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Joshua Sobol

Der große Wind der Zeit

Roman

(4)
Hardcover
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Ein humanistisches Meisterwerk, ein großer Roman über vier Generationen der Familie Ben-Chaim, eine umfassende Geschichte Israels: Libby, Offizierin der israelischen Armee und Verhörspezialistin, nimmt sich nach einer beunruhigenden Begegnung mit einem mutmaßlichen Terroristen Urlaub von der Armee und fährt zu ihrem Großvater Dave in den Kibbuz. Dort stößt sie auf das Tagebuch ihrer Urgroßmutter Eva und taucht fasziniert in ihre Welt ein. Eva war eine starke, lebenslustige Frau, die in den frühen dreißiger Jahren Kibbuz, Mann und Kind verließ und in Berlin als Tänzerin auftrat, bevor sie floh.

»Hundert Jahre Geschichte fächert Joshua Sobol in seinem ambitionierten und ungeheuer lebendig erzählten Roman auf. Spielend leicht verschränkt er die Vergangenheit mit der Gegenwart.«

Sigrid Brinkmann / Deutschlandfunk Kultur (27. April 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Hebräischen von Barbara Linner
Originaltitel: Chufschat schichrur
Originalverlag: Hakibbuz hame’uchad
Hardcover mit Schutzumschlag, 528 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87573-6
Erschienen am  26. April 2021
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Dieses Buch spielt in: Israel

