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Hannes Råstam

Quick

Die Erschaffung eines Serienkillers

Taschenbuch
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Thomas Quick ist das schlimmste Monster der schwedischen Geschichte – ein Serienkiller, Vergewaltiger, Sadist und Kannibale. So jedenfalls das Bild, das die Medien von ihm zeichneten. In den Jahren zwischen 1992 und 2001 gesteht Thomas Quick dreißig Morde und wird für acht davon verurteilt. Nachdem immer wieder Zweifel an seiner Schuld aufkommen, beginnt der bekannte Enthüllungsjournalist Hannes Råstam mit der Recherche. Das Ergebnis seiner Arbeit schlägt ein wie eine Bombe. Thomas Quick kann die Morde nicht begangen haben. Es gibt keinen haltbaren technischen Beweis. Thomas Quick ist unschuldig.

»Wie aus einer unbedachten Flunkerei das größte Lügengebilde der schwedischen Kriminalgeschichte wurde. Die Geschichte eines gigantischen Justizskandals.«

Die Zeit (09. August 2019)

Aus dem Schwedischen von Nike Karen Müller
Originaltitel: Fallet Thomas Quick
Originalverlag: Ordfront
Taschenbuch, Broschur, 560 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-67732-6
Erschienen am  09. November 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Interessantes Buch

Von: Franziska S.

16.06.2021

Dieses Buch hinterließ mich sprachlos, kopfschüttelnd,  fassungslos und ungläubig. Sture Bergwall alias Thomas Quick, war einer der bekanntesten Serienmörder Schwedens, denn er gestand 33 Morde. Doch war er es wirklich? Er verfügte nicht gerade über ein Wissen, welches jedes Detail des Mordes beinhaltete. Aber warum gestand er die Morde? Er bekam Aufmerksamkeit und Anerkennung von Ärzten und Polizisten, bekam soviele Medikamente wie er wollte,  welche ihn abhängig machten, gestand er vollgedröhnt und unter Einfluss der Medikamente die Morde. Er hatte keine Kontrolle über sich selber und ihm wurden Sachen in den Mund gelegt, die so nie stimmten. Es gab kaum Beweise die für seine Schuld sprachen. In dem Buch wird alles sehr detailliert dargestellt und es war wirklich interessant zu lesen, was genau geschehen ist. Thomas Quick vertraute sich dem Autor des Buches an und erzählte ihm alles, was ihm wiederfahren ist. Dank des Buches und der intensiven Recherche, wurde Quick nach über 20 Jahren Psychiatrie wieder freigelassen. Es handelte sich um einen ziemlich großen Justizirrtum und der Autor schaffte es, mit seinem Buch alles aufzuklären. Es ist auch kein Thriller oder Roman wie man auf den ersten Blick vermuten würde, sondern eher ein True Crime Buch, gemischt mit einer Biographie zu Thomas Quick. Ich habe mir nach dem Buch oft die Frage gestellt, ob es wohl noch so einige Fälle gibt wie diesen, die nicht aufgedeckt werden, oder Menschen unschuldig im Gefängnis sitzen? Ich habe neben dem Buch auch den Film geschaut, und war wirklich begeistert.  Der Filn hat das alles nochmal gut untermalt, obwohl er natürlich nicht so detailliert war wie das Buch. Ich kann das Buch aber trotzdem weiterempfehlen an alle, die sich für solche Fälle interessieren.

