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Claire Cameron

Neandertal

Roman

(6)
Taschenbuch
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Die Welt vor 40.000 Jahren. Ein besonders strenger Winter hat die letzte Sippe der Neandertaler hart getroffen, nur wenige haben überlebt. Unter ihnen auch „Mädchen“, die älteste Tochter. Nun bricht die Familie auf zu dem jährlichen Treffen, um einen geeigneten Partner zu finden. Doch die raue und unwirtliche Natur fordert ihren Tribut. „Mädchen“ und „Kümmerling“, ein Bastard ungewisser Herkunft, bleiben allein zurück. Als die Zeit der Winterstürme naht, erkennt Mädchen, dass es nur eine Möglichkeit gibt, ihr Volk zu retten, auch wenn sie dafür ein großes Opfer bringen muss. In der Jetztzeit arbeitet die schwangere Archäologin Rosamund fieberhaft daran, neue Neandertal-Artefakte zu bergen, bevor ihr Kind auf die Welt kommt. Über Jahrtausende verbunden durch gemeinsame urweibliche Erfahrungen, geht die Geschichte beider Frauen zentralen Themen im Leben aller Frauen auf den Grund.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Marie Rahn
Originaltitel: The Last Neanderthal
Originalverlag: Anchor Canada
Taschenbuch, Broschur, 368 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71949-5
Erschienen am  12. October 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Eine Zeitreise voller Überraschungen

Von: Reading.out.loud

31.12.2021

Neandertaler- in meinem Kopf formt sich ein Bild, geprägt von oberflächlichem Schulwissen und Kinderdokumentationen, Bildbänden einer anderen Zeit und somit ist das, was ich vor meinem inneren Auge sehe, eine Affenform, sehr primitiv, zurückgeblieben mit neuzeitlichem Blick und somit lange von meiner bewussten Bildfläche verschwunden, aus meinen Gedanken und somit auch aus meinem Leben. Bis jetzt. "Neandertal" von Claire Cameron ist so viel mehr als nur ein Roman, der einem Neandertaler-Mädchen in gekonnten Zeitsprüngen einer jungen Frau im Hier und Jetzt gegenüberstellt, ihre Geschichten strukturiert verwebt, und eine längst vergessene Zeit lebendiger erscheinen lässt, als es der Leser glauben mag. Es ist eine wunderbare Geschichte übers Überleben, den Glauben daran, sowie die eigenen Grenzen. Der Stil ist angenehm leicht, fließend, die Worte erzählen eine Geschichte, dokumentativ und zugleich emotional genug, um den Leser schon früh an die Protagonisten zu binden. Das Neandertaler-Mädchen wird sehr nahbar skizziert und authentisch in einem Rahmen, den nur ein solcher Roman erzeugen kann. Der Leser will ihre Reise begleiten, ihr Wesen verstehen und auf den urzeitlichen Pfaden wandern, die sie auswählt. Bei Rosamund überwiegt hingegen die Neugier für ihr Handwerk, als auch ihre unleugbare Verbindung zum Neandertaler-Mädchen. Die Geschichte ist spannend, einzigartig und komplett anders als erwartet, einnehmend auf eine ganz neue Art und Weise. Die Geschichte ist Augen öffnet, wundersam und abschreckend zugleich, jedoch ist das Gefühl überlegen, die ganze Zeit Neandertaler falsch eingeschätzt zu haben und das, was nach dem Roman folgte, war eine Weiterbildung für mich selbst, Ambitionen waren geweckt und das schlechte Gewissen dazu. Eine Empfehlung für alle, die in eine andere Welt eintauchen wollen, sich für das Zeitalter interessieren und auf ungewohnten Pfaden wandeln wollen.

