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Juli Zeh

Unterleuten

Roman - Filmausgabe

Taschenbuch
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Die Filmausgabe zum großen ZDF-Dreiteiler

Der Bestseller von Juli Zeh wird unter der Regie von Matti Geschonneck (»Der verlorene Bruder«) nach einem Drehbuch von Magnus Vattrodt (»Ein großer Aufbruch«) als »Unterleuten - Das zerrissene Dorf« unter anderem mit Thomas Thieme, Miriam Stein, Charly Hübner und Ulrich Noethen verfilmt.

Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.

Mit »Unterleuten« hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?


Originaltitel: Unterleuten
Originalverlag: Luchterhand
Taschenbuch, Klappenbroschur, 656 Seiten, 13,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-442-71976-1
Erschienen am  10. February 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Brandenburg, Deutschland

Rezensionen

Juli Zehs skurrile Romanwelt die doch so ähnlich in vielen Dörfern Deutschlands zu vermuten ist

Von: KinderLeseWunder aus Ratzeburg

08.08.2021

Unterleuten von Juli Zeh, mit seinem zweideutigen Titel, der zum Einen den Namen eines fiktiven Dorfes in Brandeburg meint, zum Anderen ein Bild zwischenmenschlicher Beziehungen verspricht, bietet darüber hinaus dem Leser eine Auseinandersetzung mit den heute zum guten Ton gehörenden Umweltschutzmaßnahmen und sehr viel Tragikomik. Trotz oder genau wegen der vielen eher unsympathischen Charakteren hatte ich mit diesem Lesestoff viel Spaß. Für meine Lesegewohnheit schaffte Juli Zeh den Spannungsbogen durchgehend zu halten, obwohl die ersten beiden Wechsel zwischen den Figuren mich doch überraschten. Im Laufe des Romans habe ich diesen Kunstgriff zu schätzen gelern. So wurden dem Leser Geheimnisse enthüllt, die sonst nur ein allwissender Erzähler hätte präsentieren können. Bei einer solche Erzählform wärewahrscheinlich der Aufbau der Spannung durch die erst nach und nach überaus präzise dargestellten Beweggründe der einzelnen Figuren auf der Strecke geblieben. Am Ende des Buches hatte Juli Zeh für jede Figur meine Empathie geweckt und unsere individuelle Welt der Halbwahrheiten bloßgestellt, bei der wir uns alle mit unseren Handlungen im Recht wähnen und nur deshalb unseren Schlaf finden. Bei der Darstellung des Dorflebens durch die Autorin wusste ich zeitweise nicht, ob ich froh sein sollte, in der Stadt zu leben oder Juli Zeh und ihre Figuren um ihr Landleben beneiden. Im einem Dorf, wie im Roman dargestellt, ist man nie allein. Man ist immer „Unter Leuten“. Die Menschen halten, für einen Aussenstehnden teils durch unsichtbare Bande der Vergangenheit, zusammn. Beispielsweise auf der Suche nach einem verschwunden Kind ebenso wie beim Versuch ein Projekt zu verhindern Das Objekt der Eskalation der Jahrzehnte schlummernder Konflikte und die Störung des beschaulichen Alltages mit seinen kleinen Intrigen sind Windräder, die in der Landschaft von Unterleuten aufgestellt werden sollen. Sie bringen neben der erneuerbaren Energie für das deutsche Stromnetz dem Dorf Unterleuten Steuereinnahmen und dem noch zu ermittlenden Besitzer des Landstückes, auf dem der Winpark stehen wird, jahrzehntelange Prämienzahlungen. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Zuschlag ebenso wie der Versuch, das Ganze zu verhindern, beginnt. Die Tragikomik des Romans ist in den Schicksalschlägen der Figuren, sowie deren teils skurrilen Verhaltensweisen zu finden. Eine junge Frau, die ihr komplettes Leben nach einem Bestseller ausrichtet, welcher ihr die Macht verspricht Herrin über ihre Mitmenschen zu sein. Ein alter Kommunist, der eine Gruppe von Dorfbewohnern um sich gescharrt hat und überall Reden über dumme Politiker und den verdorbenen Kapitalismus schwingt. Ein Großbauer mit seiner ihm zum verwechseln ähnlich sehenden riesigen Hündin in seinem überdimensionierten Haus mit einem Koikarpfenteich, der eine Freundschaft mit seiner Nachbarin pflegt, die Angst davor hat sich unter freiem Himmel aufzuhalten und mit ihren über 20 Katzen ein kleines Haus teilt. Ein Ehepaar, das aus Berlin nach Unterleuten gezogen ist, um ihren ganz persönlichen Garten Eden aufzubauen, welcher durch den kürzlich aus dem Koma erwachten Nachbarn gestört wird, der Tag und Nacht in seinem Garten Reifen verbrennt und das Ehepaar langsam ausräuchert und einigen Figuren mehr. In dieser komplexen Romanwelt mit den schrägen Figuren und einem ebenso schrägen Ende habe ich mich als Leserin sehr bequem eingerichtet und war über das Auslesen des Buches enttäuscht. Mit diesem Gesellschaftsroman ist Juli Zeh meiner Meinung nach eine glaubwürdige, ungewöhnliche und spannende Geschichte gelungen, die mich wieder mehr erkennen lässt, wie komplex und unvorhersehbar die menschliche Psyche ist und wie wichtig das Verstehen des Einzelnen ist, um eine Katastrophe abzuwenden. Juli Zehs überzeugender Schreibstil ist das I-Tüpfelchen des Romanes. Das Buch stelle ich definitiv in mein analoges Regal und werde es gewiss wieder in die Hand nehmen.

