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Rezensionen zu
Die Gabe

Naomi Alderman

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Auf der ganzen Welt haben plötzlich junge Mädchen die Möglichkeit, über eine elektrische Energie zu verfügen, mit der sie nicht selten ihr männliches Gegenüber verletzen und in die Schranken weisen. Die amerikanische Politikerin Margaret weiß anfangs nicht recht darauf zu reagieren, dann entdeckt sie die neue Gabe auch an sich selbst. Gelegenheitsjobber Tunde filmt auf der ganzen Welt Aufstände der Frauen und wird so im Internet und in den weltweiten Zeitungen berühmt. Ausreißerin Allie verbirgt ein dunkles Geheimnis, doch als sie in einem Kloster in den Staaten Zuflucht findet, fragt danach erstmal niemand. Sie schafft es, junge Mädchen um sich zu scharen und eine neue Religion auf Basis der Gabe zu gründen. Und dann ist da noch Roxy. Die stärkste von ihnen allen. Doch Roxy verfügt nicht nur über eine besonders starke Gabe, sie hat auch einen messerscharfen Verstand und weiß die Puzzleteile so zu bewegen, dass das Bild ihr in die Karten spielt. Naomi Alderman dreht unsere aktuelle Gesellschaft auf den Kopf. In „Die Gabe“ haben plötzlich nicht mehr Frauen Angst vor Männern, die ihnen körperlich weit überlegen sind. Es sind die Männer, die fürchten müssen. Kleinen Jungs erzählt man, sich von den bösen Mädchen fernzuhalten. Besser lässt man die kleinen Jungs nicht aus den Augen, lässt sie abends im Dunkeln nicht mehr allein vor die Tür. In arabischen Ländern lehnen sich kopftuchtragende Frauen gar gegen die ganze Gesellschaft auf. Ein neuer Staat wird irgendwo in Osteuropa gegründet. Überall auf der Welt verändern sich Gesellschaftsstrukturen. Und niemand weiß so recht, was es mit der Gabe auf sich hat und ob man sie gar kurieren kann. Die Idee hinter diesem Buch ist spannend, die Umsetzung leider manchmal etwas dürftig. An sich stimmt das Setting: Von Anfang an wird rückwärts gezählt à la „Noch 10 Jahre“. Auf welches Ereignis man beim Lesen hinarbeitet, ist unklar. Dadurch wird die Spannung hochgehalten. Aber vielen der Kapitel fehlt es dann doch an Farbe. Das liegt zuallererst an den Figuren. Sie sind alle vier sehr unnahbar, geheimnisvoll und zeigen wenig Gefühle oder Identifikationspotenzial. Obwohl man sie über so viele Jahre begleitet, bleiben sie allesamt fremd. Und daran scheitert die Geschichte letztendlich. Man liest, ohne dass das Gelesene einen berührt. Bestenfalls ist man fasziniert. Ein Autor oder eine Autorin mit etwas mehr Gespür für seine oder ihre Figuren hätte aus dieser Idee einiges herausholen können! So bleibt ein guter, dennoch lesenswerter Roman, der in der heutigen Zeit viel Bedeutung erlangen könnte.

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Naomi Alderman liefert mit "Die Gabe" eine intelligente und clever inszenierte Zukunftsvision ab, die vor unerwarteten wie gleichermaßen schlüssigen Ideen nur so strotzt und einem spannenden Gedankenexperiment gleicht. Leider verlässt sie sich mancherorts zu sehr auf simple Schwarz-Weiß-Malerei und bedient sich auch hinsichtlich ihrer Protagonisten an so manchem Klischee, denn sonst wäre ihr womöglich ein moderner Klassiker des Genres gelungen, was aber nicht bedeutet, dass sich die Lektüre trotz leichter Schwächen nicht dennoch lohnt.

