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Jäger, Hirten, Kritiker

Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

Taschenbuch
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»Die Zukunft kommt nicht – sie wird von uns gemacht! Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?«

Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange, doch die Politik schläft. Dabei wird die Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten unser gesellschaftliches Zusammenleben in einem Ausmaß verändern, das wir nur dann in den Griff bekommen, wenn wir heute die Weichen richtig stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern.

Richard David Precht skizziert das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter und stellt die Frage, ob das Ende der Arbeit, wie wir sie kannten, überhaupt einen Verlust darstellt. Für ihn enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Denn zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen, liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!


Originaltitel: Jäger, Hirten, Kritiker
Originalverlag: Goldmann
Taschenbuch, Klappenbroschur, 288 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-15998-7
Erschienen am  17. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Rezensionen

Wie wollen wir leben?

Von: Sandra von Siebenthal

04.03.2021

„Dieses Buch möchte einen Beitrag dazu leisten, aus dem Fatalismus des unweigerlichen Werdens aus- und zu einem Optimismus des Wollens und Gestaltens aufzubrechen. Es möchte helfen, ein Bild einer guten Zukunft zu malen.“ Unsere Welt ist in einem schnellen Wandel und manchmal scheint es, alle schauen gespannt zu. Es gibt verschiedene Lager der Zuschauer, die, welche die Entwicklungen als Fortschritt hochjubeln, und die, welche auf Ängsten gegründete Horrorszenarien an die Wand malen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die fortschreitende Digitalisierung unser Leben stark verändern wird, dass wir uns in vielen Lebensbereichen mit neuen Umständen auseinandersetzen müssen. Berufe werden wegfallen, neue werden kommen, wie die genau aussehen, steht noch in den Sternen, was aber sicher ist: Diese Veränderungen werden sich sicher nicht zugunsten von den jetzt schon sozial Schwachen auswirken, die Schere zwischen Arm und Reich wird sich vergrössern, wenn wir nicht dagegen steuern und in einer humanen Weise auf die neuen Möglichkeiten reagieren. „Die Digitalisierung wird bereits von allen Volkswirtschaften als Macht anerkannt. Und es ist hohe Zeit zu zeigen, wo die Weichen liegen, die wir jetzt richtig stellen müssen, damit sie sich in einen Segen und nicht in einen Fluch verwandelt. Denn die Zukunft KOMMT nicht! […] die Zkunft wird von uns GEMACHT! Und die Frage ist nicht: Wie WERDEN wir leben? Sondern: Wie WOLLEN wir leben?“ Richard David Precht zeichnet ein sehr realistisches Bild der aktuellen Situation, der vierten industriellen Revolution, welche in vollem Gange mit noch offenem Ausgang ist. Er ruft dazu auf, sich nicht hinter Fortschrittglauben und Ängsten zu verstecken, sondern aktiv die Idee einer wünschenswerten Welt zu schaffen, in welcher Maschinen nicht zur Optimierung oder zum Ersatz von Menschen werden, sondern diese unterstützen. Er weist weiter auf die Chancen der Digitalisierung hin, welche es dem Menschen ermöglichen könnte, vom Arbeiten im Lohnhamsterrad zu einem selbstbestimmteren und erfüllteren Leben zu kommen, was allerdings nur mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu verwirklichen wäre, da gerade die wegfallenden Berufe in vormaligen Ausbildungsberufen ein würdevolles Leben ansonsten verunmöglichen würden. Precht nennt seine Lösungsansätze selber eine Utopie, beklagt aber den negativen Klang, den dieses Wort heute hat. Wenn wir den Begriff der Utopie als das sehen, was wir uns wünschen würden, könnten wir es uns aufs Papier schreiben und damit anfangen, das Leben und dessen Bedingungen und Umstände so zu gestalten, dass aus der Utopie die nächste Wirklichkeit wird. „Jäger, Hirten, Kritiker“ greift ein aktuelles Thema auf und vermittelt auf gut lesbare und verständliche Weise Hintergründe und Aussichten. Die Sprache ist ab und zu etwas gar plakativ und flapsig, die Ausführungen zu umfassend, doch die Grundbotschaft ist eine durchaus gute und bedenkenswerte. Fazit: Ein gut lesbares Buch über ein aktuell brennendes Thema, bei dem weniger mehr gewesen wäre, das aber viele bedenkenswerten Ansätze für den Umgang mit einer noch unsicheren Zukunft vermittelt.

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Wo soll die Reise hingehen?