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Claire Cameron – Neandertal

Von: Renas Wortwelt

27.02.2021

Natürlich erinnert der Roman an die berühmten Bücher von Jean M. Auel um „Ayla und den Clan der Bären“, in denen es ebenfalls um die Menschen vor Zehntausenden Jahren ging. Und doch ist das vorliegende Buch anders. Denn Claire Cameron erzählt auf zwei weit auseinanderliegenden Zeitebenen die Geschichten von zwei völlig unterschiedlichen Frauen, die doch so vieles gemeinsam haben. Mädchen ist eine junge Neandertalerin, die mit ihrer Familie, bestehend aus ihrer Mutter, zwei Brüdern und einem „Mickerling“ genannten Findelkind, vor 40.000 Jahren den täglichen Kampf ums Überleben austrägt. Die ausreichende Versorgung mit Nahrung ist die vorrangige treibende Kraft, wie auch die Verteidigung dieser Nahrung gegen tierische oder menschliche Räuber und die Verteidigung des eigenen Lebens gegen gefährliche Tiere. Höhepunkt im Leben der heranwachsenden Neandertaler ist das Treffen am „Fischsprung“, das auch in gewisser Weise ein Art Heiratsmarkt ist. Mädchens Mutter ist darauf bedacht, dass ihre Tochter unversehrt dort ankommt, doch die Triebe zwischen Mädchen und Er, ihrem Bruder, sind stärker. Als Konsequenz wird Mädchen aus der Familie verstoßen und muss nun für sich allein sorgen. Rose ist eine junge Archäologin, die in der heutigen Zeit mit einem kleinen Trupp von Hilfskräften eine Ausgrabung in Frankreich leitet. Sie entdeckt zwei sich zugewandte Skelette, die einer Neandertalerin und eines Homo sapiens, die beide ganz offensichtlich gleichzeitig gelebt haben und sich begegnet sind. Das ist eine wissenschaftliche Sensation, ging man doch davon aus, dass sich die beiden Vorfahren der heutigen Menschen so gut wie nie begegneten und noch weniger, dass sie miteinander kommunizierten oder gar lebten. Das Paar, das Rose ausgräbt, wirkt auf sie wie ein Liebespaar. Rose kämpft nicht nur darum, die nötige finanzielle Unterstützung für ihre Forschungen zu bekommen und ihre Ausgrabung vor unwillkommenen Störungen zu schützen, sondern sie kämpft auch noch gegen die Zeit. Denn sie ist schwanger und will dennoch die Leitung der Grabung nicht abgeben, wissend, dass sie diese vor der Geburt ihres Kindes jedoch nicht wird abschließen können. Dieses innerliche Ringen, das Rose zwingt, ihre Prioritäten zu überdenken, steht im Mittelpunkt ihrer Geschichte. Die beiden Erzählebenen sind naturgemäß sehr unterschiedlich im Schreibstil. Die Geschehnisse um Rose lesen sich flott, sind spannend und erzeugen große Anteilnahme am Dilemma, in welchem die Protagonistin steckt, in welchem heute immer wieder Frauen stecken, die Kind und Karriere irgendwie in Einklang bringen müssen. Die Geschichte von Mädchen hingegen ist, schon bedingt durch die fast gänzlich fehlenden Dialoge aufgrund der rudimentären Sprache der Neandertaler, eher etwas ruhiger erzählt. Dabei ist auch sie hochspannend und besonders die Kampfszenen, in denen die Hauptfigur mit Bisons oder Leoparden ringt, sind ungemein fesselnd geschrieben. Dennoch sorgt ein gewisses Interesse an der Lebensweise und dem Verhalten der Neandertaler für eine größere Freude an diesem Buch, das aber durchaus auch aktuelle Themen von heute aufgreift, wie eben vor allem die Frage der Stellung von Frauen in der Gesellschaft, der von heute ebenso wie der der Neandertaler. Claire Cameron – Neandertal aus dem Englischen von Marie Rahn btb, Juli 2020 Taschenbuch, 360 Seiten, 11,00 €

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Vita

Claire Cameron

Claire Cameron, geboren 1973, ist eine kanadische Schriftstellerin und Journalistin. Ihre Romane sind in ihrer Heimat Bestseller und begeistern Lesepublikum wie Kritik gleichermaßen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Toronto.

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