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Auf der Suche nach Aufmerksamkeit

Von: Thomas Lawall

14.04.2021

Eines der wenigen Bücher, die in der Aufmachung eines Thrillers daherkommen, aber mitnichten einer sind, auch wenn die beiden fettgedruckten Zeilen auf der Rückseite des Buchumschlags dies gerne suggerieren möchten. Das Cover ziert keineswegs etwa Täter und Opfer, sondern den Autor selbst, gespielt von Jonas Karlsson, und dessen Kollegin Jenny Küttim, dargestellt von Alba August, im 2019 produzierten Filmdrama. "Die wahre Geschichte eines unfassbaren Verbrechens" ist in Wahrheit die Geschichte eines unfassbaren Justizirrtums und Behandlungsskandals im Schweden der Jahrtausendwende, und sie ist nichts anderes als ein Sachbuch. Geschrieben ist das Buch allerdings in einem durchaus mitreißenden Stil, der mitunter vergessen lässt, dass es sich nicht um fiktive Handlungen dreht, sondern um einen "Kriminalroman" mit völlig anderen Vorzeichen. Natürlich fehlen, teilweise unvorstellbare, Verbrechen ebenso wenig wie akribische Ermittlungen, nur, hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Während die Morde meist real sind, gestalten sich die Ermittlungen in Bereichen, welche die Grenzen des Dilettantismus gleich mehrfach überschreiten. Über dreißig Morde hat Sture Ragnar Bergwall, der sich von 1980 bis 2002 Thomas Quick nannte, gestanden ... und keinen einzigen davon tatsächlich begangen! Aufgrund mehrerer gewaltsamer Auseinandersetzungen mit Männern sowie einem skurrilen Banküberfall in einer psychiatrischen Anstalt im schwedischen Säter untergebracht, war er mit seinem Status als gewöhnlicher Patient außerordentlich unzufrieden. Als er sein erstes Mordgeständnis ablegte, änderte sich dies schlagartig. Der Grundstein für eine groteske Theatervorstellung war gelegt. Plötzlich bekam er die Aufmerksamkeit, die er sich immer gewünscht hatte. Sein "Rang" stieg sowohl bei Ärzten als auch beim Pflegepersonal. Ferner sicherte sein damit verbundenes Verhalten eine Dauerversorgung mit hoch dosierten Medikamenten. Von Polizei, Justiz und Massenmedien wurde er allerdings ebenso schnell in vorgefertigte Schubladen gepackt. Ein neuer Serienkiller war erschaffen. Neben halbherzigen Ermittlungsmethoden und skandalösen Gerichtsverhandlungen prangert dieser Fall auch die Armut falsch angewandter Psychologie und die damit verbundenen, völlig irrealen Interpretationsorgien an. Wie dies alles, wie ein gut geöltes Räderwerk, ineinander griff, dokumentiert dieses spannende Buch, indem es dieses unglaubliche Lügengebäude bis ins kleinste Detail ausleuchtet. Der Autor und Enthüllungsjournalist Hannes Råstam, der die endgültige Fertigstellung seines Buches nicht mehr erleben durfte, musste sich hierfür durch 50.000 Seiten Gerichtsprotokolle arbeiten! Sein Werk könnte von unschätzbarem Wert sein, würde es nicht von den zuständigen Stellen, wie üblich und trotz entsprechendem Medienrummel, unter den Tisch gekehrt. Mit Sicherheit dürften es künftige "Mythomanen" dennoch schwerer haben, sich auf diese Weise erhöhte Aufmerksamkeit zu verschaffen.

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Vita

Hannes Råstam

Hannes Råstam (1955–2012) arbeitete als investigativer Journalist für den Sender SVT (Swedish Public Broadcasting) und produzierte einige der wichtigsten Dokumentarfilme über das schwedische Rechtssystem. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem fünfmal mit dem Golden Spade (verliehen von der Organization of Investigative Journalists) und zweimal mit dem Great Journalist Award. Während der Schlussredaktion an seinem Buch über Thomas Quick erlag Råstam einem Krebsleiden.

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Pressestimmen

»Das ist furchtbar, das ist die Wahrheit und das ist vollkommen phänomenaler Lesestoff.«

Leif GW Persson

»Die spektakulärste Mordserie Schwedens.«

Süddeutsche Zeitung

»Schwedens spannendste Mordfälle sind vermutlich nicht die Romane von Stieg Larsson oder Henning Mankell. Es ist vielmehr die wahre Geschichte von Thomas Quick, die die Nation in ihren Bann zieht.«

The Wall Street Journal