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Thomas Sparr

Todesfuge - Biographie eines Gedichts

Paul Celan 1920-1970
Mit zahlreichen Abbildungen und Faksimiles

(3)
Hardcover
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Zum Celan-Jahr 2020

Kein anderes Gedicht hat nach 1945 solche Berühmtheit erlangt wie Paul Celans »Todesfuge«. Entstanden unter dem unmittelbaren Eindruck der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten, gilt es als eines der frühesten literarischen Zeugnisse im Angesicht der Shoah. Thomas Sparr zeichnet die Geschichte dieses Gedichts nach, das wie kein zweites deutschsprachiges Werk in der Nachkriegszeit eine ganze Epoche ins Bild setzt und eine enorme, bis heute andauernde internationale Wirkungsgeschichte entfaltet. Er spannt den Bogen von seiner Entstehung über seine zunächst kontroverse Aufnahme in den 1950er Jahren bis hin zu den Literaten und Künstlern, die sich bis in unsere Tage davon inspirieren lassen. Seine Erzählung zeigt auch, dass das Gedicht auf besondere Weise die Biographie Celans birgt. Bedruckter Vorsatz, Lesebändchen, Abbildungen.

»Sparr umgibt das Gedicht mit neuen Perspektiven, ohne ihm durch germanistische Analyse seine Kraft zu nehmen. Er erzählt ein Stück Weltliteratur biografisch und persönlich. Eine imminent wichtige Arbeit, denn die Bilder der ›Todesfuge‹ werden auch kommende Generationen beschäftigen.«

SWR2 (10. March 2020)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abbildungen und Faksimiles
ISBN: 978-3-421-04787-8
Erschienen am  10. March 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Biographie eines Jahrhundertgedichts

Von: Sandra von Siebenthal

29.11.2021

In den Jahren 1944/45 entstand wohl eines der bekanntesten Gedichte deutscher Lyrik: Paul Celans «Todesfuge». Es fand Eingang in zahlreiche Anthologien und Schulbücher, wurde wieder und wieder zitiert und adaptiert. Paul Celan wiederlegte damit Adornos Ausspruch, dass nach Auschwitz keine Gedichte mehr geschrieben werden könnten, er zeigt aber auch, dass solche in einer neuen Sprache geschrieben sein müssen. Eine Sprache, die einen Bruch zeigt zu dem, was war, eine Sprache, die ermöglicht zu sagen, was eigentlich unsagbar ist. Thomas Sparr geht diesem Gedicht in seinem Buch auf den Grund. Er zeigt, wie es entstanden ist, was die Beweggründe für die Entstehung waren und wie es später rezipiert wurde. Er schreibt damit nicht nur eine Biographie eines Gedichts, sondern er zeigt auch, dass die Biographie seines Autors tief in dieses eingeschrieben ist. Weitere Betrachtungen Das Buch erschien 2020, Paul Celan wäre in dem Jahr 100 Jahre alt geworden. Der Titel zeigt deutlich, dass es sich nicht um die Biographie des Lyrikers handelt, sondern um die des Gedichts. Folgerichtig lässt Sparr nur das aus Celans Biographie einfliessen, was für die Entstehung des Gedichts wichtig war, weil es in diesem verarbeitet wurde oder aber als Grundlage für die Entstehung diente. Thomas Sparr wollte mit diesem Buch eine Lücke schliessen. Gilt die Todesfuge als eines der bekanntesten Gedichte, das oft zitiert und publiziert wird, ist über dessen Entstehung landläufig nur wenig bekannt. Es ist ihm gelungen, nicht nur ein gut fundiertes, ausführliches Bild der Hintergründe und der Entstehungszeit zu zeichnen, auch die Rezeption hat er gut herausgearbeitet und so quasi eine Lebensgeschichte eines Gedichts geschaffen. Gleichzeitig öffnet dieses Buch auch den Blick auf das Zeitgeschehen, die gesellschaftlichen Zustände in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Indem Thomas Sparr dem Leser all diese Informationen liefert, lässt er diesem doch genug Spielraum für eigene Betrachtungen und Interpretationsansätze. Denn eines ist sicher: Es gibt für dieses Gedicht keine eindeutige und absolut gültige Interpretation. Die Sprache ist zu komplex, die Querbezüge auf andere Werke, die Metaphern und Bilder sind zu vieldeutig, die Gedanken und Brüche sind zu tief. Dies ist auch die Botschaft von Thomas Sparr, was sein Buch umso mehr auszeichnet. Persönlicher Bezug Auf Paul Celan stiess ich über Ingeborg Bachmann, die mich lange sehr intensiv beschäftigte und auch faszinierte. Natürlich war mir Paul Celan auch schon vorher ein Begriff gewesen, aber nie in der Tiefe, in welcher ich ihn danach kennenlernte. In diesem Gedicht vereinigen sich einige meiner Forscherleidenschaften: Lyrik, die Auseinandersetzung mit Sprache allgemein und die Beschäftigung mit dem Holocaust und dessen Folgen. Fazit Ein sehr informatives, kompetentes, aufschlussreiches und doch gut lesbares Buch über eines der wohl bekanntesten Gedichte der Deutschen Lyrik. Für Lyrikliebhaber, insbesondere für an Paul Celans Lyrik Interessierte ein Gewinn. Sehr empfehlenswert.

