaft zum Leben zu erwecken. Wie Hemingway hat der Kölner seine Erzählung über Venedig mit dem Auge geschrieben. Der Leser sieht diesen stattlichen Amerikaner wie in virtual reality über den Fischmarkt am Rialto stapfen und durch die verwinkelten Gassen streifen, so plastisch schildert Ortheil die Tage und Wochen des Schriftsteller in der Lagunenstadt.

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Tiefgründiger Lesespaß

Von: KRAUTJUNKER

18.08.2020

In Ortheils Buch geht es vordergründig um Hemingway, seine Frauen, seine Saufgelage und den Schmerz über eine Schreibblockade, die er mal mit dem einen, mal mit dem anderen zu betäuben sucht. Und es geht um den Kampf einer Fischerfamilie vor den Toren Venedigs um den sozialen Aufstieg. Vater Sergio, Journalist der örtlichen Klatschzeitung wird zuerst auf Hemingways Ankunft in der Lagunenstadt aufmerksam. Er bringt sich und seine Familie bei dem prominenten Schriftsteller »in Dienst« um ihn auszuhorchen, durch Artikel und Interviews aus dem Umfeld Hemigways, eigenen Nutzen zu ziehen. Seine Kinder, anfangs williger Teil des väterlichen Projekts, entwickeln sich schnell wieder raus aus dieser Vereinnahmung und finden ihren eigenen Weg. Martha erkennt schnell, dass ihr der soziale Aufstieg hier nicht gelingen wird, nutzt aber den Impuls, den Hemingway ihr bietet, ihren eigenen Weg zu finden. Paolo reagiert zunächst mit Rückzug. Für Sergio ist die Meta-Ebene zu hoch und für Elena zahlt sich die Rolle im Hintergrund am Ende aus. Für den Protagonisten Hemingway bleiben sie Boten, Handlanger und Schachfiguren auf seinem Brett. Hemingway interessiert sich nur für die adlige Adriana im altehrwürdigen Palazzo, nicht für die Fischer aus den sozialen Randgebieten. Ihr läuft er hinterher, ent- und verführt sie, benutzt ihren sozialen Stand und die Einfältigkeit ihrer Jugend für den Versuch sich aus seiner eigenen Misere zu ziehen. Das geht schief – für alle Beteiligten. Paolo, der sechszehnjährige Sohn der Familie durchschaut das falsche Spiel des prominenten Gastes schon, als der Vater sich noch an das Trittbrett eines längst abgefahrenen Zuges klammert. Er ist, der den alternden Hemingway zwang sich dem Leben zu stellen, statt mit jungen Mädchen durch die Bars zu ziehen. Paolo, der der sich entzieht, wird zum Katalysator Hemingways größten Erfolges und bleibt der moralische Sieger des Buches. Hemingway, der auf Kuba lebte, hatte eine besondere Liebe zu Venedig, dass er auf seinen Europa-Aufenthalten regelmäßig besuchte. Die Lagunenstadt mit ihrem maroden Charme lässt ihn das eigene Altern vergessen und das Leben und die Leichtigkeit des Seins spüren. Sein magisches Dreieck waren Harry’s Bar an der Piazza San Marco, das Gritti Palace Hotel und Cortina, die Bar. Für seinen Roman mietete sich Ortheil just in jene zauberhafte Locanda Cipriani auf Torcello ein, in der auch Hemingway 1948 wohnte. Er saß am Schreibtisch des Meisters, schlief in seinem Bett und sah den Campanile vor dem Fenster mit seinen Augen. Gut durchkomponierter Roman, in dem der Autor seine Distanz zu jeder Figur hält, dem dadurch jedoch italienische Sinnlichkeit fehlt. Der Autor nutzt Hemingway als schneidigen Aufhänger für seinen Roman und tut damit das, wozu seinem Protagonisten Sergio am Ende Mut und Entschlossenheit fehlen. Damit stellt sich der Autor eher hinter den gescheiterten Sergio als – wie seine Rezensenten meinen – den Gottvater Hemingway zu kopieren. Insgesamt bietet der Roman tiefgründigen Lesespass, Sommerlektüre mit Anspruch.

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Vita

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

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