Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Dunkelgrün fast schwarz

Mareike Fallwickl

(6)
(7)
(2)
(1)
(0)
€ 13,00 [D] inkl. MwSt. | € 13,40 [A] | CHF 18,50* (* empf. VK-Preis)

Außergewöhnlich vielschichtige Erzählung

Von: Kati liest

11.12.2020

Menschliche Eigenheiten und ihre Abgründe stehen im Fokus der Geschichte um die Dreiecksbeziehung von Motz, Raf und Jo. Mit unglaublichem Feingefühl und Gespür zeichnet Mareike Fallwickl ihre Figuren und deren Charakterzüge. Dies gelingt sprachlich meisterhaft: Mal poetisch und vorsichtig, mal direkt und scharf. Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven: Von Protagonist Moritz, seiner Mutter Marie und Schulfreundin Johanna. Dazu kommen die verschiedenen Zeitebenen, die der Handlung zusätzliche Tiefe geben, sie nach und nach aufbauen und die Charaktere festigen. Die wechselnden Blickwinkel penetrieren immer wieder die gleiche Frage: Kann man einen Menschen wirklich jemals richtig kennen? Ein packender Roman über Betrügen und Verzeihen, Gut und Böse, Liebe und Freundschaft in all ihren Ausprägungen.

Lesen Sie weiter

Um was geht‘s? Im Mittelpunkt des Romans steht die eher toxische Freundschaft zwischen Moritz und Raffael. Aber auch Moritz ehemalige Freundin Johanna und seine Mutter spielen eine sehr große Rolle. Wie hat es mir gefallen? Das Buch hat schon seit fast 3 Monaten in meinem Bücherregal auf mich gewartet. Ich hatte es mir aber für meinen Trip nach Frankreich aufgehoben, da ich schon so viel gutes gehört hatte und somit, hatte ich gehofft, auf jeden Fall ein gutes Buch mit auf Reisen zu haben. Und ja, so viel nehme ich vorweg: War ein guter Plan 😛 Auch wenn das Buch nicht als Thriller deklariert ist, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass da wer Dreck am Stecken hat und was Böses hinter der nächsten Seite lauert. Die verschiedenen Zeitsprünge und Erzählperspektiven haben diese Spannung aufrecht erhalten. Es gibt viele erotische Szenen, womit ich manchmal Probleme habe, da diese mir häufig zu „übertrieben erfunden“ vorkommen. Aber nicht hier! Die Erotik ist absolut nicht primitiv und sehr gut nachvollziehbar 😏 Außerdem hat mich die Vielschichtigkeit des Romans überzeugt. Nicht nur Freundschaft, sondern auch Liebe, Familie, Frauenbild und Generationsprobleme werden angesprochen. Hier kleiner SPOILER-Alarm: Mir persönlich hat ein wenig die Perspektive von Raffael gefehlt. Hätte es spannend gefunden, nochmal alles aus seiner Sicht zu sehen. Und das Ende war mir dann doch ein wenig zu rund und kitschig 🤓 Also: falls ihr auf der Suche nach einem wirklich tollen, spannenden, tiefgründigen und vielschichtigen Roman seid: Nur ran da! 🤪

Lesen Sie weiter

„Dunkelgrün fast schwarz“ überzeugt mich vor allem durch Fallwickls nahezu poetischen Schreibstil der eine Atmosphäre schafft, die mich voll und ganz gefesselt und in ihren Bann gezogen hat. Eine Geschichte über Freundschaft und Manipulation, Höhen und Tiefen - mitten aus dem Leben. Trotz, oder auch gerade wegen meiner Begeisterung für das Buch konnte mich das Ende nicht ganz überzeugen- zu abrupt, zu schnell und dadurch sogar etwas enttäuschend. Nichtsdestotrotz eine intensive Geschichte die es verdient erzählt und auch gelesen zu werden.

