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Michaeleen Doucleff

Kindern mehr zutrauen

Erziehungsgeheimnisse indigener Kulturen. Stressfrei – gelassen – liebevoll
New York Times Bestseller

(3)
Kindern mehr zutrauen
HardcoverNEU
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*** New York Times Bestseller ***
Scheitert unsere westliche Erziehungskultur?

In einer Welt, in der ein pädagogisches Überangebot die Norm ist, führt uns «Kindern mehr zutrauen» zu den Ursprüngen der Kindererziehung. Bei indigenen Völkern sucht die erfolgreiche amerikanische Journalistin Michaeleen Doucleff Antworten auf Fragen, die uns moderne Theorien oft nicht bieten.

Das Buch ist ein faszinierender Bericht über ihre Erlebnisse dort. Es bietet alltagstaugliche Lebenshilfe mit zahlreichen Tipps, die auf unsere moderne Welt übertragbar sind. Doucleff verrät uns die oftmals erstaunlichen Erziehungsgeheimnisse dieser alten Kulturen und zeigt, wie auch wir unsere Kinder natürlich, gelassen und stressfrei begleiten können und wie aus kleinen Menschen selbstbewusste und selbstbestimmte große werden.

»Das Buch steckt voller leicht verständlicher und praktischer Informationen und Geschichten, die Eltern dabei helfen können, sich den heutigen Erziehungsherausforderungen zu stellen.«

Jamie Herndon, Book Riot (22. July 2021)

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Kretschmer
Originaltitel: Hunt, Gather, Parent
Originalverlag: Raising Rosy Books LLC, San Francisco
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-466-31152-1
Erschienen am  13. September 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Kindern mehr zutrauen, gelassenere Erziehung

