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Saša Stanišić

Fallensteller

Hardcover
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Der Spiegel-Bestseller von Saša Stanišić: Acht Erzählungen, reich an „verspielter Komik, Traurigkeit und brillanten Sätzen“ (Zeit Online).

Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann hat eine Leidenschaft für die Magie. Er bittet um Ruhe für die Große Illusion. Aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.

Ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann taucht in unserem Dorf auf, er behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier. Mit dem Fallensteller kehrt Stanišić nach Fürstenfelde zurück, jenes uckermärkische Dorf, das den Lesern aus „Vor dem Fest“ bekannt ist, und in dem alles immer möglich ist, auch Magie.

„Ich finde Bäume nur als Schrank super“, ruft der naturabgeneigte Erzähler der Geschichte „Im Ferienlager im Wald“. Immerhin freundet er sich mit Hirschen an und spielt eine Runde Fifa auf der X-Box mit ihnen.

Ständig auf der Reise sind "der unterhaltsame Gesetzesbrechers Mo und seine wohlstandstrübsinnige Begleiterin“ (Hamburger Abendblatt). Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher jagen, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel. Um nur ein paar zu nennen.

Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz.

„Ein genialer Erzählungsband. Von dem wird man lange reden.“


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87471-5
Erschienen am  09. May 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Sätze, die man nicht schon mal irgendwo gelesen hat

Von: Liesbeth Völkel aus Naila

19.12.2017

An einem nasskalten Nachmittag im oberfränkischen Sibirien - eigentlich suchte ich nur nach Bastelpapier für Goldsterne - lag dieser schön gestaltete Erzählungsband in der einzigen Buchhandlung unserer Kleinstadt. Ohne es zu merken hatte ich schon ca eine Viertelstunde im Stehen gelesen, vergaß ich anscheinend wo ich war, und erst die Stimme einer Verkäuferin "Das Buch g'fällt Ihnen wohl?" riss mich aus dem luziden Traum, in den mich das Buch hineinversetzt hatte. Ja - es gefällt mir sogar sehr, sagte ich - solche Sätze hat man nämlich nicht schon einmal irgendwo gelesen. Weihnachten wird spannend (sagt das Fernsehen und weist auf Thriller hin, die man nicht verpassen darf.) Weihnachten wird harmonisch (sagen die gratis Lifestyle-Prospekte der Ladenketten). Ich schenke mir einfach dieses Buch mit den Libellenflügeln, und lese es zu Weihnachten aus. Das wird jedenfalls - für ganze zehn Euro - eine schöne Reise.

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Kurzgeschichten in unverwechselbarem Schreibstil

Von: jaytiii

01.11.2016

Fallensteller ist eine Sammlung an Kurzgeschichten, die von Menschen handeln, die im wörtlichen oder im übertragenen Sinne Fallen stellen. Es sind Menschen, die sich Verlockungen hingeben und Menschen, die sich befreien – sei es im Krieg und Spiel, mit Trug und Tricks oder Mut und Witz. So geht ein alter Mann seiner Leidenschaft als Magier nach, wird vom Publikum aber nicht gehört. Anders zwei Freunde, die gemeinsam durch Europa ziehen und dabei lügend und stehlend geschickt ihren Sehnsüchten hinterherjagen. Nicht zuletzt schreibt der Autor über den Fallensteller, einem Fremden, der helfen will und dazu Lösungen anbietet, die auf den ersten Blick nicht immer welche sind. Stanišić weiß mit diesem Balanceakt aus Gegensätzen umzugehen. Seine Kurzgeschichten und Charaktere spiegeln dies wieder. Die Figuren sind genauestens ausgestaltet, aber wirken dennoch einfach. Vielleicht liegt das an der humorvollen Charakterisierung. Denn tatsächlich sind es oft die Charaktere und weniger die Ereignisse, die im Fokus stehen. Letztlich sind es gerade die Dinge, die leicht erscheinen, hinter denen sich großes Können verbirgt. Außerdem erlebt der Leser die Geschichten entsprechend aus Sicht der Protagonisten. Dass alle Charaktere sympathisch sind, heißt es jedoch noch lange nicht. Vielmehr hat man für die eine Figur verständnisloses Kopfschütteln übrig, für die andere Person schlicht Mitleid. Doch gerade das macht die Kurzgeschichten so besonders und die individuellen, teils anstrengenden Charaktere für die Dauer einer Kurzgeschichte erträglich. Einige Kurzgeschichten erfahren innerhalb des Buches eine Fortsetzung in einer nächsten Kurzgeschichte. Das hat mir gut gefallen, denn hatte man sich gerade an Handlung oder Charaktere gewöhnt, so muss man sich nicht gleich davon verabschieden. Mir haben nicht alle Kurzgeschichten zugesagt. Durch die einen habe ich mich durchgekämpft, die anderen regelrecht verschlungen. Aufgrund von Tiefgründigkeit und Moral hat mir die Kurzgeschichte, die zugleich Namensträger des Buches ist, am besten gefallen. Interessanterweise ist dies auch die mit Abstand längste Geschichte. Eine Übersicht über alle Kurzgeschichten findet sich auf den letzten Seiten. Nicht zuletzt zeichnet sich das Werk durch den unverwechselbaren Schreibstil des Autors aus. Stanišić weiß ganz klar Dinge anzusprechen, die sonst in Gedanken, wenn nicht gar im Unterbewusstsein, verborgen bleiben. Das erreicht er durch eine kreative und sehr bildhafte Ausdrucksweise wie es die folgenden Beispiele andeuten: „Thomas verstand nicht, der Applaus übersetzte es ihm.“ (15) oder „Ein Keiler übt an den Tomaten Rache für den Wildschweinbraten.“ (169). Ich habe lange gebraucht, bis ich das Buch beendet hatte. Da es sich aber um Kurgeschichten handelt, die bekanntermaßen in sich abgeschlossen sind, war das kein Problem. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Kurzgeschichtenbänden. Trotzdem halte ich Fallensteller für lesenswert und kann das Buch jedem empfehlen, der sich für ein paar kurze Momente von einem einzigartigen Schreibstil gefangen nehmen lassen möchte.

