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Rezensionen zu
Kindern mehr zutrauen

Michaeleen Doucleff

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Inhaltlich ist „Kindern mehr zutrauen“ sehr gelungen. Mir gefallen die Beispiele sehr gut und geben mir einen anderen Blick auf das große Thema Erziehung. In diesem Buch ist unglaublich viel Text und somit auch viele Informationen, Erfahrungen, Erklärungen und Übungen. Für mich als Freund von optisch ansprechenden Inhalten ist hier sehr wenig geboten hier muss ich mich einfach durchlesen. Die einzelnen Erlebnisse sind sehr stimmig und gut verständlich beschrieben und es macht Spass die Situationen zu lesen. Mir haben auch die Übungen sehr gut gefallen und diese lassen sich auch gut umsetzen. Da muss man nur am Ball bleiben. Fazit: Inhaltlich ist „Kindern mehr zutrauen“ wirklich gelungen, optisch ist es doch eher ein Wall oft Text allerdings eine die sich wirklich gut liest und dabei unglaubliche Einblicke liefert. Die Beschreibungen und die Übungen sind super. Ich kann „Kindern mehr zutrauen“ absolut empfehlen. Einfach mal gelassen bleiben.

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"Kindern mehr zutrauen - Erziehungsgeheimnisse indigener Kulturen. Stressfrei - gelassen - liebevoll" Was für ein wundervoller Titel. Er suggeriert, dass Kinder etwas wert sind. Dass man Kindern auf Augenhöhe begleiten sollte. Dass Kinder keine kleinen Tyrannen sind, sondern Menschen, die man liebt. Das Buch fing auch richtig gut an. Die Autorin sprach mir aus dem Herzen. Sie lud dazu ein, eingeschränkte Sichtweisen, die wir durch unsere eigene Erziehung haben, zu weiten. Ihre Definition von Beziehung klang herzerwärmend: - Kooperation, statt Konflikt - Vertrauen, statt Angst - persönlich abgestimmte Anforderungen, statt standardisierte Entwicklungsmeilensteine Doch dann wird der Inhalt teilweise furchtbar. Ich bin vereinzelt sogar richtig schockiert! Das Hörbuch ist mit seinen 12 Stunden schon keines, welches man mal eben nebenbei hört. Da muss man Ausdauer mitbringen. Bei einem Sachbuch über Kindererziehung? In meinen Augen nicht ganz so gelungen. Denn wer sich solch ein Sachbuch zu Rate zieht, möchte nicht viel drumherum reden, sondern knackige, alltagstaugliche Anregungen bekommen. Michaeleen Doucleff verliert sich jedoch in stundenlangen Schilderungen bzw. holt mächtig weit aus, geht also weit in die Vergangenheit und bleibt dann dort stecken. Das hätte man alles viel mehr zusammenfassen können. Beim Printexemplar hätte ich es höchstwahrscheinlich sogar übersprungen. Doch das ist nur einer von vielen Kritikpunkten, die ich habe. Frau Doucleff hat - genau wie ich - nur 1 Kind. Nichts Verwerfliches. Auch mit 1 Kind hat man Stress, Konflikte, Meinungsverschiedenheiten. Ihre Erfahrungen indessen, die sie außerhalb der USA sammelt, geschehen alle in kinderreichen Großfamilien mit vielen Freunden und Bekannten. Und mit Familien, die - so habe ich das herausgehört - das Familienmodell leben, dass der Mann arbeitet und die Mutter sich um Haushalt und Kinder kümmert. Schon dieser Vergleich hinkt. Sie sagt, man sollte sich Hilfe holen. Andere Kinder. Andere Erwachsene. Jugendliche. Ältere Menschen. Aus jeder Generation etwas. Auch das ist nachvollziehbar und dem stimme ich absolut zu. Doch bei den indigenen Völkern existiert dieses sprichwörtliche Dorf, was man benötigt, um Kinder groß zu ziehen. Das heißt, das eigene Kind geht zu anderen Kindern oder Erwachsenen, kann jedoch jederzeit zur Mutter (der Vater findet keine einzige Erwähnung im Hörbuch) zurückkehren, um den inneren Bindungstank aufzuladen. Größere Geschwister sind häufig dazu da, um auf kleinere aufzupassen. Und um allgemein zu helfen. Die Haustüren sind quasi immer und überall geöffnet. Woraus besteht das "Dorf", welches wir kennen? Vielleicht gibt es zufällig Großeltern in der Nähe. Vielleicht gibt es auch Freunde, zu denen das Kind alleine gehen kann. (Schon mit 3? Das bezweifle ich ...) Auf alle Fälle geht ein Großteil der Kinder in den Kindergarten oder sogar schon in die Kindergrippe. Doch das ist für mich nicht das Gleiche. Das Kind hat nicht jeder Zeit die Möglichkeit, zur Mutter zurückzukehren. Es entscheidet auch nicht selbst, ob es in den Kindergarten möchte. Das entscheiden die Eltern. Die zudem nicht selten genug arbeiten gehen. Bei einem 1-Kind-Haushalt kann sich das Kind nun mal nichts von