Von: thursdaynext

06.11.2021

Michaeleen Doucleffs dreijährige Tochter Rosy ist sehr süß, sieht schlafend aus wie ein kleiner Engel (welche Eltern kennen das nicht) im Wachzustand ist sie eine entsetzliche Nervensäge, mit Wutausbrüchen und Tobsuchtsanfällen, bei denen sie ihre Mutter schlägt. Da hilft der Mama auch das Chemiestudium in Berkely samt Doktortitel nicht weiter. Im Privatleben fühlt sie sich zunehmend als Versagerin. Doucleff ist in den USA bekannt als Radiomoderatorin und arbeitete für Cell, einem angesehen Wissenschaftsmagazin, daher macht sie sich auf die Suche, nach der erfolgreicheren Erziehungsstrategie nachdem sie mit der oft widersprüchlichen pädagogischen Ratgeberliteratur der westlichen Welt abgeschlossen hat. Dabei stößt sie auf interessante Tatsachen. Die Wissenschaft der Psychologie des Menschen, beschränkt sich in ihren Studien zu 96 % auf Menschen mit europäischer Abstammung und Hintergrund, obwohl diese nur 12 % der Weltbevölkerung ausmachen. „Das gesamte Gebiet der Psychologie studiert also nur einen geringen Teil der Menschheit.“ Verallgemeinernde Aussagen hinsichtlich der Menschheit werden also aus der zahlenmässig am wenigsten repräsentativen Bevölkerungsgruppe gewonnen. Damit war ich gepackt und fasziniert am Lesen, die Autorin hat aber auch ein Händchen dafür gefällig zu schreiben. Ein Forscherteam das 2010 zu dieser Thematik publizierte nannte unsere westliche Kultur in einem Akronym das für: Western, Educated, Industrialized, Rich and Democratic steht: WEIRD. Die Untersuchungen und Studien sind aufschlussreich und hochinteressant. Ebenso wie die Nachforschungen von Michaeleen Doucleff zur westlichen Erziehungsmethoden und den daraus resultierenden Ratgebern. Viele unserer Methoden gibt es erst seit etwa hundert Jahren, einige auch nur wenige Jahrzehnte. Zum Beispiel haben sich die Empfehlungen bezüglich Stillen und Schlafpositionen für Säuglinge rasant verändert. Zudem machten sich früher vor allem Männer um die Erziehung verdient. Zumindest wenn es an die intellektuelle Betrachtungsweise ging und es ist auffällig, dass sie sich auf diese Art bemühten, sich bevorzugt ihr Leben zu erleichtern. Wie wir Eltern alle wissen bringt so ein neu hinzugeborenes Familienmitglied nicht nur eitel Sonnenschein, sondern auch eine Menge neue Aufgaben und stellt lautstark Forderungen denen umgehend zu entsprechen ist. Damals war das den Patriarchen lästig. Man erinnere sich nur an den großartigen französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire, der sich diesen familiären Zumutungen geschickt entzog, indem er seine Kindern schnurstracks im Waisenhaus abgab. Nach dem theorethischen Überbau ihrer Nachforschungen begibt sich die Autorin mit uns in die praktische Welt der indigenen Erziehungsmethoden. Diese sind absolut sinnhaft, aber ein irrsinnige Geduldsprobe, besonders für uns westliche, doppelt und dreifach belastete Mütter. ZEIT und GEDULD sind gefragt, wenn es darum geht die kids in Übung Nr.1 zur Hilfsbereitschaft zu erziehen. Wer schon mal das Bad von seinem 4 jährigen Sohn gewischt bekommen hat weiß was ich meine. Sie wollen sich nützlich machen, sie lieben es zu helfen, wir müssen sie nur dabei unterstützen, aber wir könnten diese heißbegehrten Aufgaben in einem Minimum der Zeit selbst erledigen. Warum es so wichtig ist sich helfen zu lassen und wie man es ohne eigenen Nervenzusammenbruch hinkriegt steht im Buch. Ein Satz der mir sehr gefiel: „Holen. „Hol mir doch mal bitte“, ist einer der häufigsten an kleine Kinder gerichteten Sätze“ zumindest auf der salomonischen Insel Tikopia laut des Athropologen Raymond Firth. „Kleine Kinder sind ganz großartige Holer.“ Sie fallen nicht auf ein „Halt mal kurz“ rein wie beim Känguru sondern sie lieben es „Halt doch bitte“ zu hören. Die Tipps und Tricks samt abgestimmter Wortwahl der Indigenen sind beachtenswert, sie fordern Geduld und Zeit, aber die Nachhaltigkeit hat mich überzeugt. Es gibt aber auch Erziehungshilfen und Tipps die ich kritisch sehe. Beispielweise Geschichten zu erzählen um die Kinder in die gewünschte Richtung zu bringen. So hat die Autorin ein Monster im Kühlschrank, das wächst wenn es ihm zu warm wird; hier geht es darum die Kühlschranktür rechtzeitig zu schließen um keinen Strom zu verschwenden. Das und andere in diese Richtung gehende Geschichten halte ich für fragwürdig. Hätte ich das meinem Ältesten erzählt wäre der Kühlschrank immer offen gewesen um endlich das Monster zu entdecken, mein Jüngster hätte Angst vor dem Kühlschrank gehabt. Hier sollten sich Eltern äußerst genau überlegen ob sie ein solches Mittel einbeziehen wollen. Ich halte es für Lügen. Das lässt Eltern später, wenn die Kinder mehr gelernt haben ziemlich mies dastehen und verängstigte Kinder möchte niemand. Andererseits erzählen religiöse Menschen ihren Kindern auch Geschichten deren Wahrheitsgehalt sehr fragwürdig ist und auch bei uns gab es traditionell bedingt und auch weil es mit Geschenken und schöner Spannung verbunden ist den Nikolaus, den Osterhasen und das Christkind. Was mir an diesem Buch sehr gut gefiel, war die Haltung die den Erwachsenen Kindern gegenüber empfohlen wird und auch die klaren Sprachanweisungen die zu dieser Haltung gehören. Es ist entscheidend in der Erziehung, sich zuallererst selbst bewusst machen welche Werte einem wichtig sind und wie diese vermittelt werden können. Die Autorin kritisiert auch unser westliches kindzentriertes Bespaßen, das übermäßige Loben, das kontraproduktiv ist und die diskutiererei insbesondere mit kleinen Kindern. Wer sich angesprochen fühlt findet hier gute Denkanregungen. Lesens- und beachtenswert sind die Berichte von Michaeleen Doucleffs Reisen mit ihrer Tochter Rosy für alle Eltern von kleinen Kindern, besonders aber für werdende Eltern, die noch ganz am Anfang ihrer Erziehungsarbeit stehen. Hier kann „Kindern mehr zutrauen“ sehr wertvolle Hilfestellung sein um sich gegen die Übergriffigkeiten unserer Gesellschaft, die unsere Erziehung nicht selten mit Argusaugen und unerbetenen Kommentaren beggleitet. „Kindern mehr zutrauen“ zu lesen kann zu entspannten, reflektierter, emotional gefestigter Elternschaft führen und das gut begründet. Wenn dann die Schwiegermutter nölt, weil sie es nicht gutfindet wie man erzieht ist gelassen, freundliche Ablehnung kein Problem. Wissen wohin man möchte und wie man dahinkommt. Was man letztendlich innerhalb der eigenen Familie umsetzt bleibt jeder/m LeserIn selbst überlassen. Die Handreichung dazu ist gehaltvoll, gut begründet und variabel. Das Konzept von Doucleff, sie nennt es TEAM funktioniert. T eamwork – wir sind eine Familie und helfen alle zusammen E rmutigung A utonomie M inimales Eingreifen Stressfrei, gelassen und liebevoll so sehen die Erziehungsmethoden in den indigenen Kulturen aus die Doucleff besucht hat. Das Konzept samt Erläuterungen, Tipps und Übungen hat mich beeindruckt. Basiert es doch hauptsächlich auf gesundem Menschenverstand und den kann man neu lernen.