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Die Autorin ist sehr geschickt gewesen, um ihre durchaus ernsten und schweren Themen an eine möglichst breite Leserschaft zu bringen: Sie hat einen vorgeblich etwas oberflächlichen Polit/Action-Thriller geschrieben, in dem sie untergebracht hat, worum es ihr wirklich geht. Eine globale Umkehr aller Gesellschaften und Machtstrukturen nimmt sie als Vorwand, um uns als Menschen zu sezieren und analysieren und das Ergebnis ist sehr vieles, aber nicht dazu angetan, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Alderman bedankt sich im Nachwort bei Margaret Atwood, die sie gefördert hat, bei Ursula LeGuin und bei Karen Jay Fowler - alle drei Autorinnen sind hervorragende Beobachterinnen und Kritikerinnen der Gesellschaft (gewesen). Sie bedankt sich auch bei Peter Watts, den wunderbar eigenwilligen Science Fiction Autor für die wissenschaftliche Unterstützung. All diese Unterstützung ist ein Indiz dafür, dass die Leichtigkeit des Buches ganz bewusst eingesetzt wurde, um die anspruchsvolle Thematik hineinzuschummeln. Finde ich sehr clever gelöst. Dass dabei ein überaus spannender Roman rausgekommen ist, der weder vor Action noch plastisch geschilderter Gewalt zurückschreckt, vor politischem Intrigenspiel und kriegerischem Säbelrasseln, das ist das Sahnehäubchen darauf. Rundum gelungen, würde ich meinen.

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Seit einiger Zeit begegnet mir in den sozialen Medien und auf Buchblogs immer wieder ein Buch: Zuerst war es „The Power“ von Naomi Alderman, mittlerweile wurde das Buch aber auch ins Deutsche übersetzt und erschien als „Die Gabe“ im Heyne Verlag. Der Plot dahinter ist schnell erzählt – Was könnte passieren, wenn Frauen mächtiger und stärker werden würden als Männer? „Die Gabe“ von Naomi Alderman In Naomi Aldermans Science-Fiction-Roman passiert dies, indem Frauen im Teenager-Alter über Nacht in der Lage sind mit ihrem Körper Stromstöße zu erzeugen. Sie können andere Menschen damit verletzten, sogar töten. Manche Frauen beherrschen ihre Fähigkeit so gut, dass sie in der Lage sind, Zigaretten mit Strom anzuzünden oder Muskelblockaden im Körper anderer Menschen zu heilen. Die Gabe kann von den jüngeren Frauen an die älteren Frauen sehr einfach weitergegeben beziehungsweise erweckt werden. Im Buch dauert es nur einige wenige Jahre bis alle Frauen auf der ganzen Welt mit ihrem Körper Strom erzeugen können. Zu Beginn des Romans „Die Gabe“ wird eine junge Frau von etwa 14 oder 