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Vita

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Saša Stanišić erhielt u.a. den Preis der Leipziger Buchmesse für »Vor dem Fest« und zuletzt für »Herkunft« den Deutschen Buchpreis 2019 sowie den Eichendorff-Literaturpreis und den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Zur Autor*innenseite

Pressestimmen

"Er ist einfach einer unserer besten Erzähler."

Richard Kämmerlings / DIE WELT (28. May 2016)

"Tolles Buch. Absolut empfehlenswert!"

Christine Westermann / ZDF - Das Literarische Quartett (29. April 2016)

""Fallensteller" ist ein neuerlicher Grund, Erzählungen zu lesen. Diese Geschichten beglücken, mit ihrer Dichte, ihrer Klugheit und ihrer Themenvielfalt. Viel Welt auf wenigen Seiten."

Anne-Dore Krohn / rbb kulturradio (02. May 2016)

"Saša Stanišić ist ein Poet und Revolutionär, der seine eigentliche Heimat in der Sprache gefunden hat."

Thomas Hummitzsch / Rolling Stone (01. July 2016)

"In diesen wunderbar geschriebenen Erzählungen ist viel zu finden und zu entdecken."

Katja Weise / NDR Kultur (02. May 2016)

"Schillernd und faszinierend wie Insektenflügel, so sind Saša Stanišićs Texte."

Tilman Strasser / Der Tagesspiegel (08. May 2016)

"Mit seinem hinreißenden Erzählungsband "Fallensteller" zeigt sich Saša Stanišić abermals als großer Zauberkünstler der jüngeren deutschsprachigen Literatur."

Christopher Schmidt / Süddeutsche Zeitung (28. May 2016)

„In einer Sprache, in der man sich vor Begeisterung wälzen möchte, entwirft er Figuren, die trotz ihrer skurril-grotesken Gedankengänge sofort vertraut wirken.“

Stern (10. May 2016)

"Komik und Poesie, Präzision und ironische Distanz, Farce und Fabel – Saša Stanišic führt sie ins Feld, doch nicht gegeneinander."

Janina Fleischer / Leipziger Volkszeitung (06. May 2016)

"Er schreibt so poetisch und präzise, als wenn er die deutsche Sprache inhalieren würde."

Karoline Laarmann / WDR 1LIVE (08. May 2016)

"Ich mag Erzählungen unglaublich gern, vor allem, wenn sie so gut geschrieben sind wie hier von Saša Stanišić."

Volker Weidermann / ZDF - Das Literarische Quartett (29. April 2016)

"Er beherrscht so viele Gegenden, so viele Sprachen, so viele Töne, fast wie ein erzählerisches Chamäleon."

Maxim Biller / ZDF - Das Literarische Quartett (29. April 2016)

"Entfesselte Fabulierlust und Verspieltheit: Saša Stanišićs neue Erzählsammlung „Fallensteller“ ist hinreißend komisch und berückend originell."

www.tagesspiegel.de (09. May 2016)

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