den größeren Geschwistern abgucken. Da bleibt vieles an den Eltern hängen. Im Werk wird viel vom kindzentrierten bzw. erwachsenenzentrierten Umgang gesprochen. Es wird gesagt, dass sich Eltern in indigenen Völkern nicht den Kindern unterordnen, sondern sich die Kinder den Eltern anpassen sollen. Konkret auf ihre Situation bezogen, heißt das zum Beispiel, dass sich die Verfasserin nicht mit Eltern trifft, die sie nicht mag - auch wenn ihr Kind die Kinder mag. Und wenn das nun die beste Freundin / der beste Freund ist? Sie bestimmt im Alltag also, mit welchen Kindern ihr Kind Umgang haben darf. Wie traurig! Sie geht sogar soweit zu sagen, dass alle kindzentrierten Aktivitäten abschafft werden sollen. Dazu zählt sie unter anderem Zoobesuche, Geburtstage, Spieleverabredungen. Aber nur die Geburtstage der Kinder! Auf die Geburtstage und zu Verabredungen ihrer Mutter muss das Kind natürlich mitgehen. Auch hat sie zwar Lust, auf den Spielplatz zu gehen. Dort möchte sie aber einfach nur sitzen, die Vögel beobachten oder ein Buch lesen. Keinesfalls spielen! Und wenn nun kein anderes Kind zum Spielen dort ist? Muss sich ihr Kind ganz alleine die ganze Zeit beschäftigen. Genauso traurig! Zu Hause hat sie natürlich auch keine Lust aufs Spielen. Man solle doch das Spielzeug reduzieren. Ein paar Stifte, eine Box mit Lego und ein paar wenige Bücher (man bräuchte keine 100 Stück) würden ausreichen. Ansonsten könne es ja im Haushalt helfen. Wo bleibt da die Individualität des Kindes? Außerdem wird mit dem Wegwurf des Spielzeuges gedroht und auch gemacht, wenn es nicht sofort aufgeräumt wird. Einer der "Tipps" mit dem meisten Kopfschüttelpotenzial ist der, dass Frau Doucleff meint, man solle das Kind, wenn möglich, mit zu seinem Arbeitsplatz, auf Geschäftsreise oder zum Geschäftsessen mitnehmen. Man muss das Kind ja am Erwachsenenleben teilhaben lassen. Doch das Kind muss dabei ganz still sein, denn schließlich arbeitet man ja. Echt jetzt? Sie sagt ihrem 3-jährigem Kind, dass es sich über Stunden (!!!) ruhig verhalten soll? Und das klappt? Unvorstellbar für mich! Vor allem, wenn es überhaupt keine Möglichkeit zwischendurch hat, den Bindungstank irgendwie aufzuladen. Ich mein, ich sehe es bei uns zu Hause, wenn mein Mann im Home-Office ist und mein Kind zu Hause. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Aber keinesfalls so viele Stunden am Stück - auch wenn ich da bin, um mich um unser Kind zu kümmern. Meine Kritikpunkteliste geht noch weiter: Kinder, die nicht teilen oder andere Kinder / Geschwister ärgern, werden als "Babys" beschimpft. Nicht-teilen wird mit nicht-mögen gleichgesetzt. Doucleff droht ihrer 3-Jährigen ständig, dass die Freundin / der Freund beim nächsten Mal nicht mehr zu Besuch kommt, wenn sie nicht teilt. Auch die Schnullerentwöhnung wird damit angegangen. Schließlich wollen Kinder keine Babys sein, sondern 'schon groß'. Die Autorin fragt ihre Tochter: "Was hätte ein großes Mädchen getan?" Laut ihr soll gewünschtes Handeln mit Reife und ungewünschtes mit Unreife verbunden werden. Merkt die Frau überhaupt, was sie ihrem Kind damit antut? Es wird gedemütigt! Das ist psychische Gewalt! Sie erpresst das Kind, zu teilen. Sie droht dem Kind, das Spielzeug wegzuwerfen. Die Liste ist noch länger ... Ein weiteres, negatives Beispiel aus dem Hörbuch? Gerne: "Kinder vorübergehend zu ignorieren, ist ein ausgesprochen wirkungsvolles Werkzeug zur Disziplinierung." (das wird genau so im Hörbuch gesagt) Die Wutanfälle vom Kind sollen einfach ignoriert werden. Laut Autorin wirkt sich Weggehen statt reden positiv aus. Es wird ein Kommunikationskanal geöffnet. Und welcher genau? Klar hat sie recht, wenn sie schreibt, dass wütend werden nicht das Problem löst, sondern lediglich die Kommunikation zwischen Kind und Mutter beendet. Aber wenn ich weggehe, dann beende ich ebenfalls die Kommunikation. Da wird nichts geöffnet. Und wie sie ja selbst schreibt: Sie möchte disziplinieren. Das hat für mich besonders in einer Kindheit nichts zu suchen. Sie führt hier ein eigenes Beispiel an: Ihre Tochter (3) ist völlig übermüdet, setzt sich auf die Straße und quengelt. Die Autorin ignoriert sie. Das Kind weint und schreit. Es kommt eine andere Person und lenkt sie ab, indem sie ihr irgendetwas Wundervolles in der Natur zeigt. Dadurch soll die Wut des Kindes in Ehrfurcht umgewandelt werden. Meine Erkenntnis: Die Wut ist unerwünscht. Dem