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Rezensionen zu
Dinge, die das Herz höher schlagen lassen

Mia Kankimäki

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€ 12,00 [D] inkl. MwSt. | € 12,40 [A] | CHF 17,90* (* empf. VK-Preis)

Interessant und langatmig zugleich

Von: si_liest aus Lörrach

20.06.2021

Zwei Frauen, zwei Epochen. Die eine lebte um das Jahr 1000 am japanischen Kaiserhof, die andere lebt im Finnland des heutigen digitalen Zeitalters. Kann es trotzdem Gemeinsamkeiten geben, so dass man von einer Art Seelenverwandtschaft reden kann? Dieser Frage geht die Autorin Mia Kankimäki - fasziniert von Sei Shonagons berühmten Kopfkissenbuch - nach. Sie lässt ihr eintönig empfundenes Leben in Finnland hinter sich und begibt sich für ein Jahr auf Spurensuche im modernen Japan. Das Buch liest sich sehr gut und flüssig, trotz der immer wieder wechselnden Stilmittel (Reise-/Erfahrungsbericht, persönliche Anrede, Auflistung). Gerade die Erfahrungen, die die Autorin in Japan gemacht hat, fand ich sehr interessant zu lesen und haben mir diese fremde Welt ein bisschen nähergebracht. Mit zunehmender Seitenzahl fand ich dann die zum Teil sehr ausführlichen Beschreibungen der Heian-Zeit und den immer wiederkehrenden einseitigen Dialog sehr langatmig, so dass es mir schwerfiel, weiterzulesen. Trotzdem hat mir das Buch gefallen, da es mir eine mir fremde Kultur nähergebracht hat. Für Japan-Liebhaber sehr zu empfehlen!

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Klappentext: In ihrem unbändigen Hunger nach Freiheit bricht Mia Kankimäki aus ihrem Leben aus und beginnt ein riesiges Abenteuer: Sie reist nach Kyōto, lässt sich einfangen von Tempeln, Kirschblüten, Kabuki-Theater, Zen-Meditation und Teezeremonien. Und von einer faszinierenden Frau, die ihr zur feinsinnigen und gewitzten Seelenschwester wird: Sei Shōnagon, der Hofdame, die vor mehr als 1000 Jahren am japanischen Kaiserhof Kaiserin Teishi diente, eine so selbstbewusste wie raffiniert-ironische Schriftstellerin war und deren »Kopfkissenbuch« heute zu den Klassikern der Weltliteratur gehört. Cover: Ich finde das Cover sehr schön gestaltet und mags von den Farben her sehr gerne. Schreibstil: Der Schreibstil war etwas gewöhnungsbedürftig und am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten.  Aber nach einer Zeit kam ich gut voran. Es ist sehr interessant und spannend geschrieben. Die Storyline ist etwas als erwartet aber das Seeting hatte ich immer vor meinen Augen. Die Charaktere mochte ich auch sehr und ich fand es echt toll zu lesen. Es war mal mein anders Thema und Storyline Meinung: So ein spannendes Buch mit einer tollen Storyline Bewertung: 4/5 

