Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Die Gabe

Naomi Alderman

(10)
(15)
(5)
(0)
(1)
€ 16,99 [D] inkl. MwSt. | € 17,50 [A] | CHF 23,90* (* empf. VK-Preis)

Von einem Tag auf den anderen entdecken Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt, dass sie eine Gabe entwickelt haben, mit der sie anderen Menschen durch eine einzige Berührung große Schmerzen zufügen und sie sogar töten können. Diese plötzliche körperliche Überlegenheit führt zu einem Machtwechsel zwischen Männern und Frauen und großen gesellschaftlichen Veränderungen. Mein Eindruck: Die Grundidee finde ich unheimlich spannend. Was würde passieren, wenn Frauen plötzlich körperlich überlegen sind? Welche Auswirkungen hätte das auf das Zusammenleben von Männern und Frauen und wären Frauen wirklich besser, wenn sie derart viel Macht besäßen? Zuallererst möchte ich für dieses Buch eine Trigger-Warnung aussprechen, da es in der Geschichte eine Vielzahl brutaler Vergewaltigungen gibt. Die Geschichte wird hauptsächlich aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt, die sich mit fast jedem Kapitel abwechseln. Zusammen mit den eher kurzen Kapiteln wirkte das Buch dadurch unheimlich rasant, erschwerte mir aber gleichzeitig die Bindung zu den Charakteren. Zum einen folgen wir zwei jungen Frauen, Allie und Roxy, die in sehr schwierigen Verhältnissen aufwuchsen und bereits Gewalt durch Männer erfahren mussten. Die Gabe ermöglicht ihnen also die Rache an ihren Peinigern und als Leserin waren diese Szenen mit einer gewissen Genugtuung verknüpft, die mich selbst erschreckte. Die einzige männliche Perspektive ist die des Journalisten Tunde, der insbesondere in jene Länder reist, in denen Frauen bisher unterdrückt wurden um zu dokumentieren, welche Folgen die Entdeckung der Gabe hat. Grundsätzlich hat das Buch sehr starke und unangenehme Gefühle in mir ausgelöst, denn die gesamte Stimmung ist extrem negativ und hasserfüllt. Die Nutzung der Gabe geht sehr schnell über reine Selbstverteidigung hinaus und so erfährt man im weiteren Verlauf fast ausschließlich von grausamen Frauen, die ihre Macht missbrauchen und Spaß daran haben Männer zu quälen sowie von Männern, die mit allen Mitteln der Gewalt versuchen ihre Machtposition wiederzuerlangen. Es ist ein Krieg zwischen Männern und Frauen, der mir absolut unbegreiflich ist. Der Geschichte fehlt es dadurch an Komplexität, da man viel zu wenig von all jenen Frauen erfährt, die ihre neue Fähigkeit nicht zu ihrem Vorteil nutzten möchten und von Männern, die einen gemäßigten Umgang mit der neuen Situation haben. Es gibt keinerlei Miteinander oder Nächstenliebe. Es fehlt die Balance. Womöglich sollte diese einseitige und extreme Darstellung die eigentliche Aussage des Buches unterstreichen: Gleichberechtigung heißt eben, dass weder Frauen noch Männer einander überlegen sind. Aber gerade die Fragestellung ob Frauen allein durch ihre körperliche Überlegenheit plötzlich Männer vergewaltigen oder in die Prostitution zwingen war für mich interessant. Hängt die Tatsache, dass aktuell weniger Gewalttaten von Frauen verübt werden lediglich daran, dass sie körperlich nicht stark genug sind? Das Buch beantwortet diese Frage mit „JA“ und stellt entsprechendes Verhalten schockierend in Szene. Mir war das irgendwie zu einfach und der Wandel ging mir ebenfalls zu schnell. Männern wird in diesem Buch schreckliches durch Frauen angetan und obwohl diese Dinge tagtäglich andersherum geschehen, haben mich diese Szenen extrem aufgewühlt, sodass ich mir die unangenehme Frage stellen musste ob ich es normaler finde, wenn Frauen durch Männer missbraucht werden als andersherum. Der Epilog ist dahingehen unheimlich interessant und unterstreicht diesen Gedanken. Ich denke man kann dieses Buch auf sehr viele unterschiedliche Arten lesen und interpretieren. Vielleicht soll der Rollentausch dem Leser vor Augen führen, welch schreckliche Dinge Frauen noch heute angetan werden, indem sich nun Männer in dieser Opferrolle befinden und sich das irgendwie komisch bzw. falsch anfühlt und mehr schockiert. Es kann dafür plädieren, dass Gleichberechtigung nur erreicht wird, wenn die körperliche Überlegenheit des Einen niemals als Vorteil gegenüber dem Anderen genutzt wird und es kann zeigen, dass Frauen nicht besser sind als Männer. Fazit: Ich hätte mir eine andere, etwas differenzierte Umsetzung des Themas gewünscht, kann aber nicht leugnen, dass ich ein sehr intensives Leseerlebnis mit dieser Geschichte hatte und sie so schnell nicht vergessen werde. Es ist ein sehr unbequemes und extremes Buch über das ich noch sehr viel nachdenken musste. Daher empfehle ich es jedem, der mit einer solchen Thematik und expliziten Darstellung zurechtkommt.

