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Rezensionen zu
Königsmörder

Robert Harris

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Wenn ein neues Buch von Robert Harris erscheint freu ich mich immer sehr, und auf Königsmörder - mit dem wunderschönen Cover- war ich sehr gespannt, ich wurde nicht enttäuscht. In seinem aktuellen Werk erzählt Harris die Flucht über fast zwei Jahrzehnte der Königsmörder und Oberste Whalley und Goffe. Karl II. hat Rache geschworen und schickt seine Gesandten los, um nach den beiden zu suchen...der Weg führt sie bis nach Amerika... Robert Harris ist ein Meister des Schreibens, er schafft es einfach den Lesenden zu packen und genau in die Zeit zu führen wo die Geschichte spielen. Der Schreibstil ist großartig, und ich habe bei diesen 540 Seiten einfach keine langatmige Stelle gehabt und war sehr gefesselt. Whalley und Goffe sind sehr authentische und tatsächlich auch sympathische Protagonisten. Die Mischung aus echten historischen Geschehnissen und fiktiven Komponenten haben sich sehr gut ergänzt. Gerade Lesende die es vielleicht etwas schwierig mit dem historischen Genre haben können sich hier gerne dran wagen, denn es nicht zu überladen, man braucht keine großen Vorkenntnisse und es ist spannend. Für mich ein absolut lesenswerter historischer Roman und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Harris...klare Leseempfehlung und ein Highlight zum Jahresende :)

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Zunächst haben sie im Bürgerkrieg gesiegt und Karl I. von England nicht nur gestürzt, sondern auch sein Todesurteil unterschrieben. Doch nun müssen Whalley und Goffe selbst fliehen, denn Karl II. hat Rache geschworen und Häscher auf die beiden Königsverräter angesetzt. Im kolonialisierten Amerika finden die beiden zwar Gleichgesinnte, doch selbst bis dort reicht der Arm ihrer Feinde… Mit seinen historischen Romanen hat sich Robert Harris eine treue Schar an Lesenden erarbeitet, denen er mit „Königsmörder“ neuen Stoff vorlegt. Dabei wendet er sich einer neuen Zeit und einer anderen Szenerie zu, weite Teile der Handlung spielen in der britischen Kolonialisierung Amerikas und dem Aufbau neuer Gesellschaftsstrukturen. Da ist es umso logischer, zwei verurteilte Königsmörder als wichtigste Protagonisten zu nehmen, die selbst zu Gejagten werden. Whalley und Goffe werden dabei glaubhaft dargestellt, auch die anderen Figuren passen in die Zeit und dienen dazu, die damalige Gesellschaft sehr lebendig wirken zu lassen. Der Detailreichtum ist groß, teilweise aber schon etwas erschlagend. Denn bei all den (historisch sicherlich herausragend recherchierten) Feinheiten kommt die eigentliche Handlung leider öfter ins Stocken. Ich schätze an historischen Romanen sehr, wenn man nicht nur in die Zeit eintauchen, sondern auch Zusammenhänge und politische Entwicklungen nachverfolgen kann. Das gelingt Harris auch hier, vieles wirkt aber eher wie aus einem Lehrbuch für Geschichte entnommen statt einem Roman, der schließlich auch unterhalten soll. Wie Harris ein sehr authentisches Bild zeichnet, ohne sich über die damaligen Umstände zu erheben, ist er gelungen. Er erklärt vielmehr, wie die Macht der Kirche die Menschen beeinflusst hat, welche verschiedenen Strömungen dadurch entstanden sind. Besonders gelungen ist jedoch, wie der Autor erst spät auch die bisherige Vita der beiden Protagonisten aufarbeitet und sie dadurch noch einmal in ein anderes Licht taucht – ein beeindruckender Wendepunkt, der mich mitgenommen hat. Und auch wenn das Tempo für meinen Geschmack deutlich zu langsam geraten ist, ist der ruhige Handlungsbogen insgesamt gelungen und baut ein gewisses Maß an Spannung auf. „Königsmörder“ fühlt sich durch den überbordenden Detailreichtum und die teils kleinteiligen Entwicklungen in manchen Passagen etwas zäh an – in meinen Augen hat der Autor es etwas zu gut gemeint. Die Handlung selbst ist aber unterhaltsam und mit interessanten Wendungen geschmückt, zumal die Zusammenhänge von Gesellschaft, Politik und Kirche auf verständliche Weise ausgearbeitet werden. Schön, dass dabei auch die Figuren sehr lebendig dargestellt sind und man eine Bindung mit ihnen fühlen kann.

