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Emily Brontë

Sturmhöhe

Roman
Penguin Edition (Deutsche Ausgabe)

(3)
Sturmhöhe
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Ein Monolith der Weltliteratur – bewegend und einzigartig

Als Findelkind kommt der junge Heathcliff in das Anwesen Wuthering Heights, das der rauen Witterung der englischen Küste schutzlos ausgesetzt ist. Von Gutsbesitzer Mr. Earnshaw liebevoll aufgenommen, führt seine Anwesenheit jedoch schon bald zu Zwietracht in der Familie. Tochter Cathrine erkennt in dem fremden Jungen eine verwandte Seele und verliebt sich in ihn, doch ihr Bruder Hindley ist voller Neid auf den Eindringling. Er beginnt ihn zu quälen und verstößt ihn nach dem Tod des Vaters. Als Cathrine sich für eine Heirat mit dem reichen Nachbarn entscheidet, schwört Heathcliff Rache …

«Sturmhöhe» blieb der einzige Roman von Emily Brontë, der noch zu ihren Lebzeiten veröffentlich wurde. Er wurde zu einem Fixstern am weltliterarischen Firmament.

PENGUIN EDITION. Zeitlos, kultig, bunt.


Aus dem Englischen von Siegfried Lang
Originaltitel: Wuthering Heights
Mit Nachwort von Susanne Ostwald
Taschenbuch, Broschur, ca. 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10859-7
Erscheint am 11. April 2022

