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Rezensionen zu
Nachmittage

Ferdinand von Schirach

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

„Liebst du nicht einfach diese langen regnerischen Nachmittage in New Orleans, wenn eine Stunde nicht nur eine Stunde ist - sondern ein kleines Stück Ewigkeit, dass in deine Hände gefallen ist - und wer weiß, was man damit anfangen soll?“ — Tennessee Williams US-amerikanischer Schriftsteller 1911 - 1983 Ist mir mit „Nachmittage“ ein kleines Stück Ewigkeit in die Hände gefallen? Draußen regnet es gerade in Strömen. Ich lese und vergesse dabei die Zeit. Sechsundzwanzig kurze Geschichten, bei denen man oft nicht weiß, wo sie hinführen. Am Ende steht immer ein Aha- Erlebnis. Ferdinand von Schirach ist ein begnadeter Erzähler. Ich mag seine Gedankenspiele und fiebere jedem neuen Buch entgegen. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Strafverteidiger sind die früheren Werk vor allem auf juristische Themen bezogen. Seit „Kaffee und Zigaretten“ bekommen die Erzählungen autobiographische Züge. Mehr und mehr vermischt der Autor persönliches Erleben mit Alltagsgeschehen und lässt den Leser dichter an sich heran. Das gefällt mir. In seinem neuen Buch berichtet er vom Reisen und von Begegnungen in Berlin, Tokio, New York, Marrakech, Taipeh, Oslo, Pampola, Wien und Zürich. Es sind Texte, die an den Stil von Doris Dörrie erinnern. Jede einzelne Geschichte hat es in sich und regt zum Nachdenken an. Schirach schreibt über die Einsamkeit der Menschen, von der Flüchtigkeit des Glücks, von Zufällen, falschen Entscheidungen, von Kunst und von der Liebe. Es sind kurze Essays, die auf das Wesentliche beschränkt sind. Jede Pointe sitzt. Ich finde es faszinierend, wie man so viel Aussagekraft in so wenigen Zeilen integrieren kann. Schirach wird aus meiner Sicht literarisch immer ausgefeilter. Purer Lesegenuss! Das gebundene Buch ist elegant gestaltet und passt zu den vorangegangenen Werken. Wer noch ein Geschenk für liebe Freunde sucht… Um abschließend meine Leseempfehlung zu untermauern, möchte ich allen Interessierten ein Schmankerl aus dem Buch mit auf den Weg geben. „…Jetzt, dieser Moment, dieser Nachmittag, der nächste Morgen, der Blütenschimmer im Frühling, der Wind, der durch die Felder geht, die lautlose Schwüle im Hochsommer und dass nasse Laub auf den Straßen im Herbst - das alles bedeutet nichts ohne den anderen Menschen. Wir stehen nackt in dieser Welt, die Erde ist ein kaum sichtbarer blassblauer Punkt im All, die Natur ist kalt und feindlich. Aber wir sind Menschen, wir teilen diese Einsamkeit, sie ist es, die uns verbindet…“ (Auszug aus dem Buch)

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Heinrich Hugendubel GmbH & Co. KG

Von: Barbara Hofmann aus Ingolstadt

22.09.2022

Habe heute einen wunderbaren Tag mit der Lektüre von: Nachmittage verbracht. Diese Kurzgeschichten sind allesamt eine Sammlung außergewöhnlicher Erlebnisse, Begegnungen mit besonderen Personen oder spezieller Erinnerungen, und das mit einer philosophischen Brille betrachtet. Ein echt besonderes Werk von F. Schirach. Man sollte sich Zeit dafür nehmen, um alle Gedankengänge verinnerlichen und genießen zu können. Aber ganz ehrlich: ich konnte es nimmer aus der Hand legen. Große Klasse!!!!

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Nachmittage Manchmal braucht es Seiten über Seiten, um in einer Geschichte zu anzukommen. Manchmal nur ein paar Erzählungen, die von Menschen handeln. Von Orten. Von Geständnissen und Tragödien. Die von Begegnungen erzählen und einer Frau an einem Nachmittag. Und einer Sehnsucht nach dieser Frau. Manchmal braucht es nur einen Namen, um die Bilder einer fremden Biografie zu betrachten - Ferdinand von Schirach.