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Ein wunderbarer Erfahrungsbericht, der nachwirkt

Von: Strohpiraten,Nicole Walter

26.10.2021

Was für ein fröhliches Mädchen, das einen vom Cover dieses Buches anstrahlt. Man möchte direkt zurücklächeln und es weckte direkt den Wunsch mir, die Botschaft des Titels umzusetzen. Generell bin ich ein Mensch, der Kindern gerne etwas zutrauen und wenig bevormunden will. Es war früh wichtig, meine Tochter ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen und ihre Selbständigkeit zu fördern. Erziehungsratgeber habe ich wenige gelesen. Die wenigen die ich mir angeschafft habe, waren von der Montessori-Pädagogik inspiriert und der eine oder andere von Jesper Juul war auch dabei. Bei ihm schätze ich ebenfalls die respektvolle und wertschätzende Sicht auf das Kind. Trotz aller Bemühungen komme auch ich immer wieder mal an einen Punkt, an dem ich vieles hinterfrage und das Gefühl habe, alles läuft aus den Bahnen. Unzufriedenheit, Wutanfälle und Stress stehen plötzlich im Weg und man fragt sich, was gerade falsch läuft. Besonders schlimm finde ich es, wenn einem der Geduldsfaden platzt und man laut wird oder das Kind anschreit. Der Journalistin Michaeleen Doucleff ging es wohl nicht anders und sie stellte irgendwann fest, dass die Beziehung ihrer Tochter Schaden nimmt. Sie lebten nicht als Team, eher sah sie das Kind als kleine Feindin an, die ihr alle Kraft raubte. Sie bemerkt, dass sie sich unentwegt für die Bespaßung ihrer Tochter zuständig fühlt und fast schon gezwungen wird ständig neue Aktivitäten zu planen, damit ihr Kind friedlich und beschäftigt ist. Denn wäre dem nicht so, droht Chaos. Das alles kostet sie so viel Kraft und bringt mehr Zweifel in ihr auf. So machte sie sich eines Tages mit ihrer Tochter auf den Weg zu drei indigenen Kulturen, um zu den Ursprüngen der Kindererziehung zurückzufinden und Antworten auf ihre Fragen zu finden. Sie reist zu den Mayas, den Inuit und den Hazda. Die Autorin interviewt diese Familien nicht nur, sondern lebt mit ihnen zusammen und lernt von verschiedenen Generationen. Ich fand diese Vorstellung wahnsinnig interessant. Schon oft habe auch ich mir die Frage gestellt, wie diese Kinder und Familien leben. Immer wenn ich eine Reportage im Fernsehen über diese Kulturen sah, wunderte ich mich wie ausgeglichen und zufrieden die Kinder wirken, obwohl sie so wenig besitzen. Sind sie auch schon mal hyperaktiv, langweilen sie sich oder haben sie Wutanfälle, so wie viele Kinder in der westlichen Welt? Dieses Buch gibt Antworten darauf und es ist wirklich besonders. Ich würde es auch nicht als Erziehungsratgeber sehen, sondern eher als einen Erfahrungsbericht, aus dem man so viel für sich mitnehmen kann. Es gibt nicht nur einen neuen Blick auf unsere Erziehungskultur, es legt wahrlich den einen oder anderen innerlichen Schalter um und verändert die Sichtweise und bringt einiges wieder ins Bewusstsein zurück. Mit 384 Seiten gibt es einiges zu lesen und dennoch wollte ich dieses Buch am liebsten nie aus der Hand legen. Es ist informativ und spannend und bringt so viele Gedanken ins rollen, dass ich mich auch nach dem Lesen noch lange damit auseinandersetzen werde. Was besonders deutlich wird ist die Tatsache, dass Erziehung immer eine Mehrgenerationenaufgabe war und nie alleine auf einer Mutter oder Kernfamilie lastete. Ein Kind kann so viel lernen, wenn verschiedene Generationen verfügbar sind und ein stabiles Netz besteht. Und dabei lernt es nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von anderen Kindern, die vielfältige Aufgaben übernehmen. Und es lernt auch dadurch, dass es schon sehr früh in familienzentrierte Aufgaben einbezogen wird und sich nicht alles um kindzentrierte Bespaßung dreht. „Nehmen Sie sich täglich eine Auszeit, in der Sie ihr Kind weder unterhalten, noch ihm Anweisungen geben.