Lesen Sie weiter

Schon als Dreijährige waren Moritz und Raffael ein Leib und eine Seele. Moritz der schüchterne, liebevolle. Raffael der selbstbewusste mit entwaffnenden Lächeln. Wo Raffael ist, ist Moritz da, er ist wie eine immer wieder kehrende Bumerang fürs Raffaels Hände. Marie, Moritzs Mutter, erkennt den zerstörerischen Freundschaft von den beiden, aber sie ist machtlos in ihrem kleinen Bergdorf. Doch dann taucht eine Neue in der Schule auf: Johanna, mit schwarzen Kajal gerundeten Augen, die so traurig drein blicken. Die Jungs sind fasziniert von ihr, doch Johanna spielt ihr eigenes Spiel, bis Freundschaft der beiden Jungen zerbricht. Jetzt, 16 Jahre später steht Raffael vor Moritzs Tür. Und Raffaels damals hell leuchtende, funkelnde Grün ist jetzt Dunkelgrün fast Schwarz... Puhh... Dieses Buch lesen war beinah wie Achterbahn fahren. Mal hab ich mich gefreut, mal geärgert. Bis ich mich hineingefunden habe, hat es viel Zeit gebraucht, aber mir wurde gesagt: Durchhalten! Ja... ich habe durchgehalten und am Ende war ich tatsächlich begeistert von der Geschichte. Am Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Es ist viel zu viel detailliert geschrieben, ich meine, was interessiert mich aus welchem Material der Tür besteht. Aber ab zweiten Hälfte geht es bergauf. Auch die Charaktere waren für mich am Anfang ziemlich kalt und unerreichbar. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Marie (Moritzs Mutter), Moritz und Johanna. Wo ich Maries Sicht sehr gern gelesen hab, bleibt Moritzs Sicht daneben und mit Johanna konnte ich überhaupt nicht warm werden. Auch Fantsy Anteil mit den Farben war für mich bis zu Ende ein Rätsel. Es ist keine leichte Kost fürs zwischendurch, nein! Das Buch braucht seiner Zeit, aber es lohnt das zu lesen.

Lesen Sie weiter

"Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andere ins Dunkle schubsen." Moritz und Raffael sind seit ihrem dritten Lebensjahr beste Freunde und ein unzertrennliches Duo. Eines Tages taucht eine neue Schülerin auf, Johanna, und aus dem Duo wird ein Trio. An der Zuneigung zu Johanna zerbricht die Freundschaft der beiden Jungen. Doch 16 Jahre später steht Raffael plötzlich vor Moritz Tür und mit ihm die Vergangenheit und sämtliche Erinnerungen an ihre Jugend, ihre Freundschaft und auch an Johanna. Mareike Fallwickl hat einen bemerkenswerten Schreibstil, der mich sofort eingenommen hat. Ihre Sprache zieht einen unglaublich in den Bann, ist schonungslos ehrlich, öffnet Abgründe und ist gleichzeitig unsagbar schön, sodass man manches Mal beim Lesen innehalten muss. Rein sprachlich hat mich das Buch voll und ganz überzeugt. Inhaltlich fehlte mir leider etwas. Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt, so ist das Kapitel immer mit dem Namen der Person gekennzeichnet. Außerdem finden in der Erzählung immer Rückblenden in die Vergangenheit statt, sodass nach und nach aufgedeckt wird, warum die Freundschaft von Moritz und Raffael zerbrochen ist und welche Rolle ihre Eltern und Johanna dabei gespielt haben. Zeitlich kann man den Ereignissen immer gut folgen, da die Abschnitte immer durch die Jahreszahl gekennzeichnet sind. Es geht vor allem um eine ungesunde Abhängigkeit in der Freundschaft von Moritz und Raffael. Man verfolgt, wie Moritz aber auch seine Mutter und Raffaels Mutter mit dieser Abhängigkeit umgehen. Das Verhalten aller Beteiligten hat mich größtenteils erschüttert und aufgeregt. An manchen Stellen hätte ich die Charaktere am liebsten geschüttelt oder angeschrien. Zum Ende war ich vor allem von Moritz leider nur noch genervt. Das Ende kam mir dann einfach zu abrupt, hier hätte ich mir mehr von dem Tiefgang gewünscht, der die ersten 400 Seiten vorhanden war. Aber insgesamt ist es ein besonderes Buch über ungesunde Abhängigkeit und die Abgründe sozialer Beziehungen, das vor allem durch die Sprache und die stilistischen Mittel (insbesondere die Bedeutung der Farben) überzeugt.

