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Benjamin von Brackel

Die Natur auf der Flucht

Warum sich unser Wald davonmacht und der Braunbär auf den Eisbär trifft – Wie der Klimawandel Pflanzen und Tiere vor sich hertreibt

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Paperback
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Es geht etwas vor in der Welt der Tiere und Pflanzen, dem bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Wo sie können, bewegen sich Tiere wie Pflanzen in Richtung der Pole, um den steigenden Temperaturen und der Trockenheit in ihrem angestammten Lebensraum zu entkommen. Tropische Gebiete verlieren ihre Bewohner, Biber siedeln sich in Alaska an, riesige Fischschwärme verschwinden und tauchen vor fremden Küsten wieder auf. Meeresbewohner stoßen im Schnitt 72 Kilometer pro Jahrzehnt vor, Landbewohner 17 Kilometer. Benjamin von Brackel erzählt spannend und anschaulich von einem Phänomen, das uns zugleich die beeindruckende Anpassungsfähigkeit der Natur vor Augen führt wie auch die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels – nicht zuletzt auch auf den Menschen, an dem die Wanderung der Arten nicht spurlos vorbeigeht.


ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 288 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, 12 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-453-60574-9
Erschienen am  13. April 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Ein sehr bereicherndes und wertvolles Buch, das einem Umweltkrimi gleicht

Von: J. Löwe

07.02.2022

Da ich selbst sehr am Umwelt- und Artenschutz interessiert bin und mehr über die aktuellen Veränderungen auf unserem Planeten erfahren und diese besser verstehen wollte, habe ich mich sehr auf “Die Natur auf der Flucht” von Benjamin von Brackel gefreut. Das Buch umfasst 288 Seiten und erschien im April 2021 beim Heyne Verlag. Der Autor selbst ist Umweltjournalist und wurde bereits vor einigen Jahren mit dem Deutschen Umwelt-Medienpreis ausgezeichnet. Inhalt: Das Buch besteht aus vier Teilen, die zusammen 17 Kapitel umfassen, die v.a. vom Abwandern der Tiere aus ihren aktuellen Verbreitungsgebieten bzw. deren Flucht vor immer weiter steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels handeln. In den ersten drei großen Abschnitten geht es um die vergangenen, aktuellen und womöglich zukünftigen Geschehnissen innerhalb der Arktis, der gemäßigten Zone und der Tropen. Der vierte und damit letzte große Abschnitt beschäftigt sich mit möglichen Lösungsansätzen. Das Buch gleicht fast schon einem Krimi, welcher den Leser damit konfrontiert, was die Menschheit über viele Jahre herbeigeführt hat. Neben den Auslösern für die Flucht der Arten, wie steigende Temperaturen durch den CO2-Anstieg, (Brand-)Rodungen, Überfischung und Umweltverschmutzung, geht es im Buch hauptsächlich um die Auswirkungen des menschlichen Verhaltens. Für sehr viele Tiere sind die Lebensbedingungen in ihren eigentlichen Lebensräumen inzwischen deutlich schlechter geworden, was bereits einen starken Artenschwund zur Folge hat. Immer mehr Arten sind vom Aussterben bedroht oder bereits von unserem Planeten verschwunden. Es wurde inzwischen nachgewiesen, dass sich viele Tiere UND Pflanzen inzwischen auf den Weg nach Norden oder in höhere Regionen gemacht haben - dort wo für sie die Temperaturen noch erträglich sind. Doch eine solche Artenwanderung hat ebenfalls Folgen. So verdrängen die nach Norden oder die Berge hinauf wandernden Tiere und Pflanzen die dort lebenden Arten oder stehen in starker Konkurrenz mit ihnen. Aber nicht alle Arten können ohne weiteres fliehen. Entweder sind sie nicht schnell genug oder diverse Hindernisse stehen ihnen im Weg. Auch aktuell bestehende Naturschutzgebiete stellen ein Problem dar denn diese sind stationär und wandern nicht mit. Anstatt, dass diese Gebiete die Arten schützen, halten sie diese gefangen, da die Arten sich nicht aus ihnen heraus bewegen und sich woanders niederlassen können. Im Buch werden auch politische Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Ländern thematisiert, die solche Wanderungen auslösen. Plötzlich gibt es dort, wo es immer genügend Fisch gegeben hat, nahezu keinen mehr. Stattdessen sind bestimmte Fischbestände weiter in den Norden gezogen. Dort freut man sich über den Fisch. So etwas führt regelmäßig zu internationalen Krisen, wenn sich die betroffenen Länder nicht einigen können. Nicht nur die Tiere sind bedroht, sondern auch zahlreiche Pflanzenarten, die nicht an die steigenden Temperaturen angepasst sind. So kann man schon lange beobachten, wie das Waldsterben fortschreitet und immer mehr Baumarten aus ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten verschwinden. Auch in Deutschland lässt sich das bereits erkennen. Am Ende des Buches gibt es dann noch einen Ausblick mit möglichen Lösungsansätzen, wie man dem Ganzen doch noch etwas entgegensetzen kann, um zumindest einen Teil der so wertvollen Regenwälder, Korallenriffe, Tier- und Pflanzenarten retten zu können. Meine Meinung: Dieses Buch ist in meinen Augen eine echte Bereicherung und sollte schon in den Schulen eine Pflichtlektüre sein. Vieles kommt einem vielleicht schon bekannt vor, doch durch das Buch erkennt/versteht man Zusammenhänge, die einem vorher vielleicht nicht ganz so bewusst waren. Außerdem macht der Autor die Dringlichkeit eines konsequenten Umdenkens deutlich, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit, um eine Katastrophe zu verhindern. Mit knapp über 300 Quellenangaben ist das Buch in meinen Augen ein wissenschaftlich fundierter Umweltkrimi, der ausführlichen Recherchen zugrunde liegt. Was mir ebenfalls gefällt: Das Buch ist nicht wie ein reines Sachbuch geschrieben. Der Autor berichtet auch von eigenen Beobachtungen, Gesprächen und von anderen Wissenschaftlern bzw. deren Entdeckungen, so dass der Inhalt oft auch einer Erzählung ähnelt. Fazit: Für mich ist “Die Natur auf der Flucht” eine wertvolle Lektüre, allen voran um die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Geschehnisse auf unserem Planeten bewusster wahrzunehmen, zu verstehen und ernst zu nehmen. Im besten Fall führt es zu einem Umdenken und dazu, vielleicht selbst der fortschreitenden Katastrophe entgegenzuwirken. Denn: Jeder von uns kann etwas tun. Sei es durch eine noch so kleine Tat, wie häufigeres Fahrradfahren, das Verwenden umweltfreundlicher Produkte, den bewussteren Konsum von Nahrungsmitteln und vielem mehr. Natürlich ist auch die (Welt-)Politik an der Reihe, den Wissenschaftlern zuzuhören und auf die aktuell stattfindenden Veränderungen zu reagieren - und das nicht erst Jahre später, wenn es dann (wieder) heißen könnte: “Hätten wir das damals doch nur gewusst!”