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Die Geschichte eines Gedichts

Von: Franziska_J

06.07.2020

„Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts wir trinken und trinken wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng […]“ Diese Zeilen aus Paul Celans Gedicht Todesfuge sind weit über die Grenzen der deutschen Literatur hinaus bekannt. Es sind Worte, die versuchen, von etwas zu erzählen, das eigentlich kaum in Worte zu fassen ist. Es sind Worte, die erschüttern, beschämen und die Bilder von unfassbarem Leid heraufbeschwören. Völlig zu Recht nannte der Literatur- und Kulturwissenschaftler Wolfgang Emmerich die Todesfuge ein Jahrhundertgedicht. Thomas Sparr zeichnet nun in seinem Buch Todesfuge. Biographie eines Gedichts (10.03.2020 bei DVA)die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte dieses bemerkenswerten Gedichtes nach und legt damit zugleich auch eine Lebensgeschichte Paul Celans vor, die zeigt, wie sehr Celan als Jude durch den Nationalsozialismus gepeinigt wurde. So entstand auch Todesfuge im Jahr 1944/45 unter dem unmittelbaren Einfluss der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten und das Gedicht speist sich aus zahlreichen realen Impulsen, die der nur knapp dem Konzentrationslager entgangene Paul von sich dort befindlichen Bekannten erhielt. Wie Sparr jedoch sehr anschaulich darlegt, ist Todesfuge nicht nur ein Gedicht über den Holocaust, sondern es hat jene „Begriffe, mit denen wir diesen Text deuten – Lyrik nach Ausschwitz, ein Gedicht über den Holocaust, ein frühes Zeugnis der Shoah“ entscheidend mitgeprägt. Sparr nimmt den Leser also mit auf eine Reise durch das Leben Paul Celans und wählt dabei eine Vorgehensweise, die sich an den geografischen Stationen seines Lebens orientiert, womit zugleich auf die sehr unterschiedlichen Rezeptionsbedingungen der Todesfuge sowie die Voraussetzungen für Celans weiteren literarischen Schaffensprozess verwiesen wird. Die Reise beginnt 1944 in Celans Heimat Czernowitz, führt über Bukarest, Wien, Paris, New York, Darmstadt, Budapest und viele weitere Orte, wobei Sparrr durch den Einbezug zahlreicher Berichte von Freunden und Bekannten das Bild eines Mannes zeichnet, der viele Seiten hatte: Angesichts des Leids, dass Celan erfahren musste, konnte er still, zurückgezogen und melancholisch sein, andererseits konnte er ebenso romantisch und leidenschaftlich sein, wenn er zum Beispiel an seine Geliebte Ingeborg Bachmann die folgenden Zeilen schrieb: „Denk an ›In Ägypten‹. Sooft ichs lese, seh ich Dich in dieses Gedicht treten: Du bist der Lebensgrund, auch deshalb, weil Du die Rechtfertigung meines Sprechens bist und bleibst. […] Aber allein, das Sprechen ists ja gar nicht, ich wollte ja auch stumm sein mit Dir.“ Sparr verharrt jedoch nicht bei dem Gedicht Todesfuge, sondern stellt ebenso auszughaft das weitere literarische Schaffen Celans dar und verweist auf andere Lyrik aus der NS-Zeit, welche Celan zur Todesfuge inspiriert haben könnte. Todesfuge. Biographie eines Gedichts ist ein sehr gelungenes Sachbuch, das aber eigentlich so spannend und anschaulich geschrieben ist, dass es sich wie ein Roman liest. Es ist ein Buch, das zeigt, wie eng Literatur und Leben miteinander verbunden sind und dass es sich lohnt, Werk und Autor einmal in Verbindung zu setzen.