Kind werden also auch seine Gefühle abgesprochen! Kinder werden auch raus geschickt, wenn das Verhalten für ihr / sein Alter oder dem Grad der Reife nicht akzeptabel ist. Es soll sich Gedanken über seine / ihre soziale Verantwortung machen. An einer Stelle wird sogar beschrieben, dass eine indigene Mutter, bei der die Autorin zu Besuch war, ihr Kind, nachdem es gehauen hatte (oder dergleichen), auf den Schoß nahm und ihm leicht auf den Po klopfte und sagte, dass Hauen weh tut. Bringe ich durch Gewalt meinem Kind wirklich bei, dass es keine Gewalt anwenden darf? Als ein 3-Jähriger getragen werden möchte, fragt der Vater: "Was bin ich? Dein Esel?" Damit soll der Impuls gegeben werden, über das Verhalten und die daraus resultierenden Konsequenzen nachzudenken. Kleine Kinder dürfen nicht um etwas bitten, ohne zu helfen. Und falls sie quengeln, werden sie abgelenkt. Ein Kind wird als respektlos beschimpft, weil es "nein" zur Sonnencreme sagt. Als die Mutter das sagt, schaut sie das Kind nicht mal dabei an. Es wird überhaupt nicht auf das Kind eingegangen. Kindern werden angsteinflößende Geschichten erzählt. Sie werden angeblich von Zappelphilipp- und Teilenmonstern geholt, wenn man zum Beispiel nicht ruhig sitzen kann oder nicht teilen mag. Ein Kind weigert sich, Spargel zu essen. Die Mutter erzählt, dass sie als Kind bei der Oma, die der Boss war, auch Spargel essen musste und schon isst das Kind ebenfalls Spargel. Eine super Methode, um Essstörungen zu fördern! Ein Abschnitt des Buches heißt "Verhalten formen". Und genau das ist es, was Michaeleen Doucleff mit ihrer kleinen, 3-jährigen Tochter machen möchte: Einen kleinen funktionierenden Erwachsenen formen, damit sie selbst ein bequemes Leben hat. Man erwartet, dass das Kind teilt, hilft und freundlich ist. Man erwartet, dass es der Gruppe etwas zurückgibt, wann immer möglich. Mein Fazit? Michaeleen Doucleff ist eine reiche weiße Dame, die in die Häuser von POC geht, um in ein paar Monaten ein paar Eindrücke zu sammeln, die sie dann wild um sich werfen kann. Sie ist weder Anthropologin, noch hat sie irgendeine andere professionelle Ausbildung, die sie dazu befähigt, Schlüsse über das soziale Leben anderer Völker zu ziehen. Sie sollte sich erstmal mit sich selbst beschäftigen. Sie sollte aufhören, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Sie sollte wissen, was sie selber möchte und dies klar kommunizieren. (sie widerspricht sich nämlich ständig selbst) Sie sollte begreifen, dass es nicht nur schwarz-weiß gibt. Und sie sollte vor allem aufhören, einen kleinen Soldaten auszubilden. Ihre Tochter ist ein kleiner Mensch, kein kleiner Erwachsener. ©2022 Mademoiselle Cake

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Michaeleen Doucleff weiß nicht mehr weiter. Ihre Tochter hat immer wieder Wut - und trotzanfälle und lässt sich einfach nicht mehr beruhigen. Die westlichen Erziehungsmuster scheinen nicht zu funktionieren und so sieht sie wie sie selbst mit ihrem Kind nur noch zetert und schimpft. Es endet alles in einem Machtkampf. Das kann und will sie so nicht mehr hinnehmen und beginnt zu recherchieren. Sie stößt auf die Erziehungsstrukturen Indigener Kulturen, beschäftigt sich mit der Erziehung der Maya, der Inuit und der Hadza und kann von jedem etwas für die Erziehung ihrer Tochter mitnehmen. Die Grundaussage bleibt von Kultur zu Kultur gleich. Erziehung ist Teamwork, sollte sowenig Stress und Druck für alle Beteiligten erzeugen wie möglich und dem Kind ermöglichen sein ganzes Potenzial zu entfalten und zu lernen sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Doucleff lernt Gelassenheit von den Maya, Emotionale Intelligenz von den Inuit, Selbstsicherheit von den Hadza und sieht so wie Erziehung schon seit Jahrhunderten gelingen konnte und auch sie und ihre Tochter davon profitieren können. Das Buch was ganz interessant. Hauptsächlich lag mein Interesse daran zu erfahren wie Erziehung in anderen Kulturen aussieht. Eigentlich bin ich kein großer Freund von Erziehungsratgebern da ich finde man sollte sich weniger auf Bücher und mehr auf sein Gefühl verlassen, bzw die eigene Kindheit gut reflektieren, aber es war nicht uninteressant zu erfahren wie andere Kulturen ihre Kinder erziehen und wie man diese "Geheimnisse" in die Westliche Erziehung einbinden kann. Im Großen und Ganzen für mich nicht "Das Erziehungsbuch des Jahres"aber ganz interessant.

