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Ulla Hahn

Unscharfe Bilder

Roman

(1)
Taschenbuch
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Vergessen kann man nur, was man zuvor erinnert hat.

Katja Wild, Hamburger Studienrätin, glaubt auf einem Foto der Wehrmachtsausstellung ihren Vater erkannt zu haben. Sie weiß, dass ihr Vater Soldat in Russland war. Inzwischen ist er 82 Jahre alt und verbringt seinen Lebensabend in einer Senioren-Residenz mit Elbblick. Der Oberstudienrat mit den Fächern Alte Geschichte, Griechisch und Latein galt seiner Familie, den Kollegen und Schülern als ein Humanist alten Schlages und Spezialist der Erinnerung. Ein Lehrer ohne Fehl und Tadel, ein vorbildlicher Vater. Nun, fast 60 Jahre nach Kriegsende, sieht Katja dieses Foto. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um ihn nach seinen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg zu befragen ... Eine schmerzliche Reise in die Vergangenheit beginnt.

"Ein klug konstruiertes, notwendiges, sehr ernstes Buch."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Originaltitel: Unscharfe Bilder
Originalverlag: DVA, München 2003
Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10017-1
Erschienen am  09. October 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Ulla Hahn

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Rezensionen

„Warst du das, Vater ? “

Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog

26.12.2017

„Warst du das, Vater ? “ diese Frage stellt Katja Wild eine Hamburger Studienrätin ihrem Vater Hans Musbach. Sie entdeckt bei dem Besuch einer Wehrmachtsausstellung auf einem alten unscharfen Foto, Soldaten bei der Erschießung von russischen Zivilisten. Sie glaubt ihren Vater als einen der Schützen zu erkennen. Bei Hitlers Machtergreifung war Hans Musbach selbst erst dreizehn Jahre alt, später wird er eingezogen und muss an die Ostfront. Inzwischen ist er 82 Jahre alt und verbringt seine Tage in einer Senioren-Residenz. Nach dem Krieg wurde Musbach Oberstudienrat mit den Fächern, Griechisch, alte Geschichte und Latein. Er war bei Kollegen und Schülern sehr beliebt und auch für seine Tochter war er ein sehr fürsorglicher Vater und ein gutes Vorbild. Die beiden haben eine sehr enge Beziehung miteinander und Katja Wild besucht ihren Vater oft in der Senioren-Residenz. Als nun die Tochter den Vater mit dem Katalog zur Ausstellung „Verbrechen an der Ostfront“ konfrontiert, wird er durch die Fragen seiner Tochter gezwungen, in die längst vergangene Welt (seine Welt) der alten Erinnerungen einzutauchen. Dabei lässt die Tochter nicht mehr locker und bohrt mit ihren Fragen wider und wider. Sie will die ganze Wahrheit über die Rolle ihres Vaters im Krieg wissen. Bei ihm kommen Geschehnisse an die Oberfläche, längst vergessene und verdrängte Bilder. Er berichtet mit allen Details über den brutalen Krieg und den grausamen Alltag der Soldaten. Selbst, als der Vater körperlich reagiert und einen leichten Herzanfall bekommt, nimmt die Tochter keine Rücksicht und bohrt weiter und weiter…… Fazit: Ulla Hahn hat ein starkes Thema in ihrem Roman verarbeitet; bezugnehmend auf die zwei Wehrmachtsausstellungen, die von 1995 bis 1999 und die von 2001 bis 2004 zu sehen waren. Die erste hatte den Titel: „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“, die zweite „Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941–1944“. Durch sie wurden Verbrechen der Wehrmacht in der Zeit des Nationalsozialismus, vor allem im Krieg gegen die Sowjetunion, einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und sehr kontrovers diskutiert. Man könnte jetzt die Frage stellen, ob dieses Thema noch Zeitgemäß ist. Ich würde sagen, auf jeden Fall. Letztendlich geht es um die Frage, wie menschlich verhalte ich mich und wie viel Widerstand leiste ich, auch wenn der Gegendruck immens groß ist. Die Autorin hat einen durchaus fesselnden Schreibstil. Vor allem die Erinnerungen des Vater werden einem sehr bildhaft vor Augen geführt. Hans Musbach hat mir als Protagonist sehr gut gefallen und Ulla Hahn hat ihn mir sehr nahe gebracht. Seine Berichte vom Krieg lassen einen nachdenklich werden und die Frage: „Was hast Du im Krieg gemacht“ bekommt durch seine Erzählung, seine Sichtweise einen anderen Stellenwert. Es wird sehr deutlich: Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte – oder eines Bildes. Katja Musbach war mir hingegen schier unsympathisch. Auch wenn Sie mit ihren Fragen erst einmal (vermeintlich) Recht hat, geht sie ihre drängenden Fragen auf eine Art an, die mir einfach nicht gefallen und so hat das Buch als Ganzes einen etwas negativen Nachgeschmack bei mir hinterlassen. Sie hat ihren Vater vor verurteilt, bevor er seine Geschichte erzählt hat. Der Vater, zu dem sie doch immer ein gutes Verhältnis hatte und dem sie auch vertraute. Für mich ist sie als Tochter nicht authentisch genug in den Roman eingearbeitet. Vielleicht ist dieses kollektive „nachfragen“, diese Permanenz das in den 60ger / 70ger Jahren gang und gäbe war – und auch gut und richtig war – an dieser negativen Figur „schuld“. Ein wenig mehr Verständnis für ihren Vater auf Seiten der Tochter und eine Prise Humor in dem Roman wären sicherlich nicht das Schlechteste gewesen, – sind dadurch Grausamkeiten nicht erst aushaltbar ? Trotz allem hat Ulla Hahn einen Roman geschrieben, den es lohnt zu lesen. Sie hat auf jeden Fall Fragen gestellt, die zum Nachdenken anregen !!! https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2017/12/26/warst-du-das-vater/ Besten Dank an den Peguin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Vita

Ulla Hahn, aufgewachsen im Rheinland, arbeitete nach ihrer Germanistik-Promotion als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten, anschließend als Literaturredakteurin bei Radio Bremen. Ihr lyrisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Für ihren Roman »Das verborgene Wort« (2001) erhielt sie den ersten Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte der Bestseller »Aufbruch« und 2014 »Spiel der Zeit«. »Wir werden erwartet« (2017) bildet den Abschluss ihres autobiografischen Romanzyklus. In »Unscharfe Bilder« setzt sie sich mit der NS-Zeit auseinander – ein Thema, das all ihre Romane durchzieht.

Zur Autorin

Pressestimmen

"Ulla Hahn will nicht Betroffenheit, sondern Einsicht. Das ist eine andere, möglicherweise fruchtbarere, keineswegs aber mildere Sicht als die der Täter-Opfer-Diskussion."

Sächsische Zeitung

Weitere Bücher der Autorin