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Ich bekenne

Die Autobiografie des Sängers von Judas Priest

(5)
Hardcover
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Rob Halford ist der legendäre Sänger von Judas Priest, einer der erfolgreichsten Heavy-Metal-Bands aller Zeiten. Über 50 Millionen verkaufte Alben und unzählige Awards sprechen eine klare Sprache. Halfords Geschichte ist darüber hinaus außergewöhnlich. Er war der erste berühmte Sänger, der sich in der Machowelt des Heavy Metal zu seiner Homosexualität bekannte. Jahrzehntelang hatte er seine Neigung geheim gehalten und war darüber depressiv und drogenabhängig geworden. Dies ist sein Bekenntnis.

»Alles, was Sie schon immer über die dunklen Seiten des Heavy-Metal-Rock wissen wollten und nicht zu fragen wagten.«


Originaltitel: Confess
Originalverlag: Headline
Hardcover, Pappband, 528 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27343-6
Erschienen am  15. March 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Radikale Selbstdarstellung

Von: Thomas Lawall

17.07.2021

Es fasziniert mich immer wieder, was Stars und Sternchen in diesen Autobiografien an Kindheitserinnerungen zu bieten haben. Sollte ich jemals auf die seltsame Idee kommen, eine eigene zu verfassen, wäre dieses Kapitel wohl sehr schnell abgehandelt. Ist bei anderen zwar ebenfalls so, doch jene stopfen die Erinnerungslücken dann mit einem Allerlei an belangloser literarischer Füllspachtelmasse. Wobei sich hier gleich eine wunderbare Überleitung zu Robs "Bekenntnis" ergibt, denn was sowohl die frühesten Erinnerungen, als auch den aktuellen Stand der Dinge betrifft, gibt es in diesem Buch keinerlei Schummeleien in Dehnungskapiteln. Das waren noch Zeiten, als Iron Maiden 1980 im Vorprogramm von Judas Priest während einer Tour in Großbritannien spielten. Umgekehrt funktionierte das heute Unvorstellbare ebenfalls, als Judas Priest 1977 als Vorband während Led Zeppelins Amerika-Tour auftreten durften! Derlei schräge Konstellationen gab es zuhauf und jene verleiten zu weiteren Aufzählungen, was hier und jetzt aber vermieden werden soll. Schließlich sollen Leserinnen und Leser selbst auf Entdeckungsreise gehen, nicht zuletzt, um gravierende Wissenslücken zu füllen. Selbst eingefleischten Fans dürfte da einiges entgangen sein, insbesondere was Rob Halfords Privatleben betrifft. Gerüchte gab es damals jede Menge. Während der engste Bekannten- und Freundeskreis weitgehend um Halfords sexuelle Ausrichtung wusste, litt er selbst viel zu lange an der ihm notwendig erscheinenden Geheimniskrämerei. Auch in der Band selbst war es kein Thema, denn nicht zuletzt war die eingeschlagene musikalische Richtung weitaus wichtiger und das zentrale Thema. Es lag an Halford selbst, die nötigen Schritte zu wagen, was 1998 auch gelang, wenn auch ebenso ungeplant wie unkonventionell. Selbstverständlich gehören massive Drogenprobleme zum Alltag eines "Metal Gods" und ebensolche auf privater Ebene. Weder was die eine oder gar andere Seite betrifft, ist er aber der Meinung, etwas verschweigen zu müssen. Gut möglich, dass dies einem bestimmten Leserkreis unter Umständen viel zu weit geht. Für alle anderen zeugt diese radikale Selbstdarstellung von einer außerordentlich bodenständig wirkenden Fähigkeit, das eigene Leben von innen nach außen kehren zu können, und sich damit immer wieder selbst aus allen Widrigkeiten herauszuziehen, auch wenn er sich selbst einmal als "wandelndes Katastrophengebiet" bezeichnete. (Ob das für nicht wenige sogar als Therapieansatz taugen könnte?) "Für ein gutes Schwätzchen bin ich immer zu haben", meint Herr Halford. Entsprechend viel hat dieses Buch zu bieten und ganz in diesem Sinne liest es sich auch. Zudem ist "Ich bekenne", unter Mithilfe des Musikjournalisten Ian Gittins, in seiner Dramaturgie extrem gelungen. Spannend, unterhaltsam und randvoll gefüllt mit der Entwicklung eines Mannes, der einmal als Bühnenassistent in einem kleinen Theater und neunzehnjährig als Verkäufer in einem Geschäft für Herrenbekleidung arbeitete! So spannend kann ein Leben sein, denn wie zum Teufel kann es vor diesem Hintergrund gelingen, zum Sänger einer weltberühmten Hevy-Metal-Band aufzusteigen?! Dies herauszufinden macht, trotz der Schilderung privater Katastrophen, reichlich Spaß. Die gut 500 Seiten vergehen wie im Flug, und man bekommt es am Ende mit jenem seltenen Gefühl zu tun, diese Autobiografie gleich noch einmal lesen zu wollen. Zudem die Bandgeschichte von Judas Priest weitergehen wird, denn sie scheinen, nachdem 2020 "die Welt untergegangen ist", noch ein paar Asse im Ärmel zu haben ...

