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Rezensionen zu
Wir bleiben noch

Daniel Wisser

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

Daniel Wisser "Wir bleiben noch" Victor ist Mitte viertig, unglücklich verheiratet und kinderlos. Er ist der letzte Sozialdemokrat einer Wiener Familie, deren sozialdemokratische Wurzeln bis in die Kaiserzeit reichen. Seine Familie hat sich gedanklich längst von der Sozialdemokratie entfernt und das Gedankengut von Rechts angenommen. Karoline, Victors Cousine ist Ärztin und hat die letzten Jahre in Oslo gelebt. Als sie nach Österreich zurückkehrt, passiert was sich beide seit 30 Jahren gewünscht haben: Victor und Karoline gestehen einander ihre Liebe und werden ein Paar. Sehr zum Missfallen der Familie. Die Urli vererbt ihnen ihr Haus am Land und in dieses ziehen sie auch. Was habe ich an dem Buch geliebt? Alles. Daniel Wisser fängt die heutige Zeit so dermaßen gut ein! Der Aufbau des Romans, die Dialoge innerhalb der Familie, das Zwischenmenschliche, das Verweben des ganz Banalen mit der österreichischen Geschichte. Es ist bei weitem nicht nur ein Familienroman. Mich hat das Buch sehr berührt und gleichzeitig sehr amüsiert. Die Familiendynamik ist so herrlich festgehalten. Ich liebe seinen Blick auf das Bürgerliche, auf unsere heutige Zeit. Da sind Sätze drinnen, die so auf den Punkt sind. So nah am Leben und die vielen Lächerlichkeiten und die Entwicklung der Welt beschreiben. Große Daniel Wisser-Liebe!

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Daniel Wissers Familienroman ist die Geschichte von Victor Jarno, dem letzten Sozialdemokraten einer Wiener Familie. Victor ist nicht der schnellste, erzählt gerne alte Familiengeschichten und hat keine Lust mehr zu arbeiten. Daniel Wisser frischt seinen Familienroman mit oft sinnfreien Chatverläufen auf was mir jetzt nicht so gut gefallen hat. Seinen Wiener Humor jedoch mag ich und der hat mich auch oft zum schmunzeln gebracht. Für fünf Sterne hat es bei mir nicht gereicht aber eine kurzweilige Geschichte und gut zu lesen und damit verdient die Geschichte vier Sterne auf jeden Fall

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Das Buch hat mir gut gefallen! Als ich das Buch erhalten habe, dachte ich das Hauptthema dieses Buches wäre die rechts Bewegung in der Gesellschaft. Beim Lesen entdeckte ich noch viele weiter Themen die in dem Buch verarbeite sind. In einem ganz tollen Schreibstill und mit vielen humorvollen Momenten werden Themen wie Familienbündnisse, Verlust, Trauer und gesellschaftskritische Themen aufgegriffen. Das Buch lässt sich gut lesen und hat mich stundenlang in Bann gezogen.

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Unterhaltsame Familiengeschichte!

Von: Patrick B.

20.04.2021

Normalerweise wälze ich jede Menge Thriller. Nebenbei lese ich aber auch gerne mal etwas Lockeres und Unterhaltsames. So habe ich mir das neue Buch von Daniel Wisser „Wir bleiben noch“ zur Hand genommen. Zuerst einmal kann man feststellen, dass der Schreibstil von Daniel Wisser sehr umgänglich und unkompliziert ist. Die Seiten können also ziemlich schnell weggelesen werden und man kommt relativ zügig durch das Buch. Der Klappentext verrät, dass die Geschichte das Leben einer Familie über vier Generationen erzählt. Viktor Jarno, in den mittleren Vierzigern, trennt sich von seiner Frau und geht eine Beziehung mit seiner Cousine Karoline ein und dieser Skandal bringt die ganze Familie, welche über Jahrzehnte hinweg sozialistisch verwurzelt war und in der sich politisch ein Rechtsruck immer weiter ausbreitet, an den Rand des Zusammenbruchs. Viktor und Karoline müssen sich gegen ihre österreichische Familie behaupten und halten sich an ihrer Liebe fest. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam erzählt, auch wenn sie selten Fahrt aufnimmt und eher so dahinplätschert. Allerdings hat man zu jeder Zeit das Gefühl, bei allen beschriebenen Zusammenkünften der Familie unmittelbar dabei zu sein und den Mitgliedern beim Diskutieren zuzuhören. Was mich allerdings etwas gestört hat, waren die vielen ausgeschriebenen SMS- bzw. WhatsApp-Chats und die vielen Emojis, die darin eingebaut waren. Diese haben meiner Meinung nach den Lesefluss etwas gestört und den Eindruck erweckt, das Buch wolle übertrieben modern wirken. Der Humor, der innerhalb des Buches und des Textes ab und an aufflammt, ist nicht gerade gewöhnlich und man muss ihn mögen. Allerdings hat mir dieser zugesagt und ich musste beim Lesen nicht nur einmal schmunzeln. Einzig die Spannung hat mir etwas gefehlt und das Buch hatte teilweise seine Längen. Ich weiß, dass es hier vor allem um andere Dinge geht und die Geschichte nicht vorrangig Spannung erzeugen will, aber ein wenig mehr Action hätte dem Roman sicherlich gutgetan. Lobend erwähnen möchte ich aber noch, dass neben der Familien-Story die Abhandlung politischer Themen und Aspekte höchst intelligent in die Geschichte verwoben wurde und somit sehr gut mit allem anderen verschmelzen. So erfährt man quasi im Vorbeigehen einiges an Geschichte österreichischer Politik, ohne gelangweilt zu werden, wenn man nicht unbedingt einen Draht zu politischen Themen hat. Alles in allem war für mich das Buch auf jeden lesenswert und wer gerne tiefgründige Familiengeschichten liest, dem kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.

