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Kristine Bilkau

Nebenan

Roman

Hardcover
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Ein kleiner Ort am Nord-Ostsee-Kanal, zwischen Natur, Kreisstadt und Industrie, kurz nach dem Jahreswechsel. Mitten aus dem Alltag heraus verschwindet eine Familie spurlos. Das verlassene Haus wird zum gedanklichen Zentrum der Nachbarn: Julia, Ende dreißig, die sich vergeblich ein Kind wünscht, die mit ihrem Freund erst vor Kurzem aus der Großstadt hergezogen ist und einen kleinen Keramikladen mit Online-Shop betreibt. Astrid, Anfang sechzig, die seit Jahrzehnten eine Praxis in der nahen Kreisstadt führt und sich um die alt gewordene Tante sorgt. Und dann ist da das mysteriöse Kind, das im Garten der verschwundenen Familie auftaucht.

Sie alle kreisen wie Fremde umeinander, scheinbar unbemerkt von den Nächsten, sie wollen Verbundenheit und ziehen sich doch ins Private zurück. Und sie alle haben Geheimnisse, Sehnsüchte und Ängste. Ihre Wege kreuzen sich, ihre Geschichten verbinden sich miteinander, denn sie suchen, wonach wir alle uns sehnen: Geborgenheit, Zugehörigkeit und Vertrautheit.

»Was für ein feines Buch! Es entspinnt sich um ein verlassenes Haus in einem Dorf am Nord-Ostsee-Kanal und entfaltet einen so einnehmenden Sog, dass es man es vermisst, sobald man es aus der Hand legt.«

Daniel Schreiber (17. March 2022)

Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87519-4
Erschienen am  08. March 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

DAS VERLASSENE HAUS...

Von: parden

03.08.2022

Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass ich diesen Roman beendet habe, und immer noch habe ich das Gefühl, mit einer Rezension der Erzählung nicht gerecht werden zu können. Kristine Bilkau hat mit ihrer Komposition, dem melancholisch-leisen Ton, dem verdichteten und dabei doch so präzise ausgeloteten Schreibsil bei mir jedenfalls einmal mehr ins Schwarze getroffen. Im Grunde ist dieser Roman eher handlungsarm. Die Perspektive wechselt stetig zwischen der Enddreißigerin Julia, die mit Mann und Hund in ein kleines Dorf am Nord-Ostseekanal gezogen ist, und der etwa sechzigjährigen Astrid, deren Mann bereits im Ruhestand ist, und die selbst darüber nachdenkt, ihre Arztpraxis zu verkaufen und nur noch wenige Tage in der Woche zu arbeiten. Der eigentliche Fokus des Romans liegt auf der Gedanken- und Gefühlswelt der beiden weiblichen Hauptcharaktere, und auch das kann ungemein spannend sein. Kristine Bilkau jedenfalls lotet hier geheime Wünsche, Sehnsüchte und Ängste aus, wodurch der Roman eine große Intensität erlangt. Als dritter Protagonist fungiert hier noch ein verlassenes Haus, dessen Bewohner, eine fünfköpfige Familie, von einem Tag auf den anderen verschwunden sind. Der Briefkasten quillt über, und vor allem Julia als direkte Nachbarin macht sich so ihre Gedanken. Hätte sie etwas bemerken müssen? Probleme der Nachbarn erkennen? Auf sie zugehen? "Eine Trennung, ein Streit um das Sorgerecht, psychische Erkrankungen, finanzielle Probleme, die meisten Familien bemühten sich doch eher darum, jede Art von Schwierigkeit so lange wie möglich mit sich allein abzumachen. Wie gut musste man einen Menschen kennen, um etwas zu bemerken, um sicher sein zu können, dass etwas nicht stimmte? Und wie konnte man sicher voneinander unterscheiden, was Vermutungen und was Vorurteile waren? Wie nah musste man einem Menschen sein, um aus einem Verdacht heraus eine Frage stellen zu können, ohne neugierig oder aufdringlich zu wirken?" (S. 74) Doch bei diesen Fragen bleibt es nicht. Wie gut kennen wir eigentlich die, denen wir nahestehen? Hält nicht jede:r Geheimnisse verborgen, die, wenn sie ans Tageslicht kommen, Bilder verändern können? Was geschieht mit uns, wenn wir obsessiv einem Lebenstraum hinterherjagen und uns darüber zu verlieren drohen? Wie sehr beherrschen Ängste das Leben und unser Handeln? Fragen, denen sich die Charaktere im Buch stellen müssen, die aber auch den/die Leser:in anrühren. Sind das nicht existentielle Fragen? Wie nebenher flicht Kristine Bilkau noch weitere Themen ein und streift Problemfelder wie die Landflucht junger Menschen, die Vergreisung ganzer Landstriche, die Verödung von Innenstädten und deren schrumpfende Attraktivität, die lieblose Maschinerie künstlicher Befruchtung, die Hoffnungslosigkeit angesichts skrupelloser Umweltverschmutzung, die Vereinsamung des Einzelnen in der Gesellschaft. So zusammengefasst erschlägt es einen beinahe, aber die Autorin bemüht sich um eine erträgliche Dosis, die allerdings den melancholischen Grundton stetig speist. Ein handlungsreduzierter, leiser aber intensiver Roman über Geheimnisse, Sehnsüchte und Ängste - reduziert im Schreibstil, dabei präzise ausgelotet. Für mich ein Jahreshighlight! © Parden