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Mehr Forschungsbericht als Ratgeber

Von: _booklovexperience_

02.01.2022

T eamwork – wir sind eine Familie und helfen alle zusammen E rmutigung A utonomie M inimales Eingreifen Das ist wohl die leitende Bedeutung dieses Ratgebers für Eltern. Es ist die Antwort, die die Autorin selber aus ihren Beobachtungen bei 3 verschiedenen Völkern zieht. Eine Reise durch indigene Kulturen. Selber sehnt sie sich nach neuen Erziehungsmodellen und begibt sich auf Forschungsreise. Dabei lernt sie allerhand Neues, zum Beispiel auch sprachlich neu Begrifflichkeiten anzuwenden. Sie wird transparenter für ihre eigene Tochter. Insgesamt hat mir das Buch nur mäßig gefallen. Man merkt einfach, dass die Autorin aus dem Forschungsbereich kommt und durchaus in der Lage ist sehr informativ zu schreiben. Natürlich war dieses detaillierte Wissen sehr interessant. Auf Dauer war es, aufgrund der vielen aber einfach viel zu trocken dargestellt wird. Die vielen Statistiken waren irgendwann anstrengend, ließen mich abschweifen und vieles zu schnell vergessen. Wie gesagt ein super interessanter Forschungsbericht, als Ratgeber an Eltern eher schwierig.

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Michaeleen Doucleffs dreijährige Tochter Rosy ist sehr süß, sieht schlafend aus wie ein kleiner Engel (welche Eltern kennen das nicht) im Wachzustand ist sie eine entsetzliche Nervensäge, mit Wutausbrüchen und Tobsuchtsanfällen, bei denen sie ihre Mutter schlägt. Da hilft der Mama auch das Chemiestudium in Berkely samt Doktortitel nicht weiter. Im Privatleben fühlt sie sich zunehmend als Versagerin. Doucleff ist in den USA bekannt als Radiomoderatorin und arbeitete für Cell, einem angesehen Wissenschaftsmagazin, daher macht sie sich auf die Suche, nach der erfolgreicheren Erziehungsstrategie nachdem sie mit der oft widersprüchlichen pädagogischen Ratgeberliteratur der westlichen Welt abgeschlossen hat. Dabei stößt sie auf interessante Tatsachen. Die Wissenschaft der Psychologie des Menschen, beschränkt sich in ihren Studien zu 96 % auf Menschen mit europäischer Abstammung und Hintergrund, obwohl diese nur 12 % der Weltbevölkerung ausmachen. „Das gesamte Gebiet der Psychologie studiert also nur einen geringen Teil der Menschheit.“ Verallgemeinernde Aussagen hinsichtlich der Menschheit werden also aus der zahlenmässig am wenigsten repräsentativen Bevölkerungsgruppe gewonnen. Damit war ich gepackt und fasziniert am Lesen, die Autorin hat aber auch ein Händchen dafür gefällig zu schreiben. Ein Forscherteam das 2010 zu dieser Thematik publizierte nannte unsere westliche Kultur in einem Akronym das für: Western, Educated, Industrialized, Rich and Democratic steht: WEIRD. Die Untersuchungen und Studien sind aufschlussreich und hochinteressant. Ebenso wie die Nachforschungen von Michaeleen Doucleff zur westlichen Erziehungsmethoden und den daraus resultierenden Ratgebern. Viele unserer Methoden gibt es erst seit etwa hundert Jahren, einige auch nur wenige Jahrzehnte. Zum Beispiel haben sich die Empfehlungen bezüglich Stillen und Schlafpositionen für Säuglinge rasant verändert. Zudem machten sich früher vor allem Männer um die Erziehung verdient. Zumindest wenn es an die intellektuelle Betrachtungsweise ging und es ist auffällig, dass sie sich auf diese Art bemühten, sich bevorzugt ihr Leben zu erleichtern. Wie wir Eltern alle wissen bringt so ein neu hinzugeborenes Familienmitglied nicht nur eitel Sonnenschein, sondern auch eine Menge neue Aufgaben und stellt lautstark Forderungen denen umgehend zu entsprechen ist. Damals war das den Patriarchen lästig. Man erinnere sich nur an den großartigen französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire, der sich diesen familiären Zumutungen geschickt entzog, indem er seine Kindern schnurstracks im Waisenhaus abgab. Nach dem theorethischen Überbau ihrer Nachforschungen begibt sich die Autorin mit uns in die praktische Welt der indigenen Erziehungsmethoden. Diese sind absolut sinnhaft, aber ein irrsinnige Geduldsprobe, besonders für uns westliche, doppelt