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Die Geschichte Englands in der Zeit Cromwells. Die Monarchie bekam damals einen ziemlich Dämpfer und rappelte sich doch wieder hoch. Zwei Vogelfreie hetzen durch England, auf sie ist ein Kopfgeld gesetzt von damals unerhörten hundert Pfund. Viel Geld. Die Zeit rund um den Tod von Charles I aus dem Haus Stuart, König von England, Schottland und Wales, und seinen Henker Cromwell zeigt nicht nur die sehr kurze republikanische Zeit der Insel auf. Sie ist auch eine Zeit der Gewalt, des Aufruhrs und bietet durchaus Parallelen zur Gegenwart. Harris erzählt in seiner typischen Manier sehr sachlich und sehr spannend, nie langweilig von Cromwells Sieg und Niedergang. Hauptfigur ist dabei der fiktive Kopfjäger Richard Nayler, der ziemlich fanatisch seiner Aufgabe nachgeht und die beiden Flüchtigen quer durch das Land verfolgt. Es ist keine rein sachliche Darstellung, wie meistens bei Harris. Manchmal ist seine Erzählung ziemlich weitschweifig, dabei allerdings immer sehr anregend zum Dranbleiben motivierend. England war im 17. Jahrhundert noch eine Weltmacht, das Empire, nach dem sich viele heutige Brexiteers zu sehnen scheinen, war damals normal. Dazu kommen spezielle Rituale der Kirche, der Monarchie und des bürgerlichen Standes sowie die puritanische Anbetung Gottes. Das alles zeigt Harris reflektiert auf. Einerseits ein wahrhaftiger Schmöker, aber alles in allem auch sehr unbarmherzige Verhältnisse beschreibend.

