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Bergland

Roman

Bestseller Platz 42
Spiegel Hardcover Belletristik

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»Lesenswert bis zur letzten Seite und für mich der Roman des Jahres.« Karla Paul, Buchkolumne

Die bewegende Geschichte einer Bergbauernfamilie in den Alpen über drei Generationen



»Wer in diesen Zeiten eine kleine Auszeit vom nervigen Alltag braucht und Urlaub vom hier und jetzt machen möchte, der sollte mit diesem Buch nach Südtirol reisen.« Mike Altwicker, Buchhandlung Hansen&Kröger

Südtirol in den vierziger Jahren: Im abgelegenen Tiefenthal staunen selbst gestandene Bauern, als ihnen eine junge Frau vormacht, wie man einen Hof ganz alleine durchbringt. Rosa heißt die Frau, die die Natur versteht und lenkt, als habe sie nie etwas anderes getan. Mit aller Macht stemmt sie sich gegen den Fortschritt, der ihr kleines Reich in den Bergen bedroht.
Zwei Generationen später sind Rosas Enkel Hannes und seine Frau Franziska auf Feriengäste angewiesen, um den Hof zu halten. Als nach einem Unglück ihre Zukunft auf dem Spiel steht, erweist sich Rosas Vermächtnis als aktueller denn je.

»Im Zentrum der atmosphärisch dichten Handlung stehen starke Frauen, die sich trotz widrigster Umstände nicht unterkriegen lassen. Lesenswert!«

Bergsteiger (14. May 2021)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover, Pappband, 288 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 23 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-31618-2
Erschienen am  24. May 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Nimm dieses Buch mit in den Urlaub!
Dieses Buch spielt in: Trentino, Italien

