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Kann man da noch was machen?

Geschichten aus dem Alltag einer Rollstuhlfahrerin

(4)
Taschenbuch
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»Ich sehe die Dinge aus einer anderen Perspektive. Und das macht es interessant.«

Wer im Rollstuhl sitzt, bekommt manchmal die seltsamsten Dinge zu hören: »Toll, dass du trotzdem rausgehst!«- »Kannst du Sex haben?«»Kann man da noch was machen?« – »Darfst du betrunken Rollstuhl fahren?« - »So hübsch und dann im Rollstuhl!«

Frei von Selbstmitleid, mit entwaffnender Selbstironie und ebenso tiefsinnig wie unterhaltsam erzählt Laura Gehlhaar Geschichten aus ihrem Alltag auf vier Rädern – mit allem, was dazugehört.

Eine Meisterin in Sachen Witz und Selbstironie

ZDF Mittagsmagazin (12. September 2016)

ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 256 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-60367-7
Erschienen am  12. September 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Informativ, relevant und nah am Leben

Von: girlwiththebookshelves

06.10.2020

Mich stört es, dass Behinderungen auch in intersektionalen Diskursen oft eher stiefmütterlich behandelt wird. Umso wichtiger ist es, ebensolche Bücher zu lesen. Besonders viel haben wir über die Kapitel „Blicke“, „Julian“ und „Sitzt dein Freund auch im Rollstuhl“ geredet. Gehlhaar schildert eine Gratwanderung zwischen Unsichtbarkeit und Angestarrt-Werden. Oft wird die einzelne Person auf ihre Behinderung reduziert. Außerdem müssen Menschen mit Behinderungen sich erklären, letztlich für ihre Existenz rechtfertigen. Dies zeigt eine Anspruchshaltung von Menschen ohne Behinderung. Meistens beruht der Umgang mit Menschen mB auf Berührungsängsten, die nur durch direkten Kontakt, passende Erziehung und Repräsentation in den Medien abgebaut werden können. Was auffällt: Um ihre Situation zu verbessern, müssen Menschen mB zumeist selbst kämpfen; das kostet Zeit und Energie. Eine wirkliche Lobby, geschweige denn, dass der Staat sich einsetzt, gibt es nur selten. Gerade beim Thema Behinderung kommt es oft auf den Blickwinkel an. Während Gehlhaar von vielen wegen ihres Rollstuhls bedauert wird, bedeutet er für sie Freiheit. Der Umgang innerhalb der Familie, für die das Leben mit zwei Menschen mB Alltag, ja Routine ist, ist für sie Normalität. Das zeigt, dass wir generell unseren Begriff von „normal/Normalität“ überdenken müssen - denn diese sieht für jede*n anders aus. Was ich besonders schlimm finde, ist, dass wir alle in einer ableistischen Gesellschaft sozialisiert werden. Das trifft auch auf Menschen mB zu, was es umso schwerer macht, sich selbst zu akzeptieren. Gehlhaars Buch eröffnet viele Perspektiven zur Diskussion. Was mir etwas gefehlt hat, sind weiterführende Literaturhinweise, zum Beispiel zum Thema Werkstätten. Des Weiteren fehlt der intersektionale Blickwinkel weitestgehend, Probleme von beispielsweise Klasse in Zusammenhang mit Behinderung werden nicht thematisiert. Das ist letztlich aber auch nicht Gehlhaars Aufgabe, denn sie schildert schließlich ihr Leben, ihre Perspektive. Die Autorin selbst liest mittlerweile nicht mehr aus dem Buch, weil sie einige Stellen anders schreiben würde. Mit diesem Blick muss man stellenweise auch an die Lektüre rangehen. Das Buch ist eine Momentaufnahme, das nicht alle Themen in Bezug auf Behinderung abdeckt oder intersektionalen Feminismus in den Fokus nimmt. Und das ist okay. Hauptsache ist, dass wir am Leben der Autorin teilhaben können und so vielleicht alle unser eigenes Verhalten hinterfragen können. Ich hoffe, dass alle, die sich dieser Lektüre widmen, einen Schritt in Richtung einer Gesellschaft machen, die nicht mehr ableistisch geprägt ist und mit einem wacheren Blick für die Probleme marginalisierter Menschen durchs Leben gehen.