und dreifach belastete Mütter. ZEIT und GEDULD sind gefragt, wenn es darum geht die kids in Übung Nr.1 zur Hilfsbereitschaft zu erziehen. Wer schon mal das Bad von seinem 4 jährigen Sohn gewischt bekommen hat weiß was ich meine. Sie wollen sich nützlich machen, sie lieben es zu helfen, wir müssen sie nur dabei unterstützen, aber wir könnten diese heißbegehrten Aufgaben in einem Minimum der Zeit selbst erledigen. Warum es so wichtig ist sich helfen zu lassen und wie man es ohne eigenen Nervenzusammenbruch hinkriegt steht im Buch. Ein Satz der mir sehr gefiel: „Holen. „Hol mir doch mal bitte“, ist einer der häufigsten an kleine Kinder gerichteten Sätze“ zumindest auf der salomonischen Insel Tikopia laut des Athropologen Raymond Firth. „Kleine Kinder sind ganz großartige Holer.“ Sie fallen nicht auf ein „Halt mal kurz“ rein wie beim Känguru sondern sie lieben es „Halt doch bitte“ zu hören. Die Tipps und Tricks samt abgestimmter Wortwahl der Indigenen sind beachtenswert, sie fordern Geduld und Zeit, aber die Nachhaltigkeit hat mich überzeugt. Es gibt aber auch Erziehungshilfen und Tipps die ich kritisch sehe. Beispielweise Geschichten zu erzählen um die Kinder in die gewünschte Richtung zu bringen. So hat die Autorin ein Monster im Kühlschrank, das wächst wenn es ihm zu warm wird; hier geht es darum die Kühlschranktür rechtzeitig zu schließen um keinen Strom zu verschwenden. Das und andere in diese Richtung gehende Geschichten halte ich für fragwürdig. Hätte ich das meinem Ältesten erzählt wäre der Kühlschrank immer offen gewesen um endlich das Monster zu entdecken, mein Jüngster hätte Angst vor dem Kühlschrank gehabt. Hier sollten sich Eltern äußerst genau überlegen ob sie ein solches Mittel einbeziehen wollen. Ich halte es für Lügen. Das lässt Eltern später, wenn die Kinder mehr gelernt haben ziemlich mies dastehen und verängstigte Kinder möchte niemand. Andererseits erzählen religiöse Menschen ihren Kindern auch Geschichten deren Wahrheitsgehalt sehr fragwürdig ist und auch bei uns gab es traditionell bedingt und auch weil es mit Geschenken und schöner Spannung verbunden ist den Nikolaus, den Osterhasen und das Christkind. Was mir an diesem Buch sehr gut gefiel, war die Haltung die den Erwachsenen Kindern gegenüber empfohlen wird und auch die klaren Sprachanweisungen die zu dieser Haltung gehören. Es ist entscheidend in der Erziehung, sich zuallererst selbst bewusst machen welche Werte einem wichtig sind und wie diese vermittelt werden können. Die Autorin kritisiert auch unser westliches kindzentriertes Bespaßen, das übermäßige Loben, das kontraproduktiv ist und die diskutiererei insbesondere mit kleinen Kindern. Wer sich angesprochen fühlt findet hier gute Denkanregungen. Lesens- und beachtenswert sind die Berichte von Michaeleen Doucleffs Reisen mit ihrer Tochter Rosy für alle Eltern von kleinen Kindern, besonders aber für werdende Eltern, die noch ganz am Anfang ihrer Erziehungsarbeit stehen. Hier kann „Kindern mehr zutrauen“ sehr wertvolle Hilfestellung sein um sich gegen die Übergriffigkeiten unserer Gesellschaft, die unsere Erziehung nicht selten mit Argusaugen und unerbetenen Kommentaren beggleitet. „Kindern mehr zutrauen“ zu lesen kann zu entspannten, reflektierter, emotional gefestigter Elternschaft führen und das gut begründet. Wenn dann die Schwiegermutter nölt, weil sie es nicht gutfindet wie man erzieht ist gelassen, freundliche Ablehnung kein Problem. Wissen wohin man möchte und wie man dahinkommt. Was man letztendlich innerhalb der eigenen Familie umsetzt bleibt jeder/m LeserIn selbst überlassen. Die Handreichung dazu ist gehaltvoll, gut begründet und variabel. Das Konzept von Doucleff, sie nennt es TEAM funktioniert. T eamwork – wir sind eine Familie und helfen alle zusammen E rmutigung A utonomie M inimales Eingreifen Stressfrei, gelassen und liebevoll so sehen die Erziehungsmethoden in den indigenen Kulturen aus die Doucleff besucht hat. Das Konzept samt Erläuterungen, Tipps und Übungen hat mich beeindruckt. Basiert es doch hauptsächlich auf gesundem Menschenverstand und den kann man neu lernen.

