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Das Verschwinden des Dr. Mühe

Eine Kriminalgeschichte aus dem Berlin der 30er Jahre

Hardcover
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Ein spektakulärer Cold Case aus dem Berlin der 30er Jahre – das neue Buch des Bestsellerautors

Ein angesehener Arzt verschwindet über Nacht. Sein Sportwagen wird verlassen am Ufer eines Sees bei Berlin gefunden. Die Mordkommission ermittelt und stößt hinter der sorgsam gepflegten Fassade des ehrenwerten Doktors auf die Spuren eines kriminellen Doppellebens, das von Berlin nach Barcelona führt. Oliver Hilmes hat die Akten dieses aufsehenerregenden Kriminalfalls aus der Spätzeit der Weimarer Republik im Berliner Landesarchiv entdeckt. Auf der Basis dieser Dokumente und angereichert mit fiktionalen Elementen, setzt er das mysteriöse Puzzle zusammen. Auf packende Weise und höchst raffiniert erzählt er von der Suche nach Wahrheit und von den Abgründen der bürgerlichen Existenz am Vorabend der Diktatur.

»›Babylon Berlin‹ mit anderen Mitteln. Das Sittenbild einer verkommenen Gesellschaft, einer sich verdüsternden Zeit.«

Elmar Krekeler in »Die Welt am Sonntag« (30. August 2020)

Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60138-8
Erschienen am  31. August 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Dunkles Berlin

Von: Stephan Gewalt

16.07.2021

Ein Buch, welches einen so schnell nicht mehr loslässt. Man taucht ein in das Setting der späten Dreißiger Jahre und wird Teil dieser Gesellschaft als Beobachter aus dem Heute heraus. Man dringt ein in die Denkweise der Menschen damals, ohne diese jemals kritisch zu hinterfragen. Das liegt an der schön gestalteten und sicher auch durchdachten Schreibweise des Autoren Oliver Hilmes, der es schafft ein Bild vom Berlin der End-Dreißiger zu zeichnen, was ohne ermahnenden Zeigefinger gen Himmel auskommt. Wie schafft er das? Nun, Hilmes hat sich im Landesarchiv Berlin umgesehen und die Akten, wenigen Fakten und Daten zu diesem interessanten und spannenden Fall zusammengetragen. Er geht bei der Überarbeitung chronologisch vor. Was geschah mit Dr. Mühe, der irgendwann am Vorabend der verbrecherischen Hitler-Diktatur an einem Weiher bei Berlin verschwand? Der Autor will es nicht nur beschreiben, sondern auch herausfinden und am Ende ist der Krieg aus und eine Lösung zeichnet sich ab. Der Roman ist sehr spannend geschrieben und ich mag Bücher, die eine Geschichte erzählen ohne sich dabei in einem endlos aufgeblähten Wälzer zu ergehen. Bücher mit mehr als 300 Seiten fasse ich daher bewusst nicht an, wobei es Ausnahmen gibt. Dieses Buch erzählt aufsehenerregend und geheimnisvoll von Beginn an und es verspricht ein Ende. Wie jede gute Geschichte gibt es auch hier ein Anfang und ein Ende und keine Endloserzählung, die allein dem kommerziellen Zwecke folgt. Und doch. "Das Verschwinden des Dr. Mühe" ist ein bisschen wie "Babylon Berlin", wenn auch recht real.

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Was geschah mit Dr. Mühe? Eine literarische Spurensuche in einem Cold Case der 1930er Jahre