15 Jahren von einem Dreißigjährigen im Supermarkt bedrängt. Der Mann hört auch dann nicht auf, als sie sagt, er solle sie ihn Ruhe lassen. Im Gegenteil: Er setzt noch einen drauf und meint, dass es doch nur ein Kompliment sei und sie das jawohl verdient habe. Ihr ist das unangenehm, wie es eben immer unangenehm ist, wenn man sich nicht richtig wehren kann. Dann legt sie ihre Hand auf den Arm des Mannes und setzt ihn unter Strom. Er zuckt und würgt, geht zu Boden. Es war der Tag der Mädchen. Warum? Weil sie es tun konnte. Diese Szene zu Beginn von Naomi Alderman gibt im Kleinen sehr gut wieder, was anschließend im Großen überall auf der Welt passiert. Frauen nehmen nicht mehr hin, was ihnen angetan wird: Sexsklavinnen befreien sich aus ihren Gefängnissen. In Dubai und vielen weiteren Ländern bricht eine Revolution aus. Es wird ein Staat der Frauen mit einer Matriarchin an der Spitze gegründet. Die Verhältnisse kehren sich schlicht um und das mit jeder Menge Gewalt. Aber es gibt auch Entwicklungen, in denen die Frauen über das Ziel hinausschießen und grausam werden. Zum Beispiel, wenn Männer vergewaltigt werden, wenn Männer aus Spaß gefoltert werden oder wenn Jungs die Genitalien verstümmelt werden. In diesen Momenten sind die Frauen nicht besser als die Männer und das alles mit der Begründung, dass sie es tun, weil sie es tun können. Naomi Alderman lässt sich jedoch keine neuen Gräueltaten einfallen, alles gibt es schon auf der Welt, alles wird irgendwo schon Frauen von Männern angetan. Das macht es schwieriger, die Entwicklungen im Roman schwarz oder weiß zu sehen, zunächst zumindest. Die Gewalt wird zumindest verständlich, denn das Motiv der Rache ist unverschwommen sichtbar. Aber reicht das als Rechtfertigung aus? In meinen Augen nicht. An der Eskalation in Naomi Aldermans Buch wird deutlich, dass es keine Gleichberechtigung geben kann, solange ein Teil der Menschheit tut, was er kann, eben weil er es kann. Die Macht In „Die Gabe“ ist ein friedliches Leben zwischen beiden Geschlechtern nicht möglich. Die Frauen missbrauchen ihre plötzliche Macht. Wäre das in der Realität genauso? Dieses Experiment wird wohl nie stattfinden und vielleicht ist es auch gut so, denn so muss ich mir nicht selbst beantworten, was ich tun würde. Genau diese Frage finde ich am ganzen Buch am aufregendsten und es tröstet mich auch über manche Schwächen des Buchs hinweg wie beispielsweise die Plattheit mancher Charaktere. Also, was würdest du tun, wenn du mächtiger wärst als andere Menschen?