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Ein Buch mit Macht - unbedingt lesenswert

Von: Tanja

18.07.2022

Nebenan – unbedingt wollte ich dieses Buch (ist es ein Roman? Ich weiß es nicht so genau!) lesen. Bei Luchterhand weiß man: da wartet gute Literatur. Aufgeräumte Cover, beeindruckende Sprache und ein relevantes Thema. Für solche Bücher braucht es auch immer die richtigen Momente im Leben. Literatur passt nicht immer, nicht zu jeder Zeit findet jeder Zugang. Obwohl ich dem Erscheinungstermin entgegenfieberte, brauchte ich drei Anläufe, um über das zweite Kapitel hinauszukommen. Und ich brauchte richtig lange, für ein richtig schmales Buch. Heute konnte ich es beenden, gestern reflektierte ich, was das Buch mit mir macht. Denn es macht etwas mit einem. Es bewegt, es wühlt auf. Dieses Buch hat eine unglaubliche Macht! Von Abhandensein von Geborgenheit und Vertrautheit im Großen, etwa in der Stadtentwicklung, über grundständiges Fehlen von Zugehörigkeit zu so etwas elementarem wie Familie, wie bei den Jugendlichen im Heim, über einen immer kleiner werdenden Radius führt die Autorin hin zu innerer Ungebundenheit und höchst persönlichen Sehnsüchten. Durch die unmittelbare, eindrückliche und präzise Sprache der Autorin wird das Ungebunden sein eines Protagonisten direkt auf die Leser:innen zurückgeführt. Jedes Kapitel nimmt die Leser:innen mit zu einem anderen Leben. Später, nachdem man eine Innenschau auf einzelne Protagonisten hatte oder ganz distanziert von deren Leben erfährt, ihnen zuschaut, wie sie den Ursachen ihrer Sehnsüchte auf die Spur kommen, wird auf die vorhergehenden Protagonisten zurückgeschwenkt. Das ist enorm anstrengend. Aber es vermittelt allein durch den Stil des Buches die Ungebundenheit zwischen den Protagonisten. Die Geschichte einer Person, ihr Leben, ihr Inneres, wird nicht einmal in der Story zusammengehalten. Auf diese Weise sequenziert die Autorin die Leben von normalen, eigentlich nicht wirklich spannenden, Menschen, die Nachbarschaft als gemeinsames Thema hätten. Das des Geschichtslehrers in Rente, der sich im Außen verliert und seine Zeit mit Fernsehen, Nachrichten und Problemen der Welt verbringt, aber keine Anbindung an sich, Freunde, Hobbys oder seine Ehe bekommt. Seine Frau, Astrid, steht noch mitten im Leben. Sie ist mit ihrem Eigenen so beschäftigt, dass sie die Situation des Mannes nicht richtig einschätzt, sich aber mit Ängsten trägt und das Eigene nicht zum Gemeinsamen macht. Dann gibt es eine Familie, die so wenig angebunden ist an ein soziales Netz, dass das Verschwinden zuerst gar nicht auffällt und dann --- Auch innerfamiliär zeigen sich Lücken in der Verbundenheit und Geborgenheit. Die Keramikerin ohne eigene Herkunftsfamilie, die Unerwartetes erfährt und es bei sich behält, weil es niemanden gibt, dem sie sich vertrauensvoll und in Geborgenheit zuwenden kann mit diesem Thema – obwohl sie nicht allein ist. Einmal meint man, Protagonisten nähern sich wieder an, überwinden die Ängste. Bilkau lässt auch