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Blick über den Tellerrand

Von: Alexandra (The Read Pack)

21.01.2018

Mein erstes Buch in diesem Jahr beschäftigte sich mit einem Thema, dass ich sonst sehr meide, weil es mich selbst betrifft. Ich lese ungern Bücher über Behinderungen, Ratgeber und Erfahrungsberichte noch viel weniger gern. Ich selbst sitze im Rollstuhl. Warum sollte ich ein Buch lesen, dass sich um den Alltag einer Rollstuhlfahrerin dreht? Bei “Kann man da noch was machen?” war die Lage etwas anders. Laura Gehlhaar habe ich via Social Media nun eine Weile verfolgt und mag ihre freche Schnauze, ihre coole und sympathische Art sehr gern. Genau diese Art zu Erzählen, cool, humorvoll und laut aber gleichzeitig reflektiert und verletzlich, hat mich im Buch dann wirklich begeistert. “Kann man da noch was machen?” ist voll Augenzwinkern aber trotzdem eben mitten aus dem Leben der Autorin. Bei vielen beschriebenen Anekdoten überkam mich ein großes, heftiges “oh ja, das kenne ich sooo gut”-Gefühl. Ich habe vieles davon selbst erlebt und gefühlt. Natürlich gibt es nicht “die Rollstuhlfahrer” und ich teile auch nicht alle Ansichten der Autorin (ich empfinde es nicht als Beleidigung, wenn man meine Behinderung kurzzeitig “vergisst”, das tue ich leider auch oft genug) aber viele (getragen werden, von Betrunkenen, furchtbar!) aber das Buch ist eine spannende Möglichkeit für einen Perspektivwechsel. Es fällt manchmal schwer über den Tellerrand zu blicken und Bücher wie dieses sind dabei so wichtig. Behinderungen finden oft im Alltag nicht statt, werden entweder gar nicht oder als übertrieben heldenhaft wahrgenommen (“Ist das toll, dass du trotzdem raus gehst!”). Umso schöner ist es, die Geschichten von jungen und ganz normalen Menschen mit Handicap zu erfahren. Laura Gehlhaar hat sich erst mit 20 Jahren entschieden künftig den Rollstuhl zu nutzen. Ich selbst sitze seit meinem fünften Lebensjahr im Rollstuhl und Erinnerungen gibt es für mich beinahe nur so. Trotzdem haben wir eins gemeinsam: so ein Rollstuhl ist kein Gefängnis, sondern ein echtes Stück Freiheit. Erst Dank meinem Rollstuhl kann ich mich so frei bewegen, wie ich es tue und mitleidige Blicke sind nicht angebracht. Apropos Blicke: im Buch werden die verschiedenen Blicke beschrieben, die Rollstuhlfahrer im Alltag ernten. Vom mitleidig-verschwörerischen bis zum kinnladenoffenen Starren, das ist wirklich lustig aber vielleicht auch eine gute Möglichkeit sein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Wegen diesem und vielen anderen Details wünsche ich dem Buch viele Leser, Behinderte und vor allem Nicht-Behinderte. Diese besonders lustigen “ich setze mich einen Tag in den Rollstuhl”-Aktionen können bewusst machen, wo überall (bauliche) Schwellen im Alltag lauern, aber echtes Verständnis kann meiner Meinung nach nur entstehen, wenn man mit denen spricht, die es betrifft.

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Vita

Laura Gehlhaar

Laura Gehlhaar, geb. 1983 in Düsseldorf, sitzt seit ihrem 22. Lebensjahr im Rollstuhl. Sie hat Sozialpädagogik in Holland und in Berlin studiert und arbeitet heute als Aktivistin, Autorin und Redakteurin. In ihrem Blog "Frau Gehlhaar" beschreibt sie ihre Alltagserfahrungen auf vier Rädern und wurde mit ihrem Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo zu einem Star im Internet.

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Pressestimmen

Laura Gehlhaar schreibt witzig, berührend und ehrlich über ihren Alltag

LAURA, Uta Paulus (14. September 2016)

„Das Buch ist eine leidenschaftliche Kampfansage an das ‚völlig verzerrte Bild der Realität vieler Behinderter, die selbstständig ihr Leben leben!‘ “

Berliner Kurier am Sonntag, Michael Santen (11. September 2016)

Ein sehr direktes Buch

Die Rheinpfalz am Sonntag, M. Santen (11. September 2016)

Tiefsinnig und unterhaltsam

Frau mit Herz (10. September 2016)

Schonungslos, offen und ehrlich

IN (08. September 2016)