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Der Fall Thomas Quick

Die Erschaffung eines Serienkillers

(9)
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Die wahre Geschichte eines unfassbaren Verbrechens

Thomas Quick ist das schlimmste Monster der schwedischen Geschichte – ein Serienkiller, Vergewaltiger, Sadist und Kannibale. So jedenfalls das Bild, das die Medien von ihm erschufen. In den Jahren zwischen 1992 und 2001 gesteht Thomas Quick dreißig Morde und wird für acht davon verurteilt. Nachdem immer wieder Zweifel an der tatsächlichen Schuld von Thomas Quick aufkommen, beginnt der bekannte Enthüllungsjournalist Hannes Råstam mit der Recherche. Das Ergebnis seiner Arbeit schlägt ein wie eine Bombe. Thomas Quick kann die Morde nicht begangen haben. Es gibt keinen haltbaren technischen Beweis. Thomas Quick ist unschuldig.


Aus dem Schwedischen von Nike Karen Müller
Originaltitel: Fallet Thomas Quick
Originalverlag: Ordfront
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-11373-5
Erschienen am  26. August 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Auf der Suche nach Aufmerksamkeit

Von: Thomas Lawall

14.04.2021

Eines der wenigen Bücher, die in der Aufmachung eines Thrillers daherkommen, aber mitnichten einer sind, auch wenn die beiden fettgedruckten Zeilen auf der Rückseite des Buchumschlags dies gerne suggerieren möchten. Das Cover ziert keineswegs etwa Täter und Opfer, sondern den Autor selbst, gespielt von Jonas Karlsson, und dessen Kollegin Jenny Küttim, dargestellt von Alba August, im 2019 produzierten Filmdrama. "Die wahre Geschichte eines unfassbaren Verbrechens" ist in Wahrheit die Geschichte eines unfassbaren Justizirrtums und Behandlungsskandals im Schweden der Jahrtausendwende, und sie ist nichts anderes als ein Sachbuch. Geschrieben ist das Buch allerdings in einem durchaus mitreißenden Stil, der mitunter vergessen lässt, dass es sich nicht um fiktive Handlungen dreht, sondern um einen "Kriminalroman" mit völlig anderen Vorzeichen. Natürlich fehlen, teilweise unvorstellbare, Verbrechen ebenso wenig wie akribische Ermittlungen, nur, hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Während die Morde meist real sind, gestalten sich die Ermittlungen in Bereichen, welche die Grenzen des Dilettantismus gleich mehrfach überschreiten. Über dreißig Morde hat Sture Ragnar Bergwall, der sich von 1980 bis 2002 Thomas Quick nannte, gestanden ... und keinen einzigen davon tatsächlich begangen! Aufgrund mehrerer gewaltsamer Auseinandersetzungen mit Männern sowie einem skurrilen Banküberfall in einer psychiatrischen Anstalt im schwedischen Säter untergebracht, war er mit seinem Status als gewöhnlicher Patient außerordentlich unzufrieden. Als er sein erstes Mordgeständnis ablegte, änderte sich dies schlagartig. Der Grundstein für eine groteske Theatervorstellung war gelegt. Plötzlich bekam er die Aufmerksamkeit, die er sich immer gewünscht hatte. Sein "Rang" stieg sowohl bei Ärzten als auch beim Pflegepersonal. Ferner sicherte sein damit verbundenes Verhalten eine Dauerversorgung mit hoch dosierten Medikamenten. Von Polizei, Justiz und Massenmedien wurde er allerdings ebenso schnell in vorgefertigte Schubladen gepackt. Ein neuer Serienkiller war erschaffen. Neben halbherzigen Ermittlungsmethoden und skandalösen Gerichtsverhandlungen prangert dieser Fall auch die Armut falsch angewandter Psychologie und die damit verbundenen, völlig irrealen Interpretationsorgien an. Wie dies alles, wie ein gut geöltes Räderwerk, ineinander griff, dokumentiert dieses spannende Buch, indem es dieses unglaubliche Lügengebäude bis ins kleinste Detail ausleuchtet. Der Autor und Enthüllungsjournalist Hannes Råstam, der die endgültige Fertigstellung seines Buches nicht mehr erleben durfte, musste sich hierfür durch 50.000 Seiten Gerichtsprotokolle arbeiten! Sein Werk könnte von unschätzbarem Wert sein, würde es nicht von den zuständigen Stellen, wie üblich und trotz entsprechendem Medienrummel, unter den Tisch gekehrt. Mit Sicherheit dürften es künftige "Mythomanen" dennoch schwerer haben, sich auf diese Weise erhöhte Aufmerksamkeit zu verschaffen.

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Das Monster von Schweden

Von: @mechieliest

25.03.2021

„Quick – Die Erschaffung eines Serienkillers“ von Hannes Rastam. Thomas Quick gilt als das schlimmste Monster in der schwedischen Kriminalgeschichte. Er sei ein Serienkiller, Vergewaltiger, Sadist und Kannibale. In den Jahren zwischen 1992 und 2001 gesteht er 30 Morde und wird für acht davon verurteilt. Die Medien berichteten nur noch über ihn. Nach einigen Jahren werden die Zweifel an seiner Schuld mehr und somit fängt der Enthüllungsjournalist Hannes Rastam mit seiner Recherche an. Das Ergebnis ist gewaltig, denn Quick kann die Morde nicht begangen haben. Es gibt keine haltbaren technischen Beweise. Am Ende findet man heraus er ist unschuldig! Aber was ist wirklich passiert? Wie kommt man dazu, dass dieser Mann der Täter sei? Wo lag der Fehler all die Jahren?  Dieses Buch erzählt ganz intensiv über die Geschichte von Thomas Quick. Es beginnt mit seiner Kindheit und endet in der Gegenwart. Wir werden wichtige Zeuge bei den Taten und Ermittlungen vor allem bei den Fehlern, die entstanden sind. Dieses Buch ist eine schriftliche Dokumentation mit 560 Seiten. Mir hat der Schreibstil und die Aufmachung des Buches sehr gut gefallen, allerdings war mir das Buch zu lang. Man hätte es abkürzen und besser zusammenfassen können. Ich las so viele Informationen teilweise kamen sie mir wiederholt vor. Das hat mich sehr frustriert und meinen Lesefluss verändert. Ich habe öfter das Buch zur Seite gepackt und war kurz davor es komplett weg zu legen. Aber ich wollte wissen, wie es endete. Nicht alle Fragen waren für mich beantwortet. Also las ich teils gezwungen weiter. Am Ende angelangt war ich sehr bestürzt und entsetzt über das ganze geschehen. Es war schrecklich für mich wie ein Mann in einen Täter verwandelt wurde. Das Ganze ist kein ausgedachter Roman, sondern echt. Ich denke, dieses Buch ist keine leichte Lektüre, die man einfach so lesen kann. Man muss Interesse und Lust dazu haben. Es ist eine interessante und spannende Kriminaldokumentation, für jeden Crime-Fan.

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Vita

Hannes Råstam

Hannes Råstam (1955–2012) arbeitete als investigativer Journalist für den Sender SVT (Swedish Public Broadcasting) und produzierte einige der wichtigsten Dokumentarfilme über das schwedische Rechtssystem. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem fünfmal mit dem Golden Spade (verliehen von der Organization of Investigative Journalists) und zweimal mit dem Great Journalist Award. Während der Schlussredaktion an seinem Buch über Thomas Quick erlag Råstam einem Krebsleiden.

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