Rezensionen

Eine Tragödie mit einem grandiosen Bösewicht

Von: Querleserin

29.05.2016

Inhalt Die Geschichte wird zu Beginn von einem Ich-Erzähler präsentiert, von Mr Lockwood, der das Anwesen Thrushcross Grange von Mr Heathcliff mieten möchte. Die Zustände in Wuthering Heights (Sturmhöhe), wo Mr Heathcliff wohnt, muten ihn seltsam an. Neben diesem lebt dort die junge Catherine Heathcliff, seine Schwiegertochter, Hareton Earnshaw sowie der alte Knecht Joseph und eine Magd. Nach einer katastrophalen Nacht, in der Mr Lockwood vom "Geist" Cathys, der Mutter Catherines, heimgesucht wird, muss er auf seinem neuen Anwesen das Bett hüten. Während seiner langen Genesungszeit erzählt das Dienst- und Kindermädchen Ellen Dean, Nelly genannt, ihm die Geschichte der Familien Earnshaw und Linton, ebenfalls aus der Ich-Perspektive, da sie diese sowohl miterlebt als auch maßgeblich mitbestimmt hat. Heathcliff ist ein Findelkind, das der alte Earnshaw mit nach Wuthering Heights gebracht hat. Er lässt mit seinen Kindern Hindley und Cathy aufwachsen und ihm kommt entsprechende Fürsorge und Bildung zu. Heathcliff und Cathy verbindet schnell eine Art Seelenverwandschaft, während Hindley ihn ablehnt. Cathy, die den wilden Jungen liebt, wagt es jedoch nicht ihn zu heiraten, da ihr Bruder ihn ihr nach dem Tod des Vaters bewusst entzogen hat und ihn zum ungebildeten Arbeiter degradiert. Statt dessen heiratet sie mehr aus einer Laune heraus den gut aussehenden, aber ängstlichen und schwachen Adligen Edgar Linton, Erbe von Thrushcross Grange. Heathcliff verschwindet noch in jener Nacht, da sie ihre Heiratspläne Nelly offenbart. Nach drei Jahren kehrt er zurück, vornehm und zu Geld gekommen - wie, das bleibt im Dunkeln. Cathy ist offensichtlich noch in ihn verliebt, genauso wie die Schwester Edgars - Isabella. Heathcliff sinnt auf Rache und will beide Familien restlos ruinieren - psychisch und finanziell. Dazu quartiert er sich in Wuthering Heights ein und entfremdet Hindley von seinem Sohn Hareton. Hindley, der den Tod seiner Frau nicht verkraftet hat, trinkt und spielt sich zu Tode und so ist ein Leichtes für Heathcliff das Gut und auch den Jungen für sich zu gewinnen. Dabei unterdrückt er die guten Seiten und Anlagen Haretons und lässt ihn zu einem ungebildeten, ungehobelten Jugendlichen heranwachsen - verwehrt ihm also genau die Chancen, die man ihm selbst genommen hatte. An Cathys Ehemann rächt er sich, indem er Isabella dazu bringt, mit ihm zu fliehen und sie heiratet, um sie danach wie "Dreck" zu behandeln. Sie kann nicht zurück, denn er legt keine Hand an sie, so dass sie keine Chance hat, sich von ihm zu trennen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse und die mangelnde Selbstbestimmung der Frau werden besonders am tragischen Schicksal Isabellas und ihrer Verzweiflung aufgezeigt. Es grenzt an einen Akt der Rebellion, dass ihr die Flucht gelingt und sie fernab von ihrer Familie ein Kind alleine großzieht. Cathy währenddessen geht an ihrer Liebe zu Heathcliff einerseits und der Unmöglichkeit, diese auszuleben, da sie in einer Ehe mit eine fürsorglichen Mann "gefangen" ist, zugrunde. Nach einem gewalttätigen Streit zwischen den beiden Rivalen verliert sie den Verstand und letztlich ihre Lebensgrundlage. Ihre Schwangerschaft wird nur angedeutet - mit der Geburt ihrer Tochter Catherine verabschiedet sich Cathy aus der für sie so unglücklichen Welt und lässt Heathcliff in tiefer Verzweiflung und Trauer zurück, die seine Rache jedoch nicht aufhalten kann. Auch die folgende Generation muss unter ihm leiden, alle werden Opfer seiner Rache - alle außer Nelly, der es immer wieder gelingt, am Ort des Geschehens zu sein und dieses teilweise sogar zu beeinflussen. So ist sie diejenige, die aufgrund ihrer Interventionen der Geschichte ein versöhnliches Ende ermöglicht - Heathcliff hingegen vermag sie nicht zu retten. Bewertung Der Roman zeigt einmal mehr, wozu unglückliche Liebe Menschen befähigt. Heathcliff hätte ein anderer werden können, hätte Hindley die fürsorgliche Behandlung seines Vaters fortgesetzt. Durch sein unmenschliches, im Prinzip "asoziales" Verhalten nimmt er ihm die Kultiviertheit, die er benötigt hätte, um Cathy zu heiraten. Gleichzeitig fördert er die Freundschaft zu den Lintons, die Cathy mit ihrem Verhalten maßgeblich beeinflussen und die ihrerseits Heathcliff ablehnen. Trotz des Verständnisses, das man ihm entgegenbringen möchte, ist Heathcliff ein Bösewicht. Aber auch Cathy handelt gegen ihr Gefühl, als sie Edgar heiratet, und trägt damit als Gefangene ihres Standes zum Unglück beider Familien bei. Es ist ein tragisches Liebespaar, dem ein glückliches Leben eben aufgrund dieser gesellschaftlichen Umstände und des Standesdünkels verwehrt bleibt. Warum hat Hindley Heathcliff nicht wie einen Bruder aufgenommen? Seine Vorurteile bezüglich seiner zweifelhaften Herkunft und seines Aussehen verhindern dies. So ist das Verhalten des alten Earnshaw für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlich tolerant, das zeigt sich auch daran, dass er Cathys wildes Verhalten durchgehen lässt. Hindley hingegen erfüllt die Erwartungen an seinen Stand, obwohl er diesen eben nicht standhalten kann, wenn man sich seinen weiteren Lebenslauf ansieht. Die Figur, die trotz ihrer Bosheit, Stärke zeigt, ist der Außenseiter Heathcliff, der jedoch schließlich an seiner Trauer und Verzweiflung über den Tod seiner großen Liebe zugrunde geht. Zu Recht eine große Tragödie, eben ein Klassiker, der mich restlos in seinen Bann gezogen hat!

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Vita

Emily Brontë

Emily Jane Brontë (1818–1848) wuchs mit ihren ebenfalls literarisch hochbegabten Schwestern Charlotte und Anne sowie ihrem Bruder Branwell vollkommen abgeschieden im väterlichen Pfarrhaus in Yorkshire auf. 1845 wurden die Gedichte der Brontë-Schwestern unter Pseudonym gedruckt; 1847 veröffentlichten die drei jeweils ihren ersten Roman.

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