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Was für ein fröhliches Mädchen, das einen vom Cover dieses Buches anstrahlt. Man möchte direkt zurücklächeln und es weckte direkt den Wunsch mir, die Botschaft des Titels umzusetzen. Generell bin ich ein Mensch, der Kindern gerne etwas zutrauen und wenig bevormunden will. Es war früh wichtig, meine Tochter ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen und ihre Selbständigkeit zu fördern. Erziehungsratgeber habe ich wenige gelesen. Die wenigen die ich mir angeschafft habe, waren von der Montessori-Pädagogik inspiriert und der eine oder andere von Jesper Juul war auch dabei. Bei ihm schätze ich ebenfalls die respektvolle und wertschätzende Sicht auf das Kind. Trotz aller Bemühungen komme auch ich immer wieder mal an einen Punkt, an dem ich vieles hinterfrage und das Gefühl habe, alles läuft aus den Bahnen. Unzufriedenheit, Wutanfälle und Stress stehen plötzlich im Weg und man fragt sich, was gerade falsch läuft. Besonders schlimm finde ich es, wenn einem der Geduldsfaden platzt und man laut wird oder das Kind anschreit. Der Journalistin Michaeleen Doucleff ging es wohl nicht anders und sie stellte irgendwann fest, dass die Beziehung ihrer Tochter Schaden nimmt. Sie lebten nicht als Team, eher sah sie das Kind als kleine Feindin an, die ihr alle Kraft raubte. Sie bemerkt, dass sie sich unentwegt für die Bespaßung ihrer Tochter zuständig fühlt und fast schon gezwungen wird ständig neue Aktivitäten zu planen, damit ihr Kind friedlich und beschäftigt ist. Denn wäre dem nicht so, droht Chaos. Das alles kostet sie so viel Kraft und bringt mehr Zweifel in ihr auf. So machte sie sich eines Tages mit ihrer Tochter auf den Weg zu drei indigenen Kulturen, um zu den Ursprüngen der Kindererziehung zurückzufinden und Antworten auf ihre Fragen zu finden. Sie reist zu den Mayas, den Inuit und den Hazda. Die Autorin interviewt diese Familien nicht nur, sondern lebt mit ihnen zusammen und lernt von verschiedenen Generationen. Ich fand diese Vorstellung wahnsinnig interessant. Schon oft habe auch ich mir die Frage gestellt, wie diese Kinder und Familien leben. Immer wenn ich eine Reportage im Fernsehen über diese Kulturen sah, wunderte ich mich wie ausgeglichen und zufrieden die Kinder wirken, obwohl sie so wenig besitzen. Sind sie auch schon mal hyperaktiv, langweilen sie sich oder haben sie Wutanfälle, so wie viele Kinder in der westlichen Welt? Dieses Buch gibt Antworten darauf und es ist wirklich besonders. Ich würde es auch nicht als Erziehungsratgeber sehen, sondern eher als einen Erfahrungsbericht, aus dem man so viel für sich mitnehmen kann. Es gibt nicht nur einen neuen Blick auf unsere Erziehungskultur, es legt wahrlich den einen oder anderen innerlichen Schalter um und verändert die Sichtweise und bringt einiges wieder ins Bewusstsein zurück. Mit 384 Seiten gibt es einiges zu lesen und dennoch wollte ich dieses Buch am liebsten nie aus der Hand legen. Es ist informativ und spannend und bringt so viele Gedanken ins rollen, dass ich mich auch nach dem Lesen noch lange damit auseinandersetzen werde. Was besonders deutlich wird ist die Tatsache, dass Erziehung immer eine Mehrgenerationenaufgabe war und nie alleine auf einer Mutter oder Kernfamilie lastete. Ein Kind kann so viel lernen, wenn verschiedene Generationen verfügbar sind und ein stabiles Netz besteht. Und dabei lernt es nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von anderen Kindern, die vielfältige Aufgaben übernehmen. Und es lernt auch dadurch, dass es schon sehr früh in familienzentrierte Aufgaben einbezogen wird und sich nicht alles um kindzentrierte Bespaßung dreht. „Nehmen Sie sich täglich eine Auszeit, in der Sie ihr Kind weder unterhalten, noch ihm Anweisungen geben.