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Kleinstadtfarben

Roman

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HardcoverNEU
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Er frisst, statt zu essen, er säuft, statt zu trinken, er quarzt, statt zu rauchen, und er ackert, statt zu arbeiten. Pinscher wiegt hundertdreißig Kilo bei einer Körpergröße von einssiebzig, wobei das um fünf Zentimeter geschummelt ist. Sein Aussehen gibt nur zum Teil seine Maßlosigkeit preis. Und doch, seine Kleidung ist ordentlich, ein wenig aus der Mode, er ist nie ganz von hier weggekommen. Hier, das ist Mündendorf, hartes Arbeitermilieu. Jetzt, das ist der Sommer seiner Zwangsversetzung zurück in die Polizeiwache, die er nicht erträgt. Und es ist der Abschied von seiner geliebten Mutter. Er muss nun etwas tun, was er all die Jahre vermieden hat: sich der Erinnerung stellen, vor der polierten Schrankwand im engen Reihenhaus sitzen, den kalten Zigarettenrauch im alten Wohnzimmer riechen und den Menschen auf den alten Fotos wirklich ins Gesicht sehen.

»Die Unterströmung von Martin Beckers humanem Erzählen, das nicht auf Satirisches verzichten muss, ist fraglos eine selten gewordene Menschenliebe und Warmherzigkeit.«


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87637-5
Erschienen am  13. September 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Ein Buch über Einsamkeit, Verlust, Tod, Trauer, aber auch Freude, Liebe und Leben.

Von: A. Schneider

19.09.2021

Meinung: An den Schreibstil musste ich mich erstmal gewöhnen. Es sind sehr lange Sätze dabei, teilweise mehrere Sätze in einem einzelnen Satz verschachelt – mit Komma statt Punkt abgegrenzt. Auch die Dialoge sind im direkten Stil aber ohne Anführungszeichen geschrieben. So vermischen sich Ereignisse und Gesagtes – teils auch unterschiedlicher Figuren – in einem einzigen Satz. Da hätte es mir der eine oder andere Absatz doch etwas leichter gemacht, zu erkennen, wer und ob da wer spricht. So wirkt das Geschriebene recht emotionslos und aufzählend. Wenn man sich an den ungewöhnlichen Stil gewöhnt hat – was mir recht schnell gelungen ist – ist die Geschichte jedoch sehr tiefgründig und steckt zwischen den Zeilen voller Gefühl. Die Handlung bewegt sich zwischen Leben und Tod – ein wenig erfährt man von Pinschers Ermittlungen – aber der größte Teil beschäftigt sich mit seinem Innenleben. Seinem Verlust und seiner Angst vor selbigen, dem Weg, den die Trauer auf ihre unterschiedlichen Wege nimmt. Die Handlung besticht sicherlich nicht mit Spannung oder einer außergewöhnlichen Story, aber dafür mit viel Tiefgang. Pinscher ist ein recht kaputter Charakter, der jedoch erst lernt, wie kaputt er ist und den Versuch startet, mit Hilfe seiner Heimat Heilung zu finden. Ich konnte mich aber dennoch sehr gut in ihn hineinversetzen, da sein Innenleben sehr breit gefächert und tiefgründig geschildert wird. Fazit: Kleinstadtfarben ist ein Buch über Einsamkeit, Verlust, Tod, Trauer, aber auch Freude, Liebe und Leben. Mir hat das Buch trotz oder gerade wegen des gewöhnungsbedürftigen Schreibstils sehr gut gefallen. Es besitzt sehr viel Tiefe und hat einen schönen Umgang mit dem Thema Tod und Leben.

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Vita

Martin Becker, 1982 geboren. Macht Radio. Schreibt Bücher. Mag Hunde. Er ist in der sauerländischen Kleinstadt Plettenberg aufgewachsen, freier Autor für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Literaturkritiker beim Deutschlandfunk und bei Deutschlandradio Kultur und berichtet in Features und Reportagen unter anderem aus Tschechien, Frankreich, Kanada und Brasilien. 2007 erschien sein mehrfach ausgezeichneter Erzählband »Ein schönes Leben«, 2014 sein Roman »Der Rest der Nacht«, 2017 sein Roman »Marschmusik«, außerdem die Anthologie »Die letzte Metro. Junge Literatur aus Tschechien« (gemeinsam mit Martina Lisa) sowie 2019 »Warten auf Kafka. Eine literarische Seelenkunde Tschechiens« Er realisierte eine Reihe von Hörspielen und Lesungen gemeinsam mit dem tschechischen Schriftsteller Jaroslav Rudiš. Martin Becker lebt in Halle an der Saale und Köln.

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Events

01. Okt. 2021

Lesung

19:30 Uhr | Plettenberg | Lesungen
Martin Becker
Kleinstadtfarben

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