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Vivian Gornick

Ich und meine Mutter

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Vivian Gornick ist eine Entdeckung!

Mütter sind anstrengend und bleiben es ein Leben lang. Schon als Kind spürt Vivian Gornick bei ihrer Mutter eine blinde Wut über deren Schicksal als Hausfrau. Begleitet von der trotzigen Behauptung, die wichtigste Rolle einer Frau sei die der Ehefrau und Mutter. Darüber, dass die Tochter Unabhängigkeit und Schriftstellerei wählt, können die beiden Frauen endlos streiten, zugleich sind sie unzertrennlich. In diesem biografischen Roman, der noch nie auf Deutsch erschienen ist und gerade in mehreren Ländern neu entdeckt wird, zerlegen Mutter und Tochter auf kilometerlangen Fußmärschen durch New York weibliche Lebensentwürfe und führen ein furioses und komödiantisches Defilee verschiedenster Charaktere, ihrer Liebhaber, Träume und Enttäuschungen auf.

»Kaum mit Worten zu sagen, wie überragend gut dieses Buch ist.« Washington Post

»An die Brillanz und den Witz und die Liebe dieses Memoirs, das man als Tochter einer Mutter eigentlich nur feiern kann, wird allerdings so schnell nichts herankommen«

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (12. May 2019)

Aus dem Englischen von Pociao
Originaltitel: FIERCE ATTACHMENTS: A Memoir
Originalverlag: Farrar, Straus and Giroux
eBook epub (epub), ca. 224 Seiten (Printausgabe)
ISBN: 978-3-641-23986-2
Erschienen am  15. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Autobiographische Schilderungen von wechselndem Interesse

Von: Buecherwusel

06.09.2021

Vivian Gornick beschreibt in ihrer Autobiographie die Beziehungen ihres Lebens - zu Männern, in erster Linie aber Frauen aus ihrem Umfeld, allen voran natürlich zu ihrer titelgebenden Mutter. Sie reiben sich aneinander, streiten, sind sich selten einig, auch noch auf ihren gemeinsamen Spaziergängen durch New York, als Vivian Mitte 40 und die Mutter fast 80 ist. Keine kann anscheinend die Erwartungen der anderen erfüllen. In den vielen Rückblenden in die Vergangenheit erhalten wir eine Ahnung davon, warum das so ist: Der frühe Tod von Vivians Vater stürzte die Mutter in eine tiefe Depression, Vivian heiratete einen Mann, mit der die Mutter nicht einverstanden war, um nur die wohl prägendsten Ereignisse zu nennen. Zwischen Mutter und Tochter entwickelt sich eine Art Hassliebe. Für Außenstehende sind solche Beziehungen oft schwer zu greifen. Und Biographien finde ich oft schwer zu bewerten, stellen sie nun mal die Geschichte der verfassenden Person dar und enthalten genau die Themen, die für diese Person wichtig sind. Für mich als Leserin gab es interessante und weniger interessante Passagen. Die Beschreibungen der Mutter-Tochter-Beziehung haben mich oft gepackt, die eine oder andere Schilderung z. B. des Lebenswegs diverser Nachbar*innen weniger. Ein roter Faden war zwar da; nicht immer aber habe ich die Relevanz des Erzählten erkannt - was möglicherweise durchaus an mir liegt und nicht zwingend an der Autorin. Ich vergebe 3,5 / 5 ⭐.