Lesen Sie weiter

Ob unsere gesellschaftlichen Strukturen allein im Kräfteverhältnis zwischen Männern und Frauen begründet liegen, kann ich nicht sagen. Sicher ist jedoch, dass die körperliche Überlegenheit meist auf der Seite der Männer liegt, sie häufig dominanter und selbstbewusster erzogen werden und so Mädchen schon von klein auf lernen, sich unterzuordnen. Diese Rollen ziehen sich schon durch viele Jahrhunderte (Jahrtausende?) der Menschheitsgeschichte und scheinen unverrückbar. In Naomi Aldermans Dystopie (oder Utopie?!) “Die Gabe” wird die bestehende Kräfteverteilung nun von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Junge Mädchen und Frauen entdecken die Gabe in sich nur mit ihrer Berührung starke Stromstöße zu verteilen. Plötzlich sind Frauen in der Lage zu verletzen und zu töten ohne mit der Wimper zu zucken. Diese Kraft gibt ihnen die Möglichkeit überall auf der Welt gegen Unterdrückung und Missbrauch aufzubegehren. Plötzlich sind es die Männer, die sich in einer prekären Situation wiederfinden. Schon wie die Geschichte dieses Buches “verpackt” wird, ist unfassbar ideenreich und einfach perfekt: der Geschichte voran steht ein Briefwechsel zwischen zwei Personen. Ein männlicher Autor wendet sich an seine weibliche Lektorin, sie soll bitte den von ihm verfassten historischen Roman lesen und bewerten. Irgendwie irritierte mich dieser Einstieg und machte gleichermaßen neugierig. Ein historischer Roman? Tatsächlich werden dann im Verlauf der Geschichte die Geschehnisse sehr logisch und chronologisch erzählt. Zwischen den verschiedenen Etappen der Handlung werden zudem “historische Objekte” gezeigt, die auf eine verlorene Gesellschaft vor der Gabe hindeuten. Alles andere an diesem Roman ist jedoch zunächst weit weg von einem historischen Roman. Er ist vielmehr eine phantastische Mischung aus Dystopie und Actionthriller. Ein Buch das vor Spannung und Ideen nur so knistert, ein wenig verrückt wirkt und doch so klar und deutlich Themen benennt, die aktueller nicht sein könnten. Es geht um nicht weniger als den Sinn und Unsinn unserer Geschlechterdefinitionen und den Rollen, die diesen Geschlechtern zugeordnet sind. Literarisch fehlt es an einigen kleinen Ecken um richtig perfekt zu sein, aber das was das Buch mit dem Leser macht, ist ganz großes Kino: es hinterfragt unsere typischen Denkweisen und gesellschaftlichen Strukturen so, dass es beinahe weh tut und und hält unserer Gesellschaft den Spiegel vor. In einer Szene wird ein Mann von einer Gruppe von Frauen vergewaltigt, es ist Krieg und die Soldatinnen völlig außer Rand und Band. Es tut fast körperlich weh diese Szenen zu lesen, immer wieder dachte ich “nein, das würde so nicht passieren”, schließlich kann keiner so grausam sein?! Doch so etwas passiert, mit vertauschen Rollen ist es genau das, was wir täglich in den Nachrichten hören. Männlich Babys sind weniger wert und werden vermutlich abgetrieben oder getötet? Einflussreiche Frauen halten sich jüngere Männer nur auf Grund ihres guten Aussehens als Sexobjekte? All diese Ideen scheinen absurd, bis man sich diese Konstellationen mit vertauschen Rollen vorstellt. So hat Naomi Alderman bestehende Realitäten zur Dystopie gemacht. Es ist schwer zu beschreiben, welche Wirkung das beim Leser auslöst. Mich überkam ein Gefühl zwischen Faszination, Ekel, Wut und völligem Unglauben. Warum hat sich dieser Wahnsinn entwickelt? Manchmal schienen mir die handelnden Personen des Romans ein wenig unglaubwürdig oder unsympathisch, für ihren Zweck jedoch waren sie durchweg gut geeignet. Statt einzelnen Individuen sind sie eher Muster ihrer jeweiligen Rolle und Funktion. Alle sozial wichtigen Charaktere sind Frauen: der nächste Messias genauso wie die harte Politikerin, die sich in der kriegerischen Ausbildung junger Mädchen engagiert. Die Männer sind in dieser Geschichte eher dünn gesät und erscheinen als furchtsame Untergrundkämpfer oder missgünstige, ehemalige Patriarchen auf der Bildfläche. Trotz ganz viel Bedeutung und Symbolik und trotz etlicher sozialer Fragen, die dieses Buch aufwirft war “Die Gabe” für mich aber vor allem unterhaltsam. Das Buch ist flott geschrieben, spannend und actiongeladen. Das mag für die eine oder andere Leserin, die sich gern intensiver mit der dahinterliegenden Thematik beschäftigen würde, vielleicht störend wirken, es hilft jedoch zu verhindern, dass das Buch zur trockenen Gesellschaftsstudie wird. Dennoch gibt uns der Roman so viele wichtige Ideen und Gedanken mit, dass er hoffentlich dabei hilft umzudenken, sowohl im Hinblick auf unsere Vergangenheit als auch, und vor allem, im Hinblick auf unsere Zukunft. “Wie wir über unsere Vergangenheit denken, zeigt, was wir heute für möglich halten. Wenn wir an den selben alten Vorstellungen über die Vergangenheit festhalten (…) leugnen wir, dass sich überhaupt etwas ändern kann.” Am Ende der Geschichte schlägt der Roman dann übrigens einen Bogen zum Anfang. Die Lektorin antwortet dem fiktiven Autor der Geschichte, seine Erzählung wäre wohl doch etwas zu phantastisch. Kriegergruppen aus Männern in einer Zeit vor der Gabe wären ja doch etwas an den Haaren herbeigezogen und sowieso wäre er als männlicher Autor schwer am Markt unterzubringen. Ob er nicht über einen weiblichen Künstlernamen nachdenken wolle? Absurd?! Ich weiß nicht…