Lesen Sie weiter

"Dunkelgrün fast schwarz" behandelt die Freundschaft zwischen Moritz und Raffael und deren toxische Auswirkungen sowohl auf Moritz, als auch auf andere Personen im Umfeld der beiden. Was genau mich erwartet, wusste ich vor dem Lesen nicht und war besonders von dem Schreibstil begeistert. Mareike Fallwickl schreib sehr bildhaft, weiß, wie man Charaktere mit gezielten Umschreibungen individuell und lebendig wirken lässt. Besonders mit ungewöhnlichen Vergleichen und Farbdarstellungen kann sie sehr gut umgehen, was man auch am Titel schon erahnen kann. Farben spielen in Moritz' Leben eine besondere Beudeutung, sodass auch der Leser durch die farbigen Beschreibungen besondere Einblicke in die Charaktere erhält. Der Schreibstil - manchmal fast schon poetisch und verträumt, dann wieder hart und unerwartet scharf - machte einen der größten Reize des Buches für mich aus und sorgte für eine spezielle Leseatmosphäre, in die ich gerne abgetaucht bin. Allerdings muss man sich auch die Zeit nehmen, das Geschrieben wirken zu lassen, denn unbedingt einfach und schnell zu lesen, ist es nicht. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und Zeiten im Leben der beiden Jungen. Erzählstimmen sind dabei Moritz, seine Mutter Marie und Johanna, eine Klassenkameradin von Moritz und Raffael. Die Zeitebenen springen abwechselnd zwischen dem Kennenlernen von Moritz' Eltern über die Kindheit und Schulzeit der beiden Jungen bis hin zu Moritz' Leben als Erwachsener 16 Jahre später. Die Handlung baut sich dadurch langsam auf, setzt sich erst nach und nach zusammen und auch die Charaktere verfestigen sich mit jedem weiteren Kapitel, geben neue Einblicke in ihr Leben preis. Ich mochte sehr, dass sich das Bild von Handlung und Charakteren wie ein Puzzle zusammensetzte und die verschiedenen Sichtweisen die Charaktere so unterschiedlich beleuchteten. Jeder hatte seine kleinen oder großen Geheimnisse, jeder hatte eine andere Meinung, anderes Wissen über die anderen Charaktere. Kennt man eine Person jemals wirklich? Das war eine Frage, die sich durch das ganze Werk zog. Die Handlung selbst war wie gesagt durch die Freundschaft von Moritz und Raffael geprägt. Während Moritz stets der ruhige, schüchterne und brave Junge war, war Raffael laut, undurchsichtig, grob und egoistisch. Dennoch verbindet die beiden seit sie drei Jahre alt sind eine enge Freundschaft, in der Moritz sich von Raffael abhängig macht und dessen Schattenseiten nicht wahrhaben will oder kann. Auch nachdem sie 16 Jahre gar keinen Kontakt haben, verfällt Moritz sofort in alte Muster, hinterfragt Raffaels Verhalten nicht, widerspricht ihm nicht, nimmt nur hin - und fühlt sich gleichzeitig lebendiger durch ihn. Raffael ist ohnehin der wohl interessanteste Charakter in dem Buch. Auch der Leser weiß nie, was genau ihn umtreibt, warum er so handelt wie er es tut, was er damit bezwecken will. Daher fand ich es auch sehr schade, dass es keine tieferen Einblicke aus seiner Sicht gab, sondern nur das, was Marie, Moritz und Johanna über ihn wissen und denken. Und das sind eben sehr unterschiedliche Sichtweisen auf Raffael, aus denen sich nur zögerlich ein Gesamtbild ergibt. Auch am Ende wusste ich allerdings nicht, ob Raffael nun ernsthaft gesagt hat, was er wollte, oder es wieder nur eines seiner Spiele war... Doch auch Marie und Johanna waren interessante Charaktere. Marie, die durch eine ungeplante Schwangerschaft plötzlich in einer fremden Umgebung auf dem Land landet und keinen richtigen Anschluss findet, ist stets bemüht, eine gute Mutter zu sein, kann aber auch nur schlecht für sich selbst einstehen. Sie findet etwas Anschluss bei Raffaels Mutter, die widerum eine tief zerrütettete Person ist. Johanna hingegen gerät in eine noch tiefere Abhängigkeit zu Raffael als Moritz... Die Charaktere zeichnen, gemeinsam mit dem Schreibstil, den Roman aus. Sie kennenzulernen, fand ich faszinierend und fesselnd, die Probleme und toxischen Verhältnisse, in die sie sich begeben und wie sie diese jahrelang mit sich herum tragen und letztlich lernen müssen, davon loszulassen - oder auch nicht - gefielen mir. Doch leider war die Auflösung von Allem dann doch etwas ernüchternd und nicht so spektakulär, wie ich erwartet hatte. Besonders Raffaels Sicht kam mir da zu kurz. Auch zieht sich der Roman sehr in die Länge und auch, wenn mir die tiefen Einblicke in das Leben der Charaktere einerseits gefielen, hätten sie doch dennoch stellenweise kürzer ausfallen können.