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Archiv zweier Leben

Von: ulrike rabe

05.09.2019

Mütter und Töchter, ein wohl Bände füllendes Thema. Vivian Gornick hat in ihrem autobiografischen Roman „Ich und meine Mutter“ nicht nur ihre Kindheit und Jugend in den 1940ern bis 50ern aufgerollt, sondern auch ihrer Mutter literarisch ein Denkmal gesetzt. Schon vor dreißig Jahren ist der Roman in den USA erschienen, 2019 liegt er nun auch in deutscher Übersetzung vor. Vivian wächst in einem jüdischen Arbeiterviertel New Yorks auf. Sie ist 13 Jahre alt, als ihr Vater 50-jährig verstirbt. Die Mutter verfällt in eine lebenslange Depression. Wir begegnen den beiden Protagonistinnen auf zwei Zeitebenen, in der Vergangenheit und im New York Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, wenn Vivian mit der mittlerweile hochbetagten Mutter durch die Straßen Manhattans spaziert. „Ich bin jetzt das Archiv deines Lebens, Ma.“ Es ist eine komplizierte Beziehung zwischen Mutter und Tochter, beide können die Erwartungen der anderen nicht erfüllen. Die Mutter, die all ihre Liebe auf den Vater ausgerichtet hat, verliert ihren Lebensmittelpunkt, die Tochter kann und will der Mutter nicht alles recht machen. Vivian studiert, heiratet trotzig einen Nichtjuden, den sie nicht liebt und der sie nicht versteht. Später hat sie Affären, die die Mutter nicht billigt. Vivians Leben passt nicht in das Schubladendenken der Mutter, und diese hatte viele Laden. Es ist nahezu ein Wunder, dass Vivian als Kind von den Glaubenssätzen der Mutter unbeeindruckt Freundschaften pflegen konnte, mit Marilyn, der Mutter eine „Verrückte“ war, mit der Nachbarin Nettie, eine „Schlampe“ und „unkultiviert“. Nicht so zu werden, wie die Mutter, frei von der Abhängigkeit zu einem Mann, selbstbestimmt zu leben und zu lieben, sind Vivians Ziele. Dabei sind sich die Frauen viel ähnlicher als sie wahrhaben möchten. Sie waren sich die längsten Vertrauten und im Alter beginnt die Mutter, sich von ihrem Denken zu befreien. In einem Interview sagt Vivian Gornick über ihre Mutter: „Im Alter hat meine Mutter ihre Meinung dazu aber noch mal geändert. Generell hatte ich den Eindruck, dass sie ihr Leben nie richtig verstehen konnte. Dabei habe ich lange mit ihr darüber geredet, dass das Frausein sie mehr festgeschrieben hat als alles andere. Am Ende hat sie verstanden, was ich damit meine. Sie ist mit 94 Jahren gestorben, zu dem Zeitpunkt war sie selbst Feministin.“ Ich und meine Mutter ist ein kluges und reflektiertes Memoir und zu Recht ein Klassiker der US-amerikanischen feministischen Literatur.

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Vita

Vivian Gornick, 1935 als Tochter einfacher jüdischer Einwanderer in der Bronx geboren, ist Autorin, Journalistin, Literaturkritikerin und bekennende Feministin. Sie begann ihre Karriere bei der New Yorker Wochenzeitung »The Village Voice« und schreibt seither für zahlreiche renommierte Medien, darunter »The New York Times« und »Atlantic Monthly«. Gornick veröffentlichte bisher elf Sachbücher mit oft autobiografischem Hintergrund. »Ich und meine Mutter«, 2019 erstmals auf Deutsch erschienen, wurde 2019 von der »New York Times« zum besten Memoir der vergangenen fünfzig Jahre gewählt. »Eine Frau in New York«, wurde für den National Book Critics Circle Award nominiert und für »Offene Fragen« erhielt sie den Windham Campbell Prize für Literatur und wurde für den PEN Award nominiert.

Zur Autorin

Pociao

Pociao studierte Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaften, übersetzt u.a. Paul Bowles, William S. Burroughs und Evelyn Waugh und gewann 2017 den Don DeLillo-Übersetzungswettbewerb.

Zum Übersetzer

Pressestimmen

»Ein beeindruckendes Buch über zwei beeindruckende Frauen.«

»Wie hat meine Mutter mein Leben geprägt? Vivian Gornick verhandelt diese Frage meisterlich. Alles ist nicht nur furios beschrieben, sondern oft auch extrem lustig.«

Deutschlandfunk Kultur, Kim Kindermann (22. July 2019)

»Die Verbindung von Intellektualität und Emotion, feinster auch sinnlicher Wahrnehmung durchdringt ihr ganzes Schreiben und bringt es zum Leuchten.«

taz (24. June 2019)

»Ein Buch, so rasant und lebendig wie die Stadt, in der es spielt.«

Der Tagesspiegel, Susanne Kippenberger (20. April 2019)

»Beim Lesen wundert man sich zuweilen, wie wenig das Buch gealtert ist. Das liegt sicher an Gornicks wunderbarer Erzählweise [...]«

FAZ (18. September 2019)

»Vivian Gornick hat ein starkes Buch über die Verstrickungen zwischen Mutter und Tochter geschrieben«

»dunkel, radikal, vibrierend«

Brigitte MOM (01. January 2020)

«Was soll man sagen? Brillant. Ein amerikanischer Klassiker. Kaum mit Worten zu sagen, wie überragend gut dieses Buch ist.»

The Washington Post

»Die Geschichte einer anhaltend schwierigen Beziehung, glänzend und furios erzählt.»

The New York Times

»Zurecht als zeitloser Klassiker gefeiert.»

Jonathan Lethem

«Vibrierend und lebendig – ‹Ich und meine Mutter› kartografiert Gefühle und Prägungen und zeichnet eine genaue Landkarte der eigenen Persönlichkeit.»

Los Angeles Times

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