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Rezensionen zu
Ultraorthodox

Akiva Weingarten

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War ganz okay.

Von: Ela Winter

08.08.2022

Nachdem ich Unorthodox gelesen hatte, hatte ich natürlich das Bedürfnis, auch die männliche Seite des Judentums und deren Bräuche mal kennenlernen zu dürfen. Leider war das Buch nicht annähernd so gut. Es ist eine einzige Aneinanderreihung von Ereignissen, kaum mit den dazugehörigen Gefühlen oder persönlichen Eindrücken und Einschätzungen verbunden. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht.

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INHALT: Akiva Weingarten erzählt in diesem Buch von seinem Leben. Er wächst in der jüdischen Gemeinschaft der Satmarer Chassiden in Williamsburg (USA) auf, sie sprechen jiddisch, er besucht jüdische Schulen und geht mit 18 Jahren nach Israel. In dieser Zeit studiert er die Thora, die anderen Schriften und all die strengen Gebote und Verhaltensregeln seiner Religion. Der Mann ist das Familienoberhaupt: „Wir müssen über Frauen herrschen, denn wenn sie das Gefühl haben, dass niemand über sie herrscht, gehen sie ihre eigenen Wege. Du als Mann musst dafür sorgen, dass deine Frau immer das tut, was du ihr sagst, sie muss wissen, wer der Chef im Haus ist.“ Frauen haben sich um Haushalt und Kinder zu kümmern, für eine andere Arbeit sind sie nicht vorgesehen. Nachkommen sind das höchste Ziel in der Ehe, weshalb viele der Familien eine hohe Anzahl an Kindern und Enkelkindern hat. Jungen und Mädchen sind ab der Schule getrennt und wenn sie sich ausnahmsweise mal begegnen, sollen sie sich nicht einmal ansehen. Selbst bei Verwandten des anderen Geschlechts, gehört es sich nicht, ihnen die Hand zu geben. Wie genau Kinder entstehen, erfahren sie nur in etwa und kurz vor der Hochzeit. Vorher „musste das "Wissen" genügen, dass, wenn ein Paar verheiratet war, die Frau irgendwann in ein Krankenhaus ging, um ein Kind abzuholen, das von Gott kam. Woher aber wusste man, wann es Zeit war, ein Kind abzuholen?“ Die Satmarer Gemeinschaft hat eigene Zeitungen und Magazine, koscheres Internet & Handys, eigene Handwerksbetriebe, Geschäfte und Schulen. Die Männer arbeiten häufig innerhalb der Einrichtungen ihrer Gemeinschaft: „Es ist diese Angst vor Unreinheit, die die Chassidim von der Welt der Goyim fernhält.“ Akiva heiratet früh, eine Frau, die er kaum kennt, er wird Rabbiner und Familienvater. Doch mit der Zeit muss er feststellen, dass ihn sein bisheriges Leben immer mehr gefangen nimmt. Er ist unglücklich mit seiner Ehe und und in seinem Glauben. Akiva beschreibt in seinem Buch, wie er aus der Satmarer Gemeinschaft, aus diesem alten Leben, ausgestiegen ist, wie er in einer Art Identitätskrise steckte und schließlich einen Neuanfang in Deutschland wagte. Heute lebt er zwar wieder das Judentum, aber ein anderes, ein lebendiges, in dem er sich weniger durch Regeln, Vorschriften und Kontrolle bedrängt fühlt. Er arbeitet als Rabbiner, weil er jüdische Menschen ermutigen und in ihrem Glauben bestärken möchte. Dabei widmet er sich besonders jüdischen Menschen, die aus einer ultraorthodoxen Gemeinschaft ausgestiegen sind. Denn für diese Aussteiger ist das Leben häufig erst einmal schwierig. Viele erleben Phasen von Depression und Einsamkeit, die Suizidrate unter ihnen, ist erhöht. „Der gewohnte, Sicherheit vermittelnde Tages- und Wochenrhythmus bricht weg. Keine gemeinsamen Gebete in der Synagoge oder in der Familie, kein Austausch mit Freunden.“ „Dieses tragende Fundament der ultraorthodoxen Identität geht mit dem Austritt verloren und das schlechte Gewissen, das ohnehin so tief verwurzelt ist in der Satmarer Kultur, wird übermächtig. Ist es nicht ganz falsch, was ich tue? Ist es nicht das abgrundtief Böse? Manche, die das nicht aushalten, gehen zurück.“ In Dresden hat Akiva mittlerweile die „Besht Yeshiva“ - die erste chassidisch-liberale Yeshiva (eine Art Schule) der Welt gegründet, damit Aussteiger ihren Platz in ihrer „neuen“ Welt finden können... MEINUNG: Meine bisher gelesenen Bücher über ultraorthodoxe Juden, haben vor allem die Perspektive der Frauen eingenommen, weshalb ich es interessant fand, noch einen anderen Blickwinkel kennenzulernen. Erneut habe ich mich über manche Verhaltensregeln und Vorschriften gewundert. Und auch die vorgesehene Rolle der Frau hat mich stellenweise schwer schlucken lassen, z. B.: „Gott hat den Frauen ein kleineres Gehirn gegeben, weil sie nicht die wichtigen Sachen machen müssen. Sie müssen sauber machen, kochen, sich um die Kinder kümmern, sie müssen nicht Politiker oder Rabbiner oder Ärzte sein.“ Besonders zu Beginn und gegen Ende enthält das Buch sehr viele Fakten. Manches war mir dort zu detailliert geschildert und ich verlor ab und zu die Motivation, weiterzulesen. Den Mittelteil dagegen fand ich klasse. Hier erzählt Akiva von vielen Erlebnissen und dem Leben in der Gemeinschaft. Das war spannend und interessant. Dabei veränderten sich meine Gefühle für ihn als Protagonisten immer wieder. Manche seiner Entscheidungen konnte ich nur schwer nachvollziehen, immer wieder habe ich mich auch über ihn geärgert (z. B. wenn ich den Eindruck hatte, dass er sich aus der Verantwortung zieht). Aber man steckt eben nicht in den Menschen drin... FAZIT: Insgesamt war es, trotz ein paar Längen, ein interessantes Buch über einen Aussteiger aus der jüdischen Gemeinschaft der Satmarer Chassiden. Wen die Thematik interessiert und wer eine Mischung aus Sachbuch und Erlebnisbericht sucht, der könnte sich das Buch ruhig mal genauer anschauen. 4/5 Sterne!