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Ferdinand von Schirach hat mit ‚Kaffee und Zigaretten‘ eine sehr lesenswerte Zusammenstellung an Geschichten geschrieben. Der damals noch praktizierende Anwalt, ist heute mit seien 58 Jahren ein gefragter Schriftsteller, bekannt und immer gerne als Gast gesehen. Wer will auch seine eloquente manierliche Art missen wollen! Nun nach ‚Schuld‘, ‚Verbrechen‘, ‚Strafe‘ und wie sie nicht alle hießen, kommt nun eine Weiterführung seiner sehr persönlich geprägten Geschichten in ‚Nachmittage‘. Wobei die 175 Seiten eher wie Fragmente, Anekdoten, Schnipsel einer Vergangenheit wirken, die fiktionalisiert wurden. In 26 Abschnitte, manche gerade mal eine Seite lang, erzählt von Schirach uns melancholisch von der Welt durch die Augen eines Ich-Erzählers, den ich beim Lesen dem Autor gleichgesetzt habe. Er geht auf Begegnungen ein, verwebt sie. Hebt Orte und Personen in einen Rahmen und wie in Gewohnter Manier ist die Pointe, wenn man so sie so nennen dürfte meist anders als erwartet. Der Schreibstil auch ganz seiner treu geblieben, sachlich, klar auf den Punkt, reduziert und ausdrucksstark. Durch die kurze Textform ist es ein wahrlicher Lesegenuss und macht viel Freude ihm förmlich beim Denken zuzuschauen. Auch der unfassbare Reiseschatz aus denen er schöpft von Tokyo über Paris ist grandios. Und doch ist dieser Band ein wenig anders: Melancholisch wie eh und je, aber doch oft der Liebe zugewandt. Ich habe es gerne gelesen, aber der Aufschlag mit ‚Kaffee und Zigaretten‘ war noch besser. Auf jeden Fall verhilft von Schirach dem Stiefkind „Kurzgeschichte“ eindeutig mehr an Popularität zu gewinnen, was immer begrüßenswert ist!

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Großartiger Erzählband

Von: echo.of.the.books

16.09.2022

Ferdinand von Schirach behandelt in vielen seiner Werke, wie z.B. in „Terror“ oder „Gott“ juristische und ethische Grundfragen. Viele seiner Werke wurden verfilmt, darunter „Schuld“ oder „Der Fall Collini“. Mit „Nachmittage“ hat der Autor und ehemalige Anwalt nach „Kaffee und Zigaretten“ wieder einen Erzählband rausgebracht. In diesem Werk sind 26 kurze Erzählungen enthalten, mal mehrere Seiten, mal nur eine Seite lang. Mal ist es ein Essay, mal ist es eine Notiz. Themen wie Kunst, Tod oder auch einfach nur das Leben werden durch den Erzähler aus verschiedenen Orten der Welt beschrieben. Durch die Begegnungen mit fremden Menschen werden die Leben des Erzählers mit den jeweiligen Personen verwoben. Er bringt die Essenz der Geschichten auf den Punkt. Oft wird erst am Ende der Erzählung das Gesamtbild klar und überrascht den Leser mit einer unerwarteten Wendung. Ich kann gar nicht genau sagen, welche der 26 Geschichten mir am besten gefallen hat. Auch wenn jede für sich steht, habe ich das Gefühl, dass keine Erzählung überflüssig ist. Jede Geschichte ist anders und einzigartig. Ein großartiger Erzählband.

