Leserstimmen zu
Das Buch Ana

Sue Monk Kidd

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Sie war eine Stimme

Von: cbee

27.01.2021

Inhalt: Hier wird die fiktive Geschichte von Ana erzählt, der Frau Jesu. Die Erzählung steigt im Jahr 16 n. Chr. ein im von Rom besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist für ein Mädchen ungewöhnlich neugierig und rebellisch. Ihrem Vater liegt sie so lange in den Ohren bis er ihr einen Hauslehrer erlaubt. Ana lernt schreiben und lesen und schreibt nach und nach heimlich die Geschichte der vergessenen Frauen der Bibel auf: Eva, Sarah, Rachel, Rebecca und Ruth. Als Ana 14 ist, soll sie an einen alten Witwer verkauft werden. Diesen lernt sie am Markt kennen und ist entsetzt. Ein junger Mann mit dunklen Locken und sanften Augen erkennt ihre Verzweiflung und hilft ihr. Diese Begegnung soll alles verändern. Meinung: Ein wunderbares Buch, auch wenn ich etwas andere Vorstellungen davon hatte. Ich hatte erwartet, dass wir hier erstens Ana an der Seite von Jesus begleiten und zusätzlich auch die aufgeschriebenen Geschichten der vergessenen Frauen lesen können. Dem ist nicht so und trotzdem hat mich das Buch begeistert. Wir begleiten Ana auf ihrem Weg zum Erwachsen werden. Dies geht über viele Seiten bevor auch erst die erste Begegnung mit Jesus stattfindet. Ana ist eine wahnsinnig interessante Protagonistin und wir tauchen richtig tief in ihr Leben und ihre Gedanken ein. Auch ihre Eltern lernen wir durch ihre Augen gut kennen und noch mehr ihre Tante, die sie lange Zeit ihres Lebens begleiten sollte. Man bekommt dadurch einen sehr guten Einblick in das Leben eines jungen Mädchen der damaligen Zeit. Als Ana Jesus heiratet und zu ihm nach Nazareth zieht, lernen wir auch das Leben dort kennen, das einen großen Unterschied zu ihrem bisherigen macht. Hier muss Ana selbst anfassen, selbst arbeiten und hat kaum bis gar keine Zeit zum Schreiben, wozu ihr hier auch die Mittel fehlen. Sehr interessant fand ich die Schilderung des gemeinsamen Lebens mit Jesus, dessen sanfter Charakter und seine Zweifel, was Gott eigentlich mit ihm vor hat. Was ich sehr schade fand, war, dass Ana ihn nicht viel begleiten konnte und wir daher bei vielen Stationen seines Lebens nicht dabei sein konnten. Das hat mich leider etwas enttäuscht. Aber es heißt ja auch "Das Buch Ana" und genau das bekommt man auch. Es ist die Lebensgeschichte von Ana, der fiktiven Ehefrau von Jesus, die eine Stimme war. Fazit: Ein tolles Buch über das Leben von Ana. Wenn man nicht mit anderen Erwartungen an das Buch herangegangen ist, dann ist es bestimmt ein Lesehighlight!

