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Die nicht sterben

Roman

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Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2021!
»Ihre Prosa ist wie mit dicken Pinselstrichen gemalt, draufgängerisch, genüsslich, üppig und humorvoll.« Anne-Catherine Simon, Die Presse

Eine junge Bukarester Malerin kehrt nach ihrem Kunststudium in Paris in den Ferienort ihrer Kindheit an der Grenze zu Transsilvanien zurück. In der Kleinstadt B. hat sie bei ihrer großbürgerlichen Großtante unter Kronleuchtern und auf Perserteppichen die Sommerferien verbracht. Eine Insel, auf der die kommunistische Diktatur etwas war, das man verlachen konnte. „Uns kann niemand brechen“, pflegte ihre Großtante zu sagen. Inzwischen ist der Kommunismus Vergangenheit und B. hat seine besten Zeiten hinter sich. Für die Künstlerin ist es eine Rückkehr in eine fremd gewordene Welt, mit der sie nur noch wenige enge Freundschaften und die Fäden ihrer Familiengeschichte verbinden. Als auf dem Grab Vlad des Pfählers, als Dracula bekannt, eine geschändete Leiche gefunden wird, begreift sie, dass die Vergangenheit den Ort noch nicht losgelassen hat – und der Leitspruch ihrer Großtante zugleich der Draculas ist. Die Geschichte des grausamen Fürsten will sie erzählen. Am Anfang befürchtet sie, dass sie die Reihenfolge der Geschehnisse verwechseln könnte. Dann wird ihr klar: Jede Reihenfolge ergibt einen Sinn. Weil es in der Geschichte nicht um Ursache oder Wirkung geht, sondern nur um eines: Schicksal. Inzwischen aber ist es für jede Flucht zu spät.

Dana Grigorcea zeichnet ein atemberaubend atmosphärisches Porträt der postkommunistischen Gesellschaft, die bis heute in einem Zwischenreich gefangen scheint. Ohne Vorwarnung führt sie ihre Leserinnen und Leser ins Herz eines Schreckens, wie ihn nur die eigene Vorstellungskraft erzeugen kann - oder der gestrenge Fürst Dracula.

»Die nicht sterben, ein politischer Vampirroman. Für mich war‘s Liebe auf den ersten Biss.«


eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-26382-9
Erschienen am  01. March 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Buchhandlung Almut Schmidt OHG

Von: Hauke Harder aus Kiel

15.07.2021

Ein politisches Märchen oder ein gesellschaftlicher Schauerroman? Auf jeden Fall ein wunderbares Werk. Was gruselt mehr, die Realität oder die Fiktion? Ein Roman, der als klassischer Gruselroman auf die Gesellschaft, Geschichte und Politik zeigt. Die Handlung spielt in einer kleinen Stadt in den Bergen an der Grenze zu Transsilvanien. Diese Örtlichkeit weckt sofort Erinnerungen an die Legenden, die sich um diese Region ranken. Weltruhm erlangte die historische Figur, die hier gelebt hat, durch den Roman von Bram Stoker, der mit „Dracula“ einen der schönsten Gruselromane überhaupt verfasst hatte. Dana Grigorcea bedient sich dieser Welt, um aber auch auf die Realität zu blicken. Eine in Paris ausgebildete Künstlerin besucht ihre Großtante in deren Villa. Erinnerungen an die kommunistische Diktatur keimen in ihr. Sie kehrt an den Ort, den sie in ihrer Kindheit oft aufgesucht hatte, zurück um in den Sommerferien die Natur, die Landschaft und das einfache Leben zu genießen. Der Kommunismus ist Vergangenheit und dennoch ist im Ort eine leichte Verzweiflung und Perspektivlosigkeit zu spüren. Die Großtante zelebriert aber weiterhin ihren Leitspruch, dass nichts sie zu zerbrechen vermag. Die alten Freundschafts- und Familienfäden nimmt die Erzählerin am Ort wieder auf. Die Erzählerin blickt aber mit ihrem Bericht auf die kommenden Geschehnisse zurück und hält ihre Erinnerungen schriftlich fest, um das, was ihr dort wiederfahren ist, publik zu machen. Auch Stoker hat seinen Roman so aufgebaut, dass man stets die Berichte der Charaktere zu lesen bekommt. Bei Dana Grigorcea ist es ein Bericht, der aber genauso fantastisch und sehr gruselig wird. Bei einem Ausflug kommt es zu einer Tragödie und bei den Vorbereitungen zur Beisetzung in der Krypta wird eine Leiche gefunden. Diese wird auf dem Grab von Vlad, dem Pfähler, übel zugerichtet gefunden. Als Hätte der Fürst der Dunkelheit zugeschlagen. Denn Vlad III. ist durch seine brutale Art in die Geschichte eingegangen. Er hat sein Land von allem Ungerechten und der Unterdrückung befreien wollen. Seine Feinde hat er grausig ermordet. [...] Ist dieser Blutsauger nun erneut auferstanden? [...] Die Vampirgeschichte um Dracula scheint wieder belebt zu sein und das ganze Umfeld der Erzählerin macht mit ihr eine Verwandlung. Der Blick in die Vergangenheit vermischt sich mit der Gegenwart. Die Zeitenfolge wird für die Erzählerin immer schwerer zu greifen, aber letztendlich geht es auch immer nur um das Schicksal, egal wann dieses zuschlägt. Doch sehen mit den Geschehnissen in der Stadt auch manche die Chance auf Veränderung. Die Möglichkeit, daraus Kapital zu machen und den Ort erneut zu beleben. Auch der Ruf nach einer starken Führungsfigur ist zu vernehmen. Somit ist der Grundstein für eine tolle Geschichte gesetzt. Der Blick in das Auge eines Gegenübers verrät auch nur die eigene Spiegelung und somit wird das Reale fantastisch und das Grauen wird wahr. Dana Grigorcea hat einen so tollen, altmodischen und doch ganz modernen Gruselroman geschrieben. Im Buch verwebt sie in der Fiktion die Geschichte des Landes mit der Gegenwart und verbindet Mythen mit der Wahrheit. Gesellschaftliches und Politisches wird dabei gekonnt gestreift. Ein gespenstisch guter Roman.