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Ich wollte schon immer nach Japan, genauer Kyoto reisen, aber die ablehnende Haltung meines Finanzberateres machte es bisher unmöglich.(Und dann ist da ja auch noch Fukushima) Daher kam das Buch der Finnin Mia Kankimäki gerade recht. Auch sie ist Japan-Fan. Oder besser Japan-Kennerin. Worum es geht Mia reist nach Kyoto, um das Leben von Sei Shōnagon zu erforschen, die vor 1000 Jahren das erste Prosa- Buch der Geschichte schrieb, das legendäre Kopfkissenbuch. Wußtest ihr, dass eine Frau das erste Prosa- Buch schrieb? ( Ich wußte es nicht. Und das liegt, natürlich, am Patriachat.) Das Kopfkissenbuch ist kein Roman, sondern eher ein Tagebuch mit vielen Listen, Gedichten, Anektoden und Beobachtungen. Mia bezeichnet Sei Shōnagon als erste Bloggerin der Welt- sehr passend beobachtet. Ich habe schon als Teenagerin Listen in mein Tagebuch geschrieben und so hat mich Seis Erzählstil auch gleich gepackt,weil er mir so vertraut war. Während man das Buch liest, lernt man so ganz nebenbei und sehr leicht und locker erzählt viel über Kyoto, das heutige Japan und über die Geschichte des Landes. Da Mia Literatur studiert hat, bekommt man auch noch eine ordentliche Portion Literaturgeschichte vermittelt und wird an Bücher erinnert, die man schon immer mal lesen wollte. Oder sollte. Und über Mia und ihre Seelenverwandte Sei, mit der sie einen inneren Dialog führt. Mia ist aber auch zu der Zeit in Japan, als die Atomkatastrophe in Fukushima stattfindet. Sie berichtet darüber und schlägt einen Bogen von der Heian-Zeit Japans in die Jetzt-Zeit. Fazit Ich habe mir zum Lesen einen schönen Platz ausgesucht: Den japanischen Garten in Planten und Bloomen. Dort wurde es mir aber bald zu voll und zu laut. Das Buch habe ich, für mich ungewohnt, anfangs langsam gelesen und mich jeden Tag gefreut, wieder etwas aus dem Leben von Sei oder Kyoto zu erfahren. Das Buch ist eher wie ein Blog geschrieben, es gibt - wie beim Kopfkissenbuch-keinen klassischen Plot und es macht Spaß, Mia auf ihrer Reise zu begleiten. Schließlich habe ich einen ganzen Tag teetrinkend im Bett verbracht und das Buch zu Ende gelesen. Der Autorin ist es wunderbar gelungen, das alte, historische Japan in unsere Zeit zu holen. Wunderbar sind auch die Beschreibungen der Tempel und Gärten in und um Kyoto herum. Ihr Schreibstil ist dabei leicht und humorvoll, aber nie oberflächlich. Ich hätte Lust, mit Mia einen Matcha-Tee zu trinken und zu plaudern. Sehr empfehlenswert. Mia, ich würde so gern mit dir und Sei Tee trinken. Darf ich mich euch anschließen? Hier kommt eine Liste von Dingen, die ich nicht mag Wenn Erdbeeren rot und prall aussehen, verführerisch und lecker - und dann nach Holländischen Gurken schmecken Köstlicher grüner Tee, in einem Glas serviert. Weißes Gemüse wie Blumenkohl oder Spargel.Ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden. Oberflächliches Geplapper von Besuchern in einem atemberaubend schönen Japanischen Garten. Demut.

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Nett zu lesen

Von: Watzi22

31.05.2021

Es war sehr schön und einfach zu lesen, zu verstehen und sich darüber Gedanken zu machen. Dinge, die das Herz höher schlagen lassen. Kann ja für jedermann/ Frau etwas anderes sein.

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Wer sich an dieses Buch wagt, sollte eine Affinität zu Japan oder zu Sei Shōnagon haben, um die vielen Details und vorallem die eingefügten Texte von Sei zu verstehen. Auch die leicht verrückte Verehrung von der Autorin gegenüber der Hofdame Sei muss man mit einem Augenzwinkern zu nehmen wissen. Ich habe vor fast 10 Jahren das Kopfkissenbuch gelesen und zugegebenermaßen auch nicht alles verstanden. Mia Kankimäki gab mir nun die Möglichkeit, die Zusammenhänge besser zu verstehen, denn sie reist nach Kyoto und will Sei erforschen und ihrer Geschichte auf den Grund gehen. Vielleicht will sie aber auch einfach nur vor ihrem eigenen Leben flüchten, weil es gerade nicht so läuft, wie sie es sich erhofft hat. Die Finnin hat einen leichten und gut zu lesenden Schreibstil, dazu noch eine gute Portion Humor und Selbstironie. Ich mochte ihre Art der Beschreibungen ganz gern. Manches Zwiegespräch mit Sei hat mich zwar ab und an die Augen rollen lassen, aber insgesamt fand ich die vielen Fakten, Daten und Geschichten aus Kyoto und von der Hofdame Sei interessant. Man lernt einiges über die japanischen Traditionen, die Tempel und die Kultur in Japan kennen. Es braucht einen langen Atem, um mit Mia Kyoto zu erkunden, aber aus meiner Sicht lohnt es sich.