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Vita

Thomas Sparr

Thomas Sparr, Jahrgang 1956, war nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Marburg, Hamburg und Paris von 1986 bis 1989 an der Hebräischen Universität in Jerusalem tätig, anschließend im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Von 1990 bis 1998 leitete er den Jüdischen Verlag, war Cheflektor des Siedler Verlags und arbeitet heute als Editor-at-Large im Suhrkamp Verlag in Berlin. Er ist mit Arbeiten zu Paul Celan hervorgetreten. Zuletzt erschien von ihm »Grunewald im Orient. Das deutsch-jüdische Jerusalem«.

Zum Autor

Pressestimmen

»Sparr erzählt höchst aufschlussreich die Kultur- und Geistesgeschichte eines verwundeten, geteilten Europas und eröffnet mit zahlreichen Querverbindungen, Zitaten und Bildern einen faszinierenden Blick auf einen der größten Texte des letzten Jahrhunderts.«

ORF Ö1 »Kulturjournal« (23. March 2020)

»Es ist das Verdienst von Thomas Sparr, die ›Biografie‹ dieses Gedichts geschrieben zu haben. Oder vielmehr: seine Geografie in all ihren Schichten zwischen der versunkenen Bukowina, zwischen Bukarest, Wirn, Paris und New York.«

Der Tagesspiegel (19. April 2020)

»Thomas Sparrs ›Todesfuge‹ beeindruckt durch die Souveränität, mit der sie eine gewaltige Stofffülle meistert.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (30. April 2020)

»Sparr skizziert ein historisches Panorama, das bei aller Dichte eine stets anregende Lektüre garantiert.«

Falter (15. April 2020)

»Sparr masst sich nicht an, eine endgültige Interpretation der ›Todesfuge‹ liefern zu können. Er hört ihrem Verschweigen zu.«

Basler Zeitung (20. April 2020)

»Thomas Sparr legt ein fesselndes und bedrückendes Buch vor, in dem er die Hintergründe und Wirkungsgeschichte der ›Todesfuge‹ darstellt, eines Gedichts, in das sich die Lebensgeschichte seines Dichters auf besondere Weise eingeschrieben hatte.«

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (19. April 2020)

»Thomas Sparr hat mit seinem gut recherchierten, klugen und trotz des ernsten Stoffes auch unterhaltsamen Buch über die Hintergründe und Nachwirkungen von Paul Celans ›Todesfuge‹ eine Biografie des Gedichts wie des Autors vorgelegt.«

Die Furche (16. April 2020)

»Thomas Sparr hat eine beeindruckende ›Biografie‹ der ›Todesfuge‹ vorgelegt, eine wichtige Neuerscheinung im Celan-Gedenkjahr.«

General-Anzeiger (18. April 2020)

»Sparr inspiriert mit seinem Buch über Gedicht und Paul Celan.«

Kurier (15. July 2020)

»Wer geglaubt hat, dass über das berühmteste Werk von Celan schon alles gesagt, alles geschrieben ist, dem sei die ›Gedicht-Biographie‹ von Thomas Sparr empfohlen.«

Infobrief der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, Ausgabe 123 (23. February 2021)