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einfach grandios

Von: Suse

20.01.2021

Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth. So beginnt der lange erwartete neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd. Es ist die fiktive Lebensgeschichte von Ana, der Gefährtin Jesu. Die Erzählung setzt im Jahr 16 nach Christus ein, im von den Römern besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist ein kluges Mädchen mit rebellischem Geist und messerscharfem Verstand. Ana lernt Lesen und Schreiben, studiert die Thora und beginnt heimlich die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift aufzuzeichnen: Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Als Ana vierzehn ist, soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden. Auf dem Markt wird sie ihm vorgeführt, sie ist entsetzt. Ein junger Mann mit dunklen Locken und sanften Augen erkennt ihre Verzweiflung und hilft Ana. Ihre Begegnung wird alles verändern. Die Autorin: SUE MONK KIDDS Debütroman »Die Bienenhüterin« avancierte vom Geheimtipp zum Bestseller. Der Roman wurde allein in den USA über sechs Millionen Mal verkauft, er wurde in sechsunddreißig Sprachen übersetzt. Millionen LeserInnen haben ihre berührenden Geschichten wie »Die Meerfrau« oder »Die Erfindung der Flügel« verschlungen. »Das Buch Ana« ist Sue Monk Kidds vierter Roman, der in den USA sofort auf der Bestsellerliste stand und von der Presse begeistert aufgenommen wurde. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in South Carolina. Meine Meinung: Oh mein Gott was für ein grandioses und schönes Buch. Die Geschichte ist mal so ganz anders, als alles was ich gelesen habe. Ich lese zwar auch immer mal wieder historische Bücher aber soweit in der Vergangenheit halte ich mich doch selten auf. Ich war daher auch etwas skeptisch, ob ich mich zurechtfinden werde. Doch die Geschichte hat mich so angesprochen, das ich es einfach probieren wollte. Und was soll ich sagen, ich habe es auf keiner Seite bereut. Die Charaktere sind so wunderbar gezeichnet. Gefühle, Gedanken kamen bei mir ganz tief an. Die Handlung ist so schön zu lesen. Der Schreibstil der Autorin ist traumhaft. Ich könnte jetzt wirklich nur schwärmen und einen Punkt nach dem anderen aufzählen, aber man muss diese Geschichte einfach selbst entdecken. Das Buch hat ja auch paar mehr Seiten, und eigentlich mag ich dicke Bücher nicht so gerne, aber dieses Buch hätte noch viel länger sein können. Ich habe mich in Geschichte befunden. Sie war so authentisch erzählt. Es waren Bilder in meinem Kopf, ein Film der abgelaufen ist, und das schaffen nicht viele Bücher. Das Buch war sehr emotional und mitreißend. Die Autorin hat hier auch hervorragende Recherchearbeit geleistet. Ein tolles Buch was man auf sich wirken lassen muss. Was man einfach selbst entdecken muss. Was man in sein Herz lassen muss. Absolute Empfehlung

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Ana wächst im Jahr 16 nach Christus in Galiläa in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist klug, zu klug für ein Mädchen in dieser Zeit. Ana lernt lesen, schreiben und studiert die Thora. Als sie 14 Jahre alt ist, soll sie an einen Witwer verheiratet werden, doch dann lernt sie Jesus kennen. Sue Monk Kidd hat mit "Das Buch Ana" eine faszinierende, fiktive Geschichte geschaffen, bei der Ana die Ehefrau von Jesus wird. Es ist ein gelungener historischer Roman, bei dem die Autorin auch den politischen und religiösen Hintergrund mit einfließen lässt, gut recherchiert und spannend erzählt. Ana ist eine bemerkenswerte starke Frau, klug und aufmüpfig. Es geht ihr um die Gerechtigkeit der Frau, denn in ihrem Leben sind Töchter Ware, mit denen gehandelt wird. Väter verfolgen eigene selbstsüchtige Ziele ohne Mitspracherecht der Mädchen. Die Autorin hat mich mit diesem Roman begeistert. Ich bin nur so durch dieses Buch geflogen, denn Anas Geschichte ist interessant und fesselnd geschrieben. Außerdem ist der Roman erschreckend und sehr emotional, für mich eine faszinierende Geschichte und mutige Idee der Autorin. Das wichtigste in Anas Leben ist das Schreiben und dafür hat sie gekämpft. Aber auch die enge, wunderbare Beziehung zu ihrer Tante und die Liebe zu Jesus bereicherten Anas Leben. Das Buch berührt und wirkt bei mir noch lange nach. Auch das Nachwort der Autorin regt zum Nachdenken an. Lest dieses Buch, es ist eine besondere Geschichte, die Geschichte von Ana in einer anderen Zeit. Für mich auf jeden Fall ein Highlight.