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Ein Vampirroman für die Gegenwart

Von: Lesereien

30.06.2021

Nach einem Kunststudium in Paris kehrt die Protagonistin des Romans in den kleinen Ort B. in Rumänien zurück. Stets hat sie dort in der Villa ihrer Großtante die Sommerfrische verbracht. Doch B. ist in ihrer Wahrnehmung nicht mehr so, wie es einst war. Das Gras vor den Villen ist hochgewachsen, der Asphalt aufgesprungen, die Straßenlaternen haben aufgehört zu leuchten und Internetempfang gibt es nur auf einem Hügel. Die Menschen ziehen weg, der Verfall ist allgegenwärtig. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Eine der Gäste der Großtante rutscht bei einer Wanderung aus und stürzt in den Tod. In der Familienkrypta, wo für sie Platz geschafft werden soll, wird ein übel zugerichteter Toter gefunden. Doch dessen nicht genug. Eines der Gräber entpuppt sich als das Grab Vlad des Pfählers, besser bekannt als Graf Dracula. Und die Protagonistin somit als seine Nachfahrin. Grigorcea versteht es auf sehr gekonnte Weise, Vergangenes und Gegenwärtiges sowie Metaphorik und Kritik miteinander zu verbinden. Sie verwebt ihre politischen Aussagen mit einer schaurigen, archaischen und spannungsgeladenen Atmosphäre, die auf Symbolen, Andeutungen, Ahnungen und rhetorischen Fragen beruht. Ständiges Unheil scheint in der Luft zu liegen, Tod und Verwesung sind nie fern. Doch das eigentliche Grauen ist letztlich nicht Vlad der Pfähler, ist kein wieder zum Leben erwachter Vampir. Das Grauen ist greifbar, real und lässt sich in der Gegenwart verorten. Denn die blutsaugenden Vampire, das sind im Roman die Politiker und die Machthungrigen. Es sind die, die es zulassen und unterstützen, dass das Land ausgebeutet wird, dass Gesetze missachtet werden, dass Korruption und Wahlbetrug allgegenwärtig sind, dass Gelder veruntreut werden und ausländische Investoren sich breit machen. "Die nicht sterben" ist ein Roman voll atmosphärischer Dichte, der seinen ganz eigenen Stil findet. Ein lesenswerter Roman also, den es nicht zu verpassen gilt!

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Vita

Dana Grigorcea wurde 1979 in Bukarest geboren, sie studierte Germanistik und Nederlandistik und lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Zürich. Die Werke der rumänisch-schweizerischen Schriftstellerin, etwa der Roman »Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit« und die Novelle »Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen«, wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Ihr Roman »Die nicht sterben« wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

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Events

17. Sept. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea i.R. des Innsbrucker Prosafestivals

20:00 Uhr | Innsbruck | Lesungen
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23. Sept. 2021

Lesung mit Musik mit Dana Grigorcea

19:00 Uhr | Rorschach | Lesungen
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28. Sept. 2021

Lesung mit Dana Grigorcea

Wettswil am Albis | Lesungen
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05. Okt. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

20:00 Uhr | Wädenswil | Lesungen
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27. Okt. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

17:30 Uhr | Berlin | Lesungen
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29. Okt. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea i.R. von "Zürich liest"

19:30 Uhr | Zürich | Lesungen
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30. Okt. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea i.R. von "Zürich liest"

20:00 Uhr | Zürich | Lesungen
Dana Grigorcea
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31. Okt. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea i.R. von "Zürich liest"

11:00 Uhr | Zürich | Lesungen
Dana Grigorcea
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18. Nov. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

Uster | Lesungen
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25. Nov. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

Burgdorf | Lesungen
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30. Nov. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

19:30 Uhr | Rapperswil-Jona | Lesungen
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07. Dez. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