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Klare Leseempfehlung!

Von: Frau Katja Bohlander-Sahner

02.06.2022

Frisch ausgelesen: Akiva Weingarten: Ultraorthodox. Ich bin zweifelnde Christin, andere Religionen faszinieren mich seit jeher. Sowohl ihre theoretischen Hintergründe, ihr Gottesbegriff, als auch und vor allem die Umsetzung der Religiösität im Alltag. Hierfür ist das orthodoxe Judentum ein gewichtiges Beispiel. Akiva Weingarten bietet Einblicke in das Leben der Satmarer, einer Gruppe in der Gruppe sozusagen, und beschreibt seine innere Wandlung im Laufe der Jahre weg von dieser sehr "geregelten" Gemeinschaft hin zur Säkularität, wobei er letzlich doch der Sache im Kern treu bleibt und heute als Rabbi in der Schweiz arbeitet. Ohne religionswissenschaftliche Kenntnisse kann ich aus meiner Perspektive nur interessiert und verwundert aufnehmen, wie vielfältig die Menschheit ist. Das orthodoxe Judentum wird für mich durch Weingartens Schilderungen verstehbar, er selbst sieht beide Seiten der Medaille, nicht nur die Enge, sondern auch die Wärme und Geborgenheit einer solchen Gemeinschaft. Er spricht aus männlicher Perspektive und ergänzt für mich somit Deborah Feldmann mit "(Un)orthodox", das mich vor Jahren wirklich schockte. Der Umgang mit Sexualität und patriarchalen Strukturen, das nur am Rande, scheint in vielen Religionen nicht so ganz einfach (extra mild formuliert!). Wer also am Thema des Buches interessiert ist: Klare Leseempfehlung!

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Beeindruckend schildert Akiva Weingarten von seinem Weg. Was Glaube eigentlich bedeutet und wie es sein kann, strickt danach zu leben, hinterlässt einen Beigeschmack und macht dem Leser schnell klar, dass es manchmal auch zu viel des „Guten“ sein kann. Den Grundsätzen der Thora und des jüdischen Glaubens hingegen will Akiva Weingarten gar nicht entkommen, sondern nur für sich selbst neu entdecken. Mit seinem Buch schreibt er ganz offen über die Missstände seiner Kindheit und dem harten Kampf in ein neues, nicht vorgeschriebenes und offenes Leben.