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Darum geht es: König Karl I brachte sein Versuch die Kirchen gleichzuschalten sowie das Parlament auszuschalten den Tod ein. Die Menschen allerdings wollten nämlich sowohl das Parlament als auch ihre unterschiedlichen Visionen von christlichen Glauben behalten und beantworteten das Bestreben von Karl I mit einem Bürgerkrieg, der nicht nur den vorübergehenden Verlust der Monarchie einbrachte, sondern auch Karl I den Verlust seines Kopfes. Aber wie heißt es so schön: der König ist tot, lang lebe der König. Von 1649 bis 1660 übte sich England in Republik, aber ließ dann mit König Karl II die Monarchie wiederauferstehen und wieder wurde ein Stuart zum König gesalbt. Karl II kann den Tod seines Vaters nicht ganz stillschweigend hinnehmen und erlässt zwar ein Generalpardon, aber will zumindest die Unterzeichner des Todesurteils von Karl I zur Rechenschaft ziehen. Diese 59 sogenannten Königsmörder werden damit zu Gejagten. Viele von ihnen sind selbst schon verstorben aber Richard Nayler hat es sich zur Aufgabe gemacht jeden einzelnen der Königsmörder aufzuspüren. Ganz besonders hat er es auf Oberst Edward Whalley und seinen Schwiegersohn Oberst Wiliam Goffe abgesehen, denn Nayler hat mit ihnen noch eine alte Rechnung zu begleichen ... Fazit: Robert Harris, Meister der Erzählkunst, hat es mal wieder scheinbar mühelos geschafft mich in seine Geschichte zu saugen und mich viele Lesestunden in fremden Welten und fernen Zeiten verbringen zu lassen. Okay, ich muss vorneweg zugeben, dass ich die Romane von Robert Harris nicht ganz objektiv beurteilen kann, da ich ein riesengroßer Fan seiner Bücher bin und Harris könnte mir wahrscheinlich sogar seinen Einkaufszettel vorlegen, ich würde den Inhalt begeistert inhalieren ;) Trotzdem kann ich ohne Zweifel sagen das "Königsmörder" ein großartiger historischer Roman ist. Zum Lesen inspiriert hat mich zum großen Teil meine Liebe zur Outlander-Serie von Diana Gabbaldon, denn diese Serie lebt auch von dem geschichtlichen Hintergrund um Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart, manchmal auch Bonnie Prince Charlie genannt, dem Urenkel von Karl I. Mich hat schon lange brennend interessiert, was denn vor dem Versuch von Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart zu König Karl III oder auch King Charles III zu werden, in England und Schottland so los war und was dazu führte, dass Bonnie Prince Charlie kein rechtmäßiger Thronerbe war. "Königsmörder" hat mir so einiges davon erklärt und das auf eine unterhaltsame Weise, die sogar etwas von einen Kriminalroman hatte. Die Figuren sind allesamt so dargestellt, dass ich sie wirklich gut ins 17. Jahrhundert verorten konnte, aber trotzdem so nah an unserer Vorstellung von Persönlichkeit, dass sie nicht fremd waren. Richard Naylers Jagd auf Whalley und Goffe um der Gerechtigkeit genüge zu tun war alleine schon sehr spannend zu lesen, aber der Aspekt, dass Nayler auch einen persönlichen Rachefeldzug gegen die Beiden führt, machte die Sache noch spannender. Gefesselt haben mich hier ganz besonders die Beschreibungen des Lebens in den britischen Kolonien in Amerika des 17. Jahrhunderts. Sie waren total interessant und mancherorts gar nicht so weit weg vom Leben im 21. Jahrhundert. ;) Natürlich musste ich während der Lektüre immer wieder die historischen Fakten nachlesen und auch mit diesem Buch hat mich Harris nicht enttäuscht, er ist nicht nur ein Meister der Erzählkunst, sondern auch ein Meister der Recherche. Sämtliche Fakten habe ich auch so, wie er sie beschreibt, in Geschichtsbüchern gefunden. Harris hält sich an die Fakten und gibt den Menschen aus vergangenen Zeiten ein Gesicht und eine Stimme. Natürlich sind diese Gesichter oder diese Stimmen eine Interpretation der Fakten, aber auch der besten Faktenrecherche muss Leben eingehaucht werden damit daraus ein guter Roman entsteht. Ich bin auf jeden Fall richtig froh "Königsmörder" gelesen zu haben und habe nun einen ganz anderen Draht zum Untergang der Stuarts, obwohl die in "Königsmörder" gar keine große Rolle spielen ... aber ich habe die Zeit, den Zeitgeist, mehr erfasst.