St. Gallen | Lesungen
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Pressestimmen

»Dana Grigorcea ist ein unglaubliches schriftstellerisches Talent. Interessant ist nicht nur die Dracula-Geschichte, sondern auch die Szenen und Bilder, mit denen sie das postkommunistische Rumänien beschreibt. Und in was für einer unglaublich mystischen, physischen Sprache sie es beschreibt!«

Milo Rau im Literaturclub des Schweizer Fernsehens (02. March 2021)

»eine so verträumte wie beinharte Schauergeschichte (...) ein fantastischer, aber illusionsfreier, frei flottierender Blick auf Schrecken und Alltag der rumänischen Gesellschaft vor und nach Ceausescu«

Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg (07. March 2021)

»Diese Schriftstellerin hat Wichtiges zu erzählen, stochert nicht im Befindlichkeitsnebel der eigenen Identität herum (...) Grigorcea wirbelt vergangenen und aktuellen Horror so geschickt durcheinander, dass ihr literarisches Programm, das man vielleicht Subversion durch Affirmation nennen könnte, am Ende aufgeht.«

Der Tagesspiegel, Carsten Otte (21. March 2021)

»Es ist eine kunstvolle Dracula-Geschichte, ein Künstlerinnen-Roman, eine Farce, und das alles erzählt mit großer Sprachkraft.«

SWR 2, Ulrich Rüdenauer (08. March 2021)

»Im Vorübergehen zaubert sie eine neue literarische Gattung aus dem Hut, wobei es einen lediglich wundert, dass es sie noch nicht längst gibt: den politischen Schauerroman."«

Neue Zürcher Zeitung, Roman Bucheli (19. March 2021)

»Sie kann – das zeigt der Roman – sinnlich, anekdotisch und mit einem Blick fürs Komische erzählen. Und die Autorin bringt uns ein Stück Geschichte auf spielerisch-fantastische Art näher.«

Tages-Anzeiger, Nora Zukker (11. March 2021)

»Ihr gelingt mit überzeugender Sprachgewalt, atmosphärisch dicht und beobachtungsstark ein Porträt der osteuropäischen Malaise im Spiegel des Dracula-Mythos.«

SWR 2 Lesenswert, Denis Scheck (19. April 2021)

»Dana Grigorcea erzählt sehr plastisch und mit poetischer Kraft (...) Ein Roman, der weit über Rumänien hinaus aktuell und lesenswert ist.«

SRF 2 „Kultur kompakt“, Julian Schütt (05. March 2021)

»In ihrem schwarz-bunt schillernden Roman ›Die nicht sterben‹ lässt Dana Grigorcea den Woiwoden-Fürsten Vlad wiederauferstehen.«

Die Presse, Bettina Steiner (12. March 2021)

»Grigorcea betreibt eine hinreißende Umwertung aller Werte«

Der Standard, Ronald Pohl (13. April 2021)

»(eine) schauerromantisch aufgeladene Groteske, in der die Vergangenheit und die Gegenwart kunstvoll und hochkomisch ineinander verwirbelt sind.«

SWR Bestenliste (01. May 2021)

»Ein wallachisches Fresko mit einem ganz bestimmten Dämon in der Mitte: das verspricht die Erzählerin. Und das ist es definitv geworden!«

Deutschlandfunk Kultur, Lesart (08. March 2021)

»Ein starker Roman, der das Narrativ der politisch orientierten Schauergeschichte auf seine Weise auffrischt und aktualisiert. Ganz abgesehen von seiner sprachlichen Klasse.«

WDR 1, Ulrich Noller (24. March 2021)

»Sie greift den Mythos des nächtlichen Besuchers mit spitzen Zähnen auf, um ihn für eine Gesellschaftssatire ihrer Heimat zu nutzen – mit lustvollen fantastischen Elementen, die von der Realität jedoch leicht übertroffen werden.«

Nürnberger Zeitung, Wolf Ebersberger (14. September 2021)

»‚Die nicht sterben‘ ist eine humorvolle, barocke und atmosphärische Neuinterpretation des Schauerromans.«

NZZ am Sonntag, Martina Läubli (18. July 2021)

»Es ist das Porträt einer postkommunistischen Gesellschaft, erzählt als Schauergeschichte und als poetische Farce.«

Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen (04. June 2021)

»In ihrer Geschichte vermischen sich Mythos und Wirklichkeit auf magische Weise.«

Bieler Tagblatt, Beat Mazenauer (10. March 2021)

»eine atmosphärische und aufwühlende Erzählung, die Verständnis schafft für Gefühlsmomente, an denen rationale Erklärungen kläglich scheitern.«

Schweizer Buchjahr (05. March 2021)

»Grigorceas bild- und sprachgewaltiger Roman ist Schauermärchen, Krimi und düsteres Gesellschaftsporträt in einem.«

Kulturnews.de (26. February 2021)

»Dana Grigorcea ist eine Schriftstellerin mit politischem Weitblick.«

Luzerner Zeitung (09. March 2021)