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Gerard Donovan

In die Arme der Flut

Roman

HardcoverNEU
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Nebel steigt auf über dem Fluss bei Ross Point in Maine, und auch um die hohe Brücke vor der Mündung ins Meer wallen Nebelschwaden. Dort steht Luke Roy und wartet. Er will springen - schon öfter hat er an Selbstmord gedacht. Als der Himmel endlich klar wird, hört er vom Fluss her Schreie. Ein Ausflugsboot ist gekentert, und ein Junge wird von der Strömung Richtung Klippen und Meer getrieben. Luke zögert nicht: Der Außenseiter wird zum Helden wider Willen, und sein Leben ändert sich auf eine Weise, die er sich nie hätte träumen lassen …


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: The Dead Lit Faintly
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87651-1
Erschienen am  04. October 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Maine, Vereinigte Staaten von Amerika

Rezensionen

Ein mitreißender Fluss

Von: lamabooks

14.10.2021

„Es ist der dritte Freitag im Oktober. Luke Roy lehnt am Eisengeländer einer hohen Brücke. Nächsten Monat wird er siebenundreißig. Er blickt in einen fünfunddreißig Meter tiefen Abgrund hinab.“ Luke Roy steht am Abgrund. Schon seit langer Zeit, seit einem Erlebnis aus der frühen Jugend denkt er über das Beenden seines Lebens nach. Diese Gedanken folgen ihn auf Schritt und Tritt. An diesem Morgen steht er auf dieser Brücke, im Nebel. Doch es kommt anders, als er denkt. Er rettet einem ertrinkenden Jungen das Leben. Daraufhin ändert sich das Leben von Luke schlagartig, doch kommt ihm das zu Gute und wird er sich mit dieser neuen Rolle identifizieren können? Ein unfassbar wichtige und schwere Thematik behandelt Gerard Donovan in dem Buch „In die Arme der Flut“. Zu Beginn des Romanes liegt der Fokus auf der genauen Beschreibung der Landschaft, des tosenden Meeres, des Nebels und der Brücke auf der sich der Protagonist befindet. Weitergehend finden Rückblicke statt, welche das Leben von Luke auf eine sehr eigene Weise darstellt und mehr oder weniger erkennen lässt was ihn dazu veranlasst heute auf dieser Brücke zu stehen. Durch den Wendepunkt, der mich persönlich sehr überrascht hat, ändert sich einiges. Luke gerät in einen Medienwirbel der sehr viel Macht aus ihn ausübt. Luke, der Einzelgänger wird zum ‚Helden‘. Die Darstellung von ‚Mediengeilheit‘ ist dem Autor hier meiner Meinung nach sehr gut gelungen. In diesem Kontext fiel es mir hier leicht die Handlungen des Protagonisten nachzuvollziehen. Es folgt eine weitere Wendung und es wurde für mich als Leser um einiges schwieriger der Handlung zu folgen und Lukes Gedanken und Handlungen nachzuvollziehen. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn sehr berührt und mitgerissen war, dies jedoch ab der weiteren Wendung leider verloren habe und das hat sich auch bis zu dem Ende des Buches nicht geändert. Alles in allem ein lesenswertes Buch welches jedoch im letzten Drittel meiner Meinung nach abnimmt. Trotz den interessanten sprachlichen Mitteln des Autors und der detailreichen Beschreibungen konnte der Roman nicht vollständig überzeugen.

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Lebensmüde

Von: ck007

11.10.2021

So trostlos wie das Cover ist das gesamte Buch. In den trüben und kalten Herbstmonaten in Maine ringt der Außenseiter Luke damit, ob er von der Brücke springen soll oder nicht - mal wieder. Über viele Seiten hinweg sinniert er ausführlich und ausschweifend über sein Leben, in dem so einiges zu fehlen scheint und dessen er überdrüssig ist. Trotz der detailreichen, mitunter poetischen und philosophischen Schilderungen aus neutraler Erzählersicht wird nicht klar, weshalb er von solcher Todessehnsucht getrieben wird. Durch den Vorfall auf der Brücke wird Luke zunächst als Held gehypt, kurz darauf von einem Shitstorm eingeholt. Hier gelingt es dem Autor gut, die Macht der sozialen Medien zu verdeutlichen, wie schnell Stimmungen durch ihren Einfluss kippen können und wie Menschen (u. a. Politiker) derartige Vorkommnisse skrupellos für eigene Bedürfnisse nutzen. Insofern schwingt in diesem Buch eine gewisse Gesellschaftskritik mit. So ist Luke ein Spielball der Gesellschaft, dessen tragisches Schicksal mehr und mehr fremdbestimmt wird. Was all das mit seiner inneren Gefühlswelt macht, bleibt jedoch im Nebel verborgen. Gleiches gilt für die Beweggründe Pauls, dem Jungen, dessen Schicksal untrennbar mit seinem verbunden ist. Dieser übernimmt im letzten Drittel die Hauptrolle, wobei das Buch eine unschöne Wendung nimmt, aber dann doch auf ein passendes Ende zusteuert. Die Tristesse, die sich durch beider Leben zieht, die mehr und mehr auch in den kleinen Ort Ross Point einzieht, überträgt sich unweigerlich auch auf den Lesenden. Das Buch zieht emotional runter. Insofern ist es nicht unbedingt für emotional instabile Menschen geeignet.

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Vita

Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie, Germanistik und klassische Gitarre, veröffentlichte Gedichtbände, Shortstorys und Romane. Sein erster Roman »Ein bitterkalter Nachmittag« wurde mit dem Kerry Group Irish Fiction Award ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Man Booker Prize. Sein Roman »Winter in Maine« war ein internationaler Bestseller.

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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, 1956 in Treysa geboren, arbeitete mehrere Jahre als Erzieher. Nach seinem Studium der Germanistik und Geografie in Marburg/Lahn wurde er 1991 Literaturübersetzer. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Larry Brown, John Cheever, Stewart O'Nan, William Trevor und Richard Yates.

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