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Ein absoluter Volltreffer

Von: Stage Reptiles

16.05.2021

Judas Priest ist eine feste Größe in der Heavy Metal Welt. Das Gesicht der Band ist seit 1973 – mit einer zwölfjährigen Unterbrechung – Rob Halford, der auch nicht mehr als Fronter wegzudenken ist. Nun hat er seine sehr offene Biografie veröffentlicht und nimmt dabei weder ein Blatt vor den Mund, noch lässt er schmutzige Details aus. Mit Ich bekenne erzählt der Brite eine zum Teil sehr typische, zum Teil auch etwas andere Geschichte eines Arbeiterkindes, dessen Gesangstalent schon früh entdeckt wird. Sein Stimmumfang soll 4 1/2 Oktaven umfassen, was die Fans sehr zu schätzen wissen. Doch so einfach war der Weg gar nicht. Halford berichtet von einer Kindheit mit Entbehrungen, liebenden Eltern und auch strengen Werten, die ihm vermittelt wurden. Da war es nicht leicht, seinen eigenen Weg zu finden. Die Anfänge als Musiker, das Zusammentreffen mit Judas Priest und der Beginn einer großartigen Karriere – kurz: Der Weg zum Metal God. Halford beschreibt alles sehr schonungslos. Was sich anhört wie diese romantische Musikergeschichte vom armen Arbeiterkind zum erfolgreichen Sänger von Judas Priest, war alles andere einfach. Natürlich werden diese schönen, glänzenden Seiten beschrieben, aber Halford erzählt eben auch abseits dessen, was jeder so offensichtlich bereits wusste, er nimmt den Leser mit in die Schatten seiner Seele und Abgründe seines Lebens. Alkohol- und Drogenexzesse, zu viel Sex, zu viele Reisen, zu viel von allem, zu wenig von sich selbst. Es folgte ein harter Kampf gegen die Sucht und auch das eigene Ich, wobei auch hier nichts beschönigt wird. Ich bekenne – im wahrsten Sinne des Wortes. Gleichzeitig erfährt man auch ein Stück Bandgeschichte, mal anders erzählt und beschrieben, es ist schließlich eine subjektive Sichtweise und nicht die aufpolierte mehr oder minder neutrale Variante, die eine komplette Band beleuchtet. Während der Reise, auf die man sich bei der Lektüre begibt, wird man auch mit der Suche nach der sexuellen Orientierung konfrontiert, dem Hin- und Hergerissensein eines Mannes, der seinen Platz und sich selbst erst finden musste. Was für die heutige Zeit größtenteils selbstverständlich ist, ist eine Errungenschaft über Jahrzehnte hinweg. Halford selbst ist keinen leichten Weg gegangen, hat Ablehnung und Anfeindung erfahren, wie so viele. Das ist ein Negativpunkt, den man nicht ihm selbst ankreiden kann, aber den Lesern der Biografie, denn als das Werk veröffentlich wurde – und bereits einige Zeit davor, als die Biografie angekündigt und beworben worden war -, stellte man ein Thema in den Mittelpunkt: Halfords Homosexualität. Als sei es das wichtigste Thema und würde irgendetwas über diesen Mann aussagen. Dass Rob Halford homosexuell ist, ist gar nicht so neu, dass das Thema derart in den Mittelpunkt gerückt wird, schon. Und jetzt? Diese sexuelle Orientierung sagt nichts über ihn aus, nimmt ihm weder sein Gesangstalent, noch macht ihn das zu einem anderen Menschen. Es ist immer noch Rob Halford, Sänger von Judas Priest, der auf die Bühne tritt und ein tiefes „Breaking the law“ ins Mikro grölt, bis er dann in die legendären Halford Screams wechselt, ein Mensch, der singt, lebt, liebt, egal wen. Da muss man nichts breittreten und niemanden darüber definieren. Ich bekenne ist mehr als nur eine Biografie, es ist eine Reise zu sich selbst, durch die Heavy Metal Welt bis hin an die Spitze. Ein Muss für alle Fans, lesenswert aber auch für diejenigen, die ein Stück Geschichte erfahren mögen und gerne Lebenswege kennenlernen. Ein absoluter Volltreffer!