Von: poesielos

13.05.2021

Wie erzählt man eine Geschichte, die kein Ende hat? Keine so leichte Frage, und eine, die ganz natürlich bei einem unaufgeklärten Kriminalfall aufkommt. Oliver Hilmes ist bei der Recherche zu seinem Buch Berlin 1936: Sechzehn Tage im August über einen solchen gestolpert: Der angesehene Doktor Erich Mühe verschwindet spurlos im Juni 1932, nur sein Sportwagen wird an einem See entdeckt. Was zuerst wie ein simpler Badeunfall erscheint, wird immer verworrener, je weiter die Ermittlungen voranschreiten. Ich kannte Hilmes nüchternen klaren Schreibstil bereits aus Berlin 1936, und war wieder fasziniert, wie leicht man trotzdem in seine Erzählung eintaucht. Über weite Teile begleitet man als Leser Kommissar Ernst Keller bei seinen Ermittlungen zum Fall Mühe. Was für ein Mensch war der Arzt, gab es Probleme oder Vorfälle vor seinem Verschwinden, wer hat ihn wann zuletzt gesehen bzw. fehlen Besitztümer? All diesen Dingen und mehr geht Keller zusammen mit seinem Assistenten nach, und immer, wenn der Fall klar erscheint, wendet sich wieder das Blatt. Beweise, die nicht zusammen passen. Zeugenaussagen, die sich widersprechen. Statt Antworten kommen dabei nur mehr und mehr Fragen auf. "Ein idyllischer Ort, denkt Keller. Was hat Erich Mühe hier mitten in der Nacht nur gewollt?" | Seite 9 Auch wenn Hilmes sich vorrangig natürlich auf das Verschwinden des Arztes in seinem Buch konzentriert, so scheint doch immer wieder der Historiker durch: Quasi nebenbei zeichnet er ein Bild von Berlin und seiner politischen Lage, streut kleine Fakten ein und vermittelt wichtiges Wissen für den Kontext. So gibt es beispielsweise einen Zeugen, der im späteren Verlauf durch seine NSDAP Parteimitgliedschaft Keller drohen kann ohne selbst Konsequenzen zu fürchten, oder Beschreibungen zur Nachbarschaft der Mühes. Die Kriminalgeschichte liest sich streckenweise fantastisch, sodass man kaum glauben kann, das es sich hier um einen realen Fall handelt. Gut zwanzig Jahre umspannt die Erzählung, wobei der Endpunkt, der hier von Hilmes präsentiert wird, den Leser doch etwas ratlos zurücklässt: Hilmes kommt zu seinem eigenen Schluss, was dem Doktor widerfuhr, und führt seine Erzählung dorthin. Das Ende ist dann aber doch offen gehalten und traut sich den finalen Schritt nicht, ein Nachwort oder ähnliches sucht man vergebens. Auf der letzten Seite findet sich lediglich der Verweis auf die Website doktormuehe.de für weitere Informationen und Hintergründe. Da das Buch selber wahrlich nicht dick ist, finde ich es schade, dass beispielsweise die auf der Website hinterlegten Kurzporträts und der Text Oliver Hilmes über ››Das Verschwinden des Dr. Mühe‹‹ nicht direkt darin mit abgedruckt wurden. Ebenso wären Abbildungen, Karten oder Fotos eine interessante Ergänzung zum Text gewesen, anstatt das die Erzählung lediglich an wenigen Stellen mit Zitaten von Lucius Annaeus Seneca unterbrochen wird. Abgesehen von dem gewählten Schlusspunkt hat mir Das Verschwinden des Dr. Mühe allerdings sehr gefallen. Hilmes schafft eine gekonnte Gradwanderung zwischen Kriminalroman und Sachbuch, die einen in seinen Bann zieht und Lust auf mehr in dieser Art macht. Obgleich das Buch relativ wenige Seiten umfasst, bekommt man doch einen guten Eindruck von Mühe, seinem Umfeld, sowie der Polizeiarbeit zu jener Zeit. Zwar wird der Fall vermutlich nicht mehr final geklärt werden können, aber zumindest einen Antwortvorschlag präsentiert Hilmes – und der Leser kann mit den gegebenen Fakten natürlich zu seinem eigenen Schluss kommen.

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Vita

Oliver Hilmes, 1971 geboren, wurde in Zeitgeschichte promoviert und arbeitet als Kurator für die Stiftung Berliner Philharmoniker. Seine Bücher über widersprüchliche und faszinierende Frauen „Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler-Werfel“ (2004) und „Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner“ (2007) wurden zu großen Verkaufserfolgen. Zuletzt erschienen „Liszt. Biographie eines Superstars” (2011), „Ludwig II. Der unzeitgemäße König” (2013) und „Berlin 1936. Sechzehn Tage im August“ (2016), das in viele Sprachen übersetzt und zum gefeierten Bestseller wurde.

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Pressestimmen

»Oliver Hilmes ist ein rasanter Krimi gelungen, der zugleich ein Stück Zeitgeschichte aus der späten Weimarer Republik erzählt.«

stern Crime (09. October 2020)

»Spannender als Fiction, fantastischer als die nüchterne Realität: ein Rückblick in eine Zeit, die Hilmes mit Akribie wiederauferstehen lässt und dabei für ein unerwartetes Finale sorgt.«

WDR5 "Scala" (03. November 2020)

»Hilmes ist Autor ganz großartiger Biografien. Nun also ein historischer Kriminalroman, bei dem Sie blitzartig mit den ersten Sätzen wie in einen historischen Fahrstuhl gestiegen sind. Wie er das schafft, ist nahezu ein Geheimnis.«

Annemarie Stoltenberg, NDR "Gemischtes Doppel" (09. October 2020)

»Gepaart mit der düsteren Atmosphäre im Berlin der 30er erschafft Hilmes ein spannendes Umfeld für einen raffinierten Krimi, der einen von Beginn bis Ende fesselt.«

Grazia (03. September 2020)

»Historiker Hilmes rekonstruierte einen realen Fall, verbindet Ermittlungsakten mit Fiktion. Düster, sachlich, mitreißend.«

HÖRZU (02. October 2020)

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