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Ein etwas ruhigeres Buch, dem die Tiefe etwas fehlt

Von: miss_lia48

16.02.2019

INHALT: Die Einwohner des irgendwo in Brandenburg angesiedelten Dorfes "Unterleuten", stehen Kopf. Bisher gab es in ihrem kleinen Ort weder Geschäfte, Ärzte, Schulen, oder gar eine Kanalisation. Und nun soll ausgerechnet eine große Windkraftanlage vor ihren Augen errichtet werden! Während sich die einen strikt dagegen wehren, um die ländliche Idylle zu wahren, gibt es andere, die ihren Nutzen daraus ziehen wollen. Jeder sieht sich im Recht. Und so dauert es nicht lange, bis alte Streitereien wieder ans Tageslicht gelangen... MEINUNG: Mit "Unterleuten" hat Juli Zeh einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschrieben. Dabei wirft der Leser einen Blick hinter die Kulissen. So wird das Buch aus den verschiedenen Perspektiven einiger Dorfbewohner geschildert: Naturschützer, Landwirte, Investoren, Eingesessene, Hinzugezogene - jeder hat seine eigene Sicht auf die Dinge. Durch die vielen Perspektiven ist es nicht unbedingt ein Buch, das man nebenbei lesen kann, man muss sich schon etwas konzentrieren, um die Beziehungen und Absichten der Dörfler zu erkennen. Gleichzeitig lebt das Buch regelrecht von den verschiedenen Blickwinkeln, wodurch das Dorfgeschehen von unterschiedlichen Seiten betrachtet werden kann und dabei anschaulich beschrieben wird. Zudem kommt dadurch ein bisschen Schwung in die Handlung, so dass Längen - die es für mich schon häufig gab - glücklicherweise nie all zu lange anhielten. Mir persönlich blieb die Geschichte trotzdem inhaltlich ein bisschen zu ruhig, was natürlich immer eine Frage des persönlichen Geschmacks sein dürfte. Die zum Teil sehr gegensätzlichen Lebensweisen und Ansichten der Einwohner, boten schon von sich aus einiges an Konfliktpotential für den Verlauf der Geschichte. Dabei wirkten die verschiedenen Charaktere auf mich stets authentisch und ihr Handeln nachvollziehbar. Während ich bei "Neujahr" von dem Blick in die Vergangenheit absolut begeistert war, weil mich dieser so mitgerissen hat, hat mir hier bei "Unterleuten" die Tiefe gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass mich das Buch beim Lesen auch emotional erreicht hätte, was hier leider eher selten der Fall war. Fazit: Ein vielschichtiger Gesellschaftsroman für Leser, die ruhigere Handlungen zu schätzen wissen. Viele interessante Blickwinkel und authentische Charaktere sprechen für das Buch. Längen blieben zum Glück nie all zu lange bestehen. Leider hat mich das Buch persönlich jedoch emotional kaum berührt. 3,5-4/5 Sterne

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Vita

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2019). 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

www.juli-zeh.de

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