Rezensionen

Das bewegende Portrait einer Bauernfamilie über drei Generationen

Von: Friedelchen

18.07.2021

"Das war Rosas schwer zu regierendes Reich. (...) Nichts hatte dieser Boden ihr je geschenkt, und trotzdem tat sie immer so, als wäre sie ihm etwas schuldig. Schwere Stiefel an den Füßen, blauer Schurz überm Arbeitskleid, diesen alten Männerhut auf, so stand sie in ihrem Bergland, und sie würde hier nicht weichen. Hatte Wurzeln geschlagen in diesem Acker, rührte sich nicht von der Stelle und kriegte gar nicht mit, wie die Welt sich weiterdrehte, wie sie hier oben den Anschluss verloren. Merkte nicht, dass das, mit dem sie verwachsen war, im Verschwinden begriffen war. Wenn sie nicht bald etwas ändern würden, wenn sie sich nicht rührten und vorwärtskamen, dann würden sie mit verschwinden." (S. 60) Südtirol, 1941: Nachdem ihr Vater verstorben ist, führt die junge Rosa den abgelegenen Innerleithof ganz allein weiter, und versetzt damit die gestandenen Bauern des Tiefenthals in Erstaunen. Denn Rosa scheint Tier und Natur besser zu verstehen als jeder andere und lenkt ihren Hof mit sicherer Hand durch jedes Unglück... Zwei Generationen später können sich Rosas Enkel Hannes und seine Frau Franziska nur noch dank des Tourismus über Wasser halten. Als das Leben am Hof immer untragbarer wird, müssen sie sich derselben Entscheidung stellen, die auch schon Rosa treffen musste: gehen oder bleiben? Was für ein Überraschungshit! Zwar bin ich es ja gewohnt, dass die Bücher aus dem Wunderraum etwas ganz Besonderes sind und mich immer wieder verzaubern können. Aber dass mich die scheinbar ach so gewöhnliche Geschichte einer Bauernfamilie so in ihren Bann schlagen kann, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Und doch ist es genau so gekommen bei "Bergland", einer in all ihrer Alltäglichkeit doch unheimlich fesselnden Geschichte über drei Generationen hinweg. Es beginnt mit der jungen Rosa, die nach dem zweiten Weltkrieg allein zurückbleibt auf dem Innerleithof, der am höchsten gelegene Bauernhof im Tiefenthal. Nachdem ihre Brüder nicht aus dem Krieg zurückgekehrt und der Vater verstorben ist, muss Rosa sich entscheiden, ob sie das harte Leben am Berg hinter sich lassen will. Doch zur Überraschung aller entscheidet sich Rosa dagegen und führt den Hof fort - erfolgreicher als jeder andere Bauer im Tal trotzt sie allen Schicksalsschlägen! Doch mit den Jahren wandelt sich das Leben im Tal, während der Fortschritt Einzug hält: "Produktionskrankheit. Solche Vokabeln gingen neuerdings nicht nur dem Veterinär wie selbstverständlich über die Lippen. Man sprach jetzt von Verschleiß und Wartung, wenn es um Kühe ging. Von Hochleistern, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität. Sepp war ja im Prinzip für eine fortschrittliche Landwirtschaft, aber mussten sie jetzt alle so sprechen, als würde man bei Fiat in der Werkshalle stehen?" (S. 227) Die Probleme, mit denen schließlich Rosas Enkel siebzig Jahre später zu kämpfen haben, sind schon gar nicht mehr vergleichbar mit denen, die Rosa am Berg geplagt haben. Anspruchsvolle Touristen und irrsinnige Anforderungen des Tourismusverbands plagen die junge Familie, und immer wieder kommen ihnen Zweifel, ob dieses Leben wirklich das richtige für sie ist. Dieser Konflikt zwischen Gehen und Bleiben, zwischen Heimatverbundenheit und der drohenden Notwendigkeit, sein Glück anderswo zu suchen, war deutlich spürbar und sehr emotional. Rosas Leben als auch das ihrer Nachfahren ist so tief verwurzelt mit dem Innerleithof, dass ein Leben jenseits davon unvorstellbar erscheint. Die Autorin hat für die Recherche mehrere Monate auf einem südtiroler Bauernhof verbracht, sich die alten Geschichten erzählen und von teils realen Geschehnissen inspirieren lassen. Und diese Authentizität merkt man dem Buch auf jeder einzelnen Seite an, die Schicksale so vieler Bauern hallen einem hier regelrecht entgegen. Besonders Rosa hat mich dabei beeindruckt. In einer unwirtlichen Umgebung, ohne Strom oder jegliche technische Hilfsmittel, erträgt sie nicht nur harte körperliche Arbeit, sondern auch Einsamkeit und Verlust. Die beispielhafte Geschichte von Rosas Familie hat mir die krankhaft wuchernden Auswüchse der Landwirtschaft und des Tourismus so richtig bewusst gemacht, welche die ursprüngliche Landschaft und Bewirtschaftung für immer verändert haben. Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt und mir nur allzu bewusst gemacht, dass nicht jeder Wandel einer hin zum Besseren ist - so wie es auch Rosas Familie irgendwann erkennen muss. Trotz dieses nachdenklich stimmenden Aspekts hat sich die Geschichte unglaublich fesselnd gelesen. "Bergland" war so stimmungsvoll und atmosphärisch geschrieben, dass ich mich in Gedanken wirklich an Rosas Seite inmitten der Berge gesehen habe und den würzigen Duft von Heu und Wäldern in der Nase hatte. Das Buch hat in mir eine große Sehnsucht geweckt, nach saftigen Wiesen, nach einem entschleunigten Leben inmitten der Ruhe der Berge. Wer von euch also eine kleine gedankliche Auszeit vom eigenen hektischen Alltag sucht - hier ist sie! Von mir gibt es für dieses eindrucksvolle Buch eine unbedingte Leseempfehlung.