“ Hier wird deutlich, wie sich die Familie als funktionierendes Team versteht und diese Werte auch an die Kinder weiter gibt. So ist die Erfahrung der Autorin beispielsweise die, dass die Maya besonders hilfbereite und koopertative Kinder haben. Bei den Inuit lernt sie sehr viel über den Umgang mit Wut. Team, was bedeutet das? Teamwork Ermutigung Autonomie Minimales Eingreifen Diese Sichtweise spricht mich sehr an. Jede Familie sollte sich diese kleine Gedankenstütze gut sichtbar irgendwo aufhängen, denn es vereinfacht so viel. Ich ertappte mich in diesem Buch sehr oft dabei, dass ich bestimmte Ansätze auch aus der Montessoripädagogik kenne und werschätze und dabei wieder daran erinnert wurde, dass viele dieser Sichtweisen auch im Alltag so schnell vergessen werden. Man sollte achtsamer sein, in dem was man tut und wie man spricht um eine gute Beziehung zu seinem Kind zu finden und zu erhalten. Beachtenwert empfand ich das in sich Ruhen, das alle diese indigenen Völker zu leben scheinen. Erwachsene, die Kind anschreinen gelten als unreif, sie werden ausgelacht. „ Schau, er benimmt sich wie ein Kind!“ Schreie nie ein Kind an! Kinder die oft angeschrien werden hören nicht mehr zu. Wie wahr. Wenn es doch immer so einfach wäre. Mit etwas Übung vielleicht schon. Vielleicht reicht es schon, die Sichtweise auf das Kind zu ändern, die emotionale Intelligenz nicht zu überschätzen. Was deutlich wird ist auch der Schwall an Redefluss, der in der westlichen Kultur auf Kinder eiprasselt. Sie sind von morgens bis abends Anweisungen und Verbesserungen ausgesetzt. Weniger Worte, dem Kind mehr zutrauen und zur eigenen Ruhe zurückfinden können so viel bewirken. Das alles und noch viel mehr fasst die Autorin am Ende jedes Kapitels in wertvollen, alltagstauglichen Tipps zusammen, so dass man immer wieder reinlesen kann ohne den Überblich zu verlieren. Sicher passt nicht alles für jeden gleichermaßen, manches mag man anders sehen oder nochmal hinterfragen. Aber alles in allem ist dies ein wunderbares Buch aus dem man sehr Wissen und Hilfe herausziehen kann. Es ist sehr gut recherchiert, zum Teil mit wissenschaftlichen Hintergrundinformationen. Die Autorin erzählt von ihren Erfahrungen mit ihrer eigenen Tochter und spricht hauptsächlich Mütter an . Der Vater oder die Kernfamilie als Ganzes, egal in welcher Form findet dadruch in diesem Buch keine besondere Erwähnung. Man könnte dies als Kritikpunkt anbringen, mich persönlich störte dies aber nicht. Mir persönlich hat dieses Buch sehr viel gegeben und die Inhalte werden noch lange nachwirken. Ich möchte es allen Eltern sehr ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Herzlichen Dank an den Kösel Verlag und das Bloggerportal für dieses wunderbare Rezensionsexemplar.

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„Vielleicht hatte ich nicht deshalb so viele Schwierigkeiten mit Rosy, weil ich eine schlechte Mutter war, sondern weil ich einfach nur niemanden gehabt hatte, der mir beigebracht hätte, wie man eine gute Mutter ist? Hat meine Kultur schlicht vergessen, wie man Kinder am besten erzieht?“ Wie bringt man Kinder dazu, Aufgaben zu erledigen, ohne, dass man sie darum bitten muss? Wie bringt man Geschwister zur Kooperation, statt dass diese streiten? Wie diszipliniert man, ohne zu schreien, zu schimpfen oder zu bestrafen? Wie stärkt man Resilienz, Geduld und Impulskontrolle? Autorin Dr. Michaeleen Doucleff, welche Chemie studierte und als Bloggerin für ihre Artikel mit gesundheitlichen und pädagogischen Themen bekannt ist, spricht in diesem Buch in erster Linie als Mutter zu den Leser*innen, welche mit den Wutanfällen ihrer kleinen Tochter Rosy häufig an ihre Grenzen stößt. Sie fragt sich, was sie tun kann, um die Mauer zwischen ihnen nicht noch höher wachsen zu lassen. Denn sie zweifelt an sich selbst und bekommt beinahe Angst vor der nächsten Begegnung mit ihrem Kind. Als sie feststellt, dass sie hauptsächlich so reagiert, wie ihre Eltern sie behandelt haben (mit Wut, Zorn, Strenge und lauten Worten), reist sie gemeinsam mit Rosy um die Welt, um anderen Eltern bei der Erziehung über die Schulter zu schauen. Von ihnen lernt sie, wie sie mit Wutanfällen von Rosy umgehen kann, wie sie mit ihrer Tochter sprechen kann, ohne zu schreien oder zu bestrafen. Sie erkennt, wie sie mit Rosy konfliktfrei kommunizieren und wie sie ihr Werte und Normen vermitteln kann. Die Autorin stützt sich