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Akiva Weingarten ist 1984 in New York in die Gemeinschaft der ultraorthodoxen Satmarer Chassidim geboren worden und sehr streng aufgewachsen. Seine Großeltern sind ungarische Juden, die den Holocaust überlebt haben und nach dem zweiten Weltkrieg nach Amerika ausgewandert sind. Er wächst mit vielen Regeln auf, die das Leben und den Alltag des Jungen beherrschen, welche auch nicht immer für ihn verständlich sind. Schon früh wird er zum Studium der Thora und des Talmud auf eine jüdische Jungenschule geschickt. Später studiert er in Israel und wird ein Rabbiner. Dort lernt er auch seine junge Frau kennen, der er ganz streng vorgestellt wird und heiratet sie mit 19 Jahren. Doch er bemerkt ganz schnell, dass er in dieser Ehe gefangen und unglücklich ist und dass er immer mehr mit seinem Leben als ultraorthodoxer Jude unzufrieden ist. Er verlässt seine Familie, wird von seiner Frau geschieden und macht sich auf nach Deutschland, um dann nach einiger Zeit und nach einem Studium in Potsdam als Rabbiner in Dresden zu leben. Er hat 2021 in Dresden eine neue jüdische Gemeinde gegründet und sieht sich als liberal-chassidisch. Dieser ungeschminkte Lebensbericht ist sehr spannend und ehrlich geschrieben. Er soll Menschen die Welt der ultraorthodoxen Juden erklären, damit man verstehen kann, weshalb manche Gläubige diese Strenge nicht mehr leben möchten und aussteigen. Die Stärke dieses unglücklichen jungen Mannes aus seiner Gemeinschaft auszubrechen und alles, was er bisher kannte, zurückzulassen, hat mich sehr beeindruckt.

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Sehr interessant!

Von: murphy

22.05.2022

Auf diese Geschichte war ich sehr gespannt. Ein Einblick in eine mir eher unbekannte Welt, das hat mich neugierig gemacht. Akiva Weingarten schildert auf anschauliche und verständliche Weise sein Leben in der ultraorthodoxen Satmarer-Gemeinschaft. Erzählt von Befreiung und Selbstwerdung in einer Welt, die für alles eine feste Regel hat. Von Geburt an steht bereits fest wie sein Leben verlaufen soll. Normen die das Leben bestimmen, die er aber immer öfter als Zwang empfindet. Es gibt so viel mehr draußen in der Welt. Weingarten verlässt seine Gemeinschaft und findet seinen eigenen Weg. Er bleibt seinem Glauben treu, lebt seine Religion freier und offener. Dieses Buch hat mir viele Fragen beantwortet, interessante Einblicke in den jüdischen Glauben gewährt und das Judentum erklärt. Leicht zu lesen, mit Glossar für die jiddischen Begriffe und einigen Fotografien. Mir hat es sehr gut gefallen!

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In „Ultraorthodox“ erzählt der Rabbiner Akiva Weingarten seine spannende Lebensgeschichte. Geboren 1984 ist er in der chassidischen Glaubensgemeinschaft der Satmarer aufgewachsen. Er berichtet von seiner Kindheit in der streng orthodoxen jüdischen Gemeinde die geprägt war von Ritualen und Zwängen und wie er es geschafft hat sich von dort zu befreien und sich ein neues Leben in Deutschland aufzubauen ohne dabei seinen Glauben zu verlieren. Dabei geht er mit seinen ehemaligen Glaubensgenossen jedoch nie zu streng ins Gericht und wirbt für Toleranz und Verständnis auf allen Seiten. Da ich sehr gerne Autobiographien und spannende Lebensgeschichten lese habe ich dieses Buch mit großem Interesse gelesen und einiges daraus gelernt was ich noch nicht wusste.

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Ein sehr interessantes Buch mit einem Einblick in ein völlig fremdes Leben. Ein Leben, das geprägt ist von Regeln und einer Lebensweise die den Meisten fremd ist und man sonst nur sehr wenig erfahren kann. In seinem Buch beschreibt der Autor wie er mit seinem Glauben, seiner Religion, aufwächst und je älter er wird immer mehr mit dem traditionellen ultraorthodoxen Leben hadert. Er beschreibt die Regeln und Traditionen seiner Religionsgemeinschaft aber auch zugleich seine Bedenken. Er hegt den Wunsch freier zu leben als es ihm seine Glaubensgemeinschaft erlaubt. Eines Tages beschließt er die Religionsgemeinschaft zu verlassen und baut sich ein neues religiöses Leben auf. Ein sehr mutiger Schritt denn sein altes Leben muss er komplett hinter sich lassen. Wer sich interessiert wie Juden, insbesondere die Ultraorthodoxen, leben und denken sollte dieses Buch lesen. Man versteht vielleicht nicht alles und kann nicht alles nachvollziehen, dennoch bekommt man einen sehr seltenen und interessanten Einblick in eine Welt die ansonsten verborgen bleibt.

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