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Das Autorenphänomen Robert Harris Auch bei „Königsmörder“ beweist der britische Autor und Journalist Robert Harris wieder einmal ein Gespür für die Geschichten hinter der Geschichte. Sein erzählerisches Talent formt nicht nur einen Roman, sondern agiert vielmehr als historische These: So hätte es gewesen sein können! Er schafft es uns lebendige, fühlende Menschen der Vergangenheit vor Augen zu projizieren. Und das, obwohl er uns in diesem Roman schon auf den ersten Seiten zu Verbündeten seiner Fiktion macht, in dem er uns offen erklärt, welche der vielen Figuren seiner Phantasie entstammt. Aber er flechtet diese Hauptperson so in die Geschichte ein, dass sie – selbst für den kenntnisreichen, historisch-bewanderten Leser – nicht mehr wegzudenken ist. Die historische Fiktion wird so perfekt! Schon nach wenigen Seiten, ja nach wenigen Zeilen, des Beginns der Geschichte, fängt alles an, vor unserem inneren Auge zu leben. Königsmörder! Edward Whalley und William Goffe sind auf der Flucht. Sie gehörten einst zu den Männern, die das Todesurteil des englischen Königs Charles I unterzeichneten. Nach der kurzen und radikalen Zeit des Lordprotektors Oliver Cromwells, kommt Charles II an die Macht – der Sohn des einstigen Königs. Er verzeiht allen per Gesetz, außer den Männern, die damals die Hinrichtung seines Vaters im wahrsten Sinne des Wortes besiegelten – die Siegel und Unterschrift unter das Urteil zur Enthauptung des Königs setzten. Diesen Männern droht nun selbst die Todesstrafe. Aber eine Form der Todesstrafe, die in ihrer Brutalität fast nicht zu übertreffen ist. Eine Jagd beginnt! Von einer Seite der Welt auf die andere! Eine Jagd von England nach Neuengland – in die jungen Kolonien. Mehr als eine Verfolgung Robert Harris erzählt mehr als nur eine spannende historische Verfolgungsjagd des 17. Jahrhunderts. Es geht um Glauben an etwas, an Personen oder Religion, um das Fehlschlagen einer Demokratie, die durch Radikale zerstört wird. Es geht aber auch um Wut und Rache zwischen einzelnen Personen und ganzen Gesellschaftsteilen – um die Zerrissenheit eines Landes. Oder etwas, was ein Land sein soll und doch so verschieden ist. Wir erhalten eine spannende Geschichte und tiefe Einblicke in ein gespaltenes und nicht endgültig befriedetes Land. Oft haben wir nicht das Gefühl die Zerrissenheit Englands im 17. Jhrh. zu hören - nein, das erinnert sehr an die Gegenwart – sei es in England oder den USA. Selbst die Mächtigen vermögen nicht das Land – die Herzen der Bevölkerung – zu regieren. Die Gräben sind zu tief. Und eine zufriedenstellende Lösung für die ganze Bevölkerung ist nicht in Sicht. Denn auf der anderen Seite der Königsmörder steht Richard Nayler, der neben dem Auftrag des Königs noch seinen ganz persönlichen Antrieb - seine ganz persönlichen Motive - hat, die einstiegen Verschwörer und protestantischen Fanatiker zu suchen, zu finden und ihnen möglichst den Tod zu bringen. Robert Harris überzeugt! Ich bin der festen Überzeugung, dass Robert Harris in der Retrospektive auf die Literatur unserer Zeit als einer der wichtigsten Autoren eingehen wird, denn niemand beherrscht es so gut und geschickt, mit der Aufarbeitung historischer Stoffe, die aktuellen Themen unsere Zeit, zu kommentieren. Kein Thema in Harris Romanen ist zufällig zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gewählt. Harris weist uns über historische Achsen auf Strukturen hin – gibt andere Perspektiven als die gewohnten. Das macht diese Romane genial, einzigartig und auch schon wieder zeitlos. Nur sehr wenigen Autoren gelingt dies in dem weit überreizten und überfrachteten Genre der historischen Romane. Zumeist bleiben die meisten intellektuell auf Kitsch und Tiefstand und zeigen sich als schlecht recherchiert. Harris Romane sind da - wie auch in diesem Werk wieder bewiesen wird - von einem anderen Stern, Over-the-top! Auch diese Geschichte ist wieder akribisch recherchiert - so akribisch als wäre es ein Sachbuch zum Thema. Was auch wieder der Quellenteil zum Ende des Buches beweist! Robert Harris hat wieder einmal sein Niveau gehalten - uns ein großes und wichtiges Werk beschehrt.

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