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Katherena Vermette

Was in jener Nacht geschah

Roman

Taschenbuch
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Von der Stärke der Frauen und der Überlebenskraft der kanadischen Ureinwohner.

Winnipeg, North End. In einer kalten Winternacht bemerkt die junge Mutter Stella, dass auf der einsamen Brache vor ihrem Haus jemand überfallen wird. Voller Furcht ruft sie die Polizei. Als die Beamten endlich eintreffen, finden sich zwar Zeichen eines Kampfes, eine zerbrochene Bierflasche und Blut im Schnee, aber vom Opfer fehlt jede Spur. Und die Beamten hegen Zweifel an Stellas Aussage, eine Frau sei vergewaltigt worden. Doch es ist die Polizei, die sich irrt.


Aus dem Englischen von Kathrin Razum
Originaltitel: The Break
Originalverlag: Anansi
Taschenbuch, Broschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77072-4
Erschienen am  14. June 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Winnipeg, Kanada

Rezensionen

Ein bewegendes Familiendrama

Von: Fredi.liest

03.09.2021

Winnipeg, North End: Stella, eine junge Mutter indigener Abstammung, schaut in einer kalten Winternacht nach ihren Kindern und bemerkt ein schreckliches Verbrechen auf dem benachbarten brachliegenden Gelände von ihrem Fenster aus. Doch die Polizei schenkt ihrer Vermutung, dass vier Personen eine Frau vergewaltigt haben zunächst keinen Glauben. Winnipeg, North End: Stella, eine junge Mutter indigener Abstammung, schaut in einer kalten Winternacht nach ihren Kindern und bemerkt ein schreckliches Verbrechen auf dem benachbarten brachliegenden Gelände von ihrem Fenster aus. Der Roman „Was in jener Nacht geschah" von der kanadischen Autorin Katherena Vermette ist ein vielschichtiges Familiendrama über generationsübergreifenden weiblichen Erfahrungen der psychischen und physischen Gewalt von Männer und Frauen. Vermette erzählt mit ständig wechselnden - meist weiblichen - Perspektiven (aller Seiten: Opfer, Täter, Familienangehörige) von Alltagsrassismus gegenüber den Métis und der indigenen Bevölkerung, von den negative Bindungserfahrungen (Stressnarbe) durch ständig abwesenden Väter und dem Mutterverlust. Bis zum Ende fiel es mir schwer, die familiären Verwandtschaftsverhältnisse nachvollziehen zu können, ein Hinweis auf den Familienstammbaum am Ende des Buches hätte mir geholfen. Das Buch liest sich nicht so einfach weg, denn es ist komplex verschachtelt, hat durchaus auch sperrige Sequenzen in sich. Insgesamt wirken die Leben der Personen im Buch teils dunkel und düster durch die erlebten Traumata, durch die zerbrochenen Träume, teils voller Liebe und Zusammenhalt innerhalb der Familie. Sicherlich keine einfache literarische Kost, aber sehr bewegen.

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Eindrücklich und hochspannend

Von: Elena_liest

17.08.2021

"Sie hat es nicht vergessen. Sie weiß noch alles. Sie wird immer alles wissen, jedes Detail, jede Einzelheit, auch wenn sie nichts davon laut aussprechen will. Jedes Mal, wenn sie irgendetwas von all dem laut ausspricht, wird es größer, also behält sie es in ihrem Innern und spricht nur aus, was sie muss." - Katherena Vermette, "Was in jener Nacht geschah" Winnipeg, North End: Als Stella in jener verschneiten Februarnacht aus dem Fenster schaut, scheint sie zu erstarren: Sie beobachtet die brutale Vergewaltigung und Misshandlung einer jungen Frau. Stella schafft es, die Polizei zu rufen - doch als diese vier Stunden später eintreffen, glauben sie ihr nicht. Die Polizei geht von einer Schlägerei unter Gang-Mitgliedern aus, eine Vergewaltigung sei bei diesem Wetter draußen doch gänzlich unwahrscheinlich. Aber Stella weiß, was sie gesehen hat. Und am nächsten Tag wird ein Mädchen mit schlimmen Verletzungen in die Notaufnahme gebracht... "Was in jener Nacht geschah" von Katherena Vermette ist einer der eindrücklichsten und spannendsten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Auf den ersten Blick scheint die Geschichte fast ein Krimi zu sein, auf den zweiten Blick geht die Autorin hier aber viel tiefer: Sie erzählt von indigenen Frauen in Kanada, der generationenübergreifenden Gewalt, die man ihnen angetan hat - und immer noch antut - und den daraus resultierenden Traumata, die sich von Müttern auf Töchter und Enkelinnen überträgt. Katherena Vermette ist selbst eine Red River Métis und in Winnipeg geboren. In ihrem Roman gibt sie den Lesenden viel Wissen über die indigene Bevölkerung Kanadas weiter. Sie berichtet von offenem Rassismus und solchem in Form von Mikroaggressionen innerhalb von Beziehungen zwischen weißen und indigenen Personen, von der Polizei, die auf die Indigenen herabschaut und ihre Probleme nicht ernst nimmt, sie als lästig empfindet und von der ständigen Sexualisierung und dem Missbrauch indigener Kanadierinnen. Gerade letzteres macht auch auf die verschwundenen indigenen Frauen Kanadas aufmerksam und ist gerade mit diesem Hintergrund besonders erschütternd. Sprachlich und stilistisch ist der Roman nicht ganz einfach zu erfassen. Es kommen sehr viele Charaktere zu Wort, wodurch ein feines Geschichts- und Beziehungs-Netz gesponnen wird, das von den Lesenden entwirrt werden muss. Zu Beginn fällt es schwer, sich einen Überblick zu verschaffen - da kann ich nur empfehlen, den Stammbaum am Ende des Buches im Blick zu behalten. Mit diesem ist es ein bisschen leichter, die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Personen zu verstehen. Für mich war diese Komplexität der Geschichte und Figuren aber genau richtig - ohne hätte das Buch wohl nicht so gut funktioniert. Auch der Wechsel zwischen der personalen und der Ich-Erzählung fand ich sehr interessant und passend. Katherena Vermette hat mich mit "Was in jener Nacht geschah" von Anfang an in ihren Bann gezogen und gefesselt. Ihr Roman ist einerseits augenöffnend und lenkt den Fokus auf ein Thema, mit dem ich mich bisher eher sporadisch beschäftigt habe. Andererseits ist das Buch aber auch eine Ode an Freund*innen- und Verwandtschaften, an die starken Bande zwischen Müttern, Töchtern, Enkelinnen, Tanten und Nichten. Und: Es ist atemberaubend spannungsgeladen. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung!

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Vita

Katherena Vermette, kanadische Ureinwohnerin aufgewachsen in Winnipeg, Manitoba, Filmemacherin, Lyrikerin und Schriftstellerin. Ihr Debütroman Was in jener Nacht geschah war Bestseller und Debattenbuch in Kanada und wurde vielfach ausgezeichnet: McNally Robinson Book of the Year Award, Margaret Laurence Award for Fiction, Carol Shields Winnipeg Book Award. Shortlist Governor’s General Literaray Award und Rogers Writers‘ Trust, Endrunde von Canada Reads, der großen Buchkampagne der kanadischen öffentlichen Fernrsehens CBC.

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