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Aus der Zeit gefallen wirkt der Protagonist Victor Jarno, der „letzte Sozialdemokrat“ (so der Klappentext), dabei aber durch und durch sympathisch. Während Victor fassungslos den Verfall der (vor allem österreichischen) Demokratie und eigenen Familie kommentiert, gelingt dem Roman eine höchst lehrreiche und zumeist auch unterhaltsame Verknüpfung von geradezu modellhaften Familienkonflikten mit den großen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungslinien der letzten rund 100 Jahre in und um Wien, fokussiert aber immer wieder auf die aktuellen österreichischen Verhältnisse. Natürlich gibt es auch eine große Liebesgeschichte, die gleichwohl zum gesellschaftlichen Eklat taugt. In den Text eingestreut finden sich mehrfach kurze Abschnitte von Chat-Konversationen der Hauptpersonen. Die kurzen Kapitel, die unverkrampfte Sprache und prägnante Sprachspiele sowie der durchgehende Humor lassen sofort ein angenehmes Lesegefühl aufkommen. Wer durch eine emotionale Liebesgeschichte angerührt, durch eine spannungsreiche Familiengeschichte unterhalten und durch Anspielungen auf Geschichte, Gesellschaft und aktuelle Politik wie nebenbei klüger werden möchte, ist mit diesem Roman perfekt bedient. Wer sich im österreichischen Politikbetrieb ein wenig auskennt, wird sich leichter tun, manche zusätzlichen Facetten und Bezüge zu erschließen. Verständlich und amüsant ist der Roman aber auch ohne dies.

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Wahrhaftig

Von: Sonnenschein17

19.04.2021

Victor Jarno fühlt sich nicht nur wie der letzte Sozialdemokrat in Wien, nein wie in ganz Österreich. Er registriert entnervt, wie Menschen – gerade auch aus seiner Familie – im Laufe der Jahre ihre politische Meinung wechseln und sich von rot zu braun färben. Ihm fehlen die politischen Diskussionen – heutzutage sind es nur noch Streitereien, die die Familie entzweien. Margot Käßmann sagte mal in einem Podcast mit Arne Thorben Voigts, dass ihr als Protestantin das Streitgespräch fehle, die Diskussion um die Sache Und ich finde, das die Streitgepräche in der realen Welt zu schnell persönlich werden. Kritik an politischem Denken und Handeln wird sofort totgeschrien. Aber ob die "Weltflucht" des Victor Jarno die Lösung ist, wage ich zu bezweifeln. Dass er dann zum Schrecken der Familie auch noch seine Cousine heiratet, wird zu dem Stein des Anstoßes, der die Familie auseinanderbrechen lässt. Geheimnisse kommen ans Licht, Zorn kocht hoch. Aber auch der Handywahn lässt grüßen und natürlich die Egotrips einzelner bzw. die Politikverdrossenheit. Ein Buch das mich daran erinnerte, wie mein Bruder mich mal mit dem Messer bedrohte, weil ich nicht seiner politischen Meinung war. Also ein Buch zu einem Thema, dass alt, aber auch sehr aktuell ist; interessant auf jeden Fall.

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In diesem Buch geht es um die Liebesbeziehung von Victor und seiner Cousine Karoline. Deren Problematik mit der Familie und das politische Geschehen in Österreich werden geschickt gegenübergestellt. Ich habe den Anfang des Buches mit Begeisterung gelesen. Es ist locker, klug und interessant geschrieben. Dann habe ich irgendwie den Anschluss verpasst. Die Figuren, die ich zu Beginn so mochte, verstand ich nicht mehr und am Schluss habe ich mich nur noch gefragt, was das alles soll. Aber vielleicht ist das ja auch beabsichtigt.

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Wir bleiben noch – c oder k

Von: Liane M.

17.04.2021

Wir bleiben noch – c oder k Auf der Geburtstagsfeier der 99-jährigen Großmutter finden Victor,47, und seine Cousine Karoline, die aus Norwegen nach Österreich zurückgekehrt ist, nach 30 Jahren endlich zueinander. Ihre Beziehung ist legal, stellt jedoch einen Tabubruch dar. Bereits früh werden die Familienkonflikte offengelegt, die jeder aus seiner Familie kennen dürfte. Victor ist Aussteiger und letzter Sozialdemokrat seiner Familie, die jetzt rechts wählt. Die Romanhandlung umfasst den Zeitraum September 2018 - September 2019 und bezieht wichtige innenpolitische Ereignisse wie die Ibiza-Affäre und die daraus resultierenden Neuwahlen ein. Victor seziert seine Familie, die exemplarisch ist für die österreichische Gesellschaft. Wann hat diese Angst begonnen, bei der gesellschaftlichen Umverteilung der Pfründe leer auszugehen. Persönlicher Frust über eigene Fehlentscheidungen und nicht genutzte Chancen belasten die familiären Beziehungen. Das Buch erzählt von dem Versuch für die alternde Gesellschaft im Dorf eine Perspektive zu entwickeln und den Vorbehalten bei der Integration von Flüchtlingen. Für die Errungenschaften des modernen Lebens wie Smartphone und Amazon gibt es ein Remis. Sind die Preisgabe persönlicher Daten ein zu hoher Preis für Komfort und Anschluss an die moderne Welt auch auf dem Land? Wie das auf dem Buchcover abgebildete vom Aussterben bedrohte Breitmaulnashorn ist Victor mit seiner unangepassten Haltung allen Unkenrufen zum Trotz noch sehr präsent! Die Diskussion um ein C oder ein K im Namen ist übrigens eine charmante Anspielung an k.u.k.

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