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Elmet

Roman

eBook epub
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Eine schmerzhaft schöne Familiengeschichte – preisgekrönt, bejubelt, berührend.

John Smythe ist mit seinen Kindern Cathy und Daniel aufs Land gezogen, nach Yorkshire, in die Wälder von Elmet. Dort hegen die drei den Traum von einem anderen, friedvollen Leben. Sie wohnen in einem Häuschen, das sie eigenhändig erbaut haben, mitten in der Natur, nicht weit von der Eisenbahnlinie Edinburgh-London entfernt. Nur manchmal muss der Vater fort zu illegalen Faustkämpfen. In diesen Zeiten, in denen es immer weniger Arbeit gibt im Norden Englands, der einzige Weg, um die Familie über Wasser zu halten. Doch dann steht eines Tages ein Mann vor der Tür, der behauptet, dass alles ihm gehört - der Wald, der Grund und Boden, das Häuschen, in dem sie leben. Ihn kümmert der Wald eigentlich nicht, er bewirtschaftet ihn nicht. Aber er pocht auf sein Recht.

»Wie intensiv und dicht Mozley diese schmerzhafte Geschichte vom Erwachsenwerden, von Familienbande und Überlebenskampf, erzählt, beeindruckte auch die Jury des Man Booker Prize.«

Marcus Müntefering, Spiegel Online (26. November 2020)

Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: Elmet
Originalverlag: John Murray
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22987-0
Erschienen am  09. November 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Ein herausragendes Debüt

Von: Sandra Falke

31.03.2021

Fiona Mozleys düsterer Debütroman erzählt über den individualistischen Überlebenskampf einer Familie und behandelt zahlreiche komplexe Themen: Freiheit und Autonomie, Harmonie und Gewalt, Individualität und Akzeptanz. Mit Lob auszuzeichnen ist der Schreibstil des Romans, der mit seiner Fülle an Emotionen und Intensität an D. H. Lawrence erinnert. Mozley legt ihre Figuren willkürlich zwischen Brocken wilder Natur, lässt die Gerüche, Farben und Geräusche ihrer liebsten Orte auf den Leser wirken und beschreibt auf eine rohe Art und Weise die vollständige Selbstständigkeit beider Jugendlicher. Ebenso bemerkenswert sind die Figurendynamiken, die gleichermaßen als beeindruckend und beunruhigend gelten. Dem Stärksten gebührt die Macht, dies scheint in dieser Erzählwelt die allgemein bekannte Regel zu sein. Im Klimax des Romans wird Blut gegossen und verbrannt – doch nimmt eine andere Person unerwartet die Position des Rächers ein und entsetzt damit das gesamte Dorf weit über das erwartbare hinaus. Die Autorin bringt zwar eine deterministische Philosophie zutage, bietet dennoch Raum für individualistische Existenzen. Ihre Figuren und Erzählwelt sind erfrischend unapologetisch, beruhen auf ihrem eigenen Wertesystem und gehen nicht auf Kompromisse ein. Dies ist zwar bewundernswert, bedingt allerdings auch ihr Scheitern. „Elmet“ ist ein herausragendes Debüt, welches insbesondere Lesern von Romanen aus dem 19. Jahrhundert und Geschichten über menschlichen Schicksalen in wilder Natur einen großen Lesegenuss verspricht. Die vollständige Rezension gibt es ab sofort in meinem Blog zu lesen.

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eine intensive Erzählung über eine ungewöhnliche Familie

Von: ueberalldiewoerter

08.03.2021

John zieht mit seinen Kindern Cathy und David nach Elmet, ein Gebiet im nordenglischen Yorkshire. Er will aus der Gesellschaft aussteigen und in Freiheit leben, deshalb baut er mit dem Wenigen, was die Familie hat, ein kleines Haus mitten in der Natur. Die meiste Zeit ernähren sie sich von Wild, Fischen und Vögeln, die sie selbst fangen, bald kommt auch Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten dazu. Was sie sonst für ihr bescheidenes Leben brauchen, finanziert John mit kleinen Handwerksjobs und illegalen Faustkämpfen. Die Familie ist zufrieden mit ihrem autarken Dasein und ihrer kleinen Gemeinschaft – bis ein Mann auf sie zukommt und behauptet, ihm würde das Stück Land gehören, auf dem John, Cathy und David leben. Von Beginn an ist die Erzählung ruhig und intensiv, das ist Nature Writing at its best, ganze Seiten voll bildgewaltiger Beschreibungen, die einen mitten in die nordenglischen Wälder befördern. Dabei scheint gesamte Geschichte irgendwie zeitlos, die Sprache ist für unsere ungewöhnlich und bleibt über das ganze Buch hinweg schwer einzuordnen – vielleicht aber auch nur, weil die Familie so weit weg von der Zivilisation lebt? Und dann, dann kommt der Plottwist, und fast fühlt es sich an, als sei man in einem anderen Genre (Thriller? Horror?) gelandet: Der bildgewaltige Erzählstil bleibt, auch die Ruhe und die Intensität, doch geht es jetzt nicht mehr um die Natur oder die Familie, sondern um Kämpfe, um Gewalt – und all das bestimmt von einer Brutalität, die sprachlos macht. Eigentlich hätte es mich nicht überraschen sollen, schon das Cover verbreitet eine düsteres Stimmung und von der ersten Seite an hatte ich eine dunkle Vorahnung, aber trotzdem haben mich die letzten gut hundert Seiten hart getroffen. Vielleicht merkt man: Ich bin nicht ganz sicher bin, was ich mit dem Romanende anfangen soll – vielleicht muss ich das Ganze aber auch einfach noch mal und dabei vor allem mehr zwischen den Zeilen lesen. Alles in allem überzeugt der Roman mit einem unglaublich fesselnden Schreibstil und eindrucksstarken Beschreibungen – ob man das bei den teils brutalen Geschehnissen lesen mag, muss jede*r selbst entscheiden.

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Vita

Fiona Mozley wurde 1988 in Hackney bei London geboren. Sie studierte am King's College in Cambridge und lebt heute in York, im Nordosten Englands, wo sie im Little Apple Bookshop arbeitet. Das erste Kapitel von »Elmet« tippte Fiona Mozley auf einer Zugfahrt nach London in ihr Handy. Der Guardian nannte den Roman »ein Juwel«, der Economist »überwältigend und unvergesslich«. Er wurde u.a. mit dem Sunday Times Writer of the Year Award und dem Somerset Maugham Award ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize.

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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, 1956 in Treysa geboren, arbeitete mehrere Jahre als Erzieher. Nach seinem Studium der Germanistik und Geografie in Marburg/Lahn wurde er 1991 Literaturübersetzer. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Larry Brown, John Cheever, Stewart O'Nan, William Trevor und Richard Yates.

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Pressestimmen

»Ein düsteres, unbequemes Buch, das Fragen aufwirft, die einen noch länger umtreiben. Fesselnd.«

Sophia Feldmer, freundin (13. Januar 2021)

»›Elmet‹ ist ein hochspannendes Debüt, in dem das literarische Potenzial von Englands Norden zur Geltung kommt.«

BÜCHER (18. November 2020)

»Atmosphärisch, zeitlos und spannend.«

HÖRZU (04. Dezember 2020)

»Eine packende und erschütternde Geschichte.«