äußerlich keinen Zweifel, dass es Versuche gibt, und trennt die Kapitel über die jeweiligen Protagonisten nur mit einem Kapitel über eine andere Figur. Sonst muss man oft mehrere Kapitel warten, bis sie wieder auf die jeweiligen Protagonisten zurück kommt. Sie zeigt damit die Dynamik von Ängsten, Sehnsucht und Verbundenheit: Es gibt keine einzuhaltende Distanz, Zeit oder Form. Zutiefst menschliche Themen entwickeln sich dynamisch. Dabei lässt sie ihre Leserschaft nicht außen vor. Ganz ohne Kitsch, Klischee und regelhaften Happy Ends hat man am Ende das Gefühl, für sich persönlich doch etwas mitgenommen zu haben. Das Buch führt gekonnt Ungebundenheit, Fehlen von Geborgenheit und Einsamkeit im sozialen Raum, im familiären Rahmen und im Inneren vor Augen. Nein, es fasst die Leserschaft an, es nimmt mit. Darauf muss man sich einlassen (können). Bilkau ist etwas ganz Großes gelungen. Ich vermute, diese Story wird mich noch eine Weile gedanklich begleiten! Große Empfehlung: NEBENAN Ein Roman von Kristine Bilkau Erschienen im Luchterhand Literaturverlag Am 8.3.2022

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Vita

Kristine Bilkau, 1974 geboren, studierte Geschichte und Amerikanistik in Hamburg und New Orleans. Ihr erster Roman »Die Glücklichen« fand ein begeistertes Medienecho, wurde mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Vor »Nebenan« erschien »Eine Liebe, in Gedanken« im Luchterhand Literaturverlag. Kristine Bilkau lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Zur Autorin

Events

29. Aug. 2022

Lesung

19:00 Uhr | Osnabrück | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

30. Aug. 2022

Lesung

20:00 Uhr | Heide | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

03. Sept. 2022

Lesung im Rahmen der Langen Nacht der Literatur Hamburg

18:00 Uhr | Hamburg | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

07. Sept. 2022

Wortpicknick „Nebenan“ – und das Leben als Ganzes"

20:00 Uhr | Hamburg | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

29. Sept. 2022

Kristine Bilkau liest aus Nebenan

19:30 Uhr | Helsa | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

06. Okt. 2022

Kristine Bilkau liest aus Nebenan

Norderstedt | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

18. Okt. 2022

Kristine Bilkau liest aus Nebenan

19:30 Uhr | Wilster | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

05. Nov. 2022

Lesung im Rahmen der 27. Schweriner Literaturtage

19:30 Uhr | Schwerin | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

10. Nov. 2022

Kristine Bilkau liest aus Nebenan

Burscheid | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

01. Dez. 2022

Kristine Bilkau liest aus Nebenan

Flensburg | Lesungen
Kristine Bilkau
Nebenan

Pressestimmen

»Ein hellsichtiges Gesellschaftsporträt der Hamburger Schriftstellerin Kristine Bilkau. Es geht um Kleinstadtleben, um unerfüllte Sehnsüchte und die Flucht in idealisierte Welten, in denen alles einfacher scheint als in der sperrigen Realität.«

