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The Hills

Roman

(7)
TaschenbuchNEU
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Was geschieht, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät? Die zentrale Frage in »The Hills«. Den Rahmen bildet ein altmodisches Restaurant mit gediegener Einrichtung und Pianospieler im Hintergrund. Chef, Koch, Kellner: Die Hierarchie ist klar verteilt. Es herrschen strikte Routinen und hochsensible Umgangsformen. All das gerät ins Wanken, als eine unbekannte Frau ins Lokal kommt. Wer ist die Frau? Was will sie? Nicht nur der Kellner, auch die Stammgäste geraten in Aufruhr. Ein kluger und unterhaltsamer Roman über kollabierende Strukturen und eine Welt, die zwischen alter Ordnung und Verfall gefangen scheint.

»Die Lektüre: eine helle Freude!«

Deutschlandfunk Kultur (24. September 2018)

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Norwegischen von Maximilian Stadler
Originaltitel: The Hills
Originalverlag: Heyne Hardcore
Taschenbuch, Klappenbroschur, 240 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-44005-0
Erschienen am  13. April 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Dichtes Kammerspiel, dessen Protagonist den Halt verliert

Von: SimoneD

27.08.2019

Im Oktober durfte ich den norwegischen Künstler Matias Faldbakken live bei einer Openbooks-Lesung während der Frankfurter Buchmesse erleben. Er stellte seinen aktuellen Roman "The Hills" vor und weckte meine Neugier auf das Buch. Im Hills läuft alles wie ein Uhrwerk. Von morgens bis abends; jahrein, jahraus. Das gehobene Osloer Traditionsrestaurant bietet seinen Kunden exzellente Gerichte, erlesene Getränke und einen ausgezeichneten Service. Der Pianist begleitet Mahlzeiten und Abendgesellschaften mit leisem Geklimper passend zur Tageszeit und Stimmung; die Kellner lesen den Gästen die Wünsche von den Augen. Besonders der namenslose Protagonist und Erzähler. Ein älteres, hochgebildetes Faktotum, vernarrt in das Schöne, Regelmäßige, Strukturierte; dessen Welt im Laufe weniger Tage auseinanderdriftet. Implodiert. Das Hills existiert wie in einer Zeitblase. Vakuumierte Vergangenheit im Universum unserer Gegenwart. Bis das Jetzt die Blase piekst; moderne Menschen und Medien in die geschützte Atmosphäre eindringen. "The Hills" ist ein dichtes Kammerspiel, dessen Protagonist den Halt verliert und ins Taumeln gerät. Der gediegene Ton, die präzise Sprache und die ruhige Erzählweise sensibilisieren den Leser für den Umbruch, die Panik des Protagonisten. Intensiv. Grausam. Anarchisch? In leisen Tönen bricht Kritik an der Gesellschaft, Kritik an den Medien, Kritik an jedem Einzelnen dezent und (dadurch) brachial nach außen. Eine Ohrfeige für die Welt. Eine Liebeserklärung an die Welt So wie der Kellner einfach anfängt zu erzählen, so hört er auch einfach wieder auf. An einer Stelle, an der alles friedlich weiterlaufen oder alles zerstört werden könnte. Faldbakken schweigt. Der Kellner verstummt. Der Leser bleibt sich selbst überlassen. Ich hasse das. Und ich liebe es sehr.

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Ein ruhiger, unaufgeregter und intelligenter Roman…!

Von: Andreas Kück - LESELUST

06.02.2019

„The Hills“ hat eine Vergangenheit! Der Gast bemerkt dies kurz nach dem Eintreten schon: Der Garderobier bittet freundlich um den Mantel, der Maître kreiert mit kulinarischer Raffinesse das Dîner, und die Barchefin erfüllt mit stoischer Ruhe die Getränkewünsche der Gäste, während der Hauspianist Tafelmusik spielt. „The Hills“ hat eine Vergangenheit! Der Gast bemerkt dies an den vielen kleinen Indizien: Der Marmor der Tischplatten wirkt ein wenig abgenutzt, die Spiegel erscheinen matt in ihren goldenen Rahmen, und die Bilder der Künstler, die alle schon hier gespeist haben, welken hinter Glas. Aber „The Hill“ hat nicht nur seinen Stil bewahrt – Nein! Es verteidigt diesen als letztes Great European mitten in Oslo vehement und verwehrt sich den schnöden Errungenschaften der modernen Zeit! Hier scheinen die Uhren langsamer zu ticken, wenn nicht gar die Zeit gänzlich stehengeblieben ist. Im Mittelpunkt steht der Kellner mit Würde und verrichtet seinen Dienst Tag für Tag, Jahr für Jahr mit gleichbleibender Akkuratesse. Er kennt seine Stamm-Gäste sehr genau und erkennt an deren Körperhaltung, wann diese eine Bestellung zu tätigen wünschen. Jegliche Veränderungen der gewohnten Abläufe erregen bei ihm, dem „Hochsensiblen“, absolutes Missfallen und werden höfflich aber bestimmt unterbunden. Matias Faldbakken gelingt es, einen unterhaltsamen Blick auf die unterschiedlichen Menschentypen, die er zwar ironisch aber nie entlarvend portraitiert, zu werfen. Gleichzeitig ist dieser Roman klug durchdacht, mit interessanten beinah philosophischen Ansätzen zu den Veränderungen in unserer Welt. Faldbakken formuliert völlig unaufgeregt und ohne jegliche Sensationslust: In seinem nostalgischen Kosmos stehen Stil, Noblesse und der gute Ton als oberste Tugenden im Vordergrund. Ein ruhiger, unaufgeregter und intelligenter Roman…! „The Hills“ hat eine Vergangenheit! Doch hat es auch eine Zukunft?

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Vita

Matias Faldbakken, 1973 geboren, lebt als bildender Künstler in Oslo. 2003 erschien sein aufsehenerregender Debütroman »The Cocka Hola Company«, der Auftakt der Skandinavische-Misanthropen-Trilogie, die mit »Macht und Rebel« und »Unfun« komplettiert wurde. Bühnenfassungen aller drei Romane wurden an diversen deutschen Theatern aufgeführt. Faldbakken gilt zudem als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler Skandinaviens. Seine Werke werden weltweit in den führenden Galerien ausgestellt. Nach längerer Schreibpause erschien 2017 bei Heyne sein Roman »The Hills«, der von Publikum und Presse gefeiert wurde.

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Maximilian Stadler

Maximilian Stadler, 1981 geboren, übersetzt aus dem Amerikanischen und Französischen, sowie aus den skandinavischen Sprachen. Er lebt in Zürich und Berlin.

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Pressestimmen

»Eine intelligente, ironische, nostalgische Reflexion über unseren Alltag.«

SWR2 Lesenswert

»Matias Faldbakken hat die rare Gabe, eine Atmosphäre extrem zu verdichten und Charaktere zu schaffen, die trotz ihrer Exaltiertheit keine Karikaturen sind.«

Neue Zürcher Zeitung (20. November 2018)

»Faldbakken behält den guten, geschmackvollen Ton bis zum Ende bei, und womöglich ist dieser Roman brutaler, provokativer, ordnungszerstörender als der Punk- und Splattermix seiner Trilogie.«

Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel (31. Oktober 2018)

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