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Rezensionen

Der große Wind der Zeit

Von: Myriade

27.12.2021

Den Luchterhand Literaturverlag habe ich kürzlich entdeckt. Sehr empfehlenswert für Leser*innen, die sich für zeitgenössische Literatur interessieren. Ich habe begonnen, mich durch das Verlagsprogramm zu arbeiten. Meine Nummer 1 war DIESES ebenso interessante wie verstörende Buch, dies ist nun meine Nummer 2, die für mich auch unter die Lesegenüsse fällt und eine Nummer drei wartet noch darauf gelesen zu werden. Der Roman spielt im heutigen Israel und umfasst Szenen aus dem Leben von vier Generationen einer Familie, wobei die älteste Generation vertreten durch Omama Eva durch deren Tagebuch zu Wort kommt, das von ihrer Urenkelin Libby gelesen und szenisch fantasiert wird. Eva ist eine Tänzerin, die in den 1930er Jahren in Berlin lebt und intensive Beziehungen zu Nazis unterhält. Sie heiratet in Israel einen Jemeniten, bekommt einen Sohn, pendelt zwischen Orten und zwischen ihrer Leidenschaft als Tänzerin und politischem Engagement in Israel. In einer sehr starken Szene versucht sie erfolglos ihre in Wien lebenden Eltern davon zu überzeugen nach Israel auszuwandern. Die Eltern glauben nicht an die Schrecken, die ihnen ihre Tochter für die nahe Zukunft ausmalt. Es wird dann nur noch lakonisch berichtet, in welchen KZs sie ermordet wurden Auch die Urenkelin Libby ist eine ungewöhnliche Frau. Zu Beginn des Romans hat sie gerade ihre Tätigkeit als Verhörspezialistin für palästinensische Häftlinge bei der israelischen Armee gekündigt. Bei einem ihrer letzten Verhöre lernt sie einen Palästinenser kennen, der des Terrors verdächtigt wird, einen Historiker, der in Coventry an seiner Doktorarbeit scheibt und nur nach Israel gekommen ist um am Begräbnis seiner kleinen Cousine teilzunehmen, die von der Armee erschossen wurde, weil sie mit einer Stricknadel herumspielte, die von den Soldaten für eine Waffe gehalten wurde. Libby und der als Terrorist verdächtigte interessieren sich für die Sicht des jeweils anderen „Was für ein Spaß, mit dir zu streiten“ Er schmolz förmlich vor Vergnügen „Wenn alle Israelis so wären wie du, wäre das super unterhaltsam“ „An dem Tag, an dem alle Palästinenser wie du sind, Adib, werden sie entdecken, dass die meisten Israelis so wie ich sind“ S 356 „Du bist die dritte Generation der Flüchtlinge und ich bin die vierte Generation von Flüchtlingen“ erwiderte Libby. „Willst du einen Krieg zwischen mir und dir und unseren Kindern wegen Leuten, die wie Fausi al-Kawukdschi oder sein Kontrahent Hadsch Amin al-Husseini in Nazibegriffen einer totalen Vernichtung dachten ?“ „Ich möchte keinen Krieg mit dir“ entgegnete Adib „aber wir haben eine Menge zu bereden“ „Eine Menge“ stimmte ihm Libby zu „und wir werden reden“ „Also wann kommst du nach Coventry? fragte er „Am Tag nach meiner Entlassung aus der Armee“ antwortete sie „in genau zwei Wochen“ S 444 Ich möchte hier nicht alle Personen vorstellen, die in diesem bunten Gemälde des israelischen Alltags vorkommen. Orthodoxe Armeekommandanten gehören ebenso dazu wie korrupte Politiker, übergriffige Psychologen, rebellische Töchter, Lebemänner und -frauen … Eine weitere Hauptgestalt dieses Romans ist Uri, der sich Dave nennt, der Sohn von Eva ist und der Großvater von Libby. Er ist über achzig, Mitbegründer eines Kibbuz, durch dessen Geschäfte er gerade reich wird. Er fährt oft und gerne mit seinem Motorrad (Harley-Davidson WLC 43 aus den Tagen von Pearl Harbor S34 ) durchs Land, je unwegsamer die Strecken durch die Wüste umso lieber. Eine meiner Lieblingsszenen in diesem Roman ist die Unterhaltung zwischen Dave und einem langjährigen palästinensischen Freund. Die beiden alten Herren unterhalten sich auf einer Ebene von Mensch zu Mensch, sie kennen und respektieren die jeweils andere Sprache und Kultur und nehmen die politische Situation, wie sie nun einmal ist. „Inschallah. Adib macht schon den Doktor fertig. Redet englischeres Englisch als euer Regierungschef. „Unser Ministerpräsident spricht Amerikanisch, kein Englisch“ präzisierte Dave. „Der Junge wird nachhause zurückkommen und der Kulturminister in unserer Regierung, wenn wir einen Staat haben“ „Ihr werdet einen Staat haben, ihr werdet eine Regierung haben, ihr werdet Schmach und Schande haben wie wir“ tröstete Dave seinen Gastgeber und langjährigen Freund. (…) „Die Liebe sieht das Gute. Die Enttäuschung sieht das Schlechte. Die enttäuschte Liebe sieht das Ganze“ zitierte Dave ein altes arabisches Sprichwort „Du hast drei Söhne, alhamdulillah, einer erfolgreicher als der andere, warum enttäuschte Liebe?“ wunderte sich Saliman über seinen Gast. „Wir haben das, was wir geschaffen und erreicht haben mit viel Leid erreicht“ sagte Dave „doch wie haben eine Generation von Vergnügungsjägern großgezogen. Strecken die Beine über den Deckenrand hinaus und bringen sich um für teure Leichenhemden.“ „Die Unterhaltung mit dir, chawadscha Daud, ist wie in einem Buch lesen“ „Auch mit dir, Saliman “ (…) S169 Tatsächlich ist dieser Roman ein Aufruf zu menschlichem Miteinander in einer politisch unlösbar erscheinenden Situation. Der Autor schreibt auch gegen die Klischeevorstellungen von der israelischen Geschichte und Gesellschaft, die nicht so stereotyp ist, wie wir uns das in Europa vorstellen. Joshua Sobol, Der heute wohl bekannteste Dramatiker Israels verfasste neben zahlreichen Bühnenstücken auch Romane, die sich immer mit dem Thema Israel oder dem jüdischen Glauben befassen. Er wurde 1939 geboren, noch zu Zeiten des Völkerbundmandats für Palästina, lebte zeitweise in einem Kibbuz, studierte Literatur und Geschichte in Israel und Philosophie in Paris. Es ist ein anspruchsvoller Roman, ich habe zum Beispiel einiges an Geschichte Israels und Palästinas nachgelesen. Es ist auch ein Roman, der Lösungen für möglich hält auf die kaum jemand mehr wetten wollte. Schließlich ist es auch ein sehr liebevoll geschriebener Roman, der sich aber fernhält von jeder Sentimentalität. Sehr empfehlenswert Es ist schon sehr lang geworden, trotzdem gäbe es jede Menge Textstellen, die ich noch gerne zitieren würde, denn der Text hat sehr viele Facetten. Auf keinen Fall verzichten kann ich aber auf die Erwähnung der Textstelle, die dem Buch seinen Namen gegeben hat: „(…) und dann lebten sie wieder zusammen, bis ein großer Wirbelwind kam, der ihn in die Arabische Abteilung und sie in die Deutsche Abteilung des Palmach blies, und da haben sie selbst die Flügel ausgebreitet, schwangen sich auf den großen Wind der Zeit und flogen mit ihm wie die Kraniche, die keine Angst vor Höhe und Weite haben, und sperrten sich nicht ein wie panische Mäuse in ihren Löchern…“ S 429