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Es ist das Jahr 16 nach Christus ein, im von den Römern besetzten Galiläa. Wir lernen die 14 Jährige Ana kennen, die in gut situierten Verhältnissen auswächst in einer jüdischen Familie aufwächst. Nun sind ihre Eltern der Meinung, dass man mit 14 endlich heiraten muss und auch noch mit einem viel älteren erwachsenen Mann, doch Ana hat überhaupt kein Interesse an sowas, sondern beschäftigt mit dem Schreiben auf Pergament und dem Lesen. Eines Tages begegnet sie auf dem Markt einem jungen Mann namens Jesus und nichts wird mehr sein wie vorher, ihr Leben wird sich von Grund auf verändern... Ich bin absolut begeistert von diesem großartigen Roman! Der Schreibstil von Sue Monk Kidd ist wundervoll und faszinierend zu lesen. Ein großes Lebenslesehighlight. Ana ist ein sehr kluger, mutiger und interessanter Charakter für mich, ein tolle junge Frau, die vieles hinterfragt und reflektiert hat und rebellisch war! Ich habe sie sehr gerne begleitet, mit ihr gelitten und gefreut. Ihr Wissensdurst und ihre Liebe waren sehr ansteckend. Das Buch ist nicht nur schön zu lesen, sondern auch unfassbar spannend. Auch das Verhltnis von Ana zu ihrer Mutter und ihrem Bruder Judas fand ich sehr interessant. Letzendlich hat die Autorin hier ein Projekt umgesetzt, in dem sie wahre historische Begebenheiten mit Fiktion verbunden hat. Auch wenn ich keine Historikerin oder Theologin bin und somit nicht alles nachvollziehen kann, hat es mich sehr begeistert. Das Cover finde ich sehr gelungen und schön anzusehen. Ein sehr empfehlenswertes Buch, mit Themen, die auch heute weltweit sehr aktuell sind. Vielen Dank!!!

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Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in meinem Leben noch einmal (Wobei… hab’ ich das überhaupt schon?) so intensiv mit den Geschichten des Neuen Testaments, Jesus als Messias und Sohn Gottes auseinandersetzen werde. Ebenso wenig, dass diesen Geschichten noch einmal starke, weibliche Stimmen verliehen werden. Umso erfreulicher ist es, dass die Autorin nach einer gefühlten Ewigkeit doch den Mut gefunden hat, ihre Idee eines verheirateten Jesus umzusetzen. Die Neuinszenierung der Erzählungen, Ana als Frau von Jesus und zugleich Protagonistin mit einem starken Drang zur Selbstverwirklichung sind für mich wirklich gut gelungen. Trotz zwei Jahrtausenden, die zwischen der Geschichte und unserer Realität liegen, spiegelt „Das Buch Ana“ für mich ein durchaus modernes Verständnis einer Liebesbeziehung wider. Ein Paar - zwei Individuen. Obwohl das Buch nahezu 600 Seiten zählt, wurde mir an keiner Stelle langweilig. Bravo, kann ich nur sagen.