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26 Kurzgeschichten, in denen Ferdinand von Schirach seine Leserschaft mit auf eine Reise von Taipeh über Berlin bis nach Paris nimmt. Er erzählt von Begegnungen mit verschiedenen Menschen, mal flüchtig, mal tiefergehend, von Kunst und Büchern, die etwas in ihm ausgelöst haben, und von Orten, mit denen er Erinnerungen verbindet. In jeder Kurzgeschichte wird eine neue Welt eröffnet. Die Länge der Geschichten variiert und reicht von einer viertel bis zu 22 Seiten. Ferdinand von Schirach schafft es, innerhalb kürzester Zeit unterschiedliche Stimmungen zu transportieren. Ein bisschen Melancholie schwingt fast immer mit. Ferdinand von Schirachs schreibt elegant und reduziert, kein Wort ist zu viel. Gleichzeitig fehlt es aber auch an nichts. Er schafft es, kluge Gedanken in wenige Worte zu packen und trotzdem für die breite Masse verständlich zu machen. Ich bin großer Fan von seinem Schreibstil und habe auch hier wieder jede einzelne Geschichte gerne gelesen. Fazit: "Nachmittage" ist gleichermaßen simpel wie genial. Es geht um alles und nichts. Die Zeit beim Lesen verging wie im Flug. Ich bin ein großer Fan von Ferdinand von Schirach. Trotz meiner hohen Erwartungshaltung war ich von Anfang bis Ende absolut begeistert! Eine klare Empfehlung!

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Ferdinand von Schirach hat eine sehr besondere Art zu schreiben, schon in seinen 'Kurzgeschichten' aus Verbrechen, Schuld und Strafe haben mich fasziniert. Insbesondere natürlich wegen der Thematiken, aber auch wegen der Art und Weise, wie Ferdinand von Schirach erzählt und genau deswegen war ich auch sehr neugierig auf *Nachmittage, da er hier abseits seiner Fälle als Anwalt schreibt und auch diese Ansammlung konnte ich mich ähnlich in ihren Bann ziehen. Die Geschichten sind bewegend, erschütternd, humorvoll und regen zum Nachdenken an. Und obwohl Ferdinand von Schirach mit einer faszinierenden Sachlichkeit, die aber keineswegs zu einem distanzierten Leseerlebnis führt, eher im Gegenteil, einige Geschichten haben mich so für sich eingenommen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Besonders eindrucksvoll war für mich, wie er es schafft, dass man beim Lesen denkt, man hat die Geschehnisse verstanden und dann stellt er all diese Gedanken mit nur wenigen Worten infrage und ermöglicht so einen spannenden Perspektivwechsel. Und genau das ist für mich das Besondere an dem Buch, es ist sowohl sprachlich als auch inhaltlich absolut gelungen! Die Geschichten sind an sich alle grundverschieden, aber in ihrer Gesamtheit sehr stimmig und ich habe das Gefühl, dass jede Einzelne ihren Sinn und Zweck nicht verfehlt hat. Zudem sind die Einblicke, die Schirach in sein Privatleben erlaubt, sehr spannend. Fazit Wenn euch Kurzgeschichten gefallen, kann ich euch *Nachmittage wirklich nur ans Herz legen, es sind sehr besondere Geschichten, die die unterschiedlichsten Gefühle hinterlassen, aber in jedem Fall eine Bereicherung sind. Kategorie: Leseempfehlung

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Ein schlichtes weißes Buch, in dem so viele feine Geschichten stecken: In seinem neuen Erzählband schreibt Ferdinand von Schirach insgesamt sechsundzwanzig Kurzgeschichten, Gedichte, kurze Gedanken oder auch Randnotizen. Sie handeln oft aus dem Lebens des Erzählers, von dem man annehmen kann, dass es Herr von Schirach selbst ist, der von Lesereisen, von Begegnungen mit besonderen Menschen oder kurzen Affären erzählt. Auch aus dem Leben namhafter Persönlichkeiten erfährt der Leser die eine oder andere Anekdote. Teilweise haben mich die Erzählungen ein bisschen atemlos zurückgelassen, denn man ist gar nicht gefasst auf die manchmal tragischen Episoden. Aber ich wurde auch oft überrascht von der Wendung einer Erzählung in die Richtung, die ich gar nicht geahnt hätte. In besonders guter Erinnerung sind mir Kapitel zwei, die Geschichte von Isabella Duncan, die Geschichte aus Kapitel acht und aus Kapitel sechzehn geblieben. Faszinierend, wie der Autor in kurzer und knapper Erzählweise den Punkt der Geschichte immer trifft. Ein herausragender Geschichtenerzähler. Ich habe ‚Nachmittage‘ ratzfatz an einem Nachmittag gelesen, aber die Geschichten spuken noch immer in meinem Kopf herum. Besser geht es nicht, oder?

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