Lesen Sie weiter

First: Ich bin beeindruckt von dem Buch. ich habe mir vor dem lesen zwar schon einige Stimmen und Meinungen über das Buch gegeben, aber mich nicht so sehr intensiv damit befasst was genau eigendlich in diesem buch passiert. Von daher hatte ich irgendwie etwas anderes erwartet von dem Buch - zumindest was die Stimmen die ich dazu hörte anging, denn hier sprach man von etwas Dystopischem was sich vertraut und dennoch neu liest. Feministisch hieß es hier und da, und dann wieder antifeministisch aufgrund der Ereignisse im Buch. Ich muss sagen, die erste hälfte vom Buch fand ich atemberaubend. Es war super spanned und interessant und ich fand alles so gut geschrieben. Besonders die Sichten von Tunde und Margot (später dann jedoch mehr die von Margots Tochter) fand ich besonders interessant. Ab der zweiten Hälfte jedoch drehte sich für meinen Geschmack es dann zu sehr um das Glitter, was ich persönlich etwas schade fand. Ich bin mir aber dennoch bewusst das das einfach daran liegen mag, das ich generell solch Drogengeschichten nicht soooo gerne lese und mich so etwas nicht interessiert - es aber gut verdeutlichte wie in diesem fall jeder miteinander verbunden war. Als Fazit kann ich sagen, das es ein erfrischend ehrlicher und Schohnungsloser Roman darüber ist, das es nicht darauf an kommt welches Geschlecht das starke ist, sondern das Gender in verbindung mit Macht egal sein kann, weil ein anderes Herrschergeschlecht nicht zwangsläuftig bedeuten würde das es besser ist. Durch den Aufbau der Geschichte wird einem dies besonders im Briefwechsel am Ende noch mal sehr bewusst. Für meinen Geschmack jedoch lag der Fokus zu sehr auf dem ganzen Göttlichen und Spirituellen, was mir gerade das Ende ein wenig vermieste - liegt aber glaube ich auch einfach an meiner persönlichen Einstellung zu solchen Dingen. Lesenswert ist es dennoch allemal und wird sicherlich ein Buch bleiben, über welches ich noch lange nachdenken werde.