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Vita

Rob Halford

Rob Halford, geboren 1951 im englischen Birmingham, ist Leadsänger der Heavy-Metal-Band Judas Priest, zu denen er 1972 stieß. Bekannt wurde er für seine Stimmgewalt und Lederoutfits, die zum Erkennungszeichen eines ganzen Genres wurden. Nachdem er der Band Anfang der Neunzigerjahre den Rücken gekehrt hatte, bekannte er sich 1998 zu seiner Homosexualität und ist seither eines der populärsten Sprachrohre der LGBT-Community und setzt sich immer wieder gegen Diskriminierung ein. Halfords Rückkehr zu Judas Priest wurde von den Fans 2003 frenetisch gefeiert. Co-Autor von »Ich bekenne« ist Ian Gittins, der bereits »The Heroin Diaries« von Nikki Sixx zum New-York-Times-Bestseller machte.

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Stephan Glietsch

Stephan Glietsch, geboren 1967, war lange Jahre Redakteur beim Musikmagazin Spex. Als freier Autor und Literaturübersetzer lebt und arbeitet er in Köln. Neben den Romanen von Irvine Welsh übersetzte er u.a. sämtliche Bücher von John Niven.

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Pressestimmen

»Der erste schwule Mann im Heavy Metal packt aus - [...] Rob Halford [erzählt] ungewöhnlich offen von seinen Kämpfen mit seiner unterdrückten Sexualität und seiner Drogensucht.«

»Auf der Bühne ein Heavy Metal Gott, zuhause über Jahrzehnte hinweg ein frustrierter Mann. In seiner Autobiografie erzählt er von seinem Leidensweg, Weltruhm und Erlösung.«

»In seiner Autobiografie schreibt er erstmals über Missbrauch und Einsamkeit. Ein Gespräch über ein unterdrücktes Leben.«

Welt am Sonntag (14. March 2021)

»Der Heavy Metal Superstar lebt fern jeden Klischees: spirituell, schwul und treu der Queen ergeben.«

»Das Doppelleben des Metal-Gottes: In seiner neuen Autobiografie erzählt Rob Halford von seiner Karriere als heimlicher Homosexueller in der hypermaskulinen Welt des Heavy Metal.«

»Wie die Nonne zum Kind kam Rob Halford in mein Leben - und machte mich so neugierig auf seines, dass ich dieses Machwerk schlichtweg "gefressen" habe.«

»Rob Halford macht mit seinem Buch Mut.«

»"Ich bekenne" ist auch abseits der Musik ein spannender Einblick in das Leben eines Rockstars und welche Tücken das Leben so bringt. Absolute Leseempfehlung.«

»Eine der spannendsten, berührendsten und witzigsten Autobiografien, die ich aus dem Genre gelesen habe.«

Fabian Elsäßer, DLF Kultur (18. March 2021)