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Reise durch Raum und Zeit

Von: Valter Miegas

25.05.2021

Mia erträgt ihren vom Kapitalismus geprägten banalen Werbetexterjob nicht mehr. Während des Studiums hatte sie in einem Seminar über japanische Literatur Sei Shōnagon kennengelernt, die mit ihrem „Kopfkissenbuch“ Literaturgeschichte geschrieben hat, und fortan nicht mehr aus den Gedanken verloren. Sie findet eine Möglichkeit und den Mut, aus ihrem verhassten Alltag in Helsinki auszubrechen. Diese gewonnene Freiheit nutzt sie, um sich auf die Suche nach Sei zu machen. Sie reist auf deren Spuren nach Kyoto und nach London, um ihr näher zu kommen, versucht ihr Geheimnis zu ergründen. Aus ihren Notizen, festgehalten während dieser Auslandsaufenthalte, sich an den Stil des Kopfkissenbuches anlehnend, erstellt Mia Kankimäki nicht nur eine wissenschaftliche Abhandlung über die Hofdame Sei und ihre Zeit am japanischen Hof des 10. Jhdts, sondern auch einen veritablen Reiseführer für Kyoto und für Teile Londons, eine umfangreiche Einführung in die japanische Kultur einst und jetzt, und, nicht zu vergessen, sehr offene Einblicke in ihre eigene Gedanken- und Gefühlswelt. Es ist das erste Buch in westlicher Sprache über Sei Shōnagon. Diese Hommage an Sei Shōnagon ist wunderbar gelungen. Mit Sei führt sie wie mit einer Freundin einen beständigen Dialog über diese 1000 Jahre hinweg, versucht sich in ihre Welt hineinzuversetzen. Sie gibt uns in diesen Dialogen auch ungewohnte Einblicke in die japanische Geschichte. Ein zentraler Punkt ist dabei die Situation der Schriftstellerinnen damals im Fernen Osten und in der jüngeren westlichen Geschichte, sie zitiert immer wieder Virginia Woolf. Durch ihre Präsenz an den Orten, an denen Sei gelebt hat, erfährt man auf sehr unterhaltsame Weise vieles über das Leben in Japan heute, die Dos and Don’ts, selbst bei Naturkatastrophen. Ihre Begeisterung für Kyoto und die japanische Kultur ist dabei sehr ansteckend, sei es die Stadt selbst und die sie umgebende Landschaft, sei es Pflaumenblüte, Kalligraphie, das Festival der Zeiten, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Diese Beschreibungen sind so lebendig, man möchte sofort los und all das selbst erleben. Mia Kankimäki schreibt von Beginn ihres Projektes Tagebuch. Der Leser erfährt dadurch hautnah, wie es ihr während der Arbeit geht, wie sie sich fühlt, wie sie neue Freunde findet und sich wieder von ihnen verabschieden muss, wie sie sich in diese östliche Kultur einlebt, nicht zuletzt, was ihr Projekt mit ihr macht. Immer wieder verweist sie dabei auf Philosophen, Autoren, Filme, Musiker, und verleiht ihren Wahrnehmungen und Gefühlen einen anderen Kontext, eine andere Perspektive. Durch diese Einblicke in ihr Seelenleben nimmt sie den Leser ganz unmittelbar mit auf ihrer Reise durch Raum und Zeit. Wunderschön zu lesen, wie sie mit den neuen Freunden durch die Stadt streift, von Butoh-Aufführungen durch die Parks und Gärten in die Teehäuser und -stuben und auch mal nächtelang durch die Bars, die man nicht findet, auch wenn man weiß, wo sie sind. Mia Kankimäki zeigt hier herrlich gemischt einerseits die Charaktere ihrer Freunde aus aller Welt, wie sie sie wertschätzt, anderseits die kulturelle Vielfalt der japanischen Freizeitgestaltung. Dieses ineinander Verflechten der Zitate Seis, der japanischen Geschichte, der Reisebeschreibungen, der Kulturvergleiche und ihrer persönlichen Erlebnisse und Erkenntnisse, machen das Buch trotz gelegentlicher Längen zu einem abwechslungsreichen Werk, das man nicht nur einmal durchliest und dann weglegt, man wird sich immer wieder abschnittsweise darin vertiefen. Ein anderes Phänomen des Kopfkissenbuches darf in Mias Buch nicht fehlen: die Listen, die Sei sehr feinfühlig und elegant führt, die sich andererseits heutzutage wachsender Beliebtheit erfreuen; das Thema einer dieser Listen ist zum Titel des Buches geworden. Kein Zweifel, es ist eine wunderschöne Rekursion: das Buch, das diesen Titel einer Liste trägt, muss auch in dieser Liste aufgeführt sein!