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Die Geschichte einer jungen Frau, die sich ihren Weg sucht… Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth. So beginnt der lange erwartete neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd. Es ist die fiktive Lebensgeschichte von Ana, der Gefährtin Jesu. Die Erzählung setzt im Jahr 16 nach Christus ein, im von den Römern besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist ein kluges Mädchen mit rebellischem Geist und messerscharfem Verstand. Ana lernt Lesen und Schreiben, studiert die Thora und beginnt heimlich die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift aufzuzeichnen: Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Als Ana vierzehn ist, soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden. Auf dem Markt wird sie ihm vorgeführt, sie ist entsetzt. Ein junger Mann mit dunklen Locken und sanften Augen erkennt ihre Verzweiflung und hilft Ana. Ihre Begegnung wird alles verändern. (Quelle: Auszug aus dem Klappentext – btb-Verlag) „Das Buch Ana“ ist mein erstes Buch von der Autorin Sue Monk Kidd und ich war schnell beeindruckt von ihrem Erzählstil und der sehr guten Ausarbeitung der Charaktere. Dieser historische Roman beginnt im Jahr 16 nach Christus in der Stadt Sepphoris - Hauptfigur hier ist die anfangs 14-jährige Ana, die in einer wohlhabenden Familie aufwächst. Sie ist ein neugieriges und wissbegieriges Mädchen, die schon früh ihre Liebe zum Schreiben und Lesen entdeckt hat – etwas, was den Frauen damals untersagt war. Unterstützung findet sie von ihrer Tante Yaltha, die ihrer Nichte hilft, selbstbewusst ihren eigenen Weg zu finden. „Doch als ich endlich selbst die heilige Schrift lesen konnte, hatte ich entdeckt, dass (siehe da!) auch Frauen darin vorkamen. Unbeachtet zu bleiben und vergessen zu werden, das war die größte Schmach überhaupt. Ich schwor mir, die Leistung dieser Frauen niederzuschreiben und ihre Errungenschaften zu lobpreisen, so gering sie auch sein mochten. Ich würde die Chronistin vergessener Geschichten sein.“ (Ana) – Seite 14, eBook „Meine Tante hatte sich die Freiheit erkämpft. Und genau das würde ich auch tun.“ (Ana) – Seite 52, eBook Doch alles ändert sich, als ihr Vater sie an einen alten Witwer verheiraten will. Gleichzeitig tritt ein junger Mann in ihr Leben und rettet sie aus dieser erschreckenden Lage. Auch später treten Veränderungen ein, die Ana so nicht erwartet hat … Sue Monk Kidd erzählt hier die rein fiktive Geschichte von der jungen Ana, die Jesus aus Nazareth begegnet und heiratet. Hier im Roman taucht er als normaler junger Mann in ihrem Leben auf. Sie leben über Jahre zusammen und erleben gemeinsam Freud und Leid. Später nimmt ihr gemeinsames Leben wiederum eine Wendung und Ana muss sich ungeahnten Herausforderungen stellen. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ana geschrieben, die uns LeserInnen mit ihrer besonderen Art schnell sympathisch wird. Gleichzeitig bekommt man auch einen detaillierten und erschreckenden Einblick in das damalige Leben der Frauen – Schreiben und Lesen ist ihnen verboten, Gehorsam wird verlangt und Rechte haben sie so gut wie keine. Anna setzt sich zu Wehr und kämpft um ihre Freiheit – ihr gesamter Lebensweg ist sehr spannend zu verfolgen und oftmals nicht einfach. „Ich wünschte mir so sehr, ihm erzählen zu können, dass meine Schriften nicht weit von der Stelle, wo er saß, vergraben waren, dass ich eine Lernende war, eine Tintenmischerin, eine Komponistin von Worten und Sammlerin vergessener Geschichten.“ (Ana) – Seite 91, eBook Sehr gut hat mir gefallen, dass sie während des ganzen Romans im Mittelpunkt bleibt – zwar spielt auch die Geschichte von Jesus eine sehr zentrale Rolle, aber doch überlagert dieses nicht Anas Geschichte. Sehr lesenswert ist auch das Nachwort der Autorin, wo sie von der Idee zur Geschichte erzählt und auch über ihre umfassende Recherche über die damaligen historischen Ereignisse berichtet. Mein Fazit: Ein besonderer historischer Roman, der mit einer starken Hauptfigur überzeugt: Ana. Die Autorin erzählt hier die fiktive Geschichte einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg geht. Es wird interessant und auch spannend, denn neben ihrer gemeinsamen Zeit mit Jesus erlebt Ana noch ganz eigene gefährliche Abenteuer. Mal berührend und tragisch, aber auch fesselnd und beeindruckend. Sehr lesenswert!