Von: Harald Rädle aus Gotha

08.12.2020

Unsere Arbeit wird in Zukunft sicher wesentlich anspruchsvoller werden als in der Vergangenheit, deshalb ist für jeden eine möglichst umfangreiche Allgemeinbildung und daneben ein tiefgründiges Spezial-wissen auf einem bestimmten Gebiet erforderlich. Nur so wird der einzelne Mensch in der Lage sein, seine und die Zukunft der Menschheit, sinnvoll zu gestalten. Wer dazu keine Change bekommt oder es aus Bequemlichkeit nicht realisiert, wird unweigerlich auf der Strecke bleiben. Welche Motivation hat der Mensch? Er ist von Natur aus faul und gefräßig, er ist aber auch neugierig und möchte sich das Leben so leicht und bequem wie möglich machen. Dies trifft im Prinzip auf jeden Menschen zu, auf den einen eben etwas mehr und auf den anderen etwas weniger. Warum sollte es nicht möglich sein, die weniger werdende Arbeit möglichst gerecht aufzuteilen? Wer will schon mehr arbeiten als unbedingt erforderlich. Der Müßiggang dürfte in jedem Fall angenehmer sein als jede notwendige Arbeit. Auch in Zukunft wird nicht jeder seinen Traumjob machen können. Wer also soll die unattraktiven Tätigkeiten machen und warum? Wir sind sicher gut beraten, wenn wir uns unsere zukünftige Arbeitswelt weitestgehend erhalten, so dass der Mensch auch noch körperlich und geistig gefordert ist. Welchen Sinn macht es, wenn wir eine Arbeit haben, wo Körper und Geist kaum gefordert werden, dafür aber umso mehr Energie und Rohstoffe eingesetzt werden müssen. Eine gerechte Leistungsgesellschaft dürfte das Ziel für die Zukunft sein. Ohne den Anreiz auf ein besseres Leben durch mehr Leistung wird es wohl nicht gehen, sonst wollen sich alle ausschließlich dem Müßiggang hingeben. Dann würden wir wieder wie Adam und Eva im Paradies leben. Doch wo ist der Schöpfer der uns das ermöglicht und uns zugesteht? Würde er sich um alle unsere Belange kümmern wollen, und sich selbst zu unserem Sklaven machen? Ich glaube kaum. Neben dem Mindestlohn müsste es auch einen Maximallohn geben. Der Spielraum zwischen Mindestlohn und Maximallohn sollte einen bestimmten Wert nicht überschreiten, z.B. 1:10. Soll sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnen, wie dies zurzeit geschieht? Soll ein Unternehmer oder Finanzspekulant, wenn er morgens aufsteht, bereits Millionen verdient haben, ohne dafür einen Finger gekrümmt zu haben? Die Ungerechtigkeit innerhalb unserer Gesellschaft könnte kaum größer sein, wenn wir dann noch die Flüchtlinge, diktatorisch regierte Staaten und Kriegsgebiete einbeziehen, dann stellt sich die Frage, warum ist das so, wer zieht Nutzen daraus, und wer hat das zu verantworten? Die bestehenden Zustände sind doch sicher nicht gottgewollt, sondern das Ergebnis von konkreten Machtinteressen, gemäß dem Naturgesetz „der Stärkere setzt sich durch“. Jeder will die Macht haben und verbindlich sagen, wo es langgeht. Eine echte Demokratie im Sinne einer Volksherrschaft oder möglichst einer Menschheitsherrschaft könnte die Lösung sein. Es muss aber ein einheitliches, gemeinsames Ziel bestehen, alle müssen am selben Strick ziehen und auch noch in dieselbe Richtung. Wird sich die Menschheit auf ein solches, großes gemeinsames Ziel einigen können? Eine Grundvoraussetzung wäre sicher die Einigung auf verbindliche allgemein gültige Menschenrechte, unabhängig von der Herkunft usw. Jeder müsste die gleichen Chancen haben, sein Leben entsprechend seinen Fähigkeiten und Neigungen, zu gestalten. Diese Rechte müssten dann auch einklagbar und durchsetzbar sein. Wer soll die erforderlichen Veränderungen innerhalb unserer Gesellschaft durchsetzen? Die derzeitigen Machthaber haben mit Sicherheit kein Interesse daran, sondern werden alles daransetzen, dass alles so bleibt wie es ist, oder für sie noch günstiger wird. Eine Veränderung kann und wird nur durch die benachteiligten Schichten erfolgen können. In Anbetracht der beginnenden Klimakatastrophe müssen wir uns auch fragen, wieviel Erde braucht ein Mensch, oder, wieviel Menschen kann unser Planet verkraften?

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Vita

Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit »Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?« waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung »Precht« im ZDF.

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Events

04. Nov. 2021

"Persönlichkeiten im Gespräch": Richard David Precht im Gespräch mit MDR-Kulturchef Reinhard Bärenz

18:00 Uhr | Halle | Lesungen
Richard David Precht
Von der Pflicht