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Ein Sehnsuchtsbuch

Von: Andrea Karminrot

14.07.2021

Bergland ist ein Sehnsuchtsort vieler Städter. Sie träumen davon auf einem feinen Bergbauernhof, mit allem Schnickschnack und Komfort, verwöhnt zu werden. Franziska Breitenberger versucht es zumindest auf ihrem Bergbauernhof, weit oben in den Südtiroler Alpen. 1670 Meter hoch liegt ihr Hof, an einer steilen Hanglage. Im Sommer ein Traum, im Winter verschneit und im Frühling zu schön, um wahr zu sein. Aber der Herbst ist oft nebelverhangen. Bergland eben. Doch es ist nicht immer einfach als Mutter von drei Kindern, das Vierte ist auf dem Weg. Sie beißt die Zähne zusammen, wie es die Frauen in den Bergen schon immer gemacht haben. Die Männer dürfen fluchen, dann geht manches leichter von der Hand. Aber die Frauen haben sich sittsam zu fügen. Die Familie ist auf die Einträge aus den Ferienwohnungen angewiesen. Doch dann wirft Franziska ihr viertes Kind aus der Bahn... Schon immer waren hier oben die Breitenberger auf dem Innerleit-Hof zu Hause. Als 1944 der Vater von Rosa vor Kummer stirbt, übernimmt die junge Frau den Hof. Kurz vorher hatte der Vater sie noch an die Hand genommen und ihr gezeigt auf was es ankommt. Denn seine Söhne und der Schwiegersohn, werden wohl niemals aus dem Krieg zurückkehren. Daran glaubt Rosa nicht, sie hofft immer noch, dass ihr Matthias zurückkehrt. Auch glaubt sie daran, dass sie den Hof alleine bewirtschaften kann. Am Ende staunen die alteingesessenen Männer, was die doch eigentlich fromme Frau alles stemmen kann. Bewundernd schauen sie oft den Berg hinauf. Viele Jahre später, wird Rosas Enkel Johannes den Hof von seinem Vater übernehmen und mit seiner Frau Franziska Ferienwohnungen im Bergland anbieten. Doch das Leben hoch oben auf dem Berg ist auch in den modernen Zeiten nicht einfach. Bergland erzählt von einem harschen und schweren Leben, hoch droben in den Bergen. Wer morgens früh genug aufsteht, wird verstehen, warum man die Berge nicht einfach verlassen kann. Tief verwurzelt auf dem Berg, treibt einen richtigen Tiefenthaler, nicht so einfach in die Städte. Obwohl immer mal wieder welche weggehen, kommen doch auch viele zurück. So war das schon immer. Rosa ist eine der Frauen, die niemals auch nur klein beigeben würde. Auch als sie ihren kleinen Jungen alleine großziehen muss und die Bergfelder sie nicht zu lieben scheinen, gibt sie nicht auf. Lieben hat sie sich nie gestattet, es sei denn es ging um den Hof oder ganz tief in ihr drin. Auch ihr Sohn Joseph, der sich immer für den Fortschritt eingesetzt hat, musste am Ende feststellen, dass seine unbeugsame Mutter ihm Gutes mitgegeben hat. Für mich war dieses Buch ein muss! Ich liebe die Berge und habe sie auf jeder Seite in diesem Roman, der ein bisschen Wahrheit beinhaltet, das Bergland genossen. Jarka Kubosova schreibt so nah, dass ich fast die Füße von den Felsen baumelnd, den Roman genossen habe. Es spricht wohl auch für sich, dass ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe. Ihre Figuren sind so echt und wirklichkeitsnah. Die Geschichte macht aber auch bewusst, wie sehr der Fortschritt den Bergen schadet und, dass wir einen gesünderen Umgang mit den alten Riesen pflegen sollten. Der Mensch ist dazu gemacht, miteinander zu reden. Es ist wichtig, seine Umgebung wahr zu nehmen und zu akzeptieren, dass der Mensch doch nur ein kleiner Teil vom Ganzen ist. Für mich ein Sehnsuchtsbuch!

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Vita

Jarka Kubsova wurde 1977 in Tschechien geboren, seit 1987 lebt sie in Deutschland. Nach Studium und Volontariat in Hamburg arbeitete sie bei der »Financial Times Deutschland«, beim »Stern« sowie bei der »ZEIT«. Sie ist Ghostwriterin und Co-Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher. Für ihr Romandebüt »Bergland« lebte sie sieben Monate lang auf einem Bauernhof in Süditirol.

Zur Autor*innenseite

Events

30. Juli 2021

Lesung mit Franziska Böhler

19:30 Uhr | Miltenberg | Lesungen
Franziska Böhler, Jarka Kubsova
I'm a Nurse

03. Sept. 2021

Lesung mit Franziska Böhler

19:30 Uhr | Bad Oldesloe | Lesungen
Franziska Böhler, Jarka Kubsova
I'm a Nurse

24. Sept. 2021

Lesung und Gespräch mit Franziska Böhler

Bad Tennstedt | Lesungen
Franziska Böhler, Jarka Kubsova
I'm a Nurse

01. Okt. 2021

Lesung und anschließend eine Diskussionsrunde mit Franziska Böhler

19:30 Uhr | Detmold | Lesungen
Franziska Böhler, Jarka Kubsova
I'm a Nurse

Videos

Pressestimmen

»Der Hamburger Journalistin Jarka Kubsova ist mit Ihrem Romandebüt ‹Bergland› ein beeindruckender Start in die literarische Welt gelungen.«

Bernd Loppow, ZEIT REISEN (26. May 2021)

»‹Bergland› ist eine bewegende Familiengeschichte, die tiefe Einblicke in das Leben einer Bauernfamilie und die Entwicklung Südtirols seit der Nachkriegszeit gibt.«

Münchner Merkur (29. June 2021)

»Ein Buch, das sich fern von idealisierenden Klischees bewegt und nachdenklich stimmt. Absolut lesenswert.«

Alpin (10. July 2021)

»Allen, die einen Urlaub in Südtirol oder anderswo in den Alpen planen, aber nicht nur denen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.«

Bernd Loppow, ZEIT REISEN (26. May 2021)

»Lesenswert bis zur letzten Seite und für mich der Roman des Jahres.«

Karla Paul, Buchkolumne (06. July 2021)

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