Lesen Sie weiter

Wir schicken Elektrizität durch geregelte Schaltkreise und Schalter, doch sie will die Form eines lebenden Wesens annehmen, eines Farnkrautes, eines nackten Zweiges. Der Blitz schlägt in der Mitte ein, das Licht strebt nach außen. Diese Form wächst in uns allen, unser innerer Baum aus Nerven und Blutgefäßen, inklusive Stamm und aller Äste. Die Signale werden von unseren Fingerspitzen über die Wirbelsäule ins Gehirn geleitet. Wir sind elektrisch. Die Gabe, diese einzigartige Kraft, lebt in uns, wie sie es auch in der Natur tut. Meine Kinder, alles, was hier geschieht, befindet sich im Einklang mit dem Gesetz der Natur. -- INHALT: Bei manchen hat es sich schon länger angekündigt, bei anderen kam es ganz plötzlich und unerwartet: Junge Mädchen auf der ganzen Welt entwickeln auf einmal etwas, das bald "Die Gabe" genannt wird: Es ist ihnen möglich, Elektrizität mit ihren Fingern auszusenden, anderen Schmerzen zuzufügen, sie zu töten. Teilweise können die Mädchen es auch an erwachsene Frauen weitergeben, und damit kehrt sich nun das Altbekannte um: Jetzt sind die Männer das schwache Geschlecht und haben sich den Frauen unterzuordnen. Doch im Umschwung lassen Krieg und Gewalt nicht lange auf sich warten. Die Frauen, getrieben von Macht und Hass, scheinen die Welt nicht gerechter zu machen... MEINE MEINUNG: "Die Gabe" verfolgt ein Gedankenexperiment, das so interessant ist und so wichtig bei all den Geschlechterkämpfen, dass mich der Ideenreichtum schier umhaut. Gepriesen als neues "The Handmaid's Tale", von Margaret Atwood selbst gelobt - ein Roman also, der nicht nur unterhalten, sondern vor allem zum Nachdenken anregen will. Dafür gibt es auch verschiedene Perspektiven: eine skrupellose Politikerin; ein misshandeltes Mädchen, das als Gottheit verehrt wird; die Tochter eines Verbrechers; und ein nigerianischer Reporter, der von Anfang an dabei ist. Die Perspektiven sind allerdings leider etwas inkonsistent, teilweise sehr unterschiedlich im Spannungslevel - und auch der Stil verändert sich außer in den Dialogen recht wenig. Bezeichnend ist, dass es keinen weiblichen Sympathieträger gibt. Bezeichnend besonders im Anbetracht dessen, was Frauen in der Vergangenheit erlebt haben und wie sie dies hier nun dagegen eintauschen, selbst Übel zu verbreiten. Natürlich schwelt im unterdrückten Geschlecht der Wunsch, auch selbst einmal Macht zu haben - aber diese Entwicklung zu brutalen Unterdrückern geht hier doch sehr schnell, und gegensätzliche Stimmen gibt es kaum. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Margot als Politikerin ihre Kraft für den Aufstieg benutzt, gleichzeitig bringt sie die Geschichte aber auch wenig voran. Ausreißerin Allie verfolgt ihren eigenen Plan und nutzt dafür den religiösen Wahn, aber sie macht lange keine Entwicklung durch. Nur Roxy und Tunde, erstere getrieben von Rache und Verrat, letzterer von dem Wunsch, jemand zu sein, konnten mich in ihren Kapiteln eigentlich immer fesseln. Insgesamt ist "Die Gabe" schwierig zu bewerten, vor allem als ein Buch, das mehr sein will als eine Dystopie. Es wirft sehr interessante Fragen auf und besitzt ein Szenario, das erschreckend ist - denn egal, welches Geschlecht die Macht besitzt, es wird nicht gerecht sein. Brutalität, Vergewaltigung, Verfolgung sind das Ergebnis, was teilweise schwer zu verkraften ist. Gleichzeitig bietet der Roman aber nicht einmal im Ansatz eine Lösung, es wird alles nur schlimmer, und dann fehlt auch noch der richtige Höhepunkt, der Umschwung, das Ergebnis. Eingebettet als Geschichtsroman eines Mannes in einer eben solchen von Frauen regierten Welt, funktioniert das nicht komplett. Zum Schluss fehlt einfach ein Knall, und das ist schade. FAZIT: Naomi Aldermans Idee ist so genial wie anders, weswegen "Die Gabe" trotz einiger Kritikpunkte ein Buch ist, was man gelesen haben sollte. Denn eine Herrschaft durch Frauen würde nicht automatisch alle Probleme lösen. Letztendlich fehlt aber einfach ein befriedigendes Ende. Knappe 3,5 Punkte.