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Interessante Grundidee, aber zu eindimensional

Von: World of books and dreams

08.04.2018

Ganz plötzlich war sie da, bei jungen Frauen und Mädchen, von heute auf morgen verfügen sie über eine Gabe, sie können mit ihren Händen Stromstöße hervorrufen. Niemand hätte gedacht, dass es mit dieser Gabe gelingen könnte, die Kraft-/Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen umzukehren, doch plötzlich sind es die Frauen, die das starke Geschlecht bilden. Doch wird die Welt eine bessere sein, wenn sie plötzlich von Frauen regiert wird? Meine Meinung Allein schon die Aussage, dass Barack Obama dieses Buch zu den besten Büchern 2017 erkoren hat, machte mich unheimlich neugierig auf das, was sich dahinter verbirgt und auch dieser kurze, beinahe nichtssagende Klappentext heizte diese Neugier noch einmal mehr mit an. Ich bin allerdings extrem zwiegespalten, was das Buch angeht, denn zum einen bin ich sehr fasziniert von dem, was Naomi Alderman hier entworfen hat und sie hat mich absolut nachdenklich gemacht, doch zum anderen fiel mir die Geschichte unheimlich schwer. Es lag hier zu einem großen Teil am Stil der Story, die sich sehr zäh lesen ließ. Inhaltlich ist es sehr gut verständlich, aber der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, er wirkt beinahe kalt und mit wenig Gefühl geschrieben und so behielt ich zu den Charakteren eher einen Abstand, als das ich mich hineinversetzen konnte. Warum dies allerdings so dargestellt wird, erfährt der Leser durch einen Briefwechsel, der die Handlung umrahmt. Dazu möchte ich allerdings gar nicht so viel verraten. Trotzdem war ich unglaublich befangen vom Inhalt der Story, denn wie es schon auf dem Klappentext steht: Naomi Alderman hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Absolut glaubhaft zeigt sie auf, wie es wäre, wenn Frauen durch diese Gabe die Macht erhielten. Doch nicht nur das, durch viele, sehr brutale Ereignisse zeigt sie, wie es auch heute bei uns in vielen Ländern noch Gang und Gebe ist. Sie lässt hier die Frauen agieren, wie es, auch heute noch, Männer aus anderen Gesellschaften tun. Interessant ist der Aufbau des Buches, die Autorin zeigt anhand verschiedener Perspektiven, wie sich diese Gabe auf die Gesellschaft auswirkt. Während sich die Machtverhältnisse in den Industrieländern nur langsam ändern, geht es in Ländern, in denen auch heute noch Frauen unterdrückt werden, schon viel schneller zur Sache. Plötzlich sind es hier die Männer, die nur mit der Einwilligung der Frauen, bestimmte Dinge ausführen dürfen. Es befinden sich im Text unheimlich viele Begebenheiten, die sehr wichtige Denkanstöße geben und die auch mich immer wieder innehalten und nachdenken ließen. Eins wird in dieser Geschichte auf jeden Fall klar, der, der die größere Macht hat, wird so gut wie immer für Diskriminierung der Gegenseite stehen. Was mir allerdings fehlte, waren die Grauzonen, alles war zu eindimensional und nur wenig emotional, ganz klar ist die Gesellschaftskritik im Vordergrund, aber ich hätte mir durchaus auch gewünscht, dass hier auch andere Seiten durchdacht worden wären. So war es im Endeffekt einfach eine Umkehrung der Machtstruktur, doch wo sind die, die sich dem Ganzen entgegengestellt hätten? Aus der Sicht von vier Charakteren wird das Geschehen beschrieben. Da wäre die Bürgermeistern Margot durch die wir die politische Seite aufgezeigt bekommen, Roxy, die Verbrechertochter aus London, Allie, die von ihrem Stiefvater missbraucht wurde und Tunde, ein Student, der zum Reporter wird. Alle diese Figuren blieben mir allerdings zu blass, ich fühlte mit keinem wirklich mit, sondern beobachtete ihre Handlungen. Das könnte auch durchaus so gewollt sein, doch für mich blieb es zu emotionslos und ich konnte mich weder in einen der Charaktere versetzen noch mitfühlen. Allie agiert als Mother Eve und durch ihre Figur wird dargestellt, wie schnell Menschen sich in ihrem Denken, hier dem Glauben, wenden können. Roxy spiegelt das Ganze dann aus der Sicht der schon vorher nicht legal Handelnden wieder. Tunde, der einzige Mann unter den Hauptcharakteren, hätte für mich eine interessantere Rolle einnehmen können, doch auch er bleibt ein Beobachter des Geschehens. Mein Fazit Ohne Frage, dieses Buch ist von der Grundidee sehr interessant und mit seinen darin enthaltenen Botschaften eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Leider bleibt es alles zu eindimensional und emotionslos und im Prinzip werden hier die Rollen einfach umgedreht. Mir fehlten das Mitfiebern und die Beleuchtung aus anderen Perspektiven, die Charaktere die Gefühle hervorrufen beim Lesen. Die Gesellschaftskritik, die hier im Text steckt, ist eine wichtige Botschaft und sollte durchaus wachrütteln, doch ich hätte mir gewünscht, dass auch die Grauzonen mehr beleuchtet werden.