“ Hier wird deutlich, wie sich die Familie als funktionierendes Team versteht und diese Werte auch an die Kinder weiter gibt. So ist die Erfahrung der Autorin beispielsweise die, dass die Maya besonders hilfbereite und koopertative Kinder haben. Bei den Inuit lernt sie sehr viel über den Umgang mit Wut. Team, was bedeutet das? Teamwork Ermutigung Autonomie Minimales Eingreifen Diese Sichtweise spricht mich sehr an. Jede Familie sollte sich diese kleine Gedankenstütze gut sichtbar irgendwo aufhängen, denn es vereinfacht so viel. Ich ertappte mich in diesem Buch sehr oft dabei, dass ich bestimmte Ansätze auch aus der Montessoripädagogik kenne und werschätze und dabei wieder daran erinnert wurde, dass viele dieser Sichtweisen auch im Alltag so schnell vergessen werden. Man sollte achtsamer sein, in dem was man tut und wie man spricht um eine gute Beziehung zu seinem Kind zu finden und zu erhalten. Beachtenwert empfand ich das in sich Ruhen, das alle diese indigenen Völker zu leben scheinen. Erwachsene, die Kind anschreinen gelten als unreif, sie werden ausgelacht. „ Schau, er benimmt sich wie ein Kind!“ Schreie nie ein Kind an! Kinder die oft angeschrien werden hören nicht mehr zu. Wie wahr. Wenn es doch immer so einfach wäre. Mit etwas Übung vielleicht schon. Vielleicht reicht es schon, die Sichtweise auf das Kind zu ändern, die emotionale Intelligenz nicht zu überschätzen. Was deutlich wird ist auch der Schwall an Redefluss, der in der westlichen Kultur auf Kinder eiprasselt. Sie sind von morgens bis abends Anweisungen und Verbesserungen ausgesetzt. Weniger Worte, dem Kind mehr zutrauen und zur eigenen Ruhe zurückfinden können so viel bewirken. Das alles und noch viel mehr fasst die Autorin am Ende jedes Kapitels in wertvollen, alltagstauglichen Tipps zusammen, so dass man immer wieder reinlesen kann ohne den Überblich zu verlieren. Sicher passt nicht alles für jeden gleichermaßen, manches mag man anders sehen oder nochmal hinterfragen. Aber alles in allem ist dies ein wunderbares Buch aus dem man sehr Wissen und Hilfe herausziehen kann. Es ist sehr gut recherchiert, zum Teil mit wissenschaftlichen Hintergrundinformationen. Die Autorin erzählt von ihren Erfahrungen mit ihrer eigenen Tochter und spricht hauptsächlich Mütter an . Der Vater oder die Kernfamilie als Ganzes, egal in welcher Form findet dadruch in diesem Buch keine besondere Erwähnung. Man könnte dies als Kritikpunkt anbringen, mich persönlich störte dies aber nicht. Mir persönlich hat dieses Buch sehr viel gegeben und die Inhalte werden noch lange nachwirken. Ich möchte es allen Eltern sehr ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Herzlichen Dank an den Kösel Verlag und das Bloggerportal für dieses wunderbare Rezensionsexemplar.

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Vita

Dr. Michaeleen Doucleff hat in Berkeley an der University of California Chemie studiert. Sie hat viele Jahre als Redakteurin für Cell, eines der renommiertesten Wissenschaftsmagazine gearbeitet. Als Radio Korrespondentin hat sie Preise gewonnen, und sie ist auf NPR National Public Radio) eine der bekanntesten Blogger. Zahlreiche ihrer Artikel mit gesundheitlichen und pädagogischen Inhalten entwickelten sich auf NPR zu viralen Hits und erreichen dort ein Millionenpublikum.

Doucleff lebt mit Mann, Tochter und der Schäferhündin Mango in San Francisco.

Die Chefredakteurin von NPR, Vikki Valentine, sagt über Doucleff: »Michaeleen schreibt nicht über neue Paradigmen, sondern sie schafft neue.«

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