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Die Mittelmeerreise

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Im heißen Sommer des Jahres 1967 geht Hanns-Josef Ortheil zusammen mit seinem Vater auf große Fahrt. Sie führt auf einem schwer beladenen Frachtschiff von Antwerpen durch die Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer und weiter bis nach Griechenland und Istanbul. Mit an Bord ist – vom Steward über den Funker bis zum Kapitän – eine ganze Gesellschaft im Kleinen. Und auch die Angst fährt im Bauch dieses Ungetüms aus Eisen und Stahl, das auf hoher See in schwere Stürme gerät, beständig mit.



Der junge Hanns-Josef Ortheil begegnet dem auf seine Weise: er beobachtet, reflektiert, schreibt. Zwischen Kommandobrücke, Frachtraum und Schiffsbibliothek beginnt seine Suche nach Fixpunkten und dem, was für ihn zählt und weiterhilft: Die Lektüre Homers? Die neusten Songs der Beatles? Das Klavierspiel? Die Arbeit an der Bordzeitung? Die Freundschaft mit einer jungen Griechin? Oder die Aussteigerfantasien eines Besatzungsmitglieds? Immer reichhaltiger und intensiver wird die abenteuerliche Reise in unbekannte Gewässer, weit über frühere Ideen und Fantasien hinaus: der große Roman einer Odyssee ins Erwachsenenleben.

»Ein großes Vergnügen! Ortheil vermag entspannt zu erzählen, man lässt sich mit Haut und Haaren auf diesen realen Lebensroman ein.«


eBook epub (epub), 2 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-20234-7
Erschienen am  12. November 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Schöner Roman

Von: Julia

24.02.2021

Ein Buch, das mitfühlend und auch voller Liebe gefüllt ist. Der Roman ist ohne Umschweifen geschrieben, und auch wenn es ein Roman ist, ist es ein Buch, das einen ergreift und mitzieht. Und ich konnte das Buch nicht weglegen, es hat mich in den Bann gezogen, und zwar so, dass ich das Buch in fast 2 Tagen durchgelesen habe. Das Buch ist nicht nur eine Geschichte, eine Reise und Liebe. Sondern auch der Ausbruch einer inneren Gefangenschaft. Bewegend dokumentiert und gleichzeitig ergreifend, was man lesen kann. Der Autor hat hier etwas geschaffen, was einen berührt hat. Neben einer flüssigen Schreibart konnte ich schnell reinkommen und das auch verständlich geschrieben. Nicht zu aufdringlich oder zu langweilig. Das Ganze hat bis zum Ende gehalten und ich würde den Autor immer wieder lesen. Ich kenne bis jetzt noch kein anderes Buch vom Autor gelesen, aber ich hoffe, ich bekomme bald noch eines, das würde sich lohnen. Es lohnt sich und daher kann ich das empfehlen. Ich gebe dem Buch 5 Sterne.

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Eine besondere Reisebeschreibung mit kulturellem Tiefgang