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Interessante Grundidee, aber zu eindimensional

Von: World of books and dreams

08.04.2018

Ganz plötzlich war sie da, bei jungen Frauen und Mädchen, von heute auf morgen verfügen sie über eine Gabe, sie können mit ihren Händen Stromstöße hervorrufen. Niemand hätte gedacht, dass es mit dieser Gabe gelingen könnte, die Kraft-/Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen umzukehren, doch plötzlich sind es die Frauen, die das starke Geschlecht bilden. Doch wird die Welt eine bessere sein, wenn sie plötzlich von Frauen regiert wird? Meine Meinung Allein schon die Aussage, dass Barack Obama dieses Buch zu den besten Büchern 2017 erkoren hat, machte mich unheimlich neugierig auf das, was sich dahinter verbirgt und auch dieser kurze, beinahe nichtssagende Klappentext heizte diese Neugier noch einmal mehr mit an. Ich bin allerdings extrem zwiegespalten, was das Buch angeht, denn zum einen bin ich sehr fasziniert von dem, was Naomi Alderman hier entworfen hat und sie hat mich absolut nachdenklich gemacht, doch zum anderen fiel mir die Geschichte unheimlich schwer. Es lag hier zu einem großen Teil am Stil der Story, die sich sehr zäh lesen ließ. Inhaltlich ist es sehr gut verständlich, aber der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, er wirkt beinahe kalt und mit wenig Gefühl geschrieben und so behielt ich zu den Charakteren eher einen Abstand, als das ich mich hineinversetzen konnte. Warum dies allerdings so dargestellt wird, erfährt der Leser durch einen Briefwechsel, der die Handlung umrahmt. Dazu möchte ich allerdings gar nicht so viel verraten. Trotzdem war ich unglaublich befangen vom Inhalt der Story, denn wie es schon auf dem Klappentext steht: Naomi Alderman hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Absolut glaubhaft zeigt sie auf, wie es wäre, wenn Frauen durch diese Gabe die Macht erhielten. Doch nicht nur das, durch viele, sehr brutale Ereignisse zeigt sie, wie es auch heute bei uns in vielen Ländern noch Gang und Gebe ist. Sie lässt hier die Frauen agieren, wie es, auch heute noch, Männer aus anderen Gesellschaften tun. Interessant ist der Aufbau des Buches, die Autorin zeigt anhand verschiedener Perspektiven, wie sich diese Gabe auf die Gesellschaft auswirkt. Während sich die Machtverhältnisse in den Industrieländern nur langsam ändern, geht es in Ländern, in denen auch heute noch Frauen unterdrückt werden, schon viel schneller zur Sache. Plötzlich sind es hier die Männer, die nur mit der Einwilligung der Frauen, bestimmte Dinge ausführen dürfen. Es befinden sich im Text unheimlich viele Begebenheiten, die sehr wichtige Denkanstöße geben und die auch mich immer wieder innehalten und nachdenken ließen. Eins wird in dieser Geschichte auf jeden Fall klar, der, der die größere Macht hat, wird so gut wie immer für Diskriminierung der Gegenseite stehen. Was mir allerdings fehlte, waren die Grauzonen, alles war zu eindimensional und nur wenig emotional, ganz klar ist die Gesellschaftskritik im Vordergrund, aber ich hätte mir durchaus auch gewünscht, dass hier auch andere Seiten durchdacht worden wären. So war es im Endeffekt einfach eine Umkehrung der Machtstruktur, doch wo sind die, die sich dem Ganzen entgegengestellt hätten? Aus der Sicht von vier Charakteren wird das Geschehen beschrieben. Da wäre die Bürgermeistern Margot durch die wir die politische Seite aufgezeigt bekommen, Roxy, die Verbrechertochter aus London, Allie, die von ihrem Stiefvater missbraucht wurde und Tunde, ein Student, der zum Reporter wird. Alle diese Figuren blieben mir allerdings zu blass, ich fühlte mit keinem wirklich mit, sondern beobachtete ihre Handlungen. Das könnte auch durchaus so gewollt sein, doch für mich blieb es zu emotionslos und ich konnte mich weder in einen der Charaktere versetzen noch mitfühlen. Allie agiert als Mother Eve und durch ihre Figur wird dargestellt, wie schnell Menschen sich in ihrem Denken, hier dem Glauben, wenden können. Roxy spiegelt das Ganze dann aus der Sicht der schon vorher nicht legal Handelnden wieder. Tunde, der einzige Mann unter den Hauptcharakteren, hätte für mich eine interessantere Rolle einnehmen können, doch auch er bleibt ein Beobachter des Geschehens. Mein Fazit Ohne Frage, dieses Buch ist von der Grundidee sehr interessant und mit seinen darin enthaltenen Botschaften eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Leider bleibt es alles zu eindimensional und emotionslos und im Prinzip werden hier die Rollen einfach umgedreht. Mir fehlten das Mitfiebern und die Beleuchtung aus anderen Perspektiven, die Charaktere die Gefühle hervorrufen beim Lesen. Die Gesellschaftskritik, die hier im Text steckt, ist eine wichtige Botschaft und sollte durchaus wachrütteln, doch ich hätte mir gewünscht, dass auch die Grauzonen mehr beleuchtet werden.