Sabine Rennefanz / Der Spiegel (25. June 2022)

»Kristine Bilkau (›Die Glücklichen‹) erzählt einmal mehr meisterhaft vom brüchigen Lebenstraum.«

Meike Schnitzler / Brigitte (30. March 2022)

»Nach ›Eine Liebe, in Gedanken‹ und ›Die Glücklichen‹ wieder ein leiser, feiner Roman von Kristine Bilkau.«

NDR Kultur (14. January 2022)

»Meisterlich nimmt sie Lebensträume auseinander, vermisst die Gegenwart und vor allem den gesellschaftlichen Mittelstand, der zwischen Selbstverwirklichung und Selbsttäuschungen schwankt.«

Britta Heidemann / Westdeutsche Allgemeine Zeitung (09. March 2022)

»In ihrer klaren, schnörkellosen, sparsam mit Naturimpressionen geschmückten Sprache schildert die Autorin den Einzug des Misstrauens in die Provinz.«

Gunda Bartels / Der Tagesspiegel (24. April 2022)

»Bilkau erzählt in genauen, leisen Worten, sie erkundet die Rätsel des unscheinbaren Ortes, zeigt die Poesie der spröden Landschaft drumherum, mäandert durch die Vorgeschichten ihrer Figuren.«

Sabine Rohlf / Berliner Zeitung (09. March 2022)

»Ein stilles, feinsinniges, gar nicht so überschaubares Buch, in dem die Figuren miteinander teilen, was schließlich auch der Leserin auf der letzten Seite schwerfällt: das Loslassenmüssen.«

Maike Schiller / Hamburger Abendblatt (08. March 2022)

»Kristine Bilkaus kluger Roman zeigt, dass es manchmal einfacher scheint, das Leben anderer Menschen zu betrachten, anstatt das eigene.«

Antonia Barboric / Die Presse am Sonntag (03. April 2022)

»Der internationale Frauentag passt durchaus als Erscheinungsdatum für Kristine Bilkaus neuen Roman. Denn es sind vor allem die weiblichen Figuren, die in dieser stillen Erzählung mit ihren Erschütterungen hervortreten.«

Ida Kretzschmar / Märkische Oderzeitung (08. March 2022)

»Liest sich wie eine gute Serie.«

Miriam Böndel / Emotion (28. February 2022)

»Kristine Bilkau hat einen schauerschönen Roman vorgelegt. Eine Abrechnung mit dem Unheimlichen, ein Blick in die Untiefen der Menschen von nebenan.«

»Viel Verfall, wenig Romantik: Kristine Bilkaus Roman ›Nebenan‹ erzählt eindrucksvoll und still aus der deutschen Provinz.«

»›Nebenan‹ ist ein stiller, aber dennoch gesellschaftskritischer Roman über den Strukturwandel auf den Dörfern, den sozialen Wandel und über verpasste Chancen.«

Ingrun Thiele / Szene Hamburg (28. April 2022)

»Nicht nur die Dörfer sterben, sondern auch die Kleinstädte, davon erzählt Kristine Bilkau in einer sehr gruseligen Atmosphäre«

Roland Mischke / Rhein-Neckar-Zeitung (16. July 2022)

»Sie hat so einen zarten feinen Ton, der einen gefangen nimmt. Ich habe nach der Lektüre dieses Buches mein ›Nebenan‹ noch einmal anders wahrgenommen.«

Weitere Bücher der Autorin