Lesen Sie weiter

Wie würde die Welt aussehen, wenn Frauen und nicht Männer sie beherrschen würden? - Als Mädchen und Frauen plötzlich bemerken, dass sie die Gabe haben andere durch Berührung zu verletzen oder sogar zu töten, scheint die Welt zu kippen. Männer werden zum unterdrückten Geschlecht und Frauen beginnen hohe Ämter zu bekleiden, Entscheidungen zu treffen und schließlich bestetzen sie sogar die Armee mit Frauen. Statt dem Inhalt waren es hier eher die Pressestimmen, die mein Interesse an diesem Roman weckten. Ehrlich gesagt habe ich das Buch auch mit entsprechend hohen Erwartungen aufgeschlagen, auch wenn ich weiß, dass diese Lesehaltung leicht zu Enttäuschungen führen kann. Hier war dies jedoch nicht der Fall. Das Buch fesselte mich von der ersten Seite and und ließ mich bis zum Schluss nicht mehr los. Das Thema das Buches ist fasznierend, der Inhalt interessant. Der Aufbau des Buches ist ebenfalls gut gestaltet, indem es neben der Haupthandlung auch noch eine Rahmengeschichte gibt, die einen weiteren interessanten Aspekt liefert. Das einzige was mir bei mir Buch nicht so ganz zugesagt hat, war die Kapitelaufteilung. Die Geschichte setzt sich aus vier Perspektiven zusammen und tatäschlich war es leider so, dass ich manche Kapitel eher nur rasch-rasch gelesen habe, damit ich schnell wieder zu einer anderen Perspektive kam, die mir etwas besser gefiel. Die Ausgewogenheit hat hier ein wenig gefehlt, wenngleich es meistens doch so wahr, dass die Geschichte durch die unterschiedlichen Perspektiven mehr Dynamik und Tiefe erhalten hat. "Die Gabe" ist eines dieser Bücher, die man seinen besten Freunden in die Hand drücken möchte, damit sie es ebenfalls lesen und man im Anschluss dann mit ihnen darüber diskutieren kann. Denn wenn das Buch eines liefert, dann ist das reichlich Gesprächsstoff. Die Autorin Naomi Alderman gibt Interesse Denkvorschläge vor, lässt dem Leser aber gleichzeitig genug Raum, sodass sich diese Gedanken in die unterschiedlichste Richtung entwickeln können. Sehr faszinierend! Ein Buch, das mir bestimmt noch lange im Kopf bleiben wird! FAZIT: Ein schonungslos ehrlicher Roman, der mich sehr verblüfft und nachdenklich zurückgelassen hat und den ich mit lauter Stimme nur weiterempfehlen kann, da er interessante Denkanstöße liefert und für reichlich Diskussionsstoff sorgt.