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Sie kommt aus heiterem Himmel: eine Kraft, die Frauen zum starken Geschlecht macht, die ihnen erlaubt mehr oder weniger gezielte Stromstöße abzugeben und damit auch zu töten, genannt Die Gabe. Die Machtverhältnisse auf der ganzen Welt verschieben sich zugunsten des weiblichen Geschlechts. Dort, wo Frauen bislang unterdrückt wurden, wird nun zurück geschlagen. Aber auch in allen weiteren Teilen der Welt ändern sich die gesellschaftlichen Verhältnisse… Bevor ich dieses Buch las, hätte ich spontan mit “selbstverständlich” geantwortet, hätte mich jemand gefragt, ob eine Welt, in der Frauen das starke Geschlecht sind und herrschen, eine bessere wäre. Jetzt, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Die Rahmenhandlung dieses Buches ist ganz kreativ, wie ich finde, denn augenscheinlich handelt es sich hierbei um ein Werk, dass die Autorin Naomi Alderman von einem Mann erhält, der in dieser neuen Welt lebt und Angst hat die herrschenden Zustände als Mann offen anzuprangern. Das kann man ihm nicht verübeln, wenn man die Geschichte schließlich liest. „Die Gabe“ ist wie ein historischer Roman geschrieben. Über einen Zeitraum von zehn Jahren erfahren wir anhand einiger Einzelschicksale, die aber natürlich allesamt irgendwie miteinander verbunden sind, die Geschichte der Ausbreitung dieser Gabe. Die beschriebenen Abstände sind mal kürzer, mal länger, entwickeln sich mal rasant, mal langsamer. Immer haben sie mich aber an die Seiten fesseln können, denn ich wollte unbedingt wissen wie dieses Buch enden würde und was noch kommen könnte. Allie, genannt Mother Eve, ruft eine neue Religion auf den Plan, die schnell viele Anhänger auf der ganzen Welt findet und darauf basiert, dass Gott weiblich ist und nicht Jesus, sondern seine Mutter Maria die eigentliche Heldin sei. Ihre Predigten werden auf der ganzen Welt verfolgt und angehört. Roxy Monke ist die Tochter einer der einflussreichsten Familien der Welt. Sie hat eine unglaublich starke Gabe und kann diese auch beherrschen. Tunde ist Journalist, der trotz aller Widrigkeiten über die tatsächliche Lage auf der Welt und den entbrannten Kampf zwischen Männern und Frauen berichten will. Margot ist Politikerin die die Gabe nutzt um Aufzusteigen, was ihr auch gelingt. Ihre Tochter Jocelyn hat die Gabe ebenfalls und arge Probleme diese zu beherrschen. Die Geschichte dieser vielen einzelnen Personen können wir verfolgen und erfahren so aus diversen Sichtweisen was sich in verschiedenen Teilen der Welt zuträgt und wie sich die Menschheit entwickelt. Während sich in der uns bekannten Gesellschaft alles noch recht gemächlich entwickelt und sich die Machtverhältnisse langsam und eher subtil verschieben, kann man sich vielleicht vorstellen, dass sich das in Ländern, in denen Frauen lange unterdrückt, misshandelt, gefoltert, vergewaltigt wurden, schneller und härter entwickelt, denn dort kommt zum Streben nach mehr Macht auch noch ein wahnsinniger Wunsch nach Rache und Vergeltung dazu. Im Vorfeld sagte ich bereits, dass ich vor dem Lesen dieses Buches nicht gedacht hätte, dass eine Welt in der das weibliche Geschlecht regiert, härter sein würde. Eben weil ich den Umstand, dass es vielen, vielen Frauen auf dieser Welt nicht so gut geht wie mir, wie uns, verdrängt und gar nicht auf dem Schirm hatte. Das ist auch noch ein Aspekt des Buches, den ich wirklich gut fand, nämlich, dass man sich während des Lesens viel bewusster wird, dass der Schrecken, der sich in diesem Buch abspielt, die Brutalität und Grausamkeit Männern gegenüber, sich auch heute jeden Tag ereignet, nur halt gegen Frauen gerichtet. Die Geschichte ist brutal, ja, gewalttätig. Oftmals ein wenig überzogen, wobei nichts davon aus der Luft gegriffen ist. Vergewaltigungen, Unterdrückung, Folter – all das gibt es auch in unserer realen Welt. Dieses Buch hat mich ziemlich gefordert, ich war fasziniert von diesem Szenario und der Welt die Naomi Alderman dort skizziert. Das Ende war dann heftig und lies mich erst einmal sprachlos zurück, so dass ich erst einmal darüber schlafen musste um meine Empfindungen dazu in Worte zu fassen. Fazit Mit Die Gabe hat Naomi Alderman wirklich einen Roman geschrieben, der den Büchern von Margret Atwood in ihrer Aussagekraft in nichts nachsteht. Brutal, gewalttätig, real! Man denkt zwangsläufig darüber nach, wie es um unsere gesellschaftlichen Verhältnisse bestellt ist. Absolute Leseempfehlung!