Von: fwe-blog

17.01.2021

Nachdem mich zwei frühere Bücher ORTHEILS ("Die Erfindung des Lebens" und "Das Kind, das nicht fragte") sehr fasziniert hatten, habe ich es nach einer Pause nochmal mit der Mittelmeerreise versucht. Davon will ich berichten. Der Autor verarbeitete in diesem Buch Aufzeichnungen von einer Reise, die er im Alter von 15 Jahren zusammen mit seinem Vater unternommen hat. Man schrieb das Jahr 1967. Der Autor erzählt also aus der Ich-Perspektive eines (frühreifen) Jugendlichen; seine literarische Umsetzung (von 2018) ist aber das Ergebnis eines weiten und weisen Rückblicks. Zur Rahmenhandlung: Vater und Sohn sind die einzigen Passagiere auf einem Frachtschiff, das von Holland aus längs der französischen und spanischen Küste ins Mittelmeer vordringt und dort Kurs zunächst auf Griechenland und dann auf Istanbul nimmt. Beschrieben werden insbesondere die Vater/Sohn-Dynamik und die zunehmend intensiven Beziehungen, die sich zu insgesamt fünf Besatzungsmitgliedern ergeben. Ausgiebige Betrachtungen richten sich auf das Erleben der Schiffsreise selbst, die u.a. durch einen dramatischen Sturm geprägt wird. Später rücken dann noch die Erfahrungen in den Fokus, die von dem Jungen und seinem Vater bei den Landgängen gemacht werden; dazu gehört auch eine erste Liebelei. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, um was es tatsächlich geht in diesem Buch, muss man kurz etwas zu den beiden Hauptpersonen sagen: Der Junge ist ein angehender Konzertpianist, der außerhalb der klassischen bürgerlichen Kultur- und Bildungswelt bisher wenig "normale" Realitätsberührungen hatte. Sein Vater, mit dem er extrem eng verbunden ist, widmet sich außer der Lektüre antiker Literatur hauptsächlich dem Zeichnen. Wie in allen anderen Bereichen und Interaktionen wirkt der 15-jährige auch im Kontakt mit dem Vater eher wie ein (gut entwickelter) junger Erwachsener - sowohl was den Inhalt, als auch die Form der Gespräche angeht. In den Beziehungen zu den Personen, die auf der "offiziellen" Seite des Schiffs residieren, werden jeweils andere (geschichtliche, philosophische, existenzielle) Bereiche und Perspektiven thematisiert, mit denen sich wiederum der Junge selbstreflektierend beschäftigt. Nach und nach entwickeln sich fast gleichberechtigte Freundschaften zu diesen Erwachsenen. Um es mal anders auszudrücken: Es wirkt alles ziemlich fremd, künstlich und gestelzt. Kaum ein Leser könnte sich vermutlich auch nur annähernd vorstellen, in diesem Alter (oder überhaupt als junger Mensch) so drauf gewesen zu sein. Verunsichert wird dieses ungewöhnliche Weltbild durch einen relativ jungen Bediensteten, der das "reale" Leben in diesen abgeschotteten Elfenbeinturm hineinträgt - in Form von "Drugs and Sex and Rock 'n Roll" (wobei ausgerechnet die harmlosen Beatles und ihr sanftes Liedchen "Penny Lane" als Ausgeburt der alternativen Gegenkultur hochstilisiert werden). Immerhin ermöglicht dieser junge Mann den Kontakt zum anderen Geschlecht - und damit einen Riesenschritt in eine bisher völlig unbekannte Erlebniswelt. Um es abzukürzen: Es ist ein besonderer Entwicklungsroman, eingebettet in griechische Dichtungen, Altherren-Gespräche und literarische, historische bzw. geographische Betrachtungen. Was könnte reizvoll sein, an diesem Roman? Es gelingt ORTHEIL (der einfach ein sehr guter Erzähler ist), den Leser nach und nach einzuweben in diese kleine, überschaubare und abgeschlossene Welt. Der Detailreichtum, die fein nuancierten Beobachtungen erzeugen eine fast meditative Atmosphäre. Als Reaktionen bleiben nur das Abwenden in genervter Langeweile oder das entspannte Sich-Einlassen auf das Tempo, auf den Rhythmus, auf die Wiederholungen. Man sollte sich Zeit nehmen für diesen Roman; mit einem Durchhecheln wird man dem Stoff und der literarischen Umsetzung nicht gerecht. Bei aller Wertschätzung, eine kleine Warnung sei ausgesprochen: Wer mit (heute eher ungewohnten) Bildungsbürger-Perspektiven gar nichts am Hut hat oder gar einen "normalen" zeitgeschichtlichen Einblick in die späten 60-iger Jahre sucht, findet das in diesem Buch sicher nicht. Wer jedoch einen kunstvollen Blick auf eine außergewöhnliche Biografie eines sehr früh gereiften jungen Mannes werfen will, kann gerne zugreifen.

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Vita

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

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Pressestimmen

»Wieder ein reiches und bereichernd reflektierendes Werk.«

Lars von der Gönna / Westdeutsche Allgemeine Zeitung (18. December 2018)

»Man kann ›Die Mittelmeerreise‹ als Geburt eines Schriftstellers von Rang lesen. Das lohnt allemal die Lektüre.«

Michael Au / SWR 2 (25. November 2018)

»Wer sich dem Erlebnis der ›Mittelmeerreise‹ aussetzt, kann allemal die Erfahrung machen, dass ihn Stil und Gegenstand einem sanften, aber unwiderstehlichen Sog aussetzen.«

Markus Schwering / Kölner Stadt-Anzeiger (07. December 2018)

»Viel mehr an innerer Bewegung kann man von einem Stück Literatur eigentlich nicht erwarten.«

Andrea Gerk / Deutschlandfunk Kultur (13. November 2018)

»Ortheils Erzählen imponiert durch die enorme Authentizität der Formulierungen.«

Ulf Heise / MDR Kultur (19. November 2018)

»Es beeindruckt, mit welch epischer Geduld sich der gelegentlich zu altklugen Betrachtungen aufschwingende Jugendliche schreibend die Welt aneignet.«

Rainer Moritz / Stuttgarter Zeitung (14. November 2018)

»Eine moderne Odyssee ins Erwachsenwerden.«

Madame (14. November 2018)