Lesen Sie weiter

Eine Welt in der die Frauen herrschen und die Männer ihrer Gnade ausgeliefert sind? Klingt auf den ersten Moment doch gar nicht so schlecht, oder? Mich hatte die Idee richtig fasziniert. Ich glaube nicht, dass ich das so schon mal irgendwo gelesen oder gesehen habe. Anmerkung übrigens: Ich wäre begeistert, wenn das Buch verfilmt werden würde! Jeder von uns Mädchen und Frauen hat bestimmt schon mal drüber nachgedacht. Was wäre, wenn wir das stärkere Geschlecht wären? Wenn wir die Regierungen den Welt führen würden? Als ich dann aber dieses Buch gelesen habe, wurde mich klar, warum es niemals eine Macht geben könnte, die nur ein Geschlecht innehat. Im Grunde hat es mich nicht überrascht, was hier passiert ist. Frauen die Generationen unterdrückt, verletzt, missbraucht und ihrer Würde entledigt wurden, haben mit voller Kraft zurück geschlagen. Ich würde auch Genugtuung fordern, wenn ich eine indische Frau wäre, die jahrelang misshandelt wurde. Und all diese Szenen sind wahr. Nur das jetzt gerade Frauen von Männern so behandelt werden. Es gibt euch heute noch Länder in denen mit Frauen gehandelt wird, in denen sie verstümmelt werden, nur weil es den Männern Spaß macht. Das ich diesen Text hier schreiben darf ist ein Privileg, denn woanders bräuchte ich mir das gar nicht mal vorstellen. Die Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut wurde, fand ich sehr gut gestaltet. Auch die Bibelbezüge fand ich okay, denn das ist immer das Erste an dem die Menschen festhalten, wenn eine Katastrophe sie zu überrollen droht. Gott. Allies Wortgewandtheit hat einen definitv mitgerissen und auch die anderen Protagonisten fand ich durchaus realistisch gestaltet. Am meisten mochte ich Roxy, die auf ihre ganz eigene Art stark sein muss. Den Stil fand ich jedoch etwas anstregend und zu Anfang musste ich wirklich ein wenig rätseln, wer wie was zu sagen hat und welche Rolle er in dem Geschehen einnimmt. Für meinen Geschmack waren es auch zuviel Sex und Vergewaltigungen, die das Geschehen ab und an in den Hintergrund drängten und mich nur den Kopf schütteln ließen. Ich glaube, dass es niemals nur ein Geschlecht geben kann, dass über das andere herrscht, denn das schürrt Hass und würde niemals zu Frieden führen. Generell ist es doch Schwachsinn, von dem "stärkeren" Geschlecht zu sprechen. Jeder hat seine Vor- und Nachteile und das hat dieses Buch klar aufgezeigt. Mir hat die Geschichte sehr gefallen und ich würde mich auf eine Verfilmung riesig freuen, allerdings war der Stil doch ein wenig zu anstregend zu lesen!

Lesen Sie weiter

Was für ein umwerfendes, machtvolles, alles veränderndes Buch. Es gehört jetzt schon zu den prägendsten und außergewöhnlichsten Romanen, die ich je gelesen habe. Die Idee des Buches ist revolutionär und gleichzeitig ein Gedanke, den wohl viele Menschen – vor allem Frauen – schon einmal hatten. Was wäre, wenn Frauen plötzlich das starke Geschlecht wären? Wäre wirklich alles besser? Wie würden wir mit dem Thema der Rache umgehen und was würden wir anders machen? Was würde sich alles verändern? Würde es wirklich Gerechtigkeit geben und wie wird das eigentlich definiert? Und von wem? Das Buch geht diesen Fragen nach, ohne eine Utopie zu erschaffen. Es ist ehrlich und brutal, erforscht aber – das sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten – nur eine mögliche Option der Ereignisse. Eine realistische Option, aber nicht die einzige. So möchte ich z.B. anmerken, dass es zum aktuellen Zeitpunkt bereits Matriachate auf der Welt gibt, die mit dem im Buch beschriebenen Gesellschaftskonstrukt wenig gemein haben und dass sie z.B. die asiatischen, südamerikanischen und afrikanischen Kulturen sowie indigenen Völker fast komplett übergangen hat (genauso wie Trans- und Intersexualität) – es gibt zwar Vielfalt in dem Buch, aber in Wahrheit wäre solch ein Wandel noch viel komplexer als es ein einzelner Roman einfangen könnte. Dies ist allerdings keine richtige Kritik am Buch, sondern eher eine Anmerkung für alle Leser. Denn ich bin absolut verliebt in die Umsetzung von Aldermans Geschichte. Ich mochte die Charaktere, ich mochte den Plot, ich mochte die verschiedenen Perspektiven, den Schreibstil, die Spannung, den Versuch, etwas so Komplexes ungeschönt und in einem kurzweiligen Spannungsroman darzustellen. Ich mochte, wie sie dem Leser viel Raum zur Interpretation gelassen und einen gleichzeitig an die Hand genommen hat. Die "archäologischen Fundstücke", die man zwischen den Kapiteln findet, und die Darstellung der Macht des Internets und von Social Media. Ich mochte den bitteren Sarkasmus am Ende und die Balance zwischen düsteren, beängstigenden Konsequenzen und dem mächtigen Gefühl, alles schaffen zu können. Ich mochte, dass sie sowohl gegen die geschlechterspezifische Unterdrückung aufsteht als auch erkannt hat, dass das Problem vor allem in Machtstrukturen und der menschlichen Psyche liegt. Wer denkt, dieses Buch sei nur für Frauen und Menschen mit Interesse an alternativen Zukunftsvisionen, liegt völlig daneben. Dieses Buch kann so viele Menschen auf so viele Art und Weisen bereichern. Es kann auf mehr als einer Ebene den Horizont erweitern und Denkanstöße geben. Es wird Männer, Frauen und eigentlich alle einfach bereichern. Noch dazu ist es einfach ein fantastisches, spannendes, beängstigendes und hoffnungsvolles Buch mit einer Prise Zynismus und verdammt viel Raffinesse und Fingerspitzengefühl. Ich kann es aus tiefstem Herzen empfehlen.