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Mehrfach überkam mich beim Lesen dieses Buches die Erkenntnis, dass ich ein echtes Meisterwerk in den Händen halte. Der Begriff ist abgedroschen, da viel zu häufig benutzt, aber hier trifft er einfach den Nagel auf den Kopf. Der Grund dafür, dass „Das Buch Ana“ so etwas Besonderes ist, liegt meiner Meinung nach an der Tatsache, dass es viele verschiedene Genres in sich vereint: Es ist nicht weniger als ein Buch für Liebhaber des historischen Romans, ein Buch für jene, die spannungsgeladene Bücher lieben und auch für solche, die eher feministische Literatur bevorzugen – und schließlich, man mag es kaum glauben, ist es auch noch ein Buch für alle, die endlich mal wieder eine richtig gute Familiensaga inhalieren wollen. 🙂 Buy one, get everything 😉 Sue Monk Kidd hat auf der Welt spätestens seit „Die Bienenhüterin“ eine eigene Fangemeinde, mit „Das Buch Ana“ legt die amerikanische Autorin, die im positivsten Sinne völlig unamerikanisch schreibt, ihr langersehntes neues Werk vor. Keine leichte Aufgabe, wenn man weiß, dass das neue Buch von Lesern und Kritikern auf Herz und Nieren geprüft werden wird. Diese Prüfung hat der Roman aber mit Bravour bestanden. Was für eine Frau müsste das gewesen sein, mit der Jesus zusammengelebt hätte? Diese Frage trieb die Autorin schon lange um. Doch vor einigen Jahren wurde die Idee zu solch einer Gestalt derart greifbar, dass Sue Monk Kidd zu schreiben begann. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Jesus verheiratet war, das alles weiß Sue Monk Kidd und reflektiert dies mit großer Klarheit am Ende des Buches in ihren „Anmerkungen der Verfasserin“. Aber sie liefert auch gute Argumente und Überlegungen, warum es eben doch so gewesen sein könnte: Zum einen, weil die Behauptung, dass er keine Frau hatte, erst im 2. Jahrhundert nach Christus aufkam, als (Zitat) „das Christentum die Ideale der Askese und des griechischen Dualismus in sich aufnahm, welche beide den Körper und die Physikalität der Welt zugunsten der Spiritualität abwerten.“ Zum anderen, weil es zu Lebzeiten Jesu das Normalste der Welt war, dass Männer seines Alters verheiratet waren, so dass dieser Aspekt völlig unerwähnenswert gewesen sein mag. Zudem finden in den Heiligen Schriften verhältnismäßig wenige Frauen Erwähnung. Es könnte also sein, dass diese Ehefrau zwar exisitiert hat, ihn bei seinen Predigerreisen jedoch nicht begleitete, weil sie Haus und Hof hütete und somit als unwichtig erachtet wurde von den Verfassern der Heiligen Schriften … Doch sei’s drum, es ist für den Roman unerheblich, wie es nun wirklich war, denn das Buch funktioniert auch als reine Fiktion wunderbar. Und um allen Religionsfanatikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, das Buch maßt sich nicht an, die Wahrheit abzubilden, keineswegs wird dem realen Jesus eine Ehe unterstellt. Das Buch fußt lediglich auf der Hypothese, wie es hätte sein können. Das allerdings mit Weltklasse. Die Figur der Ana ist eine der herzerwärmendsten, anpackendsten und mitreißendsten Protagonistinnen, die die Literaturwelt gesehen hat. Mich hat kaum eine Handlung derart gefesselt, wie die Entwicklung dieser Persönlichkeit. Vom Teenager, der unsicher, suchend, viel zu aufmüpfig, wissbegierig und lebenshungrig für ein Mädchen ist, bis hin zur geläuterten Witwe Jesu begleiten wir diese Person, die ich unglaublich sympathisch finde und wahnsinnig gerne als Freundin hätte. Obwohl wir alle den Ausgang der Geschichte von Anfang an kennen, ist der Spannungsbogen da, denn Jesus ist nicht das Zentrum dieser Handlung, er ist eine Randerscheinung. Wichtig ist Ana, deren „coming of age“ und vor allem deren Entwicklung ihrer inneren Größe wir beobachten dürfen – und es gibt viele Unwägbarkeiten, denen sie entgegentreten muss. Ihr Vater ist Matthias, Oberster Schriftgelehrter von Herodes Antipas. Ihre Mutter ist eher emotionslos und nur daran interessiert, den Schein einer perfekten Familie nach außen hin aufrecht zu erhalten. Auf wessen Kosten das geht, ist ihr egal. Ana soll funktionieren. Als sie, für heutiges Verständnis, als Minderjährige an einen ihr