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Ich benutze dich, Sei. Verzeih. Dieses Zitat aus "Dinge, die das Herz höher schlagen lassen" ist für mich eine zentrale Stelle in Mia Kankimäkis Buch. In diesem beschreibt die finnische Autorin ihre Faszination für die Schriftstellerin und Hofdame Sei Shōnagon. "Hofdame" mag sich etwas überholt anhören, aber sie lebte nun einmal von 966 bis ca. 1025 und zeitweise am japanischen Kaiserhof. In dieser Zeit entstand ihr "Kopfkissenbuch". Es enthält 320 Einträge in Prosa- und / oder Listenform. Viel mehr und vor allem gesichert weiß man weder über dieses Werk noch über die Verfasserin Sei Shōnagon. Aber das reichte offenbar, um Mia Kankimäki im Jahr 2010 zum Ausstieg aus ihrem Job und mehreren Reisen zu "Forschungszwecken" zu veranlassen. Ohne japanische Sprachkenntnisse und wirklich aussichtsreiche Anlaufpunkte aber zumindest finanziell gefördert erkundet sie Kyoto und versucht so ihrem "Idol" Sei näher zu kommen. Gerade ihre Schilderungen zu japanischer Kultur und Eigenheiten und zu dieser beeindruckenden Stadt machten das Buch für mich sehr nahbar, da ich mit eigenen Eindrücken (lustigerweise aus der gleichen Zeit) vergleichen konnte. Eine angehende finnische Autorin auf den Spuren einer vor über 1000 Jahren verstorbenen Hofdame... Spannung habe ich da nicht erwartet. Doch tatsächlich kommt diese auf, weil einer der Aufenthalte in die Zeit des Tsunamis und dem dadurch verursachten Atomunfall fiel. Besonders diese Tatsachen belebten den zweiten Teil des Buchs. Ansonsten gilt "Der Weg ist das Ziel". Tatsächlich findet Mia Kankimäki für sie vermutlich erschreckend wenig über Sei Shōnagon und das Kopfkissenbuch heraus. Die Beschreibung ihrer eigenen Unternehmungen und Lebensumstände ist gelungen, Sei und das Kopfkissenbuch waren mir vorher unbekannt und dank einiger Zitate in "Dinge, die das Herz höher schlagen lassen" fühlte ich mich nun hinreichend gut informiert und durchaus gut unterhalten. Und über das Leben in Japan während der Heian-Zeit (und Kankimäkis Vermutungen dazu) habe ich auch noch etwas gelernt. Ja, die Autorin hat Sei benutzt, um aus ihrem Leben auszubrechen. Aber herauskommen ist ein für Japan-Freunde lesenswerter Debüt-Roman und für Mia Kankimäki ein guter Grund eine neue Karriere zu starten.

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Japan für die Seele

Von: Buchliebhaber

24.05.2021

Das Buch mit dem Titel "Dinge, die das Herz höher schlagen lassen" wurde von Mia Kankimäki verfasst und ist im btb Verlag erschienen. Es hat 528 Seiten. Zu Beginn stellt sich die Autorin Mia Kankimäki vor und erzählt von ihrer Leidenschaft für die Gedichte der japanischen Hofdame Sei Shōnagon. Diese hat im 10. Jahrhundert in Japan gelebt. An Sei Shōnagon begeistert die Autorin die geschaffene Literatur, das Leben und ihre Persönlichkeit. Aus diesen Gründen recherchiert sie über die Japanerin. Für Ihre Suche gibt sie ihren Job auf und reist nach Japan. Damit beginnt eine spannende Geschichte um zwei Seelenverwandte aus unterschiedlichen Epochen. Durch den Tagebuch-Stil lässt sich das Buch sehr leicht lesen. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr gut und konnte mich gleich begeistern. Das Fernweh nach Japan und die vielen beschrieben und besuchten Orte haben dies unterstützt. Es ist ein wunderbares Buch als Seelenheil.

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