Lesen Sie weiter

Was für ein umwerfendes, machtvolles, alles veränderndes Buch. Es gehört jetzt schon zu den prägensten und außergewöhnlichsten Romanen, die ich je gelesen habe. Die Idee des Buches ist revolutionär und gleichzeitig ein Gedanke, den wohl viele Menschen - vor allem Frauen - schon einmal hatten. Was wäre, wenn Frauen plötzlich das starke Geschlecht wären? Wäre wirklich alles besser? Wie würden wir mit dem Thema der Rache umgehen und was würden wir anders machen? Was würde sich alles verändern? Würde es wirklich Gerechtigkeit geben und wie wird das eigentlich definiert? Und von wem? Das Buch geht diesen Fragen nach, ohne eine Utopie zu erschaffen. Es ist ehrlich und brutal, erforscht aber - das sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten - nur eine mögliche Option der Ereignisse. Eine realistische Option, aber nicht die einzige. So möchte ich z.B. anmerken, dass es zum aktuellen Zeitpunkt bereits Matriachate auf der Welt gibt, die mit dem im Buch beschriebenen Gesellschaftskonstrukt wenig gemein haben und dass sie zB die asiatischen, südamerikanischen und afrikanischen Kulturen sowie indigenen Völker fast komplett übergangen hat (genauso wie Trans- und Intersexualität) - es gibt zwar Vielfalt in dem Buch, aber in Wahrheit wäre solch ein Wandel noch viel komplexer als es ein einzelner Roman einfangen könnte. Dies ist allerdings keine richtige Kritik am Buch, sondern eher eine Anmerkung für alle Leser. Denn ich bin absolut verliebt in die Umsetzung von Aldermans Geschichte. Ich mochte die Charaktere, ich mochte den Plot, ich mochte die verschiedenen Perspektiven, den Schreibstil, die Spannung, den Versuch etwas so Komplexes ungeschönt und in einem kurzweiligen Spannungsroman darzustellen. Ich mochte, wie sie dem Leser viel Raum zur Interpretation gelassen und einen gleichzeitig an die Hand genommen hat. Die "archäologischen Fundstücke", die man zwischen den Kapiteln findet, und die Darstellung der Macht des Internets und von Social Media. Ich mochte den bitteren Sarkasmus am Ende und die Balance zwischen düsteren, beängstigenden Konsequenzen und dem mächtigen Gefühl, alles schaffen zu können. Ich mochte, dass sie sowohl gegen die geschlechterspezifische Unterdrückung aufsteht, als auch erkannt hat, dass das Problem vor allem in Machtstrukturen und der menschlichen Psyche liegt. Wer denkt, dieses Buch sei nur für Frauen und Menschen mit Interesse an alternativen Zukunftsvisionen, liegt völlig daneben. Dieses Buch kann so viele Menschen auf so viele Art und Weisen bereichern. Es kann auf mehr als einer Ebene den Horizont erweitern und Denkanstöße geben. Es wird Männer, Frauen und eigentlich alle einfach bereichern. Noch dazu ist es einfach ein fantastisches, spannendes, beängstigendes und hoffnungsvolles Buch mit einer Prise Zynismus und verdammt viel Raffinesse und Fingerspitzengefühl. Ich kann es aus tiefstem Herzen empfehlen.

Lesen Sie weiter

Wir stellen nicht sicher, dass Rezensent*innen, welche unsere Produkte auf dieser Website bewerten, unsere Produkte auch tatsächlich gekauft/gelesen haben.