ekelhaft erscheinenden reichen Herrn verheiratet wird, beginnt ihr Widerstand gegen die Eltern zu wachsen. Hilfe bekommt sie durch ihre Tante Yaltha, die, weise und gebildet, zu einer Art Kompass für Ana wird, der ihr den Weg zu einem selbstbestimmten Leben zeigt, was auch immer das bedeuten mag. Ana hat einen Adoptivbruder, der Sohn der Cousine ihrer Mutter und deren Mann, die tragischerweise bei einem Aufstand in Sepphoris ums Leben gekommen waren, als der Junge zwei Jahre alt war. Zu ihm hat sie eine sehr enge emotionale und spirituelle Verbindung, er ist mehr Familie für sie, als es ihre Eltern je sein könnten. Doch derzeit eckt er immer öfter an, denn er schließt sich aufrührerischen Gruppen an, derzeit einem gewissen Schimon bar Giora, einem Fanatiker, der sich gegen Rom auflehnte. Anas Bruder ist, als die Eltern die glorreiche Idee haben, Ana einem potenziellen Ehemann vorzustellen, schon seit Tagen verschwunden, wohl unterwegs mit den anderen Aufrührern. Der Name von Anas Adoptivbruder ist Judas. Wir ahnen, welche Rolle ihm noch zuteil wird in der Geschichte um Jesus. Ana hat Glück im Unglück – auf dem Markt, als sie ahnungslos dem fremden Mann vorgestellt wird und ihr langsam dämmert, was hier passiert, stürzt sie auf dem Rückweg und der Einzige, der es wagt, ihr die Hand zu reichen und ihr beim Aufstehen zu helfen, ist ein junger, charismatischer Mann mit schwieligen Arbeiterhänden. Zum „Dank“ für seine Hilfsbereitschaft stürzt sofort ein Soldat herbei, der Ana in Bedrängnis wähnt, und schlägt den jungen Ehrenmann zusammen. Ana ist wie von Sinnen, doch sie hört noch, wie jemand einen Namen ruft: „Jesus.“ Anas Sehnen nach Freiheit von ihren familiären Zwängen hat nun einen Namen. Sie hat ihren zukünftigen Mann kennengelernt. Doch noch sind wir weit davon entfernt. Es ist unmöglich, die Vielschichtigkeit dieses Buches zu beschreiben, man muss es wohl mehr als einmal lesen – und ich wage zu behaupten, dass dies das erste Buch werden könnte, das ich tatsächlich mehr als einmal lesen werde, um das alles zu durchdringen. Der Einstieg ist fulminant und es gibt viele Personen, die auftauchen, abtauchen und wiederkehren – und sogar plötzlich wichtig werden. Es geschehen Wendungen, Situationen, die man so nie erahnt hätte, die nicht gut für Ana sind, nicht leicht, aber die sie zu dem formen, was sie immer mehr wird: eine eigenständige, selbstbewusste Frau. Nicht eine, die über den Dingen steht, sondern eine, die wütend wird, die Demut lernt, die Vorurteile über Bord wirft, die hadert, die zweifelt, die wieder und wieder versucht – und am Ende belohnt wird. Nicht mit einem perfekten Leben, sondern mit einer anbetungswürdigen inneren Haltung. Ein Satz, der über allem steht, den Yaltha zu Ana spricht, als es wieder einmal dramatisch wird und Ana zu verzweifeln droht, ist symptomatisch für Anas Leben und könnte wunderbar als Leitsatz für jedes Leben dienen: „Alles wird gut, Kind.“ Empört fuhr ich hoch. „Ach ja? Das kannst du doch gar nicht wissen! Wie kannst du das wissen?“ „Oh, Ana, Ana. Wenn ich dir sage, alles wird gut, dann meine ich nicht damit, dass das Leben dir keine Tragödien bringt. Das Leben wird so sein, wie es eben ist. Ich meine nur, dass es dir trotz allem gut gehen wird. Alles wird gut, ganz gleich, was passiert.“ „Wenn Antipas ihn [Jesus] tötet, wirst du unglücklich und verzweifelt sein, doch es gibt einen Ort in dir, der unzerstörbar ist – es ist der Ort, dessen du dich am meisten gewiss sein kannst, ein Stück von Sophia [allumfassender Geist, Schöpferin allen Lebens] selbst. Du wirst deinen Weg dorthin finden, wenn du musst. Und dann wirst du wissen, wovon ich spreche.“ Welch unsagbar tröstliche Worte! Schon allein wegen dieser Zeilen muss man das Buch lesen! Ich höre nun auf, von diesem Buch zu schwärmen, den beiden weiblichen Protagonistinnen Yaltha und Ana, von dem warmen Schreibstil, den fundierten historischen Fakten, auf denen die Fiktion fußt und von dem Glück, dass es ein solches Buch 2020 gibt, wo alles so doof ist. Wieso ist dieses Buch nicht in den Bestsellerlisten in Deutschland? Ändert das – bitte! It’s up to you … kauft das Meisterwerk!