dabei vor allem auf eigene Erfahrungen und Beobachtungen, denn die Anzahl der Studien zur Erziehung von Kindern in indigenen Kulturen sind Mangelware. Das sollte man wissen, wenn man sich für das Buch interessiert. Doch als gelernte Erzieherin weiß ich, wie wertvoll es sein kann, Vorbilder (wie meine ehemaligen Kolleginnen) zu erleben, durch die man neue Blickwinkel kennenlernen und dadurch seinen eigenen Umgang finden und ein Bauchgefühl entwickeln kann. Daher können auch Erfahrungsberichte nicht schaden. Als solche sollte man das Buch wohl sehen (auch wenn die Autorin einzelne Studien und Berichte von Psychologen, Anthropologen, Neurowissenschaftler und Evolutionsbiologen, usw. mit eingearbeitet hat). Dann kann man durchaus zahlreiche Impulse für das eigene Handeln mitnehmen. Die Autorin geht davon aus, dass durch unsere eingeschränkte Sichtweise auf Erziehung (europäisch- amerikanisch), nützliche „Werkzeuge“ ausgeblendet werden, wir isolierter leben und es deshalb heute so anstrengend für uns ist, Kinder großzuziehen, und dass bei uns daher so viele Kinder und Jugendliche einsamer, ängstlicher und depressiver geworden sind. Auch sind die Eltern heute mehr auf sich allein gestellt, während Erziehung in anderen Kulturen und auch bei uns früher, eine Mehrgenerationenaufgabe war. Andere haben etwas, das unserer westlichen Kultur fehlt: tief verwurzelte Erziehungstraditionen und einen Wissensschatz, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Dr. Michaeleen Doucleff bereist Familien und Menschen drei indigener Kulturen und stellt deren positive Merkmale in den Vordergrund: So gewinnt sie den Eindruck, dass die Kinder der Maya besonders hilfsbereit und kooperativ sind, gemeinschaftlich und eine gute Konzentrationsfähigkeit besitzen. Bei den Inuit bewundert sie die emotionale Intelligenz und die Wutkontrolle. Schreien z. B. gilt hier auch bei den Erwachsenen als unreifes Verhalten. Scheinbar gebären manche Mütter ihre Babys komplett lautlos – diese Schilderungen haben mich besonders beeindruckt! Die Kinder der Hadza erlebt sie dagegen als sehr selbstbewusst, selbstbestimmt und es soll dort keine kindlichen Angststörungen oder Depressionen geben. Jede der Kulturen hat einen Hauptteil im Buch, es werden verschiedene Familien besucht und man bekommt Einblicke in den Tagesablauf und in die Erziehungsformen der Leute. Außerdem gibt es viele Tipps, praktische Anleitungen zum Ausprobieren im eigenen Alltag (z. B. wörtliche Formulierungen, Aufgaben…), die sich gut umsetzen lassen, manchmal aber auch eine Herausforderung darstellen können, sowie anschauliche Zusammenfassungen am Ende der Kapitel. Die Autorin nennt ihre Methode die „TEAM-Erziehung“ - das Fundament der Eltern-Kind-Beziehung - welches aus vier Kernelementen bestehen soll: Teamwork, Ermutigung, Autonomie und minimales Eingreifen. Die Haltung, die im Buch vermittelt wird, diesen respektvollen, liebevollen, wertschätzenden, zwanglosen und kooperativen Umgang mit dem Kind und weg von einer Bespaßung und Ablenkung nach der nächsten (was Kinder und Eltern schnell ermüden kann), mochte ich sehr. Auch deshalb, weil man in der Montessori-Pädagogik (mit der ich gearbeitet habe und die ich sehr schätze) so vieles davon wiederfindet. Obwohl ich vieles, was im Buch steht, bereits wusste, konnte ich einiges mitnehmen. Vor allem die kulturellen Unterschiede fand ich interessant und haben mir zu denken gegeben. Zahlreiche wörtliche Formulierungen, weise Sätze und Ratschläge der indigenen Bevölkerung, habe ich mir ebenfalls herausgeschrieben. Ein Kritikpunkt wäre, dass das Buch fast nur Mütter anspricht und wenig auf die Väter/ andere Familienformen eingeht. Aber auch, dass die Autorin innerhalb der Kulturen ziemlich verallgemeinert (wie sehr, kann ich schlecht einschätzen), auch deshalb, da es nur wenige Studien gibt. Daher mein Tipp: Das Buch mehr als Erfahrungsbericht lesen und wertvolle Impulse für sich herausziehen! Denn als solches betrachtet, kann es sicherlich einiges für einen bereithalten! 4,5/5 Sterne!

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