Der Netzwerkeffekt

Ein Killerbot-Roman

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Wer kennt es nicht: dieses Gefühl, wenn der Boss reinkommt, einem einen Auftrag gibt, von dem mal wieder die Zukunft der Galaxis abhängt bla bla bla, während man sich in dieser Sekunde viel lieber abschalten und ein paar Hundert Folgen der Lieblingsserie bingen würde. Ach ja, und eigentlich ist man ein auf die Tötung von Menschen programmierter, ausgemusterter Roboter. Sie kennen das? Herzlichen Glückwunsch – und willkommen in der Welt von Killerbot.

»Einen menschlicheren Roboter als bei Martha Wells werden Sie nirgends finden. Großartig!«

Annalee Newitz (06. März 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Frank Böhmert
Originaltitel: The Murderbot Diaries: Network Effect
Originalverlag: Tor
Paperback , Broschur, 480 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-32123-6
Erschienen am  08. Februar 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Killerbot-Reihe

Rezensionen

Bewusstseinserweiterung eines Killerbots

Von: thursdaynext

02.03.2021

SciFi FreundInnen kennen sicher Isaac Asimovs legendäre Robotergesetze? Vergesst sie wenn ihr dieses Buch lest. In dieser Zukunft sind sie nicht mehr gültig. „Tagebuch eines Killerbots“, der erste Band von Martha Wells Killerbot Serie gewann unter anderem den Nebula- den Locus und den Hugo Award. Der Netzwerkeffekt ist ihr zweiter Band der Reihe und handelt von SecUnit, einer Security-Einheit in menschlicher Gestalt mit einigen biologischen Anteilen, wozu allerdings erfreulicherweise kein Verdauungssystem gehört. Eine humanoide teilbiologische KI mit fetter Wummenausstattung und erheblichen kämpferischen Möglichkeiten. SecUnit ist weiblich und wird von ihren Informationsdrohnen umschwärmt wie eine Bienenkönigin, wenn sie sie nicht gerade zur Erkundung oder Verteidigung vorausschickt. Sie liebt es Serien zu bingen und erinnert mit ihrem Beschützerinstikt ein wenig an einen freundlichen, aber Feinden gegenüber extrem gefährlichen Hund, der eigentlich nur in Ruhe sein Fressi haben mag. Im Debüt der Reihe, das ich nicht kenne, hat sie sich von ihrem Eignerkonzern samt des mörderischen Chef Moduls in ihrem „Gehirn“ das sie bei Bedarf eliminieren kann, mittels menschlicher Unterstützung befreit. Dieses Wissen aus dem ersten Band wird durch Einschübe in Form von „Help Files“ zusammen mit etlichen anderen Details aus ihrer Vergangenheit nach und nach transparent. Es ist also gut möglich den „Netzwerkeffekt“ auch ohne Vorwissen einzelständig zu lesen. Wells spricht mit ihrem Stil der erzählenden nur auf ihr Innenleben beschränkten KI sicher die Actionfans unter den LeserInnen an, denn die Story rasant zu nennen ist untertrieben. Es geht richtig ab von Beginn an. Da wird gekämpft, nicht nur gegen äußere materielle Feinde, auch die inneren „Dämonen“ einer psychisch unsicheren KI haben ihren Auftritt. Die Schreibe ist, auch bedingt durch die Person der Ich-Erzählerin und ihrer eingeschränkten SecUnit Sichtweise sehr straight, literarische Feinheiten sind nicht zu finden. Wer sprachlichen Finessen eher abgeneigt ist bekommt so einen direkten und sehr niedrigschwelligen Einblick in die Denkweise einer künstlichen Intelligenz. Für anspruchvollere SciFi LiebhaberInnen ist diese starke Vereinfachung auch aufgrund des Erzählstils und trotz der fast permanenten Action ein wenig ermüdend. Zudem wird hier erstaunlich humorbefreit berichtet, abgesehen von SecUnits Verbindung zu „Fifo“, das ist der Spitzname für Perihelion, den Bot-Pilot eines Forschungsraumschiffes (Fieses Forschungsschiff) der bei ihrer Rettung in Band Eins beteiligt war und mit dem sie eine tiefe Freundschaft verbindet. Diese Dialogsequenzen zwischen den beiden KIs sind ganz unterhaltsam im Stil eines Buddy Movies. Abseits der etwas in die Länge gezogenen, aber dennoch weitgehend spannenden Story um die Suche nach dem Endgegner, dem Ziel-Control-System wie es im Roman genannt wird ist das Grundthema dieses Romans wieder einmal die Empfindungsfähigkeit hochkomplexer künstlicher Intelligenz und der Umgang der Menschen damit. Hier gibt es klar die Unterscheidung in Gut und Böse. Das wurde schon in vielen anderen Romanen sprachlich besser erzählt. In „Der Netzwerkeffekt“ gibt es allerdings ein paar Kampfsequenzen in denen Malware und Software tragende Rollen spielen, dafür lohnt es sich diesen SciFi zu schmökern.

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Vita

Martha Wells ist »New York Times«-Bestsellerautorin und hat eine Vielzahl an Science-Fiction- und Fantasy-Romanen und -Kurzgeschichten sowie Jugendbücher, Film- und TV-Tie-ins wie »Star Wars«, »Stargate: Atlantis« und Essays geschrieben. Ihr Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. »Tagebuch eines Killerbots« wurde für den Philip K. Dick Award nominiert und gewann den Nebula Award, Hugo Award, ALA/YALSA Alex Award und Locus Award. Martha Wells lebt mit ihrer Familie in College Station, Texas.

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Frank Böhmert

Der 1962 in Berlin-Kreuzberg geborene Frank Böhmert erzählte schon als Kind gerne unheimliche und phantastische Geschichten. Seit den frühen 1980er-Jahren schreibt und veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in allen literarischen Genres. In den letzten Jahren machte er sich als Übersetzer anspruchsvoller Romane, Kinderbücher und Krimis einen Namen. In der Reihe PERRY RHODAN sind von Frank Böhmert die Romane »Die Sternenhorcher« (Andromeda) und »Die Traumkapseln« (Odyssee) erschienen.

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Pressestimmen

»Ich liebe Martha Wells’ ›Tagebuch eines Killerbots‹!«

Ann Leckie

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