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An “Die Gabe” hatte ich wirklich richtig hohe Erwartungen. Der Roman wird empfohlen von Personen wie Emma Watson oder Barack Obama – da muss doch was dran sein! Oder? Naja. Das Buch hebt sich auf jeden Fall von der Masse ab. Es regt zum Nachdenken an. Und es provoziert. Es ist für mich allerdings ein Touch too much. Dazu muss ich sagen, dass ich die Grundidee echt gut finde. Die Umkehrung der Kräfteverhältnisse zwischen Mann und Frau – die Frauen sind den Männern überlegen und was passiert dann? Diese Frage hat so ein großes Potential – und was passiert im Buch? Die Frauen geraten außer Rand und Band, das nicht ohne. Wir verfolgen verschiedene Personen, die sich teilweise im Laufe der Geschichte auch begegnen. Die Personen sind in verschieden Alter, haben unterschiedlich Lebensumstände und gehen mit der Gabe unterschiedlich um. Leider geraten für mich alle (Tunde ausgenommen, aber ist auch ein Mann 😉 ) ins Extreme. Sie sind mir zu krass und ich hätte mir einen ruhigen Pol in der Geschichte gewünscht. Margot und Allie mochte ich zu Beginn sehr gern und verfolgte ihre Geschichten mit Interesse. Doch beide schwankten um. Allies Fanatismus geriet außer Kontrolle, was mir nicht gefiel. Und Margot stellte alles über das Wohl ihrer Tochter – es schien als würde ihr Gehirn plötzlich anders ticken. Das irritierte mich und wirkte unauthentisch. Letztlich sind alle Personen unsympathisch. Das ist nicht wirklich gut für einen Roman, oder? Ja, man muss natürlich abwägen, welche Geschichte der Roman erzählt. Für mich ist es ziemlich klar, dass der Roman aufrütteln will mit aller Macht. Ich nehme an, die Personen sollen gar nicht sympathisch wirken. Damit mehr provoziert wird. Aber warum? Im Großen und Ganzen hatte ich öfters das Gefühl, dass ich nicht verstehe, worum es gerade geht. Bei diesem Buch wünschte ich mich tatsächlich zurück in die Schule um das in einer Gruppe zu analysieren. Hier gibt es so viele Anspielungen auf Kriege, Umgang mit Medien und Machtausübungen. Sekundärliteratur wäre hier sehr hilfreich (und würde ich sofort kaufen!). Die Geschichte an sich ist sehr gut aufgebaut. Wir erleben eine Zeitraum von rund 10 Jahren, in dem sich alles sehr zuspitzt. Die Frauen entdecken ihre Gabe, die über einen Strang an ihren Schlüsselbein spürbar wird. Ich war total gefesselt und begeistert. Diese Idee ist einfach richtig gut! Und es wurde so realistisch gesponnen. Denn aus allen Ecken tauchten Wissenschaftler auf und versuchen, das Mysterium der Gabe zu erklären. Teilweise war das richtig witzig! Mich unterhielt der Roman bis ungefähr zur Mitte sehr gut. Der Schreibstil ist unauffällig und flüssig, die Geschichte nimmt recht zügig ihren Lauf. Doch dann knickt es ein. Ich suchte nach dem roten Faden, nach dem Höhepunkt, auf den die Geschichte hinarbeitet. In meinem Kopf hatte ich die wildesten Ideen (ja, es stimmte keine..). Leider schlug an dem Punkt meine Begeisterung in Ernüchterung um. Die Frauen gerieten mehr und mehr an die Macht – alles gerät aus den Fugen. Und hier muss ich wieder meckern und warnen.. denn es gibt mehr als einmal Vergewaltigungen, die auch relativ deutlich beschrieben sind. Muss das sein? Die Geschichte hätte auch ohne sehr gut funktioniert. Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass nicht alle Frauen zu Tieren werden, sobald die Macht erlangen. Wieso wird es hier so dargestellt? An den Stellen wurde ich fast sauer. Auch das Ende konnte es nicht retten. Ich hätte es mir runder gewünscht. Wir werden ziemlich abrupt zurück gelassen. Ich musste erstmal tief Luft holen. Zum Glück gab es noch einen Pluspunkt zum Abschluss: Die Geschichte an sich ist mit einer “Meta Geschichte” ummantelt, in der Naomi Alderman nicht die Autorin ist, sonder ein Freund von ihr. Und er schreibt über Männer, die an die Macht gelangen, in einer von Frauen bestimmten Welt. Das zu lesen war Gehirnjogging. Man musste viel um die Ecke denken, was Spaß gemacht hat! Fazit: Ist “Die Gabe” ist ein Spiegel der Gesellschaft? Ich habe es erwartet, doch ich bin mir nicht sicher ob ich es bekommen habe. Die ersten Hälfte des Buches war sehr unterhaltsam, schockierend und regte zum Nachdenken an. Allerdings überspitzten sich die Ereignisse im Verlauf der Geschichte, was mir das Interesse an dem Roman raubte. Viele Grenzen wurden überschritten und ich frage mich, ob so viel Provokation nicht zu viel war.

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