Lesen Sie weiter

Raffael und Moritz sind Freunde seit Kindertagen: Raffael mit den verrückten Sprüchen und einer Scheissegal-Attitüde, Moritz, der Künstler, der seinem Freund überall hin folgt. Moritz' Mutter sieht die Gefahr, die Raffael verbirgt, und ist doch machtlos gegen ihn. Als Johanna neu in die Klasse kommt, ändert sich die Zweierdynamik zu einem Dreiergespann, dessen Ende unausweichlich scheint ... Jahre später kollidieren die drei erneut, und all die alten Verletzungen und Fragen brechen wieder auf. Eines wollen wir gleich vorweg sagen: "Dunkelgrün fast schwarz" ist kein angenehmes Buch. Nein, nicht mal im Entferntesten. Es ist ein interessantes Buch, das einen schnell in den Sog seiner scheinbar unergründlichen Tiefe ziehen kann – aber wir waren mehrmals kurz davor, nicht mehr weiterzulesen, weil es so ungute Gefühle in einem weckt. Es ist wie ein feiner Kopfschmerz, den man beim Einschlafen spürt oder ein Juckreiz an einer Stelle, die man nicht erreichen kann. Oder besser: Wie ein in Scherben zerschlagener Spiegel. Nicht einfach nur ein Puzzle, dessen Teile man geordnet und entspannt zusammensetzt. Nein, diese Bruchstücke haben Ecken und Kanten, an denen man sich schneiden kann. Das Buch erzählt die Geschichte von vier Menschen aus der Sicht von drei Personen. Wir erhalten Einblick in verschiedene Jahr(zehnt)e, verschiedene Gedankenwelten, die sich doch irgendwie ähnlich sind. Da ist Marie, die aufs Land zieht mit ihren Kindern und so einsam und allein ist. Ihr Sohn Moritz, schüchtern, ängstlich, der Farben sieht, die andere nicht wahrnehmen können und der einen Freund braucht. Da ist Johanna, die wütend ist, eine Waise, voller Selbstzerstörung. Sie alle kreisen um sich selbst und um Raffael, denjenigen, der keine eigene Stimme, keine eigene Erzählperspektive bekommt. Raffael, das ist der Junge mit den Augen wie Himmel und Eis, der sie anzieht, um sich sammelt und mit einem beiläufigen Kick auch wieder zerstört. Sie alle leben zusammen in einem kleinen Ort in Österreich, bis die Kinder groß genug sind, die Welt zu erkunden. Doch schließlich steht Raffael wieder vor Moritz' Tür, und all die ungesprochenen Worte und Fragen kommen wieder an die Oberfläche. Diesen Prozess zu beobachten – die Kindheit, die Jugend und das Erwachsenenalter, in dem sie sich schließlich wieder begegnen – ist schmerzhaft, quälend und sehr lange Zeit unbefriedigend. Mareike Fallwickl schreibt schonungslos ehrlich über die tiefsten Abgründe, die in ihren Protagonisten schlummern. Über Schmerz, über Gewalt, über Unfähigkeit. An einigen Stellen hätten wir uns gewünscht, ein bisschen mehr zu erfahren oder nicht ganz so sehr auf die Folter gespannt zu werden (das haben wir wirklich lange nicht mehr so erlebt). Und hin und wieder irritieren die österreichischen Begriffe, die uns nicht alle geläufig sind. Das letzte Viertel macht das Buch aber trotz zahlreicher Leerstellen so rund, dass wir es zufrieden zur Seite legen können: Wir wissen das Allernötigste; hätten gerne noch ein bisschen mehr gewusst und sind gleichzeitig sehr froh, dass es zu Ende ist. Ein anstrengendes Buch, das großartig geschrieben ist, ist schwer zu bewerten. Wir entscheiden uns für 4 von 5 Sternen und die Warnung: Nichts für zarte Gemüter.

Lesen Sie weiter

Wir stellen nicht sicher, dass Rezensent*innen, welche unsere Produkte auf dieser Website bewerten, unsere Produkte auch tatsächlich gekauft/gelesen haben.