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Andrea von Treuenfeld

Erben des Holocaust

Leben zwischen Schweigen und Erinnerung

(9)
Hardcover
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»Es sind die kleinen Facetten des Furchtbaren, die so erschüttern.« (Andrea von Treuenfeld)

Welche Erfahrungen machten die Kinder jener Menschen, die den Holocaust überlebten? Wie prägend waren die Erinnerungen der Eltern an Flucht, Konzentrationslager und die ermordete Familie? Und was bedeutete deren Neuanfang im Land der Täter für das eigene Leben?
Andrea von Treuenfeld hat prominente Söhne und Töchter befragt. Marcel Reif, Nina Ruge, Ilja Richter, Andreas Nachama, Sharon Brauner, Robert Schindel und andere berichten von der Herausforderung, mit dem Ungeheuerlichen leben zu müssen.
Ein wichtiges und berührendes Buch!

  • Das Trauma des Holocaust und seine Folgen für die Zweite Generation

  • Die Nachkommen der Opfer brechen ihr Schweigen

  • Mit den Geschichten von Marcel Reif, Nina Ruge u.v.a.


Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 38 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-579-08670-5
Erschienen am  27. February 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Persönlich und berührend

Von: Sandra von Siebenthal

13.12.2021

Was die Menschen im Zweiten Weltkrieg durchmachen mussten, welches Leid sie erlebt haben, ist wohl unermesslich. Dass die Überlebenden nach dem Krieg oft geschwiegen haben, hat dies noch befördert. Und doch trugen sie das Erlebte weiter, sie erzählten es den Kindern nicht, sie gaben es durch ihr Verhalten weiter, sie vererbten es sogar. «Dennoch haben die Überlebenden ihre aus dem Holocaust resultierenden Traumata an die nächste Generation weitergegeben, was sogar festzustellen ist anhand der bei den Eltern und Kindern identischen Veränderungen bestimmter Gene.» In diesem Buch berichten Kinder von Überlebenden darüber, wie es war, mit ihren Eltern und deren Vergangenheit aufzuwachsen und zu leben. Weitere Betrachtungen «Meine Eltern hatten eine grosse Last zu tragen, das spürte ich diffus. Doch ich hatte keine Ahnung, was das denn sein könnte. Sie sprachen ja nicht darüber. Deshalb feixte das Gespenst hinter dem Vorhang, und meine Jugend durchzog das Gefühl von Verlorenheit.» Die Überlebenden des Krieges waren oft traumatisiert und sie konnten über das Erlebte nicht sprechen. Einerseits fehlten ihnen selber die Worte oder der sprachliche Ausdruck hätte es nochmals zu präsent gemacht, andererseits wollten sie auch keinen belasten. Doch gerade das taten sie mit dem Schweigen. Die daraus resultierenden Verletzungen, Prägungen und Verunsicherungen haben das Leben der nachkommenden Generation nachhaltig geprägt. «Alles war Disziplin. Und Verdrängung. Für sie war das der absolute Weg, ich möchte das nicht verurteilen.» Es geht in dem Buch nie um eine Verurteilung, um eine Anklage. Es sind Zeugnisse von heute erwachsenen Kindern über ihre Kindheit und das, was sie daraus nachhaltig geprägt hat. «Natürlich bin ich geprägt durch dieses disziplinierte Durchhalte-Muster der Eltern. Ich strotze bis heute vor Selbstdisziplin […] Ich neige dazu, mich beruflich bis an alle Grenzen zu fordern.» Obwohl jede Familie anders war, zeigte sich in allen Familien etwas Gemeinsames. Das Vergangene ist nicht einfach vorbei. Marcel Reif, Nina Ruge, Sandra Kreisler, Ilja Richter und viele andere erzählen von ihren Erfahrungen als Kinder von Überlebenden, sie berichten von der Zeit damals und ihren Empfindungen und den prägenden Folgen für ihr Weiterleben. Entstanden sind eindrückliche und persönliche Zeugnisse davon, wie Leid weitergegeben wird, wie traumatische Erlebnisse nicht einfach verschwinden, sondern noch Jahre nachwirken, oft über Generationen. Ein Grund mehr, dass die Ursachen nicht vergessen werden dürfen, in der Hoffnung, dass eine Wiederholung dadurch und daraus resultierendes Leid verhindert werden können. Persönlicher Bezug Ich habe im Zug meiner Forschung um den Zweiten Weltkrieg, welche eine tiefe Auseinandersetzung mit Überlebenden und deren Zeitzeugnissen beinhaltete, viel über das Leid der direkt Betroffenen erfahren. Ich habe gelesen und gehört, was sie erlebt haben, wie sie die Nachkriegszeit erfahren haben, was für sie das Weiterleben bedeutet hat. Dieses Buch hat mir nun aufgezeigt, welche Auswirkungen all das auf die nachkommende Generation hatte. Da ich sehr gerne persönliche Geschichten, Memoirs und Biografien lese, kam mir die in dem Buch gewählte Form natürlich sehr gelegen. Fazit Ein wichtiges Buch, weil es hilft, nicht zu vergessen, was nie vergessen werden darf. Ein persönliches und berührendes Buch darüber, wie Traumata vererbt werden und was dies für die nachkommenden Generationen bedeutet. Sehr empfehlenswert.

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Erben des Holocaust

Von: Jessica

10.05.2020

In dem Buch „Die Erben des Holocaust“ kommen einige bekannte Persönlichkeiten zu Wort, die erzählen, wie sie ihre Kindheit und Jugend als Kinder von Betroffenen erlebt haben. Pro Kapitel kommt eine Person zu Wort. Leider sind die jeweiligen Erzählungen aber nur recht kurz. Ich hätte mir da noch ein paar Details mehr gewünscht, bzw. hätte ich mir gewünscht, dass alles ein bisschen ausführlicher erzählt wird. Natürlich ist dennoch sehr interessant zu lesen, wie der Umgang mit diesem schwierigen Thema war. Es muss für beide Seiten nicht leicht gewesen sein. Für die Eltern, da sie dieses dunkle Kapitel sicherlich einfach hinter sich lassen wollten, aber auch für die Kinder, da diese wiederum bestimmt auch gemerkt haben, dass da irgendetwas ist, das tief sitzt. Man kann sich ja gar nicht vorstellen, wie das Leben damals gewesen sein muss. Durch dieses Buch bekommt aber wenigstens einen – wenn auch sehr, sehr kleinen – Einblick.

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Vita

Andrea von Treuenfeld hat Publizistik und Germanistik studiert und als Kolumnistin, Korrespondentin und Leitende Redakteurin u.a. bei der Welt am Sonntag gearbeitet. Heute lebt sie in Berlin und schreibt als freie Journalistin Porträts und Biografien.

Zur Autorin

Events

26. Jan. 2023

Lesung mit Andrea von Treuenfeld

19:30 Uhr | Heilbad Heiligenstadt | Lesungen
Andrea von Treuenfeld
Leben mit Auschwitz | Erben des Holocaust

01. Feb. 2023

Lesung mit Andrea von Treuenfeld: "Leben mit Ausschwitz"

19:30 Uhr | Greifswald | Lesungen
Andrea von Treuenfeld
Leben mit Auschwitz | Erben des Holocaust

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