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Info, gemäß Verlagshomepage: Eine spannende Geschichte weiblicher Selbstfindung: "Das Buch Ana" ist auch das Buch der Sehnsüchte. Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth. So beginnt der lange erwartete neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd. Es ist die fiktive Lebensgeschichte von Ana, der Gefährtin Jesu. Die Erzählung setzt im Jahr 16 nach Christus ein, im von den Römern besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist ein kluges Mädchen mit rebellischem Geist und messerscharfem Verstand. Ana lernt Lesen und Schreiben, studiert die Thora und beginnt heimlich die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift aufzuzeichnen: Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Als Ana vierzehn ist, soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden. Auf dem Markt wird sie ihm vorgeführt, sie ist entsetzt. Ein junger Mann mit dunklen Locken und sanften Augen erkennt ihre Verzweiflung und hilft Ana. Ihre Begegnung wird alles verändern. Wie keine andere Autorin versteht es Sue Monk Kidd, Frauen eine Stimme zu geben, die sich dem Rollenverständnis ihrer Zeit widersetzen. »Das Buch Ana« ist eine spannende Geschichte weiblicher Selbstfindung in einer Zeit, in der Frauen Lernen und Schreiben verboten war. Ana folgt ihrer Sehnsucht, sie kämpft für ihre Freiheit, und sie schreibt die Geschichte, die wir alle zu kennen glauben, neu. Sue Monk Kidd wollte Jesus als Menschen zeigen und hat ihm eine Frau zur Seite gestellt, die ihm auf Augenhöhe begegnet. Beide ergänzen sich in ihrem spirituellen Sehnen und in ihrer Liebe und Weitsicht. Ihr gelingt ein Roman, der von der ersten Seite an fesselt, der berührt und rührt. Meine Meinung: Der obigen Buchbeschreibung kann ich voll und ganz zustimmen. Bisher kannte ich die Autorin noch nicht – werde sie mir aber auf jeden Fall merken. Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Menschen Jesus bisher nicht weiter auseinandergesetzt hatte. Die Person und die Geschichte Jesus kannte ich nur aus dem Religionsunterricht. Die Autorin schreibt in ihrer „Anmerkung der Verfasserin“, dass sie fünfeinhalb Jahre für diesen Roman recherchiert und geschrieben hat. Ich finde diese Recherchearbeit merkt man dem Roman deutlich an! Es ist alles sehr schlüssig geschildert. Die damalige Zeit entstand vor meinem inneren Auge – obwohl ich keinerlei historisches Hintergrundwissen vorweisen kann. Schreibstil und Szenenbeschreibungen sind grandios gemacht. Großes Kompliment auch für den über den gesamten Roman erhaltenen Spannungsbogen. Fazit: Eine geniale Buchidee! Und hervorragend umgesetzt.

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