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Großartige Erzählung

Von: Booklove15_11

01.07.2021

Der israelische Dramatiker Joshua Sobol erzählt in seinem neuen Roman über vier Generationen und 100 Jahre hinweg eine humanistische und kritische Familiengeschichte. Dabei werden nicht nur aus viele Lebensgeschichten berichtet, sondern die Geschichte Israels wie auch des Nahostkonflikts gekonnt in Verbindung gebracht. Im Mittelpunkt der aschkenasisch-jemenitische Familie Ben-Chaim stehen zwei starke Frauen. Eine davon Offizierin der israelischen Armee und Verhörspezialistin Libby. Nach einer beunruhigenden Begegnung mit einem mutmaßlichen Terroristen nimmt sie sich Auszeit und fährt zu ihrem Großvater Dave der - seit Tagen verschwunden ist - in der Kibbuz. Dort stößt sie auf die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Eva und taucht fasziniert beim Lesen in ihr völlig unbekannte Welt ein. Eva Ben-Chaim lässt ihren Mann und Sohn in Kibbuz und reist in den frühen dreißiger nach Berlin, um Tänzerin und Choreografin aufzutreten. Dabei lernt sie viele jungen Nazis, revolutionären Theaterleute und den Dramatiker Bertolt Brecht kennen und geniest ihr Freiheit und pflegt freie Liebe. Sie erlebt, wie die Nazis an die Macht kamen und gerade rechtzeitig bringt sie sich in Sicherheit. Der Roman ist eine gut gelungene, vor allem sehr vielschichtige israelische Familiensage. In 47 Kapitel und 520 Seiten lang habe ich die Familie Ben-Chain bei all den Höhen und Tiefen begleitet und dabei nicht nur Libby und Eva kennengelernt, sondern gesamte Großfamilie. Sobols Figuren sind lebensnah und facettenreich. Die sind wie Fingern am Hand, gehören zwar zusammen und doch zu sehr verschieden. Man feiert und leidet mit allen aber die Kopfschüttelmomente sind auch nicht wenig. Besonders seine Dialoge waren für mich ein Genuss. Man merkt schnell, dass der Autor langjährige Erfahrung als Theaterregisseur hat. Mit seiner lebendige aber definitiv nicht einfacher Sprache hat mich Joshua Sobol nach heutigen und damaligen Israel mit genommen. Die Reise war nicht so einfach, viele detailreiche Charaktere/Nebencharaktere haben mein Weg erschwert, doch zum Glück gibt es eine Personenauflistung, die ich immer wieder nachgeschlagen hab. „Der große Wind der Zeit“ ist ganz sicher kein Schmöker, welche in einem Rutsch lesen lässt. Doch dafür ist es eine sehr authentische, atmosphärische Werk. Wer an israelische Geschichte Interesse hat oder einfach in einer anderen Welt eintauchen möchte, kann ich dieses großartig erzähltes Buch nur ans Herz legen.

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Vita

Joshua Sobol, 1939 in Tel Mond geboren, lebte in einem Kibbuz und studierte u.a. in Paris Philosophie. Als einer der führenden israelischen Dramatiker lehrte er u. a. an der Universität in Tel Aviv. Weltweit bekannt wurde er mit den Theaterstücken »Weiningers Nacht« (1982) und »Ghetto« (1984), inzwischen hat er über 50 Stücke geschrieben und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Bei Luchterhand erschienen die Romane »Schweigen« (2001) und »Whisky ist auch in Ordnung« (2005).

Zum Autor

Barbara Linner

Barbara Linner, geb. 1955 in München, studierte Judaistik, Orientalistik und südosteuropäische Geschichte. Sie ist Übersetzerin von u. a. David Grossman, Batya Gur, Judith Katzir, Jehoschua Kenaz, Etgar Keret, Joshua Sobol.

Zur Übersetzerin

Pressestimmen

»Ein tiefgründiges Buch, voller Witz, Melancholie und stiller Weisheit - ein wahrhaft großartiges Lesevergnügen.«

Mirko Schwanitz / Bayern 2 Diwan (06. June 2021)

»Ein dichtes Leseerlebnis, bei dem tiefgründige Exkurse mit der sehr lebendigen, dialoggetriebenen Erzählung der bunten Lebensgeschichten wechseln.«

Doris Kraus / Die Presse am Sonntag (09. May 2021)

»Er erzählt eine Familiengeschichte, die sich über vier Generationen erstreckt und als Allegorie auf das moderne Israel der letzten hundert Jahre gelesen werden kann.«

Jakob Hessing / Frankfurter Allgemeine Zeitung (15. July 2021)

»Sobol behandelt schwerwiegende politische Themen und die Lebenskrisen seiner Figuren mit tänzerischer Leichtigkeit und in manchen Szenen mit filmreifem Witz, der an Billy Wilder erinnert.«

Christina Höfferer / Ö1 Ex Libris (16. May 2021)

»Es geht um schwere politische und persönliche Krisen - und doch behält Sobol eine gewisse Leichtigkeit im Erzählton. Und einen feinen Witz. Ein bewegendes Leseerlebnis.«

Franziska Trost / Kronen Zeitung (28. May 2021)