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Kurzweilig & Informativ

Von: buchstabenwald

13.11.2021

Ein überraschend kurzweiliges informatives Leseerlebnis hat mich hier erreicht, das ich viel zu lange aufgeschoben habe! . Benjamin von Brackel, Umweltjournalist der Süddeutschen Zeitung, beschreibt in seinem Buch das Wandern der Arten bedingt durch die Erwärmung der einzelnen Klimazonen, was (grob gesagt) durch den Klimawandel verursacht wird. Er bedient sich dabei wissenschaftlichen Artikeln, Statistiken und Studien und fasst diese gekonnt zusammen, so dass auch ein Normalsterblicher die Bedeutung dieser Forschungsergebnisse erfassen kann. . Die Arten - Pflanzen, Insekten, Tiere an Land und im Wasser - brauchen bestimmte Lebensbedingungen. Verschieben sich diese, folgen die Arten ihnen… oder versuchen es zumindest - horizontal wie auch vertikal. Logisch eigentlich. Nur ich wäre definitiv niemals auf diesen Gedanken gekommen. Anhand vieler verschiedenster Beispiele von Flora und Fauna und rund um den Globus wird gezeigt, wie dramatisch die Lage um unsere Artenvielfalt wirklich ist. Und was man dagegen tun kann. Mein Fazit: ERSCHRECKEND, was um uns herum passiert, ohne dass wir es mitbekommen. Ich zumindest nicht. Keine der abwandernden, neu ankommenden oder aussterbenden Arten ist oder war auch nur jemals in meinem Blickfeld. Gut, als Laie ist das natürlich auch nicht einfach. Aber da merkt man mal, wie eingeschränkt das Bewusstsein für unsere Natur ist. . Große große Leseempfehlung für jeden, der sich mit dem menschenverursachten Klimawandel und dessen Folgen auseinander setzen will. . In mir löst dieses Thema sehr große Angst aus. Ich will jedoch trotzdem darüber Bescheid wissen, ich will wissen was um mich herum passiert, was ich besser machen kann. Was ich meinen Kindern irgendwann einmal beibringen muss, damit sie es noch besser machen können.

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Vita

Benjamin von Brackel, geboren 1982, hat die Deutsche Journalistenschule in München absolviert, Politikwissenschaften in Erlangen und Berlin studiert und gehört heute zu den profiliertesten Umweltjournalisten in Deutschland. Als freier Journalist schreibt er für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und Natur hauptsächlich über den Klimawandel und hat das Onlinemagazin klimareporter° mitbegründet. 2016 wurde er